Imparitätsprinzip

Was versteht man unter dem Imparitätsprinzip?

Das Imparitätsprinzip beschreibt einen Grundsatz bei der Erstellung einer Bilanz. Es zwingt den Unternehmer alle im Rahmen der Buchführung vorkommenden Geschäftsvorfälle mit Vorsicht zu behandeln.

Seinen gesetzlichen Niederschlag findet das Imparitätsprinzip in der Vorschrift des § 252 Absatz 1 Nr. 4 Handelsgesetzbuch (HGB). Hiernach sollen die am Bilanzstichtag noch nicht entstandenen Verluste und alle vorhersehbaren Risiken in dem Jahresabschluss eines Unternehmens berücksichtigt werden, wenn sie zum Bilanzstichtag schon bekannt waren. Analog verlangt das ebenfalls im HGB verankerte Realisationsprinzip, dass in der Bilanz nur die Gewinne ausgewiesen werden, die am Bilanzstichtag bereits realisiert wurden.

Wozu dient dieses Prinzip?

Durch das Imparitätsprinzip werden die Gläubiger eines Unternehmens geschützt. Deshalb werden dem Unternehmer Buchungsregeln vorgegeben, die er bei dem Ansatz und der Bewertung des Anlage- und Umlaufvermögens, der Verbindlichkeiten und der Bildung von Rückstellungen zu beachten hat.

Folgt der Unternehmer dem Imparitätsprinzip, entsteht ein realistisches Bild. Die Gläubiger bekommen einen besseren Überblick über die Finanzlage des Unternehmens. Nach dieser Information können sie ihre Entscheidung treffen: Entweder sie arbeiten weiter mit dem Unternehmen zusammen oder sie distanzieren sich davon. Durch die Forderung einer vorsichtigen Bewertung der Vermögensgegenstände des Anlage- und Umlaufvermögens, verringert sich die Bilanzsumme. Das Unternehmen ist weniger wert.

Beispiele für das Imparitätsprinzip

  • Das Niederstwertprinzip verlangt bei einer dauerhaften Wertminderung eines Vermögensgegenstandes des Anlage- oder Umlaufvermögens eine Abschreibung auf diesen Wert.
  • Bei den Rückstellungen für drohende Verluste gilt gemäß § 249 HGB eine Passivierungspflicht.
  • Das Höchstwertprinzip ist im § 256a HGB definiert. Hiernach sind das Vermögen und die Verbindlichkeiten in fremder Währung zum Bilanzstichtag in Euro umzurechnen. Ergibt sich bei den Verbindlichkeiten ein höherer Rückzahlungsbetrag, ist dieser maßgeblich.
  • Das Anschaffungskostenprinzip erlaubt bei dem Kauf eines Vermögensgegenstandes höchstens den Ansatz der Anschaffungs- und Herstellungskosten. Dieser Betrag ist um die Abschreibung zu mindern (§ 253 Absatz 1 HGB).
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