FinCompare kontaktieren







FinCompare kontaktieren







FinCompare Affiliates kontaktieren







FinCompare Banken kontaktieren







FinCompare Makler kontaktieren







FinCompare Hersteller kontaktieren







FinCompare Wirtschaftsprüfer kontaktieren







FinCompare Unternehmensberater kontaktieren







FinCompare Genossenschaften kontaktieren








Lexikon wichtiger Fachbegriffe

ABC

 

Abschreibung
Abschreibungen dienen zur Erfassung und Bilanzierung von Wertminderungen des Anlage- und Umlaufvermögens. Schafft ein Unternehmen eine Maschine an, verliert diese im Zeitverlauf an Wert. Diese Wertminderung muss in der Bilanz berücksichtigt werden, um die Vermögenssituation des Unternehmens korrekt darzustellen.

Über welchen Zeitraum ein Wirtschaftsgut abzuschreiben ist, bestimmt sich in der Regel durch die AfA Tabelle. Es gibt verschiedene Abschreibungsmethoden. Sehr häufig wird die lineare Abschreibung eingesetzt. Dabei werden die Anschaffungskosten des abzuschreibenden Gegenstands gleichmäßig auf die Nutzungsdauer aufgeteilt. Pro Jahr wird dann ein identischer Betrag abgeschrieben. Am Ende der Nutzungsdauer wird der Gegenstand in der Bilanz mit null berücksichtigt.
Ein Beispiel: Eine Maschine im Wert von 100.000 EUR besitzt eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von zehn Jahren laut AfA Tabelle. Dann werden 10.000 EUR pro Jahr abgeschrieben.

Bei der geometrisch-degressiven Abschreibung wird pro Jahr ein fester Prozentsatz des jeweiligen Restbuchwerts abgeschrieben. Dadurch fällt der absolut abgeschriebene Betrag in jedem Jahr. Ein Beispiel: Eine Maschine mit zehn Jahren betriebsgewöhnlicher Nutzungsdauer wird für 100.000 EUR angeschafft. Der Abschreibungssatz beträgt 10 %. Im ersten Jahr werden deshalb 10.000 EUR abgeschrieben. Im zweiten Jahr werden wiederum 10 %, diesmal jedoch von 90.000 EUR verbliebenem Restbuchwert abgeschrieben. Die Abschreibungen im zweiten Jahr beträgt 9000 EUR.

Weitere Abschreibungsmethoden sind die arithmetisch-degressive Abschreibung, die Leistungsabschreibung, die progressive Abschreibung und die gebrochene Abschreibung. Nicht alle in der Handelsbilanz zugelassen Abschreibungsmethoden sind auch in der Steuerbilanz zulässig.

 

Abtretungsverbot
Ein Abtretungsverbot kann Gegenstand zivilrechtlicher Verträge sein. Dann verbietet der Vertrag die Abtretung einer Forderung an Dritte. Ein Abtretungsverbot bewirkt zum Beispiel, dass offene Forderungen nicht an Inkassounternehmen weitergegeben werden können und dass echtes Factoring als Maßnahme des Forderungsmanagements nicht in Betracht kommt. Es gibt allerdings eine entscheidende Ausnahme.

Forderungen sind grundsätzlich abtretbar. Das bedeutet, dass der Inhaber einer Forderung einen Vertrag mit einer dritten Partei schließen und dieser die Forderung übertragen kann. Forderungen sind lediglich dann nicht abtretbar, wenn sie höchstpersönliche Rechte berühren oder wenn vertraglich ein Abtretungsverbot vereinbart wurde (§ 399 BGB).

Ein Abtretungsverbot ist insbesondere für Schuldner vorteilhaft. Dieser muss dann nicht die Abtretung einer Forderung an einen unbekannten Gläubiger fürchten. Wurde ein Abtretungsverbot vereinbart, kann der Gläubiger seine Forderung nicht an Dritte abtreten. Es gibt allerdings eine wichtige Ausnahme: Eine Abtretung ist gemäß § 354 a HGB dennoch wirksam, wenn sie sich auf eine Geldforderung zwischen zwei Kaufleuten bezieht. In diesem Fall steht dem Schuldner jedoch die Möglichkeit zu, schuldbefreiend an den bisherigen Gläubiger zu leisten.

Der § 354 a HGB existiert seit 1994. Die Situation damals: Viele große Unternehmen und öffentliche Auftraggeber hatten in ihren Geschäftsbedingungen und Vergabebedingungen ein Abtretungsverbot verfügt. Dadurch konnten viele Unternehmen ihre Forderungen nicht mehr als Kreditsicherheit oder für Factoring nutzen.

 

Anschlussfinanzierung
Eine Anschlussfinanzierung bezeichnet die Ablöse eines Kredits, dessen Zinsbindung ausgelaufen ist. Die Ablöse kann durch den Kredit einer anderen Bank oder eine andere Finanzierungsquelle geleistet werden.

Anschlussfinanzierungen sind relevant, wenn am Ende der vereinbarten Zinsbindung noch eine Restschuld besteht. Dies ist sehr häufig bei Finanzierungen für langfristig genutzte Vermögensgegenstände wie Immobilien, Flugzeuge, Schiffe etc. der Fall.

Der Kreditnehmer könnte das Darlehen auch nach dem Ende der Zinsbindung bei der bisherigen Bank fortsetzen. Diese kann jedoch den Zinssatz gänzlich neu festsetzen. Fällt der neue Zinssatz hoch aus, lohnt sich die Ablöse des Kredits mit anderen Mitteln.

Dazu kommt zunächst ein Kredit bei einer anderen Bank in Betracht. Genehmigt diese das Darlehen, wird es direkt zugunsten der bisherigen Bank ausgezahlt und damit die Darlehensschuld getilgt. Der Bankwechsel lohnt sich häufig, da viele Kreditinstitute bei Anschlussfinanzierungen zumindest im ersten Angebot zu hohe Preise ansetzen.

Die Anschlussfinanzierung muss nicht zwingend mit einem Bankkredit erfolgen. Die Ablöse des bisherigen Kredits kann auch durch Mittel erfolgen, die zum Beispiel im Wege einer Anleiheplatzierung, durch die Aufnahme von Mezzanine Capital oder eine Kapitalerhöhung akquiriert wurden. Kann die gesamte Restschuld durch thesaurierte Gewinne beglichen werden, handelt es sich nicht um eine Anschlussfinanzierung, sondern um eine vorzeitige Tilgung ohne angeschlossene Neufinanzierung.

 

Aval Kredit
Ein Avalkredit ist eine durch eine Bank zur Verfügung gestellte Bürgschaft oder Garantie. Banken stellen ihren Kunden Avalkredite zur Verfügung. Weit verbreitet sind zum Beispiel Anzahlungsgarantien, Zahlungsavale, Gewährleistungsgarantien, Prozessbürgschaften sowie Zoll- und Frachtavale.

Avalkredite sind in § 1 Nummer 8 KWG (Kreditwesengesetz) geregelt und demensprechend ein erlaubnispflichtiges Bankgeschäft. In Einzelfällen stellen auch Versicherungen ihren Kunden Avalkredite zur Verfügung. Erfüllt der Kreditnehmer die Verpflichtung aus einem bestimmten Vertrag nicht, muss die Bank die Verpflichtung erfüllen. Die Bank stellt somit ihre Bonität zur Verfügung.

Auch wenn bei einem Avalkredit zunächst kein Geld fließt und die Bank lediglich als Bürge fungiert, handelt es sich um ein Produkt des Kreditgeschäfts. Diesem liegt ein Darlehensvertrag zugrunde. Gegenstand eines Avalkreditvertrags ist die Übernahme einer Eventualhaftung durch die Bank.

Avalkredite sind ein Dreiparteiengeschäft. Die Bank ist Bürge, der Bankkunde ist Schuldner, der Vertragspartner des Bankkunden ist der Gläubiger. Der Gläubiger kann durch die Vorlage eines Avalkreditvertrags davon ausgehen, dass der Schuldner seine Verpflichtungen erfüllt.

Avalkredite bieten verschiedene Vorteile. So fallen die Gebühren für die Garantie in der Regel geringer aus als Kreditzinsen. Außerdem genießen Unternehmen mit einem Avalkredit im Rücken größtmögliches Vertrauen von Geschäftspartnern. Da keine Sicherheiten gestellt werden müssen, wird die Liquidität geschont. Verträge können schnell und unkompliziert abgeschlossen werden, weil keine umfangreiche Bonitätsprüfungen durch den Geschäftspartner erforderlich ist.

Der größte Nachteil: Avalkredite werden nahezu ausschließlich Unternehmen mit sehr guter Bonität zur Verfügung gestellt.

 

Basel II Richtlinien
Als Basel II wird eine Liste mit Eigenkapitalvorschriften bezeichnet. Diese wurde durch den Basler Ausschuss für Bankenaufsicht erarbeitet und vorgeschlagen. Basel II löste Basel I ab und wird seit 2013 schrittweise durch Basel III abgelöst. Die initiale Basel II Liste wurde im Juni 2004 veröffentlicht und ist seit dem 1. Januar 2007 in den EU-Mitgliedstaaten für alle Banken bindend.

In Deutschland wurde Basel II durch das Kreditwesengesetz, die Solvenzverordnung sowie die Mindestanforderungen an das Risikomanagement bei Banken in Gesetzesform gegossen. Im Kern besteht Basel II aus drei Komponenten. Basel II definiert Mindesteigenkapitalanforderungen, regelt den Überprüfungsprozess der Bankenaufsicht und verlangt eine erweiterte Offenlegung.

Banken müssen gemäß den Basel II Richtlinien die Risiken in ihrer Bilanz bei der Festlegung ihrer Eigenkapitalausstattung präziser und tendenziell stärker berücksichtigen. In Kurzform: Je mehr Risiken eine Bank eingeht, desto mehr Eigenkapital sollte sie vorhalten. Eigenkapital dient als Puffer für Verluste und damit als Stabilitätskriterium für einzelne Kreditinstitute und das Bankensystem insgesamt. Basel II definierte diverse Richtlinien zur Berechnung des Eigenkapitals und legte zum Beispiel fest, welche Posten dazu zählen und welche nicht.
Banken müssen gemäß den Richtlinien verschiedene Anforderungen erfüllen. Basel II legte fest, dass Banken ein Verfahren einführen müssen, mit dem sie die Adäquanz ihrer Eigenkapitalausstattung unter Berücksichtigung des Risikos bewerten können. Zudem müssen Banken in der Lage sein, ihr Eigenkapital zu erhalten. Basel II verlangte von der Bankenaufsicht, alle Banken einem intensiven Beobachtungsprozess zu unterziehen.

Ferner sieht Basel II erweiterte Offenlegungspflichten vor. Diese betreffen die Eigenkapitalstruktur, das Kernkapital, Minderheitsbeteiligungen, regulatorischen Berechnungsunterschiede

 

Basel III Richtlinien
Basel III ist die landläufige Bezeichnung für Vorschriften des Basler Ausschusses der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ). Die Vorschriften dienen der internationalen Bankenregulierung und lösen seit dem Jahr 2013 schrittweise das Vorläuferregelwerk Basel II ab. Motivation für die Schaffung von Basel III war die Finanz- und Wirtschaftskrise in den Jahren ab 2007. Im Zuge der Krise waren Schwächen des internationalen Bankensystems offenbar geworden.

Bis zur Veröffentlichung der immer noch vorläufigen Endfassung von Basel III dauerte es bis Dezember 2010. Umgesetzt wurde das Regelwerk erst Jahre später durch eine Reform der Eigenkapitalrichtlinie der Europäischen Union.
Im Kern geht es bei Basel III um eine Verbesserung der Eigenkapitalbasis von Banken. Ein Mangel an qualitativ hochwertigem Eigenkapital im Bankensystem wurde als eine der Ursachen der Finanzkrise identifiziert. Dabei ging es nicht zuletzt um die Definition von Eigenkapital. Basel III zielte deshalb von Beginn an auf das sogenannte Kernkapital ab. Dieses besteht im Wesentlichen aus gezeichnetem Kapital und thesaurierten Gewinnrücklagen. Das Kernkapital wird auch als Klasse-1- Kapital bezeichnet.

Um das Kernkapital zu stärken, wurden die Anforderungen an die Definition von Eigenkapital verschärft. Insbesondere Hybridkapital, dass unter Basel II noch als erstklassiges Eigenkapital definiert wurde, wird unter Basel III nicht mehr als solches akzeptiert.

Für das Klasse-2-Eigenkapital (Ergänzungskapital) sieht Basel III eine Harmonisierung der internationalen Definitionen vor. Klasse-3-Eigenkapital (Drittrangmittel) gibt es gemäß den Statuten von Basel III gar nicht mehr.

Ein Beispiel für die Änderungen bei Basel III betrifft Nachrangdarlehen. Bei Unternehmen aus dem Nicht-Bankensektor gelten diese aus Sicht anderer Gläubiger als Eigenkapital. Bei Banken gibt es jedoch eine Besonderheit zu beachten. Um Risiken für das Finanzsystem zu reduzieren, soll die Insolvenz von Banken möglichst vermieden werden. Die besonderen Charakteristika von Nachrangdarlehen werden jedoch erst im Liquidationsfall sichtbar. Deshalb werden Nachrangdarlehen strenger bewertet.

 

Big Data
Big Data bezeichnet eine real existente Entwicklung, in deren Zuge immer größere Datenmengen erhoben werden. Diese gewonnenen Datenmengen spielen für immer mehr Wirtschaftszweige eine wichtige Rolle. Mitunter werden als Big Data stellvertretend auch einige große Konzerne bezeichnet, die über sehr viele Daten ihrer Benutzer verfügen. Big Data ist ein wichtiges Element der Digitalisierung.

Heute werden um Größenordnungen mehr Daten erhoben, gespeichert und miteinander vernetzt als noch vor Jahrzehnten. Ein Beispiel dafür ist datengetriebenes Marketing. Unternehmen können gezielt in Kreisen werben, bei denen die Werbung als besonders aussichtsreich gilt. Big Data spielt dabei eine wichtige Rolle. Damit eine Werbung als aussichtsreich gilt, muss sie der richtigen Zielgruppe vorgeführt werden. Doch wie lässt sich erkennen, ob eine bestimmte Person zu dieser Zielgruppe gehört oder nicht? Mit Big Data ist dies auf vielen Wegen möglich.

Frühere Zielgruppendefinitionen erschöpften sich zum Beispiel darin, Geschlecht und Wohnumfeld zu betrachten. So konnte eine Zielgruppe in der Vergangenheit als männlich und urban lebend bezeichnet werden. Mit Big Data sind weitaus genauere Definitionen möglich. So könnte die Zielgruppe zum Beispiel als männlich, urban lebend, interessiert an Outdooraktivitäten und besser verdienend definiert werden.

Über Big Data laufen Informationen zu verschiedenen Lebensbereichen zusammen. Bestellt ein Kunde in einem neuen Versandhandel zum Beispiel ein Tracking Bike, kann dies als Interesse an Outdooraktivitäten interpretiert werden. Sucht derselbe Kunde zugleich häufiger nach Investmentmöglichkeiten, verfügt er über freies Einkommen.

 

Bilanzneutralität
Bilanzneutralität liegt vor, wenn eine Anschaffungsentscheidung eines Unternehmens sich nicht auf die Bilanz auswirkt. Dies ist regelmäßig bei Leasing der Fall. Bilanzneutralität bietet Unternehmen verschiedene Vorteile.

Schafft ein Unternehmen eine Maschine im Wert von zum Beispiel 1 Million EUR mit einem Kredit an, führt dies einer Bilanz Verlängerung. Auf der Aktivseite wird die Maschine, auf der Passivseite das Bankdarlehen verbucht. Da das Eigenkapital dieser Konstellation absolut konstant bleibt, verringert sich die prozentuale Eigenkapitalquote. Dies hat prinzipiell eine Verschlechterung der Bonität zufolge.

Anders verhält es sich beim Leasing. Hier wird das Leasinggut (in diesem Fall die Maschine im Wert von 1 Million EUR) in der Bilanz des Leasinggebers aktiviert und abgeschrieben. Das Leasinggut taucht nicht in der Bilanz des Leasingnehmers auf. Dadurch entfällt die Bilanzverlängerung und der Rückgang der Eigenkapitalquote. Damit die Aktivierung beim Leasinggeber und damit die Bilanzneutralität beim Leasingnehmer möglich ist, müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein. Diese werden in den Leasingerlassen des Bundesfinanzministeriums dargestellt.

 

Bilanzverlängerung
Zu einer Bilanzverlängerung kommt es bei Geschäftsvorfällen, die die Bilanzsumme erhöhen. Eine Bilanzverlängerung kann sich sowohl positiv als auch negativ auf wichtige Bilanzkennzahlen wie zum Beispiel die Eigenkapitalquote auswirken.
Bei einer Bilanzverlängerung kommt es auf der Aktiv- und Passivseite zu einem äquivalenten Anstieg der summierten Posten. Ein Beispiel: Ein Unternehmen weist eine Bilanzsumme in Höhe von 5 Millionen EUR aus. Um einen neuen Fuhrpark zu finanzieren, nimmt es einen Kredit in Höhe von 500.000 EUR auf und schafft damit 20 Fahrzeuge an. Der Kredit wird auf der Passivseite bilanziert, die Fahrzeuge auf der Aktivseite. Die Bilanzsumme ist durch den Geschäftsvorfall um 10 % auf 5,5 Millionen EUR gestiegen.

Eine Bilanzverlängerung kann wichtige Kennzahlen wie zum Beispiel die Eigenkapitalquote signifikant verändern. Ein Beispiel: Ein Unternehmen mit einer Bilanzsumme in Höhe von 10 Million EUR verfügt über 20 % bzw. 2 Millionen EUR Eigenkapital. Das Unternehmen finanziert anschließend Immobilien im Wert von 10 Million EUR über einen Kredit. Die Bilanzsumme steigt dadurch auf 20 Millionen. Das Eigenkapital ist konstant bei 2 Millionen EUR geblieben. Die Eigenkapitalquote ist dagegen auf 10 % gesunken.

Aufgrund der mitunter negativen Effekte der Bilanzverlängerung setzen viele Unternehmen auf bilanzneutrale Anschaffungen. Diese sind z. B. mit Leasing möglich. Wird ein Vermögensgegenstand geleast anstatt gekauft, verbleibt er in der Bilanz des Leasinggebers. Der Leasingnehmer muss es weder aktivieren noch Abschreibungen vornehmen.

 

Blockchain
In einer Blockchain sind Datensätze (Blöcke) miteinander verkettet. Die Verkettung erfolgt mithilfe kryptographischer Verfahren. Die Blockchain kann ein dezentrales Buchführungssystem darstellen, in dem keine zentrale Instanz erforderlich ist.

Die bekannteste und zugleich älteste Anwendung der Blockchain ist Bitcoin. Die Bitcoin Blockchain startete im Januar 2009. In den Blöcken werden Transaktionen gespeichert. Ein Block kann nur an die Blockchain angehängt werden, wenn durch Rechenleistung in Netzwerk ein mathematisches Problem gelöst wird. Dadurch wird sichergestellt, dass nur korrekte Informationen in den Blöcken gespeichert und angehängt werden.

Die Blockchain soll im Fall von Bitcoin sicherstellen, dass jeder Bitcoin nur einmal ausgegeben werden kann. Sendet ein Besitzer von Bitcoin Coins von seiner Adresse an eine andere, wird dies in der Blockchain festgehalten. Danach kann derselbe Coin nie wieder von der Absenderadresse versendet werden.

Eine Blockchain kann prinzipiell sehr unterschiedliche Daten speichern. Maßgeblich für die Definition als Blockchain ist der Umstand, dass eine Transaktion zum Zeitpunkt X auf früheren Transaktionen aufbaut. Die später getätigte Transaktionen muss die Kenntnis der früher durchgeführten Transaktionen nachweisen. Dadurch ist es Dritten unmöglich, vergangene Transaktionen nachträglich zu verändern (um zum Beispiel einen bereits verwendeten Bitcoin noch einmal zu verwenden). Die Technologie weist allerdings auch Lücken wie z. B. Anfälligkeit gegen 51-Prozent-Angriffe auf.

 

Buy-out Kapital
Mit Buy-out Kapital werden Buy-outs finanziert. Das Kapital kann zum Beispiel durch Finanzinvestoren zur Verfügung gestellt werden. Es gibt unterschiedliche Formen von Buy-out.

Bei einem Management Buy-out erwirbt ein bereits im Unternehmen tätiges Management so viele Anteile am Betrieb, dass es die Kontrolle übernehmen kann. Das Buy-out Kapital wird dabei durch einen Finanzinvestor zur Verfügung gestellt, der formal regelmäßig die Mehrheit hält. Ein Management Buy-out kommt zum Beispiel im Zuge einer Unternehmensnachfolge oder bei Spin-offs in neue Gesellschaften zur Anwendung.

Bei einem Management Buy-In erlangt ein externes Management durch den Erwerb von Anteilen die Kontrolle an einem Unternehmen. Auch hier wird das Buy-out Kapital durch Investoren wie zum Beispiel Private Equity Gesellschaften zur Verfügung gestellt.

Bei einem Leveraged Buy-out wird die Übernahme zu 50 % oder mehr mit Fremdkapital finanziert. Der Hebel (Leverage) resultiert aus dem Umstand, dass die Akteure mit relativ wenig Eigenkapital relativ große Transaktionssummen bewältigen können.

Für einen Leveraged Buy-out wird zunächst ein neues Unternehmen gegründet. Dieses weist einen sehr hohen Fremdkapitalanteil aus und erwirbt das Zielunternehmen. Anschließend wird versucht, die hohe Verschuldung relativ zügig zurückzuführen.

 

Cloud Computing
Cloud Computing bezeichnet die Bereitstellung von IT Infrastruktur über das Internet. Rechenleistung, Speicherplatz, Software und andere Teile der IT-Infrastruktur werden dabei nicht mehr dezentral beim Anwender, sondern zentral über große Zentren bereitgestellt. Ein häufiger Begriff dafür lautet „IT aus der Steckdose“.

IT-Infrastruktur wird im Wege des Cloud-Computing über Schnittstellen und Protokolle bereitgestellt. Ein gängiges Beispiel dafür sind Webbrowser. Über einen Webbrowser kann zum Beispiel ein Textbearbeitungsprogramm zur Verfügung gestellt werden. Dieses ist über eine Schnittstelle mit einem Cloud Service Provider verbunden. Werden Dateien in dem Programm abgespeichert, erfolgt dies im Rechenzentrum des Providers und nicht auf dem Rechner des Anwenders.
Typischerweise werden bei Cloud-Computing drei Servicemodelle genannt. Es handelt sich um Software Access Service (SaaS), Platform as a Service (Paas) und Infrastruktur as a Service (IaaS).

Bei Software as a Service werden Anwendern Programme inklusive der erforderlichen Lizenzierung zur Verfügung gestellt. Ein wesentlicher Vorteil gegenüber der dezentralen Anschaffung besteht darin, dass das Lizenzmanagement vereinfacht wird. Außerdem können über SaaS Updates automatisch zur Verfügung gestellt werden. Eine initiale Einrichtung der Programme ist ebenfalls nicht notwendig.

Bei Platform as a Service werden Rechner- und Datenkapazitäten zur Verfügung gestellt. PaaS wird typischerweise von Entwicklern genutzt. Cloud Service Provider stellen dann Programmierungs- und Entwicklungsumgebungen zur Verfügung.
Infrastruktur as a Service bezeichnet die Bereitstellung von Hardware via Cloud. Dazu zählen Rechner, Speicher und Netze.

 

Crowdinvesting
Crowdinvesting ist eine relativ neue Finanzierungsvariante. Das Prinzip: Eine große Zahl von Anlegern investiert jeweils relativ kleine Beträge in ein Projekt. Crowdinvesting wird durch Startups, aber auch durch etablierte Unternehmen zur Projektfinanzierung genutzt. Charakteristisch für Crowdfunding ist, dass Investitionen über das Internet erfolgen. Crowdfunding-Plattformen dienen dabei als Vermittler zwischen Geldgebern und Unternehmen.

Rechtlich betrachtet handelt sich bei den meisten Crowdinvesting Projekten um partiarische Darlehen, Genussrechte oder stille Beteiligungen. Anleger erhoffen sich eine überdurchschnittliche Rendite. Im Gegenzug können die Risiken signifikant höher ausfallen als bei anderen Geldanlagen. Viele Crowdinvesting Projekte sind dem grauen Kapitalmarkt zuzuordnen. Die Regulierung fällt hier weitaus geringer aus als an den großen Aktien- und Anleihemärkten.

Unternehmen erhoffen sich von Crowdinvesting den leichteren Zugang zu Kapital und/oder bessere Konditionen als bei Banken und Beteiligungsgesellschaften. Häufig wird Crowdfunding zusätzlich als Marketingstrategie genutzt. Die Bekanntmachung eines Projekts auf den Plattformen kann die Zielgruppe aktivieren und den Bekanntheitsgrad vergrößern.
Nicht immer erwerben Anleger bei Crowdfunding eine Beteiligung. Einige Unternehmen verkaufen auch noch nicht produzierte Produkte. Mit den eingeworbenen Geldern wird die Produktion finanziert. Dann handelt es sich nicht um eine Investition, sondern um einen Kaufvertrag. Seit Juli 2015 regelt das Kleinanlegerschutzgesetz in Deutschland die Rechte der Investoren.

DEF

 

Debitoren
Debitoren sind im deutschen Rechnungswesen die Schuldner. Die Schuldner schulden Geldbeträge aus Lieferungen und Leistungen. Das Gegenstück zu Debitoren sind Kreditoren. Hat ein Unternehmen einem Kunden etwas geliefert, besitzt es als Kreditor einer Forderung gegen den Debitor.

Debitoren können Verbraucher und Personenunternehmen, Kapitalgesellschaften und Institutionen des öffentlichen Rechts sein. Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen besteht laut § 266 HGB eine eigene Bilanzposition. Dadurch sollen diese Forderungen von andersartigen Forderungen wie zum Beispiel Bankguthaben (das eine Forderung gegen die Bank darstellt) abgegrenzt werden.

Der Umgang eines Unternehmens mit seinen Debitoren ist Bestandteil des Debitorenmanagements. Unternehmen räumen Kunden Zahlungsziele ein, um Umsätze zu erhöhen und Kunden zu binden. Immer dann, wenn einem Debitoren ein Zahlungsziel eingeräumt und auf Zug-um-Zug Zahlung verzichtet wird, entsteht ein Forderungsausfallrisiko. Der Debitor könnte nicht zahlen. In diesem Fall müsste die Forderung abgeschrieben werden – zunächst mit einem Wahrscheinlichkeitswert, bei dauerhaft ausbleibender Zahlung schließlich zu 100 %.

Um das Risiko zu reduzieren, dass von säumigen Debitoren ausgeht, können Unternehmen verschiedene Instrumente nutzen. Dazu zählen zum Beispiel Inkassounternehmen, die fällige Forderungen eintreiben. Auch der Verkauf von Forderungen an Factorer oder der Abschluss von Warenkreditversicherungen kann sich eignen.

 

Debitorenmanagement
Das Debitorenmanagement dient in Unternehmen dazu, mit Kunden Zahlungsziele, Reklamationen und Gutschriften sowie weitere Aspekte rund um die Bezahlung gelieferter Leistungen zu regeln. Zum Aufgabenfeld des Debitorenmanagements gehört ferner die Behandlung von Zahlungsverzug.

Die Zuständigkeit der Debitorenbuchhaltung beginnt, wenn Forderungen entstehen: Bei der Rechnungsstellung. Zum Debitorenmanagement gehört auch die Kommunikation von Zahlungszielen und deren individuelle Vereinbarung mit Kunden. Ein Beispiel: Generell verlangt ein Unternehmen die Bezahlung seiner Rechnungen innerhalb von 30 Tagen. Ein besonderer Kunde benötigt jedoch ein Zahlungsziel von 60 Tagen. Das Unternehmen lässt sich darauf ein. Es ist nun Aufgabe des Debitorenmanagements, Rechnungen mit dem abweichenden Zahlungsziel zu gestalten und darauf zu achten, dass der Mahnprozess nicht frühzeitig beginnt.

Zentrale Aufgabe des Debitorenmanagements ist die Vermeidung bzw. Minimierung von Forderungsausfällen. Dies beginnt bei der Vereinbarung angemessener Zahlungsziele, für die gegebenenfalls eine Bonitätsprüfung durchgeführt wird. Gerät eine der Forderungen in Verzug, kann das Debitorenmanagement das kaufmännische Mahnverfahren einleiten und gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt ein Inkassounternehmen einschalten. Wird kein Inkassounternehmen eingeschaltet, wird auch das gerichtliche Mahnverfahren, die Zwangsvollstreckung und gegebenenfalls die Titelüberwachung Gegenstand des Debitorenmanagements.

Viele Unternehmen lagern das Debitorenmanagement vollständig an Factoringunternehmen aus. Diese übernehmen die Rechnungsstellung, kaufen sämtliche Forderungen an und tragen damit auch das Adressenausfallrisiko.

 

Delkredererisiko
Das Delkredererisiko wird auch als Adressenausfallrisiko oder Forderungsausfallrisiko bezeichnet. Es bezeichnet ganz allgemein das Risiko eines Gläubigers, dass ein Schuldner seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt und es deswegen zum Forderungsausfall kommt. In diesem Fall erleidet der Gläubiger einen Schaden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, dass Delkredererisiko zu steuern oder auszulagern.

Das Delkredererisiko kann im Extremfall existenzbedrohend werden. Fallen größere Forderungen aus, führt dies insbesondere in Unternehmen mit einer relativ geringen Umsatzrendite zu überproportional hohen Einbußen beim Gewinn. Deshalb versuchen Unternehmen aus allen Branchen, ihre Forderungsausfälle zu minimieren. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Das Delkredererisiko lässt sich senken, indem Kredite bzw. Zahlungsziele nur Kunden mit guter Bonität eingeräumt werden. Im Vorfeld einer Krediteinräumung können deshalb Informationen der Auskunftei Creditreform eingeholt werden. Ist eine Forderung bereits im Verzug, kann die Einschaltung eines Inkassounternehmens die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungseingangs erhöhen.

Unternehmen können ihr Delkredererisiko vollständig auslagern und alle Forderungen an ein Factoring Unternehmen abtreten. Das Factoringunternehmen wird Bedingungen im Hinblick auf die Bonität der Schuldner stellen. Bei echtem Factoring trägt das Factoringunternehmen jedoch das gesamte Delkredererisiko. Die Delkrederefunktion zählt neben der Finanzierungsfunktion und der Servicefunktion zu den drei wesentlichen Funktionen echten Factorings. Beim unechten Factoring wird das Delkredererisiko nicht ausgelagert. Hier folgt bei ausbleibender Zahlung des Schuldners der Regress auf den Gläubiger.

 

Dispolinie
Eine Dispolinie ist eine Kreditlinie, die auf einem laufenden Konto eingeräumt wird. Nach der Einräumung kann der Kontoinhaber jederzeit über den auch als Kontokorrentkredit bezeichneten Kredit verfügen. Die Dispolinie gehört damit zu den liquiden Mitteln eines Unternehmens.

Die Dispolinie wird auf Antrag eingerichtet und steht danach dauerhaft zur Verfügung. Eine festgelegte Tilgung gibt es nicht. Die Tilgung des Kredits erfolgt mit den laufenden Zahlungseingängen auf dem Geschäftskonto.
Die Einräumung einer Dispolinie setzt ein gutes Rating des Unternehmens voraus. Die Dispolinie kann durch die Bank jederzeit fristlos oder mit sehr kurzer Frist gekündigt werden. Nicht zuletzt deshalb wird generell empfohlen, die Dispolinie nur vorübergehend einzusetzen und sie nicht dauerhaft auszuschöpfen.

Für eine Dispolinie können verschiedene Kosten anfallen. Zum einen fallen für tatsächlich in Anspruch genommene Beträge Sollzinsen an. Diese liegen typischerweise deutlich über dem Marktzinsniveau. Zum anderen können Bereitstellungsprovisionen für eingeräumte Kreditlinien anfallen. Einige Banken berechnen zusätzlich Gebühren, die sich dann zum Beispiel am höchsten Kontosaldo eines Kalendermonats orientieren. Zinsen, Bereitstellungsprovisionen und sonstige Gebühren werden typischerweise einmal monatlich über das Konto abgerechnet.

Eine Dispolinie eignet sich insbesondere für Unternehmen mit saisonalen Schwankungen, die Liquiditätsspitzen abfedern müssen. Zur Anschaffung langlebiger Wirtschaftsgüter eignen sich Kontokorrentkredite aufgrund der hohen Kosten dagegen nicht.

 

Drittverwendungsfähigkeit
Die Drittverwendungsfähigkeit ist bei Krediten und einigen Leasingverträgen von Bedeutung. Drittverwendungsfähigkeit liegt vor, wenn ein Vermögensgegenstand ohne allzu große Änderungen auch von anderen als dem aktuellen Eigentümer genutzt werden kann.

Ein gutes Beispiel für die Definition der Drittverwendungsfähigkeit sind Immobilien. Wohnimmobilien weisen üblicherweise eine Drittverwendungsfähigkeit auf. Dies ist für Banken wichtig. Finanziert der Eigentümer einer Wohnimmobilie diese mit einem Kredit, dient die Immobilie selbst als Sicherheit. Kommt es zu Zahlungsstörungen, kann die Bank die Immobilie verwerten. Die Verwertung erfolgt dann z. B. durch einen Verkauf der Immobilie. Dieser Verkauf ist bei Wohnimmobilien grundsätzlich möglich, da sehr viele Käufer die Immobilie ohne größere Änderungen nutzen können.

Anders verhält es sich bei Gewerbeimmobilien. Diese können sehr speziell auf die Anforderungen einzelner Nutzer zugeschnitten sein. Je spezieller eine Immobilie auf einen bestimmten Anwender zugeschnitten ist, desto enger ist im Zweifel der Markt. Dann ist die Drittverwendung eingeschränkt bzw. sie fehlt gänzlich. Dies erhöht die Volatilität der Immobilie, d. h. dass mit höheren Wertschwankungen zu rechnen ist. Eine Drittverwendungsfähigkeit liegt spätestens dann nicht vor, wenn eine anderweitige Nutzung nur mit so großen Änderungen möglich wäre, dass der Aufwand dem eines Neubaus entspräche.

Die Drittverwendungsfähigkeit ist maßgeblich für den Beleihungswert eines Objektes, d. h. den Prozentsatz, mit dem das Objekt beliehen werden kann. Auch beim Leasing spielt dies eine Rolle. Ohne Drittverwendungsfähigkeit kann es schwierig sein, ein Leasingobjekt steuerlich dem Leasinggeber zuzurechnen. Dann sind gegebenenfalls spezielle Vertragskonstellationen erforderlich.

 

E-Commerce
E-Commerce ist die englische Bezeichnung für elektronischen Handel, der häufig auch als Internethandel oder Onlinehandel bezeichnet wird. Der Begriff beschreibt Verkaufsvorgänge via Internet, die seit den 1980er Jahren relevant sind und heute in vielen Branchen bereits den Großteil der Umsätze ausmachen. Unternehmen können ihre Produkte und Dienstleistungen ausschließlich via E-Commerce verkaufen oder diesen Kanal zusätzlich zu anderen Vertriebskanälen wie zum Beispiel dem stationären Handel nutzen.

E-Commerce weist einige Besonderheiten auf. Das Angebot ist flexibler als im stationären Handel. Der Grund: Onlinehändler können Ware anbieten, die noch gar nicht vorrätig ist und diese direkt vom Hersteller oder einem Zwischenhändler an den Endkunden versenden. Im stationären Handel muss Ware zunächst für die Auslage präsent sein, um sie anbieten zu können.

E-Commerce bietet Unternehmen eine sehr günstige Kostenstruktur. Für Onlineshops müssen keine Mieten bezahlt und sehr viel weniger Mitarbeiter für die Verwaltung angestellt werden. Auch Außendienstmitarbeiter sind nicht erforderlich. Räumliche Distanzen zwischen Unternehmen und Kunde werden typischerweise durch Logistikunternehmen und bei diesen eingekauften Leistungen überwunden.

E-Commerce spielt nicht nur im B2C Geschäft eine Rolle. Auch im B2B Markt können Verträge via Internet abgeschlossen werden. Dies ist auch für Investitionsgüter möglich. Deren Hersteller können Kunden zum Beispiel über Web-basierte Benutzeroberflächen Spezifikationen der gewünschten Güter bestimmen lassen. Dadurch entfallen Teile der analogen Beratung und des analogen Vertriebs.

 

Effektiver Jahreszins
Der Effektivzins ist in der Preisangabenverordnung geregelt. Er gibt die Gesamtkosten eines Darlehens an. Die Verbraucherkrediterichtlinie der Europäischen Union definiert die genaue Berechnung des Effektivzinssatzes. Anhand dieses Zinssatzes können Kredite mit gleichartiger Tilgungsstruktur verglichen werden.

Der Effektivzins ist vom Sollzins zu unterscheiden. Der Sollzins (zum Inkrafttreten der Verbraucherkreditrichtlinie 2010 auch als Nominalzins bezeichnet) ist der Zinssatz eines Kredits. Der Effektivzins enthält neben dem Zinssatz alle weiteren Kosten. Der Effektivzins ist deshalb nie niedriger als der Sollzins.

Die Höhe des Effektivzinssatzes richtet sich nach der Preispolitik des jeweiligen Anbieters, der Bonität Darlehensnehmers und der Laufzeit. Eine gute Bonität führt zu niedrigeren, eine lange Laufzeit zu höheren Zinssätzen. Kosten von verbundenen Verträgen sind nicht im Effektivzins enthalten. Dies gilt zum Beispiel für optionale Versicherungen. Deren Prämien fließen nicht in den Effektivzins ein.

Der Effektivzins wird anhand der Kreditkosten (Summe aus allen Zinsen bis zum Laufzeitende und sämtlichen weiteren Kosten), dem Nettodarlehensbetrag und der Laufzeit ermittelt. Die Formel lautet: Effektiver Jahreszins = (Kreditkosten * 2.400) / (Nettodarlehensbetrag * (Laufzeitmonate + 1)).

Beim Vergleich verschiedener Kreditangebote ist Effektivzins das wichtigste Kriterium. Der Zinssatz sagt allerdings nicht zwingend etwas darüber aus, bei welchem Kredit die absolut betrachtet höheren Zinskosten anfallen. Dies gilt, wenn Kredite mit unterschiedlicher zeitlicher Struktur verglichen werden. So ist eine Finanzierung mit endfälliger Schlussrate bei identischem effektiven Jahreszins absolut betrachtet teurer als ein Annuitätendarlehen.

 

Eigenkapital
In der Bilanz eines Unternehmens befinden sich Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten. Die Differenz aus beiden Posten bildet das Eigenkapital. Das Eigenkapital wird deshalb auch als Reinvermögen bezeichnet. Ist das Eigenkapital negativ, ist die Gesellschaft überschuldet. Eigenkapital weist verschiedene Eigenschaften aus und erfüllt mehrere Funktionen.

Zu den Eigenschaften von Eigenkapital zählt die zeitlich unbefristete Überlassung. Während z. B. eine Anleihe mit einer Laufzeit ausgestattet ist, gilt dies für eine Aktie nicht. Ein Aktionär kann seine Aktie zwar an einer Börse verkaufen. Es besteht jedoch kein ein Weisungsrecht gegenüber der Aktiengesellschaft.
Eigenkapital steht im Rang hinter Fremdkapital. Im Fall der Insolvenz oder Liquidation einer Gesellschaft, werden zunächst alle Ansprüche der Gläubiger bedient. Erst dann erhalten die Anteilseigner Geld.

Eigenkapital erfüllt aus Sicht von Gläubigern eine Haftungsfunktion. Eigenkapital ist deshalb zur Kreditvergabe erforderlich. Durch Eigenkapital können Verluste aufgefangen werden, ohne dass umgehend vergebene Kredite in Gefahr geraten. Je mehr Eigenkapital ein Unternehmen besitzt, desto größere und länger andauernde Verluste können verkraftet werden. Die Eigenkapitalquote (definiert als das Verhältnis des Eigenkapitals zur Bilanzsumme) zählt deshalb zu den wichtigsten Kriterien bei Kreditwürdigkeitsprüfungen.

 

Eigenkapitalquote
Die Eigenkapitalquote bezeichnet das Verhältnis vom Eigenkapital zur Bilanzsumme eines Unternehmens. Die Eigenkapitalquote zählt zu den wichtigsten Bilanzkennzahlen. Eine hohe Eigenkapitalquote erhöht generell die Kreditfähigkeit von Unternehmen. Sehr gute Werte für die Kapitalquote liegen oberhalb von 25 %. Problematische Werte liegen unter 10 %.

Zu den Eigenkapitalpositionen in der Bilanz zählen das gezeichnete Kapital, Kapitalrücklage, Gewinnrücklagen, Gewinnvorträge sowie Jahresüberschuss. Verlustvorträge und Jahresfehlbeträge verringern das Eigenkapital. Die Abgrenzung zwischen Eigen- und Fremdkapital ist nicht immer einfach.

Es gibt verschiedene Positionen in der Bilanz, die grundsätzlich sowohl Eigen- als auch Fremdkapitalcharakter besitzen. Dazu zählen insbesondere Finanzierungsinstrumente des Mezzaninekapitals. Darunter fallen zum Beispiel Nachrangdarlehen, Genussrechte, Stille Gesellschaften, Gesellschafterdarlehen und Hybridanleihen.

Die Eigenkapitalquote wird durch potenzielle Kreditgeber besonders genau geprüft. Eigenkapital dient als Puffer für Verluste und verringert damit das Adressenausfallrisiko. Aus Sicht von Investoren, die über die Gewährung eines erstrangigen Darlehens an ein Unternehmen nachdenken, stellt ein Nachrangdarlehen einen Ersatz für Eigenkapital dar. Das Nachrangdarlehen erfüllt aus Sicht vorrangiger Gläubiger dieselbe Pufferfunktion wie Eigenkapital. Dennoch enthält ein Nachrangdarlehen auch Charakterzüge von Fremdkapital. Dazu zählt zum Beispiel eine nicht gewinnabhängige Verzinsung.

 

Einkaufsfinanzierung
Die Einkaufsfinanzierung bezeichnet Finanzierungslösungen für Unternehmen, die Einkäufe vorfinanzieren. Typischerweise werden verschiedene Varianten von Kredit aufgenommen, um Einkäufe zu finanzieren. Die Rückzahlung erfolgt nach dem Verkauf der finanzierten Waren.

Die Einkaufsfinanzierung und alle damit verbundenen Prozesse waren in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder Gegenstand von Optimierungen. Unternehmen können ihre Einkaufsfinanzierung durch verschiedene Maßnahmen optimieren. Dazu zählt zum Beispiel die Lageroptimierung. Mit einer optimierten Lagerhaltung lässt sich die Kapitalbindung verringern. Dies erhöht nicht nur die Liquidität, sondern kann auch die Eigenkapitalquote verbessern.

Ein weiteres Instrument der Einkaufsfinanzierung sind Forderungsabtretungen. Die Abtretung der Forderungen erfolgt zum Beispiel an Banken. Diese Variante ist relevant, wenn angeschaffte Ware sofort bezahlt, dem Käufer jedoch ein längerfristiges Zahlungsziel eingeräumt wird. Ohne Forderungsabtretung müssten Unternehmen die Liquidität selbst bereitstellen und z. B. über einen Kredit finanzieren. Durch die Forderungsabtretung fließt unmittelbar Liquidität zu, die zur Rückzahlung des Einkaufskredits verwendet werden kann.

Viele Banken bieten Business Kunden mittlerweile Komplettlösungen für die Einkaufsfinanzierung. Diese Lösungen sehen auch Verrechnungsmethoden für Händler mit verschiedenen Zweigstellen vor.

 

Euro Retail Payment Board
Das Euro Retail Payment Board wurde am 19. Dezember 2013 gegründet und ersetzte den früheren SEPA-Rat. Zweck des Euro Retail Payment Boards ist die Fortsetzung der Entwicklung eines integrierten, innovativen und wettbewerbsfähigen Markts für Massenzahlungen in der Europäischen Union. Der ERPB untersteht der EZB.

Dem ERPB sind diverse administrative Aufgaben bei der Entwicklung eines vollständig integrierten EU Massenzahlungsmarktes aufgetragen. Der Rat will technische, rechtliche und verhaltensmäßige Hindernisse bei Kartenzahlungen, im Lastschriftverkehr, Internetzahlungen, mobilen Zahlungen und weiteren Bezahlvorgängen identifizieren und eruieren. Im nächsten Schritt sollen Lösungen für diese Hindernisse entwickelt werden.

Der ERPB besteht aus verschiedenen Mitgliedern. Dazu gehören vier Vertreter der Bankbranche, zwei Vertreter von Zahlungsdienstleistern und ein Vertreter von E-Geld Instituten. Darüber hinaus sind zwei Vertreter von Konsumentenorganisationen und jeweils ein Vertreter von Händlern mit Ladengeschäft, Internethändlern, großen Unternehmen, kleinen und mittleren Unternehmen und nationalen Behörden im Euro Retail Payments Board vertreten.
An den Meetings nehmen neben den Vertretern auch fünf nationale Zentralbanken aus dem Eurosystem und eine nationale Zentralbank aus dem Nicht-Eurosystem teil. Diese Teilnehmer rotieren, nehmen aber keine abschließende Position ein. Die europäische Kommission kann den Meetings darüber hinaus als Beobachter beiwohnen.

 

EZB
Die europäische Zentralbank (EZB) mit Sitz in Frankfurt am Main ist ein Organ der Europäischen Union. Die EZB wurde 1998 gegründet. Sie bildet zusammen mit den nationalen Zentralbanken der EU-Mitgliedstaaten das Europäische System der Zentralbanken (ESZB). Damit löste die EZB im Zuge der Euro-Einführung die alleinige Zuständigkeit der nationalen Notenbanken für die Geldpolitik ab.

Zentrale Aufgabe der EZB ist die Wahrung der Preisstabilität in der Eurozone. Preisstabilität definiert die EZB anhand von Inflationsraten. Diese werden anhand des HVPI (harmonisierter Verbraucherpreisindex) für das Euro Währungsgebiet gemessen. Preisstabilität liegt gemäß der Definition der EZB vor, wenn der jährliche HVPI Anstieg nahe bei, aber unter 2 % gegenüber dem Vorjahr liegt.

Der EZB stehen umfangreiche Möglichkeiten zur Durchsetzung ihrer geldpolitischen Ziele zur Verfügung. Zum einen kann die Zentralbank über den Leitzins für die Eurozone das Zinsniveau unmittelbar beeinflussen. So kann die EZB zum Beispiel einen Leitzins von 1,0 % festlegen. Zu diesem Zins leiht die Zentralbank Geschäftsbanken dann Geld. Am Geldmarkt wird sich deshalb kein wesentlich höherer Leitzins einstellen.

Zum anderen kann die EZB (ebenso wie zum Beispiel auf die US-amerikanische Notenbank Federal Reserve) das Zinsniveau über den Kauf von Wertpapieren steuern. Die EZB kann mit geschöpftem Geld Wertpapiere wie z. B. Anleihen kaufen. Dies hat zwei Effekte. Zum einen steigt dadurch die Geldmenge, weil der Verkäufer der Wertpapiere zuvor nicht im Geldkreislauf befindliche Liquidität erhält. Zum anderen steigern Notenbankkäufe die Nachfrage nach Wertpapieren. Bei Anleihen führt steigende Nachfrage zu steigenden Kursen und damit zu einem sinkenden Zinsniveau.

 

Factoring
Beim Factoring verkauft ein Unternehmen seine gesamten Kundenforderungen an eine Factoring Gesellschaft. Diese trägt danach das Adressenausfallrisiko. Das Factoringunternehmen kann darüber hinaus mit der Rechnungsstellung, dem Mahnwesen und Inkasso beauftragt werden. Unternehmen können ihre gesamte Buchhaltung an Factoringgesellschaften auslagern.

Factoring erfüllt drei Funktionen. Durch den Ankauf von Forderungen stellen Factoringunternehmen kurzfristig Liquidität zur Verfügung. Die Liquiditätssituation des Unternehmens verbessert sich im Vergleich zu einem Forderungsmanagement in eigener Regie. Die zweite Funktion besteht in der Übernahme des Forderungsausfallrisikos. Dadurch verbessert sich die Bilanzsituation des Unternehmens. Diese Funktion wird auch als Delkrederfunktion bezeichnet. Die dritte Funktion besteht in einer Servicefunktion. Das Factoring Unternehmen kann für seine Mandanten die Debitorenbuchhaltung und das Mahnwesen betreiben.

Es wird zwischen echtem und unechtem Factoring unterschieden. Echtes Factoring liegt nur vor, wenn das Factoringunternehmen alle drei vorgenannten Funktionen ausübt. Von besonderer Bedeutung ist dabei die Übernahme des Adressenausfallrisikos. Verbleibt dieses beim Unternehmen, handelt es sich um unechtes Factoring.

Eine weitere Unterscheidung wird zwischen offenem (bzw. modifiziertem) und stillem (nicht modifiziertem) Factoring getroffen. Beim offenem Factoring werden die Rechnungsempfänger auf die Abtretung der Forderung an den Verkäufer hingewiesen. Beim stillen Factoring unterbleibt dieser Hinweis. Die Rechnungsempfänger überweisen Rechnungen dann weiterhin an den Leistungserbringer. Dieser leitet eingehende Liquidität an das Factoringunternehmen weiter.

 

Finanzdisposition
Die Finanzdisposition gehört zur Finanzplanung eines Unternehmens. Sie dient dazu, die Versorgung mit Eigen- und Fremdkapital sowie Liquidität frühzeitig sicherzustellen und Engpässe sowie Ineffizienz zu vermeiden.
Der sehr kurzfristig ausgelegte Teil der Finanzdisposition ist die Liquiditätsdisposition. Hier geht es darum, eine ausreichende Versorgung des Unternehmens mit Liquidität sicherzustellen und zugleich eine Überversorgung mit Liquidität zu vermeiden. Dazu können zum Beispiel Kredite aufgenommen, Forderungen mit längerfristigen Zahlungszielen verkauft oder überschüssige Liquidität am Finanzmarkt angelegt werden.

Zu Finanzdisposition zählt ferner die Beschaffung von Fremdkapital und die Optimierung der bestehenden Fremdkapitalstruktur. Im Zuge der Finanzdisposition werden Bankdarlehen aufgenommen, Lieferanten- und Kundenkredite verwaltet und Anleihen platziert. Außerdem werden Rückstellungen gebildet. Zu Finanzdisposition gehört auch eine Anpassung der Fristigkeiten der bestehenden Fremdkapitalstruktur.

Ein Beispiel: Ein Unternehmen hat sich zu wesentlichen Teilen über zwei Anleihen finanziert, die relativ kurz nacheinander fällig werden. Auch wenn es bis zur Fälligkeit noch mehrere Jahre dauert, kann eine Umstrukturierung hier sinnvoll sein. Der Grund: Werden beide Anleihen fällig und erweist sich das Marktumfeld zu diesem Zeitpunkt als ungünstig, müssen möglicherweise hohe Finanzierungskosten in Kauf genommen werden. So kann es besser sein, eine Anleihe frühzeitig zu kündigen und zurückzuzahlen und durch eine andere Anleihe mit einer anderen Fälligkeit zu ersetzen.
Auch Maßnahmen der Eigenkapitalfinanzierung sind der Finanzdisposition zuzurechnen. So können zum Beispiel neue Aktien begeben werden, um die Abhängigkeit von Banken zu verringern.

 

Finanzplan
Unternehmen stellen ein Finanzplan auf, um ihre Liquidität zu erhalten. Im Finanzplan werden zukünftige Einzahlungen und Auszahlungen gegenübergestellt. Dadurch wird deutlich, ob die vorhandene Liquidität ausreicht, um alle Zahlungsverpflichtungen pünktlich zu erfüllen. Die Nichterfüllung von Zahlungsverpflichtungen soll grundsätzlich vermieden werden.

Ein Finanzplan bezieht sich typischerweise auf einen Zeitraum von maximal zwölf Monaten. Dabei wird für jeden einzelnen Tag während dieses Zeitraums die Liquidität den planbaren Ausgaben gegenübergestellt. Der Finanzplan deckt Liquiditätslücken auf. Dadurch kann frühzeitig gegengesteuert werden. Tritt eine Liquiditätslücke auf, kann zum Beispiel ein Kredit aufgenommen, eine mit längerem Zahlungsziel versehene Forderung verkauft werden oder eine Anschaffung liquiditätsschonend über Leasing getätigt werden.

Der Finanzplan gehört damit neben der Buchhaltung zum betrieblichen Rechnungswesen. In Abgrenzung zur Finanzbuchhaltung fokussiert der Finanzplan ausschließlich zahlungswirksame Vorgänge. Abschreibungen auf Sachanlagen, Bestandsänderungen im Lager sowie der Forderungsbestand spielen dagegen keine Rolle. Ein Beispiel: Ein Unternehmen verkauft Waren mit einem Zahlungsziel. Die Finanzbuchhaltung verbucht direkt danach einen Zuwachs bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. An der Liquidität ändert sich jedoch erst etwas, wenn der Kunde die Rechnung auch tatsächlich bezahlt. Im Finanzplan wird die Rechnung somit erst für den Zeitpunkt berücksichtigt, an dem das Zahlungsziel erreicht ist.

 

Finetrading
Der Begriff Finetrading setzt sich aus den Begriffen Finance und Trading zusammen. Im Deutschen bedeutet Finetrading in etwa Wareneinkaufsfinanzierung. Finetrading wird durch spezielle Dienstleister angeboten. Finetrader erwerben im Auftrag von Unternehmen deren Einkäufe, bezahlen die Lieferanten und verkaufen anschließend die Ware an den Händler weiter und räumen diesem ein Zahlungsziel ein.

Finetrading ist insbesondere für Händler und Fabrikanten relevant, die sich stärkeren Saisonalitäten gegenübersehen. Dann sind zu bestimmten Zeiten sehr hohe Lagerinvestitionen oder Vorfinanzierungen notwendig. Diese können die Liquidität überstrapazieren. Finetrading ist dann eine Alternative zu einem Bankkredit.

Der Finetrader erwirbt die Einkäufe und bezahlt die Lieferanten unter Abzug von Skonto sofort. Anschließend verkauft der Finetrader die Ware an den Händler weiter und berechnet diesem einen Aufschlag. Dem Händler wird ein Zahlungsziel eingeräumt. Der Händler kann die Ware somit erst dann bezahlen, wenn sie verkauft wurde und entsprechend Liquidität zur Verfügung steht.

Neben Saisonalitäten gibt es weitere Anlässe für Finetrading. So könnte ein Produzent und Händler versuchen, durch die Einschaltung eines Finetraders beim Lieferanten sofort zu bezahlen und dadurch Vergünstigungen zu erhalten. Unternehmen können ihre Einkäufe zudem vorausschauend tätigen und zum Beispiel bei niedrigen Rohstoffpreisen größere Mengen kaufen. Nicht zuletzt können Unternehmen Finetrading einem Bankkredit vorziehen, um die Abhängigkeit von der Hausbank nicht zusätzlich zu vergrößern.

 

Forderungen
Forderungen sind das Gegenstück zu Verbindlichkeiten. Ein Unternehmen kann Forderungen gegen andere Unternehmen, das Finanzamt oder Verbraucher besitzen. Eine Forderung bezeichnet die Verpflichtung eines Schuldners, am Ende einer bestimmten Frist einen festgelegten Geldbetrag zu bezahlen.

Forderungen sind Vermögensgegenstände und gehören dementsprechend auf der Aktivseite der Bilanz. Gemäß § 266 HGB muss Forderungen eine eigene Bilanzposition zugewiesen werden. Forderungen sind als Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen gegen verbundene Unternehmen, Forderungen gegen Unternehmen mit einem Beteiligungsverhältnis und sonstige Vermögensgegenstände im Jahresabschluss auszuweisen. Bei Forderungen aus Lieferungen Leistungen handelt es sich um Debitoren.

Forderungen entstehen typischerweise durch getätigte Lieferungen oder erbrachte Leistungen. Rechtlich besteht eine Forderung erst ab dem Zugang der Rechnung beim Empfänger. Eine Forderung erlischt, wenn der Schuldner den geforderten Betrag vollständig bezahlt hat.

Offene Forderungen können für Unternehmen aus verschiedenen Gründen zu Problemen führen. Insbesondere Forderungsausfälle sowie deutlich verspätete Zahlungen durch Kunden führen immer wieder zu Liquiditätsproblemen oder sogar zur Insolvenz. Unternehmen müssen ihre Forderungen nicht zwingend selbst eintreiben. Alternativ dazu kann der gesamte Forderungsbestand an ein Factoringunternehmen verkauft werden, das auch das Forderungsausfallrisiko übernimmt. In diesem Fall fließt schneller Liquidität zu, das Delkredererisiko entfällt.
Forderungen sind Gegenstand des Forderungsmanagements von Unternehmen. Dieses regelt zum Beispiel, welche Zahlungsziele eingeräumt werden, welche Voraussetzungen für die Gewährung von Krediten erfüllt sein müssen etc.

 

Forfaiteur
Der Forfaiteur ist der Käufer einer Forderung bei Forfaitierungsgeschäften. Sein Gegenstück ist der Forfaitist, der die Forderung verkauft. Forfaiteure erwerben Forderungen aus Exportgeschäften und tragen das Adressenausfallrisiko. Dafür verlangen sie einen Teil der Forderung als Gebühr.

Forfaitierung spielt insbesondere bei grenzüberschreitenden Lieferungen eine wichtige Rolle. Lieferanten, die Ware liefern, sichern sich über Forfaitierung gegen Zahlungsausfälle ab. Im Unterschied zum Factoring werden bei der Forfaitierung nicht alle Forderungen eines Unternehmens, sondern lediglich einzelne Forderungen verkauft.

Der Forfaiteur trägt diverse Risiken, die für Lieferanten zu groß wären. Dazu zählen gegebenenfalls auch politische Risiken. Politische Risiken betreffen zum Beispiel die Einführung von Zöllen oder Kapitalverkehrskontrollen. Bei der Forfaitierung wird auf einen Rückgriff auf den Lieferanten oder andere, frühere Inhaber der Forderung verzichtet.
Rechtlich betrachtet schließen der Forfaiteur und der Lieferant einen Kaufvertrag gemäß § 433 ff. BGB ab. Es handelt sich um einen Forderungskauf gemäß § 453 BGB. Forfaiteure verlassen sich in aller Regel nicht auf die Bonität des Schuldners allein. Vielmehr stellt Schuldner regelmäßig zusätzliche Sicherheiten wie zum Beispiel Avale oder Bürgschaften.

 

Fremdkapital
Fremdkapital wird auf der Passivseite einer Bilanz gebucht. Mit Fremdkapital können Unternehmen sich finanzieren, ohne Anteil am Unternehmen an Dritte verkaufen zu müssen. Dafür fallen jedoch unabhängig von der Geschäftsentwicklung Finanzierungskosten an.

Zum Fremdkapital zählen zum Beispiel platzierte Anleihen, Bankkredite, Lieferanten- und Kundenkredite sowie weitere Verbindlichkeiten und Rückstellungen. Fremdkapital muss typischerweise verzinst werden – und zwar auch dann, wenn das Unternehmen gar keinen Gewinn erzielt.

Ein Beispiel dafür ist eine Anleihe. Diese wird mit einem Zinskupon ausgestattet. Der Zinskupon muss jährlich gezahlt werden – unabhängig vom erzielten Gewinnen. Fremdkapital ist im Liquidationsfall vorrangig vor Eigenkapital.
Ein sehr hoher Fremdkapitalanteil macht Unternehmen abhängig von Banken und kann die Kreditwürdigkeit verschlechtern. Als kritisch gelten Fremdkapitalanteile von mehr als 90 %, als sehr gut Fremdkapitalanteile von unter 75 %.
Bei einigen Finanzierungsinstrumenten ist die Zuordnung zum Fremdkapital bzw. Eigenkapital nicht ganz einfach. Dies gilt zum Beispiel für Mezzanine Finanzierungen. Zu diesen zählen beispielsweise partiarische Nachrangdarlehen. Diese Darlehen steht im Rang zwar immer noch vor Eigenkapital, jedoch hinter vorrangigem Fremdkapital. Darüber hinaus enthält die Verzinsung auch eine gewinnabhängige Komponente.

Fremdkapital erhöht über den Leverage Effekt die Eigenkapitalrentabilität. Ein Beispiel: Ein Unternehmen mit einer Bilanzsumme in Höhe von 10 Million EUR finanziert sich vollständig durch Eigenkapital (Eigenkapitalquote 100 %, Fremdkapitalquote 0 %). Das Unternehmen wirtschaftet einen Gewinn in Höhe von 1 Million EUR. Die Eigenkapitalrentabilität beträgt somit 10 %.

Die Eigenkapitalrentabilität kann deutlich gesteigert werden. Dazu werden 90 % des Eigenkapitals an die Anteilseigner ausgeschüttet. Das entnommene Geld wird durch ein Bankdarlehen ersetzt. Die Fremdkapitalquote beträgt nur 90 %, die Eigenkapitalquote 10 %. Erwirtschaftet das Unternehmen auch im Folgejahr einen Gewinn in Höhe von 1 Million EUR, entspricht dies einer Eigenkapitalrentabilität in Höhe von 100 %.

GHI

 

Genussrechte
Ein Genussrecht beteiligt Gläubiger an Unternehmensgewinnen. Der Gläubiger verfügt jedoch nicht über Eigentümerrechte. Genussrechte können relativ frei gestaltet werden. Deshalb existieren sehr unterschiedlich ausgestaltete Lösungen, die sowohl eigenkapitalnah als auch fremdkapitalnah gestaltet sein können.

Genussrechte sind rein schuldrechtliche Kapitalüberlassungsverhältnisse. Der Gläubiger erhält (häufig neben einer Grundverzinsung) einen klar definierten Gewinnanteil. So kann zum Beispiel definiert werden, dass 20 % der über den Betrag X hinausgehenden Gewinne in einem Geschäftsjahr an die Genussrechteinhaber ausgeschüttet werden.
Der Gläubiger besitzt jedoch kein Stimmrecht. Über Genussrechte können Unternehmen sich so Kapital beschaffen, ohne an den Eigentümerstrukturen etwas ändern zu müssen. Der Gesetzgeber hat die genaue Ausgestaltung von Genussrechten weitgehend offen gelassen. Es gibt deshalb Genussrechte, die klar dem Eigenkapital nahestehen. Typisch sind dann zum Beispiel lange Laufzeiten und Nachrangigkeit. Genussrechte mit stärkerer Fremdkapitalnähe können zum Beispiel eine höhere Grundverzinsung und kürzere Laufzeiten vorsehen.

Es gibt sowohl standardisierte als auch individuell ausgestaltete Genussrechte. Wird ein Genussrecht verbrieft, kann es an der Börse gehandelt werden. Der Wert eines Genussrechts hängt von der Bonität des Unternehmens, der laufenden Verzinsung und der Gewinnentwicklung ab. Die Bewertung ist im Einzelfall recht schwierig.

 

Genussscheine
Genussscheine bzw. Genussrechte sind eine Mischung aus Aktie und Anleihe und dem Mezzaninekapital zuzurechnen. Das Kapitalüberlassungsverhältnis zwischen Emittent und Inhaber eines Genussscheins ist rein schuldrechtlicher Natur. Der Inhaber hat Anspruch auf eine (zumeist jährliche) Zinszahlung, deren Höhe sich jedoch ganz oder in weiten Teilen am Gewinn der Gesellschaft bemisst. Inhaber eines Genussrechts besitzen keine Gesellschafterrechte und verfügen z. B. nicht über ein Stimmrecht auf der Jahreshauptversammlung.

Wird ein Genussrecht verbrieft, handelt es sich um einen Genussschein, der an der Börse gehandelt werden kann. Dann ist eine Ausgestaltung als Inhaber-, Order- oder Namenspapier möglich. Die Ausschüttungen von Genussrechten liegen typischerweise signifikant über dem allgemeinen Zinsniveau. Im Gegenzug trägt der Inhaber ein höheres Risiko im Hinblick auf Ausfälle bei Ausschüttungen und Rückzahlung.

Genussrechte können inhaltlich sehr unterschiedlich gestaltet sein. Der Gesetzgeber hat keine einheitliche Definition geschaffen. Deshalb ist innerhalb der Einordnung als Mezzanine-Instrument sowohl eine Zuordnung zum Eigenkapital als auch zum Fremdkapital möglich.

Es gibt verschiedene Eigenschaften von Genussrechten, die für eine Bilanzierung als Eigenkapital sprechen. Dazu gehören Nachrangigkeit, Verlust- und Gewinnbeteiligung sowie die Überlassung des Kapitals über einen längeren Zeitraum.
Nachrangig ist ein Genussrecht, wenn die Ansprüche des Inhabers im Insolvenz- oder Liquidationsfall erst nach den Ansprüchen aller anderen Gläubiger bedient werden.

Eine Teilnahme am Verlust liegt vor, wenn das Genussrecht bis zur vollen Höhe des Nominalwerts an Verlusten der Gesellschaft partizipiert. Die Kopplung der Ansprüche des Genussrechteinhabers an den Jahresgewinn führt dazu, dass die Ausschüttung das Haftungsvolumen der Gesellschaft aus Sicht anderer Gläubiger nicht verringert. Zahlungen an den Genussrechteinhaber sind somit nur möglich, wenn zuvor Gewinne erzielt wurden. Die Zahlungen Genussrechteinhaber können zum Beispiel an den Bilanzgewinn oder an die Dividende gebunden werden.

Welcher Zeitraum genau eine dauerhafte Kapitalüberlassung markiert, ist in Literatur und Rechtsprechung nicht im Detail geklärt. In der Literatur finden sich Zeiträume von 5-25 Jahren, wobei insbesondere den Kündigungsfristen eine besondere Rolle zukommt.

 

Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung und Digitalisierung
Die Grundsätze zur ordnungsgemäßen Buchführung und Digitalisierung gehen auf einen Erlass des Bundesfinanzministeriums zurück. Sie gelten seit dem 1.1.2015. Die Grundsätze regeln die Anforderungen, die das Finanzamt an den Einsatz von IT in Buchführung und Dokumentation stellen darf.

Die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung und Digitalisierung gelten für alle steuerrelevanten Daten. Verstöße gegen die GOBD Regelungen können zu Hinzuschätzungen des Finanzamts führen, wenn dadurch Nachvollziehbarkeit und Nachprüfbarkeit beeinträchtigt wurde.

Das Prinzip der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung (GOB) gemäß §§ 238 ff. HGB gilt fort. Kaufleute sind verpflichtet, Geschäftsvorfälle nachvollziehbar, vollständig, richtig, zeitgerecht und geordnet zu buchen und zu verarbeiten. Das Umsatzsteuer- und Einkommensteuergesetz sowie §§ 144-147 Abgabenordnung (AO) regeln weitere Details.
Dokumentationspflichtige Daten müssen in der Form verwahrt werden, in der sie im Unternehmen empfangen wurde. Eine Löschung vor dem Ende der Aufbewahrungsfrist verstößt gegen die Grundsätze der ordnungsgemäßen Buchführung und Digitalisierung. Jedoch können Daten in ein anderes Format umgewandelt werden, wenn dadurch keine inhaltlichen Veränderungen erfolgen und auch die maschinelle Auswertbarkeit erhalten bleibt.

So müssen zum Beispiel eingegangene Rechnungen im ursprünglichen Format gespeichert werden. Geht eine E-Mail mit einer elektronischen Rechnung im Anhang ein, muss die E-Mail selbst jedoch nicht aufbewahrt werden, wenn sie keine relevanten Informationen enthält. Die E-Mail entspricht dann einem Papierumschlag.

 

Hypothekarkredit
Ein Hypothekarkredit, häufig auch als Hypothekendarlehen oder auch Hypothek bezeichnet, dient zur Finanzierung von Immobilien sowie einigen weiteren langlebigen Wirtschaftsgütern wie zum Beispiel Schiffen oder Flugzeugen. Ein Hypothekarkredit wird ins Grundbuch eingetragen (bzw. ins Schiffsregister bei einem Schiff als Gegenstand der Hypothek). Der Grundbucheintrag stellt die Sicherheit dar. Der Darlehensgeber besitzt ein Grundpfandrecht, das sich leichter durchsetzen lässt als ein Pfandrecht an beweglichen Sachen.

In der Praxis spielen Hypothekarkredite bei Immobilien heure fast keine Rolle mehr. Stattdessen werden die meisten Darlehen als Grundschulddarlehen vergeben. Der Unterschied zwischen Grundschuld und Hypothek besteht in der Akzessorietät.

Hypothekenkredite sind typischerweise mit einer langen Laufzeit ausgestattet. Im betrieblichen Bereich sind sowohl variable als auch feste Zinssätze möglich. Wird ein fester Zinssatz vereinbart, gilt dieser unabhängig von der Entwicklung des allgemein Marktzinsniveaus bis zum Ende der Zinsbindung. Zinsbindungen sind für Zeiträume von 5-30 Jahren möglich.

Die meisten Hypothekarkredite sind als Annuitätendarlehen gestaltet. Dann wird neben einem Zinssatz auch eine anfängliche jährliche Tilgung vereinbart. Hypothekarkredite sind günstiger als andere Kredite, da die finanzierte Immobilie bzw. der finanzierte Gegenstand als Sicherheit dient. Die tatsächlich realisierbaren Zinssätze richten sich maßgeblich nach dem Marktzinsniveau und dem Beleihungsauslauf.

Ein hoher Beleihungsauslauf ist gleichbedeutend mit einem geringen Eigenkapitaleinsatz des Kreditnehmers. Dies führt zu Risikozuschlägen. Mit diesen ist spätestens ab einem Beleihungsauslauf von mehr als 60 % zu rechnen, da Banken die Refinanzierung von Hypothekarkrediten dann nicht mehr über Pfandbriefe vornehmen können.

 

Inflation
Inflation (vom Lateinischen „inflatio“: „aufblähen“) bezeichnet einen gesamtwirtschaftlich auftretenden Anstieg des Preisniveaus bei Gütern und Dienstleistungen. Inflation geht mit einer Verminderung der Kaufkraft des Geldes einher.
In Deutschland und Europa wird die Inflation als Inflationsrate durch Behörden gemessen. Dazu wird ein repräsentativer Warenkorb herangezogen. Liegt der Preis dieses Warenkorbs im Jahr T z. B. um 2 % über dem Jahr T-1, liegt eine gemessene Inflation von 2 % vor. Das Statistische Bundesamt berechnet den nationalen Verbraucherpreisindex und darüber hinaus den auf EU-Ebene entwickelten Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI).

Es gibt verschiedene Inflationstheorien, die sich mit den Ursachen von Inflation befassen. So gehen nachfrageseitige Modelle z. B. davon aus, dass bei einem Überhang der Nachfrage über das Angebot durch Marktmechanismen die Preise auf breiter Front steigen. Angebotsseitige Modelle sehen die Ursache in einer Steigerung der Produktionskosten. Die wichtigste Ursache für Inflation ist jedoch eine Ausweitung der Geldmenge. Diese ist auch für angebots- oder nachfrageseitig angestoßene Inflation notwendig.

Die Europäische Zentralbank (EZB) definiert Preisstabilität über die gemessene Inflationsrate. Preisstabilität liegt demnach vor, wenn die Inflationsrate unter, aber nahe bei 2,0 % im Jahr liegt. Dieser Wert bezieht sich auf den gesamten Euroraum und auf mehrjährige Zeiträume. Die EZB kann durch den Leitzins sowie Anleihekäufe Einfluss auf die Geldmenge und damit die Inflation nehmen.

Schon Inflationsraten im niedrigen einstelligen Prozentbereich führen über längere Zeiträume hinweg zu einer erheblichen Geldentwertung. Bei einer jährlichen Inflationsrate von 3 % beläuft sich der Kaufkraftverlust nach 20 Jahren auf ca. 45 % (Berechnung: (1,0320)-1).

Neben der ex post gemessenen Inflation spielen die Inflationserwartungen für viele wirtschaftlich bedeutende Prozesse eine Rolle. Hohe Inflationserwartungen führen so tendenziell zu höheren Lohnabschlüssen, was wiederum eine Lohn-Preis-Spirale in Gang setzen kann.

Eine extrem hohe Inflation kann sämtliche nominalen Vermögenswerte (Bankguthaben, Staatsanleihen etc.) vernichten. Dies war z. B. während der Hyperinflation der 1920er Jahre der Fall. Geringe Inflationsraten sind dagegen durchaus politisch gewollt, weil sie das Risiko einer geldpolitisch kaum zu kontrollierenden, wirtschaftlich schädlichen Deflation senken.

 

Inkasso
Inkasso bezeichnet im Allgemeinen den Einzug von Forderungen im eigenen oder fremden Namen. Unternehmen können ihr gesamtes Debitorenmanagement oder auch nur überfällige Forderungen an Factorer und Inkassounternehmen übergeben.
Außerhalb des Bankensektors ist mit Inkasso typischerweise die Einziehung fremder Forderungen als eigenständige Geschäftstätigkeit gemeint. Dabei handelt es sich um eine erlaubnispflichtige Dienstleistung gemäß Rechtsdienstleistungsgesetz (RDG). Spezialisierte Inkassounternehmen ziehen im Auftrag ihrer Klienten offene Forderungen ein.

Die Beauftragung eines Inkassounternehmens kann die Chance auf einen Zahlungseingang erhöhen. Inkassounternehmen können zum Beispiel eingesetzt werden, wenn das betriebsintern durchgeführte kaufmännische Mahnverfahren ohne Erfolg geblieben ist. Im Anschluss daran wird das Inkassounternehmen zunächst ein vorgerichtiges Mahnverfahren einleiten und den Gläubiger postalisch und/oder telefonisch dazu auffordern, die Forderung zu begleichen bzw. sich auf eine Ratenzahlung einzulassen. Bleibt auch das vorgerichtliche Inkasso erfolglos, kann das Inkassounternehmen das gerichtliche Inkasso anstreben, die Zwangsvollstreckung betreiben und gegebenenfalls den Titel bis zu 30 Jahre lang überwachen.

Inkassounternehmen verlangen für ihre Leistungen Gebühren, die sich an der Gebührentabelle für Rechtsanwälte orientieren. Die Gebühren müssen prinzipiell vom Schuldner getragen werden. In der Praxis müssen Gläubiger jedoch häufig auf einen Teil ihrer Forderung verzichten, wenn ein Inkassobüro eingeschaltet wird. Dies ist etwa der Fall, wenn der Schuldner ausschließlich die Hauptforderung an den Gläubiger begleicht und danach als Kunde weiter gehalten werden soll.

 

Innenfinanzierung
Innenfinanzierung bezeichnet die Finanzierung von Investitionen durch Rückflüsse aus dem operativen Umsatzprozess. Innenfinanzierung ist durch Gewinnthesaurierung und Vermögensumschichtungen möglich.
Innenfinanzierung durch Kapitalbildung erfolgt durch das Thesaurieren angelaufener Gewinne. Auch die Bildung langfristiger Rückstellungen zählt zu den Maßnahmen der Innenfinanzierung. In beiden Fällen verzichten Unternehmen auf Ausschüttungen an Anteilseigner.

Erfolgt Innenfinanzierung durch Vermögensumschichtungen, kommen dafür mehrere Maßnahmen Betracht. Zu den wichtigsten Maßnahmen zählt hier die Abschreibungsfinanzierung. Dabei werden Gegenstände des Anlagevermögens abgeschrieben, aber dennoch weiter genutzt.

Auch eine Beschleunigung des Kapitalumschlags kann zur Innenfinanzierung dienen. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn durch Veränderungen bei Beschaffung, Produktion oder Absatz der Kapitalumschlag beschleunigt wird. Der Kapitalumschlag kann zum Beispiel durch eine Verkürzung des Lagerbestands beschleunigt werden. Dann wird der gleiche Output mit geringerem Input erzeugt. Dadurch stehen freigewordene Mittel für andere Zwecke zur Verfügung.
In je größerem Maße ein Unternehmen zur Innenfinanzierung fähig ist, desto weniger abhängig ist es von externen Kapitalgebern. Voraussetzung für die Fähigkeit zur Innenfinanzierung sind Einzahlungsüberschüsse. Deshalb gilt der Cashflow als wichtigstes Maß für das Potenzial für eine Finanzierungen in einem Unternehmen.

 

Instant Payment
Instant Payment ist das SEPA Instant-Überweisungsverfahren. Mit dem Verfahren sind Echtzeitüberweisungen möglich, d.h. nach dem Absenden einer Überweisung wird der angewiesene Betrag innerhalb von zehn Sekunden dem Empfängerkonto gutgeschrieben. Zahlungen über Instant Payment sind an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr möglich. Überweisungen mit dem Verfahren sind auf Beträge bis 15.000 EUR begrenzt.

Grundsätzlich kann jeder Bankkunde mit einem Girokonto im SEPA-Zahlungsraum Instant Payments tätigen. Voraussetzung ist allerdings, dass sowohl die Bank des Zahlers als auch die des Zahlungsempfängers an dem Verfahren teilnimmt. Die Zahl der Banken in Deutschland, die Instant Payment unterstützen, wächst. Während im Herbst 2017 allein die HypoVereinsbank teilnahm, schlossen sich im Laufe des Jahres 2018 u.a. die Sparkassen und die Deutsche Bank an. Banken können zusätzliche Gebühren für Instant Payments festlegen. Banken selbst bezahlen eine Gebühr in Höhe von 0,20 Cent pro Transaktion.

Im Dezember 2014 hatte das European Retail Payments Board (ERPB) die Entwicklung einer Plattform für Echtzeitüberweisungen initiiert. Im November 2017 wurde das auf dem ISO Standard 20022 basierende Zahlungssystem für alle EU-Mitgliedstaaten zugelassen.

Wurde eine mit Instant Payment verfügte Überweisung dem Empfängerkonto gutgeschrieben, sind sofortige Verfügungen über den Betrag via Überweisungs- und Lastschriftverkehr, Kartenzahlungen und Barauszahlungen möglich. Das Zahlungsprotokoll sieht eine Bestätigung der Empfängerbank vor. Liegt diese nach 20 Sekunden nicht vor, handelt es sich um ein Timeout. Der Betrag wird dann auf dem Konto des Zahlers wieder freigegeben.
Echtzeitüberweisungen können ausschließlich via Onlinebanking beauftragt werden. Die Zahlungen werden genauso autorisiert wie konventionelle SEPA Überweisungen (PIN/TAN-Verfahren).

JKL

 

Kausalabgaben
Der Begriff Kausalabgaben wird primär in der Schweiz, aber auch in Deutschland verwendet. Er bezeichnet Abgaben für bestimmte Leistungen öffentlicher Gebietskörperschaften oder damit verbundener Unternehmen. Unterschieden wird zwischen Gebühren, Vorzugslasten und Ersatzabgaben. Entscheidend für Kausalabgaben ist, dass diese in einem direkten Zusammenhang mit Einzelleistungen stehen. Steuern sind dagegen nicht zweckgebunden. Steuerzahler erwerben mit der Zahlung von Steuern keinen bestimmten Leistungsanspruch. Dies verhält sich bei Kausalabgaben anders.

Gebühren werden für bestimmte Dienstleistungen von Verwaltungen oder (teilweise) öffentlich organisierten Unternehmen erhoben. Beispiele dafür sind Gebühren für die Ausstellung eines Reisepasses oder Personalausweises, Gebühren für Strom- und Gasanschlüsse an privaten Wohnhäusern, Gebühren für die Müllentsorgung, Elektrizität und Wasserversorgung oder Gebühren für Gerichte.

Vorzugslasten sind in Deutschland vor allem Zusammenhang mit dem Ausbau von Straßen in Wohngebieten bekannt. Kommunen können Straßen ausbauen oder sanieren und die Kosten dafür zum Teil auf die Einwohner umlegen. Dabei wird unterstellt, dass die Anwohner ein besonderes Interesse an dem Ausbau der Straßen haben müssen. Dasselbe gilt für den Ausbau der Kanalisation.

Mit Ersatzabgaben leistet ein Bürger Ersatz für eine ihm obliegende, jedoch nicht geleistete Pflicht. Ersatzabgaben spielen in Deutschland kaum eine Rolle. Ein Beispiel für das Funktionsprinzip: Ein Staat könnte bestimmen, dass jeder Bürger eine bestimmte öffentliche Dienstpflicht abzuleisten hat. Wer dieser Pflicht nicht nachkommen möchte, kann anstelle dessen einen festgelegten Geldbetrag bezahlen.

 

Kennzahlen
Kennzahlen dienen zur Beurteilung von Unternehmen. Beurteilt werden zum Beispiel Profitabilität und Schuldentragfähigkeit. Sehr viele gängige Kennzahlen leiten sich aus der Bilanz eines Unternehmens ab. Grundsätzlich wird zwischen Erfolgskennzahlen, Rentabilität, Liquiditätskennzahlen und Bilanzkennzahlen unterschieden.
Erfolgskennzahlen dienen dazu, den Erfolg eines Unternehmens zu messen. Diese Kennzahlen können sich zum Beispiel am Gewinn oder am Unternehmenswert orientieren. Dazu zählen der Gewinn vor Steuern, der operative Nachsteuergewinn, der Umsatz, der (ggf. bereinigte) Jahresüberschuss, der Cashflow, EBIT, EBITA und EBITDA. Für die Ermittlung des Unternehmenswertes ist in der Praxis der Cashflow besonders wichtig. Die meisten Verfahren zur Bewertung von Unternehmen sehen die Ermittlung eines diskontierten Cashflows vor.

Zu den Liquiditätskennzahlen zählen zum Beispiel die Liquidität ersten, zweiten und dritten Grades. Auch die Cash Ratio, die Anlagendeckung und das Working Capital gehören zu den Liquiditätskennzahlen.

Rentabilitätskennzahlen treffen Aussagen zur Rentabilität eines Unternehmens. Wichtige Kennzahlen sind zum Beispiel die Eigenkapitalrentabilität, die Umsatzrendite, der ROI und der Cashflow ROI.

Zu den Bilanzkennzahlen zählen zum Beispiel die Eigen- und Fremdkapitalquote, der Verschuldungsgrad und die Kapitalbindung.

Kennzahlen sind der Praxis von großer Bedeutung. Sie ermöglichen einem Unternehmen den Vergleich mit anderen Unternehmen derselben Branche. Außerdem lassen Kennzahlen Aufschluss darüber zu, ob der Betrieb eines Unternehmens wirtschaftlich überhaupt sinnvoll ist. Bei Kreditwürdigkeitsprüfungen spielen Kennzahlen ebenfalls eine wichtige Rolle.

 

Kontokorrentkredit
Ein Kontokorrent ist eine Kreditlinie, die auf einem Girokonto eingeräumt wird. Kontokorrentkredite dienen Unternehmen als kurzfristige Liquidität. Die Darlehen sind sehr flexibel, jedoch auch relativ teuer.

Ein Beispiel für einen Kontokorrentkredit: Eine Bank stellt einem Unternehmen auf dem Geschäftskonto einen Kontokorrentkredit in Höhe von 500.000 EUR zur Verfügung. Nach der Einräumung kann das Unternehmen jederzeit bis zu diesem Betrag über den Kredit verfügen, ohne eine vorherige Genehmigung der Bank einzuholen. Verfügungen sind per Überweisung, Lastschrift, Kartenzahlungen, Barverfügungen etc. möglich.

Eine festgelegte Tilgung gibt es bei Kontokorrentkrediten nicht. Die Tilgung erfolgt mit den laufenden Zahlungseingängen. Wurde der Kredit einmal ausgeglichen, lebt er bei einer erneuten Inanspruchnahme automatisch wieder auf. Banken können Kontokorrentkredite jederzeit bzw. mit einer sehr kurzen Frist kündigen. Nach einer Kündigung muss das Konto ausgeglichen werden.

Unternehmen setzen Kontokorrentkredite häufig als Betriebsmittelkredite ein. Diese dienen dazu, Liquiditätsengpässe auszugleichen. Zu solchen Liquiditätsengpässen kommt es etwa, wenn das Zahlungsziel der eigenen Kunden zeitlich nach Liquiditätsabflüssen wie zum Beispiel für Lieferantenrechnungen oder Gehaltszahlungen liegt.

Die Zinssätze für Kontokorrentkredite können relativ hoch ausfallen und liegen auch im Zeitalter der Niedrigzinsen häufig im zweistelligen Bereich. Die dauerhafte Inanspruchnahme von Kontokorrentkrediten wird deshalb nicht empfohlen. Überzieht ein Unternehmen den von der Bank eingeräumten Kontokorrentkredit, fallen zusätzlich zum eigentlichen Sollzins Überziehungszinsen ein. Neben Sollzinsen können weitere Kosten wie zum Beispiel Bereitstellungsprovisionen anfallen.

 

Kreditlinie
Eine Kreditlinie ist ein Betrag, den eine Bank einem Unternehmen als jederzeit verfügbares Darlehen einräumt. Andere Bezeichnungen für Kreditlinien sind Kreditrahmen oder Kreditfazilitäten. Realisiert werden Kreditlinien häufig über Kontokorrentkredite.

Kreditlinien dienen Unternehmen zu Liquiditätssicherung. Löhne und Gehälter, Lieferantenrechnungen und weitere laufende Ausgaben müssen auch dann pünktlich bezahlt werden, wenn die eigenen Kunden sich mit der Bezahlung Zeit lassen. Dann sichert eine Kreditlinie die Liquidität.

Kreditlinien sind die denkbar unkomplizierteste Variante der Unternehmensfinanzierung. Die Linien werden typischerweise auf einem Geschäftskonto eingeräumt. Unternehmen können jederzeit darüber verfügen. Verfügungen sind mit allen Methoden möglich, über die auch über bestehendes Kontoguthaben verfügt werden kann. Dazu zählen neben dem Überweisungsverkehr auch der Lastschriftverkehr, kartengestützte Zahlungen und Barverfügungen.

Eine festgelegte Tilgung wird nicht vereinbart. Die Rückzahlung der Kreditlinie erfolgt über die laufenden Geldeingänge auf dem Geschäftskonto. Ist das Konto im Haben, erlischt die Kreditlinie nicht. Sie lebt wieder auf, sobald das Konto sich im Soll befindet.

Typischerweise werden Bank und Unternehmen eine Kreditlinie in einer bestimmten Höhe vereinbaren. In welcher Höhe eine Kreditlinie eingeräumt werden kann, hängt auch vom Rating des Unternehmens ab. Unternehmen mit gutem Rating erhalten höhere Kreditlinien. Banken berücksichtigen bei der Einräumung auch interne Kreditlinien. Dies sind Maximalbeträge für die Kreditlinie, die gegenüber dem Unternehmen jedoch nicht offen kommuniziert werden.

 

Kreditwürdigkeit
Kreditwürdigkeit bezeichnet die Fähigkeit eines Verbrauchers oder Unternehmens, Kredite zu bedienen. Die Kreditwürdigkeit von Unternehmen und Verbrauchern wird durch Auskunfteien ermittelt. Ausreichende Kreditwürdigkeitkeit ist für die Vergabe von Krediten durch Banken und andere Akteure notwendige Bedingung.

Die Kreditwürdigkeit wird anhand verschiedener Kriterien gemessen. Ein sehr wichtiges Kriterium ist die Eigenkapitalquote. Eigenkapitalquoten von mehr als 25 % gelten als sehr gut. Eigenkapitalquoten unterhalb von 10 % gelten dagegen als problematisch im Hinblick auf die Kreditwürdigkeit.

In der Praxis wird die Kreditwürdigkeit anhand von Jahresabschlüssen, Gewinn- und Verlustrechnungen und Ratings bestimmt. Ratings werden zum Beispiel von Creditreform erstellt. Die Ratings messen die statistische Ausfallwahrscheinlichkeit. In das Rating fließen allgemeine Größen wie Branche, Umsatz pro Mitarbeiter und Unternehmensalter, aber auch Merkmale wie zum Beispiel das Zahlungsverhalten ein.

Unternehmen mit einer guten Kreditwürdigkeit sind gegenüber Banken in einer guten Verhandlungsposition. Diese Unternehmen erhalten bei vielen Anbietern Kredit und können günstige Konditionen durchsetzen. Unternehmen mit einer schlechten Kreditwürdigkeit müssen dagegen mit Risikozuschlägen und sogar Absagen rechnen.

Unternehmen können ihre Kreditwürdigkeit durch verschiedene Maßnahmen verbessern. Neben dem Aufbau von Eigenkapital durch den Verzicht auf Ausschüttungen zählen dazu auch Leasing und Factoring. Wird zum Beispiel eine Anschaffung nicht über einen Kredit finanziert, sondern geleast, verkürzt dies die Bilanz zugunsten einer höheren Eigenkapitalquote.

 

Kryptowährung
Kryptowährungen sind digitale Zahlungsmittel und werden auch als virtuelle Währungen bezeichnet. Begründend für die Bezeichnung Krypto ist die Entstehung von Kryptowährungen. Diese basieren auf kryptografischen Werkzeugen wie zum Beispiel einer Blockchain.

Die älteste und bekannteste Kryptowährung ist Bitcoin, die seit 2009 existiert. Bitcoin wurde nicht von einer zentralen Instanz, sondern von einer bis dato unbekannten Person geschaffen. Generell kann jede Kryptowährung vollständig dezentral funktionieren. Kryptowährungen werden jedoch auch von Staaten geschöpft. Beispiele dafür sind der venezolanische Petro und entsprechende Pläne in Russland und dem Iran.

Auch Zentralbanken forschen an der Entwicklung von Kryptowährungen. Sogenannte CBDCs (Central Bank Digital Currencies) können zum Beispiel als Rechnungseinheiten für Zahlungen zwischen verschiedenen Zentralbanken fungieren.
Befürworter von Kryptowährungen halten diese für sicher Hinblick auf Manipulationsmaßnahmen von Staaten und Zentralbanken. So wird immer wieder argumentiert, dass die Anzahl der verfügbaren Bitcoins durch das Netzwerkprotokoll begrenzt sei. Deshalb sei eine Inflationierung durch Geldmengenausweitung nicht möglich.

Gegner von Kryptowährungen argumentieren dagegen, dass die häufig vorliegende Anonymität insbesondere von Kriminellen genutzt werde. Tatsächlich wird ein Teil von Transaktionen im Zusammenhang mit illegalen Geschäften im Darknet mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen bezahlt.

In Deutschland gelten Kryptowährungen gemäß einem Erlass der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) als Rechnungseinheiten gemäß § 1 Kreditwesengesetz (KWG).

 

Leasing
Beim Leasing stellt der Leasinggeber dem Leasingnehmer ein Wirtschaftsgut zur Verfügung. Der Leasingnehmer kann dieses Wirtschaftsgut nutzen. Er wird jedoch nicht selbst Eigentümer des Gutes. Leasing kommt für zahlreiche Investitionsgüter wie zum Beispiel Fahrzeuge, Produktionsmaschinen, EDV Ausrüstung und Gebäude zum Einsatz.

Der Hersteller eines Gutes kann zugleich als Leasinggeber auftreten. Dann handelt es sich um direktes Leasing bzw. Herstellerleasing. Typischerweise ist jedoch eine Leasinggesellschaft in den Vorgang involviert. Diese kann das Leasingobjekt im Auftrag des Leasingnehmers beim Produzenten bestellen und dabei auch die Ausstattungswünsche des Leasingnehmers berücksichtigen. Häufig tritt die Leasinggesellschaft auch in einen Kaufvertrag ein, der zwischen Leasingnehmer und Lieferant geschlossen wurde.

Leasing bietet Unternehmen verschiedene Vorteile. Leasing ist bilanzneutral, da kein Kredit zur Anschaffung des Investitionsgutes aufgenommen werden muss. Dies erhöht die Eigenkapitalquote. Leasing bietet darüber hinaus steuerliche Vorteile, weil die Leasingrate als Betriebskosten geltend gemacht werden können. Darüber hinaus schont Leasing die Liquidität, weil keine hohen Anschaffungsauszahlungen erforderlich sind.

Leasingverträge werden in solche mit Vollamortisation und Teilamortisation kategorisiert. Bei Leasing mit Vollamortisation decken die Leasingraten sämtliche Kosten des Leasinggebers ab. Dann kann der Leasingnehmer das geleaste Objekt typischerweise kaufen, zurückgeben oder den Leasingvertrag verlängern. Bei Teilamortisationsverträgen decken die Leasingraten nur einen Teil der Kosten ab. Dann kommen zum Beispiel Andienungsrecht, Verträge mit Aufteilung des Mehrerlöses und Kilometerverträge zum Einsatz.

 

Leitzins
Der Leitzins ist der Zinssatz, zu dem Zentralbanken mit Geschäftsbanken Geschäfte abschließen. Der Leitzins besitzt eine weiterreichende geldpolitische Steuerungswirkung. Über den Leitzins kann eine Zentralbank das Zinsniveau in einem Währungsraum maßgeblich beeinflussen.

Bei der Europäischen Zentralbank gibt es drei Zinssätze. Wenn in den Medien von „dem“ Leitzins gesprochen wird, handelt es sich um den Hauptrefinanzierungssatz. Dies ist der Satz, zu dem Banken sich bei der EZB gegen notenbankfähige Sicherheiten Geld für einen Tag leihen können. Zusätzlich gibt es die Spitzenrefinanzierungsfazilität. Diese bildet die Obergrenze der Bandbreite, in der die Zentralbank Zinssätze festlegt. Der dritte Leitzins ist der Einlagensatz. Dies ist der Zinssatz, den Banken für Einlagen bei der Zentralbank erhalten. Der Einlagesatz in der Euro Währungsunion ist seit einigen Jahren negativ. Das bedeutet, das Geschäftsbanken für Einlagen bei der Zentralbank Geld bezahlen.

Der Leitzins wird durch den EZB Rat festgelegt. Änderungen des Leitzinssatzes und Ankündigungen in dieser Richtung werden an den Finanzmärkten mit größter Aufmerksamkeit verfolgt. Der Leitzins besitzt große Steuerungswirkung für das Zinsniveau. Leiht die Zentralbank Geschäftsbanken zu 1,0 % Geld, wird keine Bank bereit sein, am Geldmarkt wesentlich mehr zu bezahlen.

Sinkende Leitzinsen verbilligen die Refinanzierung von Banken und führt deshalb zu einem sinkenden Zinsniveau.

 

Liquidität
Als Liquidität werden Zahlungsmittel sowie Vermögenswerte bezeichnet, die schnell in Zahlungsmittel umgetauscht werden können. Typischerweise werden im Rechnungswesen verschiedene Liquiditätsgrade ermittelt. Für die Liquidität ersten, zweiten und dritten Grades haben sich Richtwerte etabliert. Diese können allerdings branchen- und unternehmensspezifisch über- oder unterschritten werden.

Die Liquidität ersten Grades setzt flüssige Mittel ins Verhältnis zu kurzfristigen Verbindlichkeiten. Multipliziert mit 100 ergibt sich daraus ein Prozentsatz. Richtwerte für die Liquidität ersten Grades bewegen sich typischerweise im Bereich von 5-10 %. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass flüssige Mittel typischerweise keinerlei Erträge erzielen.
Die Liquidität zweiten Grades wird berechnet, indem die Summe aus flüssigen Mitteln und kurzfristigen Forderungen ins Verhältnis zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten gesetzt wird. Multipliziert mit dem Faktor 100 ergibt sich hieraus wiederum ein Prozentsatz. Dieser sollte im Bereich von 100-120 % liegen. Unterschreitet der Prozentsatz der Liquidität zweiten Grades diesem Bereich deutlich, könnte dies zum Beispiel auf eine zu hohe Lagerhaltung hinweisen.

Die Liquidität dritten Grades ergibt sich, in dem die Summe aus flüssigen Mitteln, kurzfristigen Forderungen und Vorräten ins Verhältnis zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten gesetzt wird. Der durch die Multiplikation mit dem Faktor 100 berechnete Wert sollte im Bereich von 120-150 % liegen.

 

Liquiditätsplanung
Die Liquiditätsplanung ist in Unternehmen Bestandteil der kurzfristigen Finanzplanung. Unternehmen planen Liquidität für Zeiträume von bis zu zwölf Monaten. Für diesen Zeitraum werden absehbare Einnahmen und Ausgaben zeitlich der Höhe nach gegenübergestellt. Dadurch sollen mögliche Liquiditätsengpässe frühzeitig identifiziert werden. Die Liquiditätsplanung wird fortlaufend aktualisiert.

Ein entscheidender Unterschied der Liquiditätsplanung gegenüber anderen mit der Buchhaltung verbundenen Aufgaben besteht in der Fokussierung auf zahlungswirksame Tatbestände. Ein Beispiel: Es ist bekannt, dass ein großer Kunde in drei Monaten eine hohe Rechnung über erbrachte Leistungen erhalten wird. In der Finanzbuchhaltung wird die zum Zeitpunkt der Rechnungstellung entstehende Forderung auch zu diesem Zeitpunkt verbucht. In der Liquiditätsplanung muss jedoch berücksichtigt werden, wann der Kunde voraussichtlich zahlt. Ist dies erfahrungsgemäß erst zwei Monate später der Fall, darf auch erst dann mit eingehender Liquidität gerechnet werden. Ansonsten kann ein Liquiditätsengpass entstehen.
Die Liquiditätsplanung soll sicherstellen, dass sich stets genügend Liquidität auf dem Geschäftskonto befindet. Dann können alle fälligen Rechnungen pünktlich beglichen werden. Dies vermeidet zum einen Zahlungsverzug und ermöglicht zum anderen die Inanspruchnahme eingeräumter Skonti.

Gleichzeitig soll die Liquiditätsplanung sicherstellen, dass sich nicht zu viel Liquidität auf den Konten eines Unternehmens befindet. Schließlich erwirtschaftet Liquidität regelmäßig keinerlei Erträge. Legt die Liquiditätsplanung offen, dass sich für einen längeren Zeitraum größere Mengen überschüssiger Liquidität ansammeln, kann diese am Finanzmarkt angelegt werden.

MNO

 

Marktzinsniveau
Das Marktzinsniveau ist das Zinsniveau, das unabhängig von der individuellen Bonität einzelner Schuldner gilt. Das Marktzinsniveau markiert die Refinanzierungskosten von Banken am Kapitalmarkt und ist einer von mehreren Komponenten bei der Zusammensetzung von Finanzierungskosten.

Das Marktzinsniveau wird typischerweise am Kapital- und Geldmarkt gemessen. Für jede denkbare Kreditlaufzeit gibt es ein eigenes Marktzinsniveau. So gilt für kurzfristige Kredite ein anderes Marktzinsniveau als für Kredite mit mehreren Jahrzehnten Laufzeit. Bei Darlehenslaufzeiten bis zu zwölf Monaten wird der Geldmarkt als Indikator für das Marktzinsniveau herangezogen. Bei längeren Laufzeiten dient insbesondere der Anleihemarkt als Referenz.

Dabei sind insbesondere Staatsanleihen und andere Anleihen von Emittenten bester Bonität maßgeblich. Nur bei diesen Anleihen beschränkt sich das Zinsniveau auf das allgemeine Marktzinsniveau. Bei Anleihen kleinerer Emittenten sind zusätzlich Risikozuschläge eingepreist.

Das Marktzinsniveau ist neben der individuellen Bonität eines Kreditnehmers entscheidend für die Kosten eines Kredits. So spielt es keine Rolle, ob der Kredit bei einer Bank aufgenommen oder durch eine Anleiheplatzierung realisiert wird. Es gibt verschiedene Einflüsse, die sich auf das Marktzinsniveau auswirken. Dazu zählen Inflationserwartungen, Konjunktur und Wechselkurserwartungen. Von besonderer Bedeutung ist in der Praxis die Geldpolitik der zuständigen Notenbank. Diese kann das Marktzinsniveau über ihren Leitzins sowie über Wertpapierkäufe maßgeblich steuern.

 

Mezzanine-Kapital
Mezzanine Capital ist ein Oberbegriff für diverse Finanzierungsinstrumente. Gemeinsam ist diesen Finanzierungsinstrumenten, dass sie zwischen Eigenkapital und Fremdkapital einzuordnen sind. Die Instrumente weisen sowohl Merkmale von Eigenkapital als auch von Fremdkapital auf.

Mit Mezzanine Finanzierungen verfolgen Unternehmen verschiedene Zwecke, die sich mit reinen Eigenkapital- oder Fremdkapitalfinanzierungen nicht realisieren lassen. Ein Beispiel: Ein Unternehmen möchte die Eigentümerstruktur unverändert lassen und zugleich seine Eigenkapitalbasis stärken.

Das Unternehmen könnte Fremdkapital aufnehmen und zum Beispiel eine Anleihe platzieren. Dann bliebe die Eigentümerstruktur unverändert. Gleichwohl würde dies den Eigenkapitalanteil verringern und somit eines der Ziele verfehlen. Umgekehrt könnte das Unternehmen eine Kapitalerhöhung durchführen. Dies würde den Eigenkapitalanteil erhöhen. Allerdings könnte sich dann auch die Eigentümerstruktur ändern, wenn nicht alle Altaktionäre zum Nachschuss bereit sind.
Ein sehr eigenkapitalähnliches Mezzanine Instrument sind Vorzugsaktien. Mit Vorzugsaktien kann das Unternehmen beide Ziele erreichen. Eine Vorzugsaktie gewährt ihrem Besitzer gegenüber Stammaktien einen Vorteil. Im Fall von Dividendenvorzügen erhält der Inhaber einer Vorzugsaktie zum Beispiel eine höhere Dividendenzahlung. Im Gegenzug verzichtet er auf sein Stimmrecht. Mit Vorzugsaktien lässt sich das Problem des Unternehmens also lösen: Die Eigenkapitalbasis wird gestärkt, die Eigentümerstruktur wird – zumindest im Hinblick auf die Stimmrechtsverteilung – nicht verändert.

Es gibt viele weitere Beispiele für Mezzanine Capital. Dazu zählen Gesellschafterdarlehen, atypische und typische stille Beteiligungen, partiarische Darlehen, Genussrechte bzw. Genussscheine, Wandelanleihen, Optionsanleihen, Nachrangdarlehen und Schuldscheindarlehen.

Ist ein Mezzanine Instrument eher dem Eigenkapital zuzurechnen, wird es auch als Equity Mezzanine bezeichnet. Ist es eher dem Fremdkapital zuzurechnen, wird es als Debt Mezzanine bezeichnet.

 

Mittelstandsrichtlinie – Elektronischer Geschäftsverkehr (E-Business)
Über die Mittelstandsrichtlinie Elektronischer Geschäftsverkehr (E-Business) können Unternehmen Förderungen beantragen. Diese werden durch Förderbanken der Länder vergeben und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung refinanziert.

Ein Beispiel für Förderungen gemäß der Mittelstandsrichtlinie Elektronischer Geschäftsverkehr (E-Business) ist das Angebot der Sächsischen Aufbaubank (SAB). Diese stellt Unternehmen einen Antrag auf Gewährung einer Zuwendung nach Teil B/II.3 der Mittelstandsrichtlinie zur Verfügung. Darüber unterstützt der Freistaat Sachsen KMUs bei der Einführung und Weiterentwicklung von Informations- und Kommunikationstechnologien. Für diese Vorhaben können bei der SAB Zuschüsse beantragt werden.

Die Zuschüsse werden für Planung, Konzeption, Vorbereitung, den Erwerb von Software und Hardware sowie die Einführung von schließlich entwickelten Lösungen vergeben. Voraussetzung ist, dass diese Technologien neue Absatzmöglichkeiten erschließen, zur Optimierung unternehmensinterner Prozesse beitragen und dass Geschäftsprozesse nach Einführung der Maßnahme weitgehend elektronisch ablaufen.

Die Förderung besteht in einem nicht rückzahlbaren Zuschuss in Höhe von bis zu 50 % der zuwendungsfähigen Ausgaben, maximal jedoch 50.000 EUR. Unternehmen erhalten eine Bonusförderung in Höhe von 10 %, wenn für die Dauer des geförderten Vorhabens tarifliche oder tarifähnliche Löhne gezahlt werden.

Für Planung, Konzeption und Vorbereitung gilt: Die SAB fördert bis zu fünf Tagewerke mit maximal 900 EUR je Tagewerk für Planung, Konzipierung und Vorbereitung von Projekten.

 

Mobile Payment
Mobile Payment bezeichnet Bezahlvorgänge mithilfe von mobilen Endgeräten und hier insbesondere Smartphones. Mobile Payment ermöglicht das Bezahlen mittels Smartphone im Einzelhandel, an Tankstellen und an sonstigen stationären Verkaufsstellen.

Für Mobile Payment werden drei Inputs benötigt. Erstens ein Smartphone das mit einem NFC Chip ausgerüstet ist. Zweitens eine App, die den Bezahlvorgang steuert. Drittens ein Zahlungsmittel, von dem der gezahlte Betrag abgebucht wird. Beim Zahlungsmittel handelt sich üblicherweise um eine Kreditkarte oder Girocard.

Die Datenübertragung für den Bezahlvorgang erfolgt über den NFC Chip. NFC steht für Near Field Communication. Der Chip in Smartphone muss in einigen Zentimetern Abstand vor das Lesegerät gehalten werden. Daraufhin wird die Zahlung automatisch durchgeführt. Ob PIN Eingabe oder Unterschrift zur Autorisierung erforderlich sind, entscheidet die kartenausgebende Bank. In Deutschland sind bei den kontaktlosen Bezahlvorgängen von girogo (deutsche Kreditwirtschaft), payPass (Mastercard) und payWave (Visa) bei Zahlbeträgen bis 25 EUR keine PIN Eingaben erforderlich.

Zu den größten Anbietern von Mobile Payment zählen Apple Pay und Google Pay. Der Markt ist allerdings noch in Bewegung. Es wird erwartet, dass der Marktanteil von Mobile Payment in den kommenden Jahren deutlich steigt.

 

Nachrangigkeit im Kreditwesen
Nachrangige Kredite werden im Insolvenz- bzw. Liquidationsfall erst dann aus der Insolvenzmasse bedient, wenn die Forderungen vorrangiger Gläubiger zu 100 % befriedigt wurden. Die Nachrangigkeit im Kreditwesen spielt eine wesentliche Rolle für die Bonität.

Aus Sicht eines potenziellen Gläubigers ist ein Darlehen an ein Unternehmen umso weniger ausfallgefährdet, je mehr Eigenkapital das Unternehmen aufweist. Das Eigenkapital dient als Puffer für Verluste. Ein Nachrangdarlehen erfüllt aus Sicht eines solchen Gläubigers dieselbe Funktion. Kommt es zur Liquidation bzw. Insolvenz, ist der Gläubiger mit einem vorrangigen Anspruch genauso gestellt, als handelte es sich bei dem nachrangigen Kredit um Eigenkapital.

Wer als Darlehensgeber einen nachrangigen Kredit vergibt, trägt ein höheres Risiko. Dementsprechend werden Nachrangdarlehen höher verzinst. Nachrangdarlehen werden zum Beispiel von Mezzanine Investoren vergeben. Auch auf Crowdfunding-Plattformen werden häufig partiarische, nachrangige Darlehen vergeben. In diesem Fall wird der Darlehensgeber über eine Grundverzinsung hinaus an Unternehmensgewinnen beteiligt. Diese Beteiligung verleiht nachrangigen Krediten ebenso wie weitere Aspekte im Hinblick auf Laufzeiten und Kündbarkeit Eigenkapitalcharakter.
Auch einige öffentliche Förderbanken wie zum Beispiel die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) vergeben nachrangige Kredite.

Neben Nachrangdarlehen gibt es auch nachrangige Anleihen. Der wesentliche Unterschied besteht hier in der Emission einer Anleihe anstelle der Vergabe eines Kredits per Darlehensvertrag.

 

NFC Technologie
Das Kürzel NFC steht für Near Field Communication (Nahfeldkommunikation). NFC ist ein Übertragungsstandard für den kontaktlosen Austausch von Daten. Daten werden dabei über elektromagnetische Induktionsmittel über Strecken von wenigen Zentimetern übertragen.

Das häufigste Anwendungsfall von NFC sind kontaktlose Zahlungen. Diese sind möglich, wenn ein mit einem NFC Chip ausgestattetes Zahlungsmittel in einigen Zentimetern Abstand vor ein kompatibles Terminal gehalten wird. Die meisten in Deutschland neu ausgegebenen Giro- und Kreditkarten sind mittlerweile mit einem NFC Chip ausgestattet. NFC Chips finden sich darüber hinaus in vielen Smartphones. Wird im Smartphone (über eine spezielle App) eine Kreditkarte hinterlegt, kann mit dem Smartphone kontaktlos bezahlt werden.

Für Kleinbeträge bis 25 EUR ist bei Zahlungen mit NFC Chip keine Autorisierung durch PIN Eingabe oder Unterschrift erforderlich. Verschiedene Verbände und Kartengesellschaften haben unterschiedliche Lösungen für NFC Zahlungen entwickelt. Das System von Visa firmiert als payWave, dass dem von MasterCard firmiert als payPass. Die deutsche Kreditwirtschaft hat girogo entwickelt.

Die NFC Technologie muss allerdings nicht zwingend im Zusammenhang mit Bezahlvorgängen eingesetzt werden. Dieselbe Technik kann zum Beispiel für Zugangssysteme in Gebäuden genutzt werden. Dann muss ein Chip in wenigen Zentimetern Abstand vor ein Lesegerät gehalten werden, damit sich eine Tür öffnet.

PQR

 

Pay-as-you-earn Prinzip
Das Pay-as-you-earn Prinzip wird häufig im Zusammenhang mit Leasing genannt. Hier gilt es als Vorteil im Vergleich zur Anschaffung eines Wirtschaftsgutes mit einem Kredit. Unternehmen können dadurch insbesondere Liquiditätsvorteile realisieren.

Was bedeutet Pay-as-you-earn? Pay-as-you-earn bedeutet, dass die mit einem Wirtschaftsgut und dessen Einsatz erzielten Erlöse zeitlichen der Höhe nach in ungefähr demselben Umfang fließen wie die Mittelabflüsse, die für die Finanzierung des Wirtschaftgutes erforderlich sind.

Ein Beispiel: Ein Unternehmen least ein Fahrzeug und setzt es für Leistungen ein. Die Leistungen werden durch Kunden vergütet. Parallel dazu werden die Leasingraten gezahlt. Die Leasingraten sind der Höhe nach am Verbrauch des Fahrzeugwertes bemessen. Im Unterschied dazu muss bei einer Fahrzeugfinanzierung auf Kredit auch der Restwert des Fahrzeugs voll finanziert werden. Dadurch fallen die Kreditraten höher aus als Leasingraten. Bei einem Kredit wird dadurch zusätzliche Liquidität gebunden, die beim Leasing freigesetzt wird.

Das Pay-as-you-earn Prinzip lässt sich prinzipiell jedoch auch mit Krediten realisieren. Im Bereich der Fahrzeugfinanzierungen stellen hier Kredit mit Schlussrate ein anständiges Beispiel dar. Die Schlussrate spricht dem kalkulatorischen Restwert des Fahrzeugs am Laufzeitende und wird während der Laufzeit nicht getilgt, sondern lediglich finanziert (verzinst).

 

Refinanzierung
Refinanzierung bezeichnet bei Unternehmen die Ablöse auslaufender Kredite und deren Ersatz durch neue Verbindlichkeiten während eines laufenden Abschreibungszyklus. Refinanzierungen bergen für Unternehmen Risiken, können jedoch auch zu Kostensenkungen führen oder zu Veränderungen der Kapitalstruktur genutzt werden.

Ein Beispiel für eine Refinanzierung: Ein Unternehmen schafft Gegenstände des Anlagevermögens im Wert von 100 Millionen EUR an. Diese werden mit einem Bankkredit finanziert. Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer der angeschafften Gegenstände beträgt zehn Jahre. Der Bankkredit ist als Tilgungsdarlehen gestaltet und mit einer fünf Jahre langen Zinsbindung ausgestattet. Nach fünf Jahren beträgt die Restschuld 50 %.

Am Ende der fünf Jahre könnte das Unternehmen den Kredit weiter bedienen. Die Bank kann jedoch einen neuen Zinssatz festlegen. Fällt dieser sehr hoch aus, kann das Unternehmen eine andere Finanzierungsquelle nutzen und damit den Restsaldo bei der Bank ablösen.

Im Rahmen einer Refinanzierung lassen sich auch Veränderungen an der Kapitalstruktur durchführen. Wurde ein Vermögensgegenstand mit einem Bankdarlehen finanziert, handelt es sich um 100-prozentiges Fremdkapital. Unternehmen können ihre bilanzielle Situation verbessern, indem bei der Refinanzierung ein Nachrangdarlehen genutzt wird. Für dieses fallen möglicherweise höhere Zinsen an. Allerdings wirkt ein nachrangiges Darlehen aus der Sicht anderer Gläubiger wie Eigenkapital. Andere benötigte Kredite können deshalb möglicherweise zu günstigeren Konditionen abgeschlossen werden.

 

Regress
Regress bezeichnet den Rückgriff auf andere Schuldner, die mit einer Forderung in Verbindung stehen. Regress kann zum Beispiel beim Factoring eine Rolle spielen.

Viele Unternehmen nutzen Factoring und lagern damit ihr Adressenausfallrisiko aus. Im Grundsatz trägt die Factoring Gesellschaft das gesamte Delkredererisiko. Allerdings kann sie unter bestimmten Umständen den ursprünglichen Gläubiger in Regress nehmen und das an ihn gezahlte Geld zurückverlangen. Dies könnte zum Beispiel der Fall sein, wenn gegen Vereinbarungen im Factoringvertrag verstoßen und ein Schuldner mit zu geringer Bonität aufgenommen wurde.

Bei unechtem Factoring kommt es regelmäßig zum Regress. Genauso wie bei echtem Factoring zahlt die Factoringgesellschaft hier zwar ebenfalls kurzfristig Geld für erbrachte Leistungen. Zahlt der Schuldner nicht, verlangt der Factorer das Geld jedoch vom Gläubiger zurück – ganz egal, warum der Schuldner nicht zahlt. Durch den jederzeit möglichen Regress erfüllt unechtes Factoring eine Finanzierungs- und gegebenenfalls Servicefunktion, jedoch keine Delkrederefunktion.

Bei Forfaitierung werden Forderungen grundsätzlich ohne Regressmöglichkeit verkauft. In Einzelfällen kann es jedoch auch hier zum Regress kommen. Dies betrifft zum Beispiel Betrugsversuche und unter Umständen auch bestimmte politische Risiken.

 

Rentabilität
An der Rentabilität wird der Erfolg eines Unternehmens gemessen. In der Praxis werden dazu verschiedene Rentabilitätskennzahlen herangezogen. Diese sind nicht zuletzt für die Unternehmensbewertung von größter Bedeutung.
Zu den wichtigsten Rentabilitätskennzahlen zählt die Eigenkapitalrendite bzw. Eigenkapitalrentabilität. Sie gibt an, mit welchem Zinssatz das Eigenkapital eines Unternehmens in einer bestimmten Periode verzinst wurde. Die Eigenkapitalrentabilität kann als Daseinsberechtigung für Unternehmen interpretiert werden. Ein Beispiel: Für einjährige Staatsanleihen werden am Markt 4 % Rendite gezahlt. Gleichzeitig liegt die Eigenkapitalrentabilität eines Unternehmens bei 2 %. Anstelle der Fortführung des Unternehmens würde sich dann eine Liquidation und die anschließende Anlage des erlösten Eigenkapitals in Staatsanleihen anbieten. Dies wäre jedenfalls der Fall, wenn bei der Fortführung des Unternehmens nicht auch die Chance auf eine künftige Eigenkapitalverzinsung deutlich über 4 % besteht.

Eine weitere wichtige Rentabilität ist die Gesamtkapitalrentabilität. Diese gibt an, wie sich die Summe aus Eigenkapital und Fremdkapital in einer Abrechnungsperiode verzinst hat. Gegenüber der Eigenkapitalrentabilität besteht bei dieser Kennzahl der Vorteil, dass der Hebeleffekt keine Rolle spielt. Die Eigenkapitalrentabilität steigt grundsätzlich, wenn der Fremdkapitalanteil im Unternehmen sich erhöht.

Auch die Umsatzrentabilität wird häufig zur Bewertung der Rentabilität eines Unternehmens herangezogen. Sie berechnet sich als Verhältnis von Gewinn zu Umsatz. Die Umsatzrentabilität gibt an, welcher Prozentsatz des Umsatzes schlussendlich als Gewinn zur Verfügung steht. Niedrige Umsatzrenditen machen Unternehmen anfällig für Verluste. So führt bei einer Umsatzrentabilität von zum Beispiel 2 % bereits ein relativ geringer Forderungsausfall zum kompletten Verlust des Jahresgewinn.

 

Reverse Factoring
Reverse Factoring wird häufig auch als Lieferanten- oder Einkaufsfinanzierung bezeichnet. Beim Reverse Factoring initiiert der Käufer einer Ware den Abschluss eines Factoringvertrags zwischen Lieferant und Factoringgesellschaft.
Reverse Factoring besteht in einem Dreiecksverhältnis zwischen Lieferant, Abnehmer und Factoring Gesellschaft. Der Lieferant stellt eine Rechnung an den Abnehmer. Dieser bestätigt der Factoringgesellschaft die Validität der Rechnung. Die Factoring Gesellschaft bezahlt den Forderungsbetrag ohne Abzug an den Lieferanten. Dem Abnehmer wird gleichzeitig ein Zahlungsziel eingeräumt. Am Ende des Zahlungsziels zahlt der Abnehmer den Rechnungsbetrag zuzüglich vereinbarter Zinsen an die Factoringgesellschaft.

Reverse Factoring kommt zum Einsatz, wenn Abnehmer am Abschluss eines Finanzierungsvertrages interessiert sind. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn ein langes Zahlungsziel gewünscht ist, dies durch den Lieferanten jedoch nicht realisiert werden kann. Gleichzeitig kann der Abnehmer durch Reverse Factoring Einsparungen durch Skonti erzielen und seine Stellung gegenüber den Lieferanten verbessern. In der Bilanz des Abnehmers erscheinen die Forderungen als Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und nicht als Bankdarlehen. Dies vergrößert die Unabhängigkeit gegenüber Banken.

Lieferanten erhalten sehr schnell nach Lieferung Liquidität und lagern ihr Debitorenrisiko auf die Factoringgesellschaft aus. Dies ist auch im Exportgeschäft möglich. Die Kosten für den Factorer zahlt typischerweise der Abnehmer.

 

Robo Advisor
Ein Robo Advisor ist eine Software zur automatisierten Anlageberatung. Der Robo Advisor wertet verschiedene Angaben eines Anlegers zum Beispiel zu Risikoneigung und zu den Anlagezielen aus und schlägt eine Portfoliolösung vor, mit der eine geeignete Anlagestrategie umgesetzt werden kann. Robo-Advisors gewinnen im Massengeschäft der Banken an Bedeutung, weil aufgrund des Kostendrucks nach kostengünstigen Ersatzlösungen für menschliche Anlageberater gesucht wird.
In der Praxis finden sich drei sehr unterschiedliche Typen von Robo Advisors. Typ I funktioniert wie eine Vermögensverwaltung. Der Algorithmus der Software schlägt das Anlegen in einem von mehreren vorgefertigten Portfolios vor. Nach der Investition in das Portfolio wird dieses in regelmäßigen Abständen adjustiert (Rebalancing).
Robo Advisors vom Typ II sind reine Beratungstools ohne nachgelagerte Vertragsabschlüsse. Diese Tools schlagen Anlegern Portfolios vor, die dann entweder bei einem mit dem Robo Advisor verbundenen Anbieter oder einer beliebigen anderen Bank geführt werden können.

Robo Advisors vom Typ III setzen die empfohlenen Anlagestrategien über einen Dachfonds um, der in jedes Wertpapierdepot eingefügt werden kann.

Der Betrieb eines Robo Advisors ist ein erlaubnispflichtiges Gewerbe und unterliegt der Aufsicht und Zustimmung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Robo Advisor Betreiber werben damit, Anlegern professionelle Portfolios zu geringen Kosten und mit geringem Zeitaufwand zur Verfügung zu stellen. Typischerweise setzen sich die Kosten aus den Gebühren der Zielfonds (zumeist handelt es sich um börsengehandelte Indexfonds) sowie den Entgelten des Robo Advisors zusammen. Im Fall von Robo Advisors vom Typ I wird eine jährliche Vermögensverwaltungsgebühr belastet, die sich am verwalteten Volumen bemisst. Im Fall von Robo Advisors des Typs III erhebt der Dachfonds eine jährliche Verwaltungsgebühr.

Bei der Ermittlung der Anlegerpräferenzen im Zuge eines Fragebogens finden sich sehr große Unterschiede. Einige Robo Advisors verwenden zu Ermittlung von Zielen, Kenntnissen und Risikoneigung der Anleger im Kern die Fragestellungen des WpHG Bogens, andere setzen auf Verfahren, die z. B. auf Erkenntnisse der Psychologie zurückgreifen.

 

Rückstellungen
Erwartet ein Unternehmen Verbindlichkeiten, muss es dafür Rückstellungen bilden. Das Wesen von Rückstellungen besteht darin, dass sie in ihrer Existenz und/oder ihrer Höhe ungewiss sind, zugleich aber eine ausreichend große Wahrscheinlichkeit dafür besteht, dass sie anfallen.

Rückstellungen zählt zu den Verbindlichkeiten. In der Bilanz finden Sie sich auf der Passivseite. Rückstellungen dürfen nicht mit Rücklagen wie zum Beispiel der Kapitalrücklage und der Gewinnrücklage verwechselt werden. Eine Gewinnrücklage entsteht, wenn ein Unternehmen Gewinne nicht ausgeschüttet, sondern einbehält und als Eigenkapital bilanziert. Eine Kapitalrücklage entsteht, wenn zum Beispiel über einen Börsengang der tatsächliche Emissionskurs über dem erwarteten Kurs liegt. Rückstellungen entstehen, wenn ein Unternehmen in Erwartung möglicher Verbindlichkeiten diesen Posten bildet.

Im Rechnungswesen wird zwischen Schuldrückstellungen und Aufwandsrückstellungen unterschieden. Schuldrückstellungen sind zum Beispiel relevant, wenn ein größerer Gerichtsprozess läuft und es zu hohen Schadensersatzforderungen kommen könnte. Dann besteht eine ungewisse Verbindlichkeit.

Eine Aufwandsrückstellung ist relevant, wenn ein Unternehmen Ausgaben beschlossen, jedoch noch nicht getätigt hat. Dies könnte zum Beispiel im Zusammenhang mit einer beschlossenen Übernahme der Fall sein.

In der Praxis sind Pensions- und Steuerrückstellungen besonders wichtig. Pensionsrückstellungen tätigen Unternehmen für betriebliche Rentenzahlungen an ihre Mitarbeiter. Steuerrückstellungen müssen gebildet werden, wenn es absehbar zu Nachzahlungen an das Finanzamt kommt.

STU

 

Sale and Lease Back Vertrag
Mit Sale and Lease Back können Unternehmen ein im Besitz befindliches Wirtschaftsgut an eine Leasinggesellschaft verkaufen und anschließend zurückleasen. Dadurch ist die durchgängige Nutzung möglich. Gleichzeitig können Vorteile bei Liquidität und Eigenkapital realisiert werden. Auch steuerliche Vorteile sind möglich.

Sale and Lease Back kann für diverse Wirtschaftsgüter angewandt werden, darunter zum Beispoiele Fuhrparks oder Immobilien. Das Prinzip: Ein Unternehmen verkauft einen Gegenstand seines Anlagevermögens an eine Leasinggesellschaft. Gleichzeitig wird ein Leasingvertrag über das Leasingobjekt abgeschlossen. Das Unternehmen erhält den Kaufpreis von der Leasinggesellschaft und zahlt anschließend die regelmäßigen Leasingraten.

Mit einem Sale and Lease Back Vertrag kann die Eigenkapitalquote erhöht werden. Ein Beispiel: Ein Gebäude im Wert von 1 Million EUR wurde mit einem Bankkredit zu 100 % finanziert. Das Gebäude wird anschließend für 1 Million EUR an eine Leasinggesellschaft verkauft und zurückgeleast. Der Bankkredit wird direkt danach getilgt. Auf der Aktivseite der Bilanz verschwindet das Gebäude, auf der Passivseite der Bankkredit. Dadurch verkürzt sich die Bilanz. Da sich keine Eigenkapitalposition ändert, steigt die Eigenkapitalquote. Dies verbessert potenziell das Rating des Unternehmens.
Sale and Lease Back bietet darüber hinaus Liquiditätsvorteile. Mit den Leasingraten muss nur der Teil der Abnutzung/Wertminderung bezahlt werden, der auch tatsächlich durch das Unternehmen genutzt wird. Es werden keine nicht genutzten Restwerte finanziert. Dies ist jedoch bei kreditfinanzierten Anschaffungen der Fall. Dadurch fallen die Kreditraten höher aus als die Leasingraten

 

Scoring
Scoring wird durch Wirtschaftsauskunfteien wie zum Beispiel die SCHUFA eingesetzt. Das Verfahren dient zur Ermittlung der Bonität eines Verbrauchers oder eines Unternehmens. Für das Scoring werden Informationen aus verschiedenen Quellen ausgewertet und als Note auf einer Ratingskala zusammengefasst.

Die meisten Scoringverfahren basieren auf dem Peer Group-Prinzip. Das bedeutet, dass ein beliebiger Verbraucher oder ein beliebiges Unternehmen einer Gruppe von Verbrauchern oder Unternehmen zugeordnet wird, zu denen eine weitgehende Übereinstimmung bonitätsrelevanter Merkmale vorliegt. Es wird davon ausgegangen, dass bei dieser Übereinstimmung auch das Zahlungsausfallrisiko übereinstimmend ist.

Scoringverfahren können sich verschiedenster Informationen bedienen. Die SCHUFA nutzt insbesondere Daten aus öffentlichen Verzeichnissen sowie Informationen der Vertragspartner. Ist zu einem Verbraucher z.B. bekannt, dass in der Vergangenheit Kredite nicht zurückgezahlt wurden, wird dies mit Negativmerkmalen dokumentiert. Solche Negativmerkmale führen dazu, dass die Kreditwürdigkeit massiv leidet.

Scoring geht jedoch über Negativmerkmale weit hinaus. Es dient dazu, Kreditwürdigkeit möglichst detailliert zumessen. Der Scorewert eines Verbrauchers kann darüber entscheiden, welcher Zinssatz bei einem Ratenkredit zur Anwendung kommt. Das Rating eines Unternehmens bei Auskunfteien wie Creditreform erfüllt dieselbe Funktion.
Beim Scoring von Unternehmen spielt insbesondere das Zahlungsverhalten und das Krediturteil eine wichtige Rolle. Auch Bilanzkennzahlen, Branche und Umsatz sind für die Bewertung der Bonität relevant.

 

Smart Grid
Smart Grid ist der englischsprachige Begriff für intelligentes Stromnetz. Der Begriff bezeichnet die Vernetzung von Erzeugung, Verbrauch, Speicherung, Übertragung und Verteilung in der Stromversorgung. Dadurch soll die Energieversorgung effizienter werden.

Smart Grids gewinnen durch strukturelle Veränderungen im Bereich der Elektrizitätswirtschaft an Bedeutung. Die Stromversorgung in Deutschland wird heute zunehmend dezentral bereitgestellt. Es gibt eine sehr viel größere Anzahl von Produzenten wie z. B. Windräder oder Fotovoltaikanlagen. Insbesondere Stromerzeugung mit erneuerbaren Energien ist durch schwankende Produktionsmengen gekennzeichnet. Auf diese Schwankungen müssen andere Teilnehmer der Wertschöpfungskette reagieren.

Ein Beispiel für Smart Grid Anwendungen: Aufgrund eines abflauendes Windes sinkt die Erzeugung von Strom durch Windenergieanlagen. Die Anlagen teilen diese Information über Smart Grids mit. Dadurch werden automatisch Kapazitäten in anderen Kraftwerken hochgefahren. Dadurch bleibt die Menge des produzierten Stroms konstant. Die Informationen der Winderzeuger können mit aktuellen Daten von Wetterdiensten kombiniert werden. So ist es zum Beispiel möglich, einen Abfall der Stromerzeugung durch Windräder mit einem zeitlichen Vorlauf zu prognostizieren.
Bestandteil von Smart Grids sind auch intelligente Stromzähler. Diese können zum Beispiel elektrische Geräte in Haushalten immer dann einschalten, wenn im Stromnetz gerade viel Strom verfügbar ist. Dadurch lassen sich Stromproduktion und Verbrauch angleichen. Dieselbe Funktion könnte in Zukunft auch auf Elektrofahrzeuge ausgeweitet werden.

 

Smart Home
Smart Home bezeichnet als Oberbegriff verschiedene technische Systeme, die in privaten Wohnräumen eingesetzt werden. Diese Einrichtungen vernetzen zum Beispiel Gegenstände innerhalb der Wohnung miteinander und bieten dadurch einen Zugewinn an Sicherheit oder Bequemlichkeit. Zudem kann der Zugriff auf Smart Home Systeme über ein Smartphone möglich sein.

Ein Beispiel für eine Anwendung im Smart Home sind Heizungsthermostate, die Via App ferngesteuert werden können. Der Anwender kann dann die Temperatur seines Wohnraums erhöhen, kurz bevor er dort eintrifft – oder dies automatisch durch sein Smartphone erledigen lassen, das seinen Standort kennt.

Ein weiters Beispiel für Smart Home sind Kühlschrankkameras. Eine solche Kamera ermöglicht es, den Inhalt des Kühlschranks von jedem Ort via Smartphone nachzuvollziehen. Dadurch können unvollständige oder mehrfache Einkäufe vermieden werden. Ebenso technisch möglich sind Wasserkocher, die zu einer bestimmten Uhrzeit oder nach einer bestimmten, via Smartphone übermittelten Handlung Kaffee kochen.

Zu den bekanntesten Anwendungsfällen im Bereich der Energieversorgung zählt Smart Metering. Über sogenannte intelligente Stromzähler können die Stromkosten optimiert werden. Der Stromzähler ermittelt via Internet, wann die Strompreise am günstigsten sind und startet dann zum Beispiel automatisch die Waschmaschine.

Auch elektronische Türschlösser sind dem Smart Home Bereich zuzurechnen. Auf einem Smartphone wird eine automatische Entriegelungsfunktion installiert. Gelangt das Smartphone in die Nähe der Tür, wird diese entriegelt. Anwender können dann zum Beispiel ohne das Abstellen von Einkaufstüten in die Wohnung gelangen.

 

Sonderprojektfinanzierung
Über Sonderprojektfinanzierungen stellen Unternehmen Mittel für außerordentliche Aufgaben wie zum Beispiel Forschung und Entwicklung bereit. Neben Wachstumsfinanzierung und Refinanzierung gehört die Sonderprojektfinanzierung zu den wichtigsten Finanzierungsaufgaben vieler Unternehmen.

Eine Sonderprojektfinanzierung ist häufig mit zusätzlichen Schwierigkeiten verbunden. Bei klassischen Investitionfinanzierungen werden typischerweise Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens angeschafft. Ein Beispiel: Ein Unternehmen erwirbt einen Fuhrpark mit einem Kredit. Der Fuhrpark kann der Bank zugleich als Sicherheit dienen.
Bei Investitionen in Forschung und Entwicklung verhält es sich anders. Zwar könnte ein Unternehmen auch hier mögliche künftige Patente und andere Zeugnisse der Forschungstätigkeit als Sicherheit hinterlegen. Da der Wert dieser Sicherheiten zum Zeitpunkt der Kreditaufnahme noch höchst ungewiss ist, werden Banken zusätzliche Sicherheiten verlangen oder einen Risikozuschlag in den Darlehenszins einpreisen.

Dient eine Sonderprojektfinanzierung Aufgaben wie zum Beispiel Forschung und Entwicklung, sollten Unternehmen eine gute Beratung in Anspruch nehmen. In vielen Fällen kann das Vorhaben bezuschusst werden. So stellen zum Beispiel einige Bundesländer über Förderbanken und verschiedene Programme Zuschüsse und vergünstigte Darlehen zur Verfügung. Von diesen können auch kleine und mittelständische Unternehmen profitieren.

 

Substanzwert
Der Substanzwert ist ein Begriff aus der Unternehmensbewertung. Der Substanzwert wird häufig ergänzend zum Ertragswert eines Unternehmens ermittelt. Im Kern beschreibt der Substanzwert, welcher Aufwand notwendig wäre, um ein bestimmtes Unternehmen zu reproduzieren.

Der Substanzwert ist eine Bestandsgröße (während zum Beispiel der Ertragswert eine Stromgröße ist). Die Basis für die Ermittlung des Wertes ist das betriebsnotwendige und nicht betriebsnotwendige Vermögen eines Unternehmens. Dazu zählen materielle und immaterielle Güter inklusive Vermögensgegenstände wie zum Beispiel Bankguthaben. Immobilien, Fahrzeuge, Maschinen, Lizenzen, Kundenbindungen, Bekanntheitsgrad etc. – all dies ist Gegenstand des Substanzwertes.
Der Substanzwert eines Unternehmens versteht sich damit als Summe der einzelnen Werte aller Vermögensgegenstände im Unternehmen. Bestehen Verbindlichkeiten und/oder Rückstellungen, müssen diese von der Summe der Vermögensgegenstände abgezogen werden. Das Ergebnis ist der Nettosubstanzwert (Net Asset Value).

Von besonderer Bedeutung ist der Vergleich des Substanzwerts mit dem Ertragswert. Der Ertragswert ist (bei verschiedenen in der Praxis angewandten Berechnungsmethoden) im Kern der Wert der diskontierten Gewinne der Zukunft. Liegt der Ertragswert über den Substanzwert, ist der Firmenwert positiv (Goodwill). Im umgekehrten Fall ist der Firmenwert negativ (Badwill). Das Verhältnis von Ertragswert zu Substanzwert gibt an, ob der dispositive Faktor eines Unternehmens die einzelnen Produktionsfaktoren effektiv einsetzt oder nicht.

 

Unterhaltungsaufwand
Unterhaltungsaufwand im Betrieb betrifft in steuerlicher Hinsicht die vorbeugende Instandhaltung sowie die notwendige Instandsetzung von Wirtschaftsgütern. Der Unterhaltungsaufwand ist vom Herstellungsaufwand zu unterscheiden. Unterhaltungsaufwand gilt als Betriebsausgabe.

Unterhaltungsaufwand kann prinzipiell im Zusammenhang mit allen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens anfallen. Dies betrifft zum Beispiel den Fuhrpark. Hier zählen Reparaturen, TÜV-Besuche, Inspektionen etc. zum Unterhaltungsaufwand.
Die Abgrenzung zwischen Herstellungsaufwand und Unterhaltungsaufwand verlockt insbesondere dort, wo Aufwand betrieben wird, um einen bereits früher existenten Zustand wiederherzustellen bzw. einen bestehenden Zustand beizubehalten. Wird dagegen durch Aufwand zusätzliches Vermögen geschaffen, handelt es sich um Herstellungsaufwand. Das geschaffene Vermögen muss bilanziert werden.

Unterhaltungsaufwand kann in direktem Zusammenhang mit Leasing anfallen. Wird zum Beispiel ein Fuhrpark geleast, sind in den Leasingraten auch die Kosten des Leasinggebers für Instandhaltung und Reparaturmaßnahmen enthalten. Eine gesonderte Erklärung als Unterhaltungsaufwand ist dann nicht notwendig, da ohnehin die gesamte Leasingrate als Betriebsausgabe steuerlich geltend gemacht werden kann.

 

Überbrückungskredit
Ein Überbrückungskredit dient dazu, einen temporären Mangel an Liquidität im Unternehmen auszugleichen. Überbrückungskredite werden bei Banken beantragt. Für die Kredite können Sicherheiten erforderlich sein.
Ein typischer Anlass für einen Überbrückungskredit sind Zwischenfinanzierungen und Vorfinanzierungen. Ein Beispiel: Ein Unternehmen produziert im Juni eines Jahres ein Exportgut und verschifft dieses im Anschluss daran nach Übersee. Der Zahlungseingang ist sichergestellt, erfolgt jedoch erst Mitte August. Für die Produktion muss das Unternehmen vorab Rohstoffe und Löhne bezahlen.

Da Auszahlungen im Zusammenhang mit der Produktion deutlich früher erfolgen als die Erlöse gutgeschrieben werden, benötigt das Unternehmen Liquidität. Steht diese nicht als Guthaben zur Verfügung, kann ein Überbrückungskredit helfen. Mit dem Kredit werden die Rohstoffe und die Löhne vorfinanziert. Anschließend startet die Produktion. Nach dem Zahlungseingang im August wird der Überbrückungskredit nebst Zinsen zurückgezahlt.

Die Rückzahlung erfolgt dann in einer Summe. Der Überbrückungskredit berücksichtigt dabei, dass dem Unternehmen vor dem Zahlungseingang und damit vor der Fälligkeit des Kredits keine überschüssige Liquidität zur Verfügung steht. Deshalb wären Ratenkredite mit monatlichen Zahlungen an dieser Stelle ungeeignet.

Überbrückungskredite werden bei Banken beantragt. Die Einräumung eines Kredits erfordert ein gutes Rating. Häufig verlangen Banken Sicherheiten. Dabei kann es sich zum Beispiel um Immobilien, Fahrzeuge oder auch die Forderung gegen den Abnehmer des zu produzierenden gutes handeln.

VWX

 

Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten sind das Gegenstück zu Forderungen. Eine Verbindlichkeit bezeichnet die Verpflichtung eines Schuldners, bis zum Ende einer festgelegten Frist einen festgelegten Geldbetrag an den Gläubiger zu bezahlen. In einem Unternehmen entstehen zum Beispiel Verbindlichkeiten, wenn Waren angeliefert werden und die Zahlung mit Zahlungsziel auf Rechnung erfolgt.

In der Regel sind Verbindlichkeiten mit offenen Rechnungen gleich zu setzen. Eine Verbindlichkeit kann jedoch auch darin bestehen, dass gegenüber einem Schuldner bestimmte Leistungen erbracht werden müssen. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Handwerksunternehmen von einem Kunden Vorkasse verlangt. Nachdem der Kunde gezahlt hat, besteht eine Verbindlichkeit gegenüber dem Kunden zur Erbringung der vereinbarten Leistung (zum Beispiel Neueindeckung des Daches).
Verbindlichkeiten können gegenüber verschiedenen Typen von Gläubigern bestehen. Kreditoren sind typischerweise Lieferanten, die Lieferungen und Leistungen zur Verfügung stellen und die mit Zahlungsziel bezahlt werden. Verbindlichkeiten gegenüber Banken entstehen durch die Aufnahme von Krediten. Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt entstehen durch den Zugang von Steuerbescheiden, in denen Nachzahlungen festgelegt werden. Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt entstehen darüber hinaus zu festgelegten Terminen, soweit sie die Vorauszahlungen für ein bestimmtes Steuerjahr betreffen.

Verbindlichkeiten sind auf der Passivseite der Bilanz zu finden. Die Verbindlichkeiten müssen in der Liquiditätsplanung berücksichtigt werden. Zur Erfüllung von Verbindlichkeiten fließt Liquidität ab. Dieser abfließenden Liquidität müssen Mittelzuflüsse aus Forderungen gegenüberstehen.

 

Vermögensverwalter
Vermögensverwalter legen im Auftrag ihrer Klienten Geld an und treffen dabei auch Anlageentscheidungen. Welche Anlageentscheidungen getroffen werden können, hängt vom erteilten Mandat ab. Vermögensverwalter können für private und institutionelle Kunden tätig werden.

Am Beispiel lässt sich die Vermögensverwaltung sehr einfach erklären. Ein Privatkunde besitzt Liquidität in Höhe von 100.000 EUR. Er beschließt, dieses Geld am Kapitalmarkt zu investieren. Er möchte ein ausgewogenes Portfolio aus Anleihen und Aktien und strebt eine breite Diversifikation an.

Der Kunde könnte sein Vermögen selbst anlegen und einmalig Aktien und Anleihen kaufen und das Depot in regelmäßigen Abständen neu justieren. Alternativ dazu kann er einen Vermögensverwalter damit beauftragen. Diesem erteilt er ein Mandat für Anlagen in bestimmten Risikoklassen.

Der Vermögensverwalter wird die Ziele des Kunden so genau wie möglich definieren und anschließend das Geld anlegen. Er könnte zum Beispiel ein Portfolio mit 50 % Aktienanteil und 50 % Anleiheanteil initial erwerben. Im Anschluss an den initialen Erwerb passt der Vermögensverwalter das Portfolio in regelmäßigen Abständen an. Dies kann zum Beispiel erforderlich sein, wenn der Aktienanteil infolge von Kursgewinnen gestiegen ist. Dann veräußert der Vermögensverwalter einen Teil der Aktien und kauft im Gegenzug Anleihen, um das Portfolio wieder auszugleichen (Rebalancing).

Vermögensverwalter vereinbaren mit ihren Kunden eine Gebühr für die Dienstleistung. Diese kann als Pauschale oder (häufiger) als Prozentsatz des verwalteten Depotvolumens erhoben werden. Mit der Vermögensverwaltungsgebühr sind weitere Kosten wie zum Beispiel Verwaltungskosten von Fonds nicht abgegolten.

 

Verwertungsrisiko
Die Verteilung des Verwertungsrisikos kann bei Leasingverträgen darüber entscheiden, ob das Leasingobjekt beim Leasinggeber oder dem Leasingnehmer bilanziert werden muss. Die Grundlagen dafür sind in den Leasingerlassen geregelt.
Bei Leasing mit Vollamortisation kann dem Leasingnehmer eine Kaufoption nach Ende der Grundleasinglaufzeit zustehen. Dann kann die Bilanzierung dennoch beim Leasinggeber erfolgen, wenn für den Kaufpreis bestimmte Bedingungen gelten. Der Kaufpreis darf bei Vertragsabschluss nicht genau feststehen. Er muss zudem mindestens den Restbuchwert nach linearer AfA Methode erreichen oder beim niedrigeren Marktwert liegen.

Auch bei Leasing mit Teilamortisation spielt die Aufteilung des Verwertungsrisikos eine wesentliche Rolle. Der Gesetzgeber verlangt eine Bilanzierung dort, wo der wesentliche wirtschaftliche Einfluss besteht. Dies ist bei der Partei zu vermuten, die Chancen und Risiken aus der Verwertung des Leasingobjekts trägt. Steht dem Leasinggeber nach Ablauf der Grundleasinglaufzeit ein Andienungsrecht zu, kann er die Bilanzierung vornehmen. Der Grund: Das Andienungsrecht ermöglicht es dem Leasinggeber, das Leasingobjekt zu einem höheren Preis als dem kalkulierten Restwert zu verkaufen.

Verkauft die Leasinggesellschaft das Leasingobjekt zu einem Preis oberhalb des Restwertes, muss das Verwertungsrisiko bei der Aufteilung der Mehrerlöse berücksichtigt werden. Der Leasinggeber muss zu mindestens 25 % am Erlös beteiligt werden, um die Bilanzierung vornehmen zu können.

 

Virtual Reality
Virtual Reality, auch VR, bezeichnet die Darstellung der Realität mit allen ihren Dimensionen in einer künstlichen, virtuellen Umgebung. Der Begriff gewinnt im Zusammenhang mit Computerspielen, aber auch in vielen Wirtschaftsbereichen an Bedeutung. Dann ist Virtual Reality eng verbunden mit Augmented Reality.

In der virtuellen Realität können sich Teilnehmer bewegen und mit ihrer Umwelt interagieren. Die virtuelle Realität wird durch spezielle Hardware zugänglich gemacht. Im Mittelpunkt stehen dabei sogenannte VR Brillen. Anders als beim Blick auf einen Bildschirm besteht das gesamte Sichtfeld des Nutzers dann in der virtuellen Realität. Diese reagiert auf seine Handlungen. So ist es zum Beispiel durch ein sensorgestütztes Umfeld möglich, in der virtuellen Realität Strecken zu absolvieren, Türen zu öffnen, Gegenstände in die Hand zu nehmen etc.

Virtual Reality gewinnt in der Wirtschaft auch außerhalb der Spieleindustrie an Bedeutung. In Zukunft könnten Verbraucher einen Supermarkt mit einer VR Brille virtuell begehen und Produkte aus den Regalen in einen virtuellen Einkaufskorb legen. Über Augmented Reality Lösungen könnten detaillierte Informationen zu jedem einzelnen Produkt zur Verfügung gestellt werden. Diese könnten in der VR Brille durch das Anklicken eines Buttons mit dem Finger aktiviert werden. Ist der Einkauf zusammengestellt und bezahlt, liefert der Supermarkt anschließend die Ware nach Hause – und zwar ganz real.

 

Vorsteuerabzug
Der Vorsteuerabzug ist Bestandteil des deutschen Umsatzsteuerrechts. Unternehmen dürfen Umsatzsteuer, die in Rechnung gestellt wurde, mit in hauseigenen Rechnungen erzielten Umsatzsteuern verrechnen.

Unternehmen erstellen in der Regel einmal monatlich eine Umsatzsteuervoranmeldung. Dabei werden dem Finanzamt die durch eigene Rechnung vereinnahmten Umsatzsteuern ebenso übermittelt wie die Steuerbeträge, die an andere Unternehmen als Umsatzsteuer gezahlt wurden. Der Saldo aus diesen beiden Posten wird an das Finanzamt überwiesen bzw. von diesem erstattet.

Ein Beispiel: Ein Unternehmen stellt seinen Kunden in einem Monat Rechnungen über 1 Million EUR netto und vereinnahmt damit 190.000 EUR Umsatzsteuer. Im selben Monat wurden Rechnungen in Höhe von 500.000 EUR netto an andere Unternehmen bezahlt. Dabei fiel Umsatzsteuer in Höhe von 95.000 EUR an. Das Unternehmen fertigt am Zehnten des Folgemonats eine Umsatzsteuervoranmeldung an und leistet eine Zahlung in Höhe von 95.000 EUR an das Finanzamt.

Unternehmen können für den Vorsteuerabzug beim Finanzamt eine Dauerfristverlängerung vereinbaren. Diese beträgt einem Kalendermonat. Die Umsatzsteuervoranmeldung für Dezember muss dann zum Beispiel regelmäßig erst am 10. Februar abgegeben werden. Basis für die Berechnung kann sowohl der Sollzustand als auch der Ist-Zustand sein. Bei der Sollversteuerung wird die Umsatzsteuer nach den ausgestellten und erhaltenen Rechnungen, bei der Ist-Versteuerung nach tatsächlichen Zahlungen berechnet.

 

Wachstumsfinanzierung
Mit einer Wachstumsfinanzierung realisieren Unternehmen Expansionspläne. Diese können zum Beispiel Produktionskapazitäten, Vertriebskanäle, neue Produkte etc. betreffen. Auch Akquisitionen können durch eine Wachstumsfinanzierung realisiert werden. Die Wachstumsfinanzierung gehört neben Refinanzierung, Sonderprojektfinanzierung und Nachfolgefinanzierung zu den wichtigsten Finanzierungsaufgaben von Unternehmen.
Für eine Wachstumsfinanzierung stehen unterschiedliche Optionen zur Auswahl. Ist eine Innenfinanzierung (aus Einzahlungsüberschüssen) nicht möglich, müssen Instrumente der Außenfinanzierung herangezogen werden. Ein Unternehmen könnte zur Wachstumsfinanzierung eine Anleihe platzieren, eine Kapitalerhöhung vornehmen oder Mezzanine Kapital aufnehmen.

Eine Wachstumsfinanzierung kann die bilanzielle Situation eines Unternehmens signifikant verändern. Wird die Finanzierung vollständig mit Fremdkapital realisiert, senkt dies die Eigenkapitalquote des Unternehmens. Dies kann zu einem verschlechterten Rating und hohen Finanzierungskosten führen. Wird eine Wachstumsfinanzierung im Wesentlichen über Eigenkapital gestemmt, kann eine signifikante Veränderung der Eigentümerstruktur notwendig sein. Insbesondere Beteiligungsgesellschaften, die Kapital für Wachstumsfinanzierung und zur Verfügung stellen, verlangen häufig erhebliche Mitspracherechte im Unternehmen.

In der Praxis benötigen viele Unternehmen laufend Mittel zur Wachstumsfinanzierung. Dann sind einschneidende Maßnahmen wie Kapitalerhöhungen oft ungeeignet. Mezzanine Capital als Hybrid zwischen Eigen- und Fremdkapital kann dann eine Lösung darstellen. Beispiele dafür sind partiarische Nachrangdarlehen. Diese beteiligen den Darlehensgeber an Unternehmensgewinnen. Gleichzeitig werden durch die Nachrangigkeit der Forderung andere Gläubiger nicht verunsichert. Zudem sind keine Änderungen an der Eigentümerstruktur erforderlich.

 

Warenkreditversicherung
Eine Warenkreditversicherung zahlt, wenn ein gewährter Lieferantenkredit platzt und der Schuldner nicht zahlt. Warenkreditversicherungen sind damit ein Instrument des Forderungsmanagements. Sie können Unternehmen vor existenziellen Zahlungsausfällen schützen.

Vereinbart ein Lieferant mit seinen Abnehmern ein Zahlungsziel von zum Beispiel 60 Tagen, gewährt er seinen Kunden einen Kredit. Zahlt der Kunde erst sehr spät oder sogar gar nicht, kommt es zu Liquiditätsengpässen bzw. zu Abschreibungen. Bei großen Forderungen sind die Problemstellungen von entsprechender Tragweite.

Der Ausfall einer Forderung ist das versicherte Risiko einer Warenkreditversicherung. Spezialisierte Versicherer bieten diese Versicherungen auch relativ kleinen Unternehmen an. Typischerweise werden alle Forderungen eines Unternehmens versichert. Der Versicherer kann Obliegenheiten definieren. So kann zum Beispiel vereinbart werden, dass der Versicherungsnehmer nur Lieferanten Kredit gewähren kann, die über eine gute Creditreform Auskunft verfügen.

Typischerweise wird eine Forderung bis zu einem bestimmten Betrag pauschal versichert. Für einzelne größere Forderungen gegenüber bestimmten Lieferanten können individuelle Limits mit dem Versicherer vereinbart werden. Kommt es zum Eintritt des Versicherungsfalls, leistet der Versicherer zum Beispiel 90 % der Forderung abzüglich einer Selbstbeteiligung.
Die Beiträge zur Warenkreditversicherung können als Betriebskosten abgesetzt werden. Die Prämien werden typischerweise in den Verkaufspreis einkalkuliert.

 

Working Capital
Das Working Capital ist definiert als Differenz aus Umlaufvermögen und kurzfristigen Verbindlichkeiten. Ist diese Differenz positiv, wird ein Teil des Umlaufvermögens mit langfristig finanziertem Kapital abgedeckt. Ein negatives Working Capital bedeutet, dass mit dem Umlaufvermögen nicht alle kurzfristigen Verbindlichkeiten gedeckt werden können. Dies wiederum bedeutet, dass ein Teil des Anlagevermögens kurzfristig finanziert ist, wovon grundsätzlich abgeraten wird. Unternehmen mit einem negativen Working Capital können sich schnell Liquiditätsschwierigkeiten gegenübersehen. Schon relativ kleine Forderungsausfälle oder verzögerte Zahlungen von Kunden können dazu ausreichen.

Dass ein zu niedriges Working Capitall negativ ist, bedeutet jedoch im Umkehrschluss nicht, dass eine Maximierung anzustreben ist. Ein zu hohes Working Capital kann zum Beispiel auf eine zu umfangreiche Lagerhaltung und damit auf eine ineffiziente Kapitalbindung im Unternehmen hinweisen. Dies reduziert die Eigenkapitalrentabilität. Aufgabe des Working Capital Managements ist es, Optimierungen insbesondere durch Änderungen bei Lagerhaltung und Forderungsmanagement herbeizuführen.

Das Working Capital allein ist keine hinreichend aussagekräftige Kennzahl. Zur Bewertung von Unternehmen müssen weitere Bilanzkennzahlen herangezogen werden.

YZ

 

Zahlungsbürgschaft
Eine Zahlungsbürgschaft ist die Verpflichtung eines Dritten, Verpflichtungen gegenüber einem Gläubiger zu erfüllen, sofern der eigentliche Schuldner diesen Verpflichtungen nicht nachkommen kann oder will.

Eine Zahlungsbürgschaft spielt zum Beispiel bei Krediten eine Rolle. Ein Beispiel: Ein Startup Unternehmen benötigt einen Kredit über 30.000 EUR. Die Bank lehnt die Kreditvergabe unter Hinweis auf die gerade erst beginnende Geschäftstätigkeit ab. Der Gründer bürgt deshalb als Privatperson für die Verbindlichkeiten seines als GmbH firmierenden Startups.

Ein weiteres Beispiel: Ein Großunternehmen gründet ein Startup Unternehmen als GmbH. Die GmbH benötigt 50 Millionen EUR Kredit für Forschung und Entwicklung, hat jedoch noch keinerlei Umsätze erzielt. Auch hier wird die Bank ablehnen. Die Bank wird den Kredit jedoch bewilligen, wenn das Großunternehmen eine Zahlungsbürgschaft übernimmt und für die Verbindlichkeiten der GmbH haftet.

Typischerweise müssen Bürgen die selbstschuldnerische Bürgschaft unter Verzicht auf die Einrede der Vorausklage, die Einrede der Anfechtbarkeit und die Einrede der Aufrechenbarkeit bis zu einem in der Bürgschaftsurkunde festgelegten Betrag übernehmen. Dies bedeutet, dass der Bürge auf Verlangen des Gläubigers bezahlen muss und nahezu keinerlei Abwehrmöglichkeiten mehr besitzt. Eine Zahlungsbürgschaft erlischt mit der Rückgabe der Bürgschaftsurkunde. Zusätzlich kann die Bürgschaft befristet werden.

 

Zahlungsgarantie
Eine Zahlungsgarantie kommt zum Einsatz, wenn einem Gläubiger die Bonität des Schuldners und dessen sonstige Sicherheiten nicht ausreichen. Der Gläubiger verlangt dann die Zahlungsgarantie einer dritten Partei und liefert nur unter dieser Bedingung. Zahlungsgarantien sind im wirtschaftlichen Alltag von essenzieller Bedeutung.
Eine sehr simple Form der Zahlungsgarantie ist eine Bürgschaft. Ein Beispiel: Ein Startup benötigt einen Kredit über 5 Millionen EUR. Da kaum Umsätze vorliegen, gewährt jedoch keine Bank das Darlehen. Deshalb bürgt die Muttergesellschaft des Startups für den Kredit. Kann dieses danach den Kredit nicht zurückzahlen, muss die Muttergesellschaft die Bürgschaft einlösen.

Eine Zahlungsgarantie liegt auch vor, wenn Unternehmen ihren Kunden Zahlungen mit Kredit- oder Girokarten ermöglichen. In diesem Fall liegt eine Zahlungsgarantie der kartenausgebenden Bank vor. Diese garantiert dem Verkäufer, dass der bezahlte Betrag auch tatsächlich zur Verfügung gestellt wird.

Auch eine Warenkreditversicherung beinhaltet eine Zahlungsgarantie. Dabei schließen Unternehmen eine Versicherung gegen Zahlungsausfälle ab. Es kann sich um eine globale Versicherung für alle Zahlungsausfälle akzeptierter Schuldner oder um eine einzelne Zahlungsgarantie für eine bestimmte Forderung handeln. Der Versicherer leistet die Zahlung, wenn der Versicherungsfall eintritt und der Schuldner nicht zahlt.

Eine Zahlungsgarantie verschafft sich auch jedes Unternehmen, das sich für Forfaitierung oder Factoring entscheidet. Beim Factoring werden alle Forderungen (die Bedingungen erfüllen) verkauft, bei Forfaitierung werden einzelne Forderungen veräußert. In beiden Fällen entfällt das Adressenausfallrisiko.

FinCompare wurde als geprüftes Vergleichsportal in der Kategorie Vermittlungsservice ausgezeichnet. Damit ist FinCompare als erster Vermittlungsservice vom TÜV Saarland nach den folgenden Kriterien zertifiziert: Qualität der Beratung, Aktualität, vielfältige Suchoptionen, Transparenz, Übersichtlichkeit, Datenschutz.

Sie haben ein Anliegen, Feedback oder Fragen? Wir helfen Ihnen gerne persönlich weiter und melden uns bei Ihnen zu Ihrer Wunschzeit:
Ihr Fincompare Berater
Jonathan Immel (FinCompare Finanzexperte)

Oder nehmen Sie mit uns Kontakt per E-Mail auf.
Fincompare Icon Infobox