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Zinsdeckungsgrad

Was ist der Zinsdeckungsgrad?

 

Der Zinsdeckungsgrad (auch bekannt als Zinsabdeckungsgrad oder Zinslastquote) ist eine Finanzkennzahl, die die Fähigkeit eines Unternehmens ausdrückt, seine Zinsaufwendungen durch den Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) zu decken. Diese Kennzahl ist somit besonders aus Sicht von Gläubigern relevant, um einzuschätzen, ob sich die Kapitalbereitstellung für sie lohnt oder nicht. Es gibt damit einen direkten Zusammenhang zwischen dem Zinsdeckungsgrad und der Kreditwürdigkeit eines Unternehmens.

Wie wird der Zinsdeckungsgrad berechnet?

Der Zinsdeckungsgrad wird berechnet, indem man das Verhältnis des EBIT zu den Zinsaufwendungen bildet. Die Formel lautet:

Zinsdeckungsgrad = EBIT / Zinsaufwendungen.

Wie kann man den Zinsdeckungsgrad interpretieren?

Ein hoher Zinsdeckungsgrad zeigt, dass das Unternehmen in der Lage ist, ihre Schulden zu tragen und somit eine höhere Kreditwürdigkeit aufweist. Ein niedriger Zinsdeckungsgrad hingegen deutet darauf hin, dass das Unternehmen Schwierigkeiten hat, seine Schulden zu tragen und somit eine niedrigere Kreditwürdigkeit aufweist. Es ist daher wichtig, dass Investoren und Gläubiger den Zinsdeckungsgrad bei der Beurteilung der Kreditwürdigkeit eines Unternehmens oder einer Regierung berücksichtigen.

Beachten sollte man jedoch auch, dass ein hohes EBIT dafür sorgt, dass der Zinsdeckungsgrad steigt. Er erhöht sich aber auch dann, wenn der Zinsaufwand sinkt. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Unternehmen nur wenig investieren und daher nur wenig Fremdkapital benötigen. Es ist somit möglich, dass ein hohe Zinsdeckungsgrad nicht das Ergebnis eines erfolgreichen Wirtschaftens, sondern einer geringen Investitionstätigkeit ist. Daher ist es wie bei allen Finanzkennzahlen erforderlich, dass betrachtet wird, wie diese Zahlen entstehen.

Wie ist die aktuelle Lage der Unternehmen beim Zinsdeckungsgrad?

Eine Auswertung der Creditreform Wirtschaftsdatenbank ergab, dass im Zeitraum 2019 bis 2021 19,3 Prozent der fremdfinanzierten Unternehmen in Deutschland keine ausreichende Schuldentragfähigkeit auf. Das heißt somit, dass der operative Gewinn zur Finanzierung der Kreditzinsen nicht ausreicht.

Quelle: https://www.creditreform.de/aktuelles-wissen/pressemeldungen-fachbeitraege/news-details/show/insolvenzen-in-deutschland-jahr-2022

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