Handwerksbetriebe brauchen digitalen Finanzierungszugang

Handwerksbetriebe

Die Wünsche der Handwerksbetriebe bezüglich der Finanzgeschäfte sind sehr breit gefächert. Das geht aus einer aktuellen Umfrage hervor, die vom Deutschen Handwerksblatt gemeinsam mit der TARGOBANK durchgeführt und ausgewertet wurde. An der Umfrage beteiligten sich rund 240 deutsche Handwerksbetriebe. Das heißt, das Resultat kann durchaus als repräsentativ betrachtet werden. Die grundsätzliche Tendenz läuft auf einen Mix aus digitalen Dienstleistungen und einer intensiven persönlichen Betreuung hinaus.

Das ist den deutschen Handwerksbetrieben besonders wichtig!

Ein persönlicher Ansprechpartner für Finanzgeschäfte aller Art rangiert bei den Handwerkern ganz weit vorn. Diesen Wunsch gaben 60 Prozent der befragten Betriebe an. Das ist auch durchaus verständlich, denn in den meisten handwerklichen Bereichen ist der Bedarf bei liquiden Mitteln für die Vorfinanzierung der Technik, der Verbrauchsmaterialien sowie der Lohnkosten und Fahrtkosten sehr hoch. Dort sind sie bei größeren Objekten, die erst nach der kompletten Fertigstellung abgerechnet werden, häufig auf Überbrückungskredite angewiesen.

Genau daraus resultiert ein zweiter Wunsch an die Partner für die Abwicklung der Finanzgeschäfte. Handwerksbetriebe wünschen sich Banken, die sehr kurzfristig über Kreditanfragen entscheiden. Als maximalen Zeitraum benennen die Handwerker zwei bis drei Tage. Diese kurzfristigen Kreditentscheidungen sind für sie überlebenswichtig. Sie entscheiden darüber, ob die Handwerksfirmen größere Aufträge annehmen können oder nicht. Viele Kunden gehen zur Konkurrenz, wenn sie nicht zeitnah eine Antwort auf ihre Auftragsanfragen erhalten. Deshalb muss es auch nicht wundern, dass 45 Prozent der befragten Handwerker die schnelle Reaktion der Finanzpartner als sehr wichtig angaben.

Räumliche Nähe der Banken spielt für Handwerksbetriebe eine große Rolle

Kurze Wege zur nächsten Bankfiliale gaben 37 Prozent der Probanden als entscheidendes Kriterium für die Auswahl der Partner für Finanzgeschäfte an. Knapp 8 Prozent der Befragten gehen täglich zur Bank und rund 29 Prozent der Probanden besuchen die Bankfiliale mindestens einmal wöchentlich. Das ist aufgrund der für Handwerker typischen Abrechnungspraxis eine logische Sache. Sie kassieren die Entgelte für kleinere Aufträge in der Regel als Bargeld. Das heißt, sie nehmen häufig Bargeldeinzahlungen auf ihre Konten vor. Daraus leitet sich wiederum ein Anspruch an die Rahmenbedingungen der Kontoführung ab. Um keine Einbußen durch die Bareinzahlungen zu riskieren, sollten diese möglichst kostenlos möglich sein. Der Idealfall ist, wenn die Hausbank auch Einzahlungsautomaten oder die Nutzung eines Nachttresors anbietet.

Handwerkbetrieb braucht räumliche Nähe zur Hausbank

National agierende Partner für Finanzgeschäfte reichen Handwerksbetrieben aus

Rund 60 Prozent der befragten Handwerksfirmen gaben an, dass es für sie keine Rolle spielt, ob die Hausbank national oder international tätig ist. Auch das leitet sich aus den Besonderheiten der Handwerksbranche ab. Kleine Unternehmen sind nahezu durchweg nur in einer eng begrenzten Region aktiv. Mittelständische Handwerksunternehmen beschränken sich mehrheitlich auf die Erbringung von Leistungen in einzelnen Bundesländern oder größeren Bereichen der Bundesrepublik Deutschland. Die Abrechnung von Zulieferungen aus dem Ausland können problemlos auch über eine national agierende Bank abgewickelt werden. Außerdem gibt es dafür andere Möglichkeiten wie beispielsweise PayPal, die besondere Sicherheiten für die Käufer und Verkäufer gewähren.

Wunsch nach Beratung zur Geldanlage hängt vom individuellen Kontostand ab

Solange keine riesigen Guthaben auf dem Geschäftskonto vorhanden sind, können 92 Prozent der befragten Handwerksbetriebe gut auf eine Beratung zur Geldanlage verzichten. Allerdings haben sie auch diesbezüglich hohe Erwartungen an ihre Hausbank. Sie möchten, dass sich die dortigen Kundenbetreuer von allein melden, wenn durch einen hohen Kontostand Zinsen verschenkt oder gar bezahlt werden müssen. Dieser Trend dürfte sich verstärken, wenn die Europäische Zentralbank im Herbst tatsächlich die Leitzinsen noch einmal senken sollte. Dann steigt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Zahl der Banken, die einen „Strafzins“ von Kunden mit hohen Einlagen auf Girokonten verlangen.

Handwerksbetriebe nehmen digitale Bankangebote gerne an

Obwohl die persönliche Beratung eine wichtige Rolle spielt, sind die Handwerksfirmen an der Nutzung der digitalen Angebote der Banken sehr interessiert. Das sieht auf den ersten Blick etwas widersprüchlich aus. Das ändert sich jedoch bei einer genaueren Betrachtung der Art der Geldgeschäfte, die über die digitalen Zugänge erledigt werden. Dabei stehen die Klassiker des Online-Bankings im Vordergrund. Handwerker wollen online den Kontostand checken und Alltagsgeschäfte erledigen. Dazu gehören die Kontrolle der Geldeingänge aus Rechnungen, die Bezahlung von Rechnungen per Überweisung sowie Daueraufträge beispielsweise zur Begleichung der Stromkosten und der Miete. Dabei spielt vor allem der Faktor Zeit eine wichtige Rolle. Hinzu kommen die unterschiedlichen Einsatzorte und die bei Handwerkern notwendige Mobilität. Leider macht die gemeinsame Studie vom „Deutschen Handwerksblatt“ und der TARGOBANK bei der Abfrage zur Nutzung digitaler Zugänge keinen Unterschied zwischen dem Zugang über die Bankwebsites und der Verwendung von Bank-Apps für Smartphones und Tablets.

Digitale Finanzgeschäfte sind bei Handwerksbetrieben auf dem Vormarsch

Knapp 42 Prozent der Befragten gaben an, dass für sie virtuelle Kanäle für Finanzgeschäfte sehr wichtig sind. Weitere knapp 37 Prozent halten sie zumindest für wichtig. Dabei spielen nicht nur die Kontakte zu Banken eine große Rolle. Viele Handwerksfirmen kooperieren mittlerweile auch mit anderen Finanzdienstleistern. Dabei stehen die Themen Kreditfinanzierung, Altersvorsorge und Anlageberatung im Vordergrund. Dass sich die Handwerker damit nicht ausschließlich an ihre Hausbank wenden, hat einen logischen Grund. Die Banken bieten immer nur ihre eigenen Produkte oder die Angebote fester Partner an. Sie sind in vielen Fällen nicht die ideale Lösung.

Ganz anders ist das bei den freien Finanzmaklern und Anlageberatern, die Zugriff auf die Produkte einer Vielzahl von Anbietern haben. Sie arbeiten kundenorientiert. Das heißt, sie suchen stets die Lösung, die für den jeweiligen Kunden die beste Wahl ist. Dabei beziehen sie je nach Kundenwunsch sowohl nationale als auch internationale Angebote ein. Die Orientierung der freien Anlageberater und Finanzmakler an der Höhe der möglichen Provisionen hat der Gesetzgeber in Deutschland durch den Zwang zu Offenlegung der Provisionshöhe seit einiger Zeit ausgeschlossen. Die meisten Handwerksfirmen machen sich im Internet auf die Suche nach geeigneten Ansprechpartnern.

Welche Ansprechpartner sind für Handwerksbetriebe empfehlenswert?

Die Antwort auf diese Frage leitet sich aus den Ansprüchen ab, die Handwerker an ihre Partner für Finanzgeschäfte stellen. Sie müssen schnell bei Kreditentscheidungen sein und bei Bedarf möglichst sofort als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Das kann beispielsweise die FinTech Group durch ihre strategischen Partnerschaften mit Morgan Stanley, flatex und Goldman Sachs leisten. Das in Frankfurt am Main beheimatete Unternehmen ist bundesweit an acht Standorten vertreten und kann dadurch die von vielen Handwerkern gewünschte Vor-Ort-Beratung bieten. Mittlerweile betreut die FinTech Group mehr als eine Viertelmillion Businesskunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das heißt, die Handwerksbetriebe treffen dort auch dann auf gute Ansprechpartner, wenn sie eine Niederlassung in der Schweiz oder in Österreich gründen oder dort eine bestehende Handwerksfirma übernehmen möchten und dafür eine „Finanzspritze“ brauchen.

Auch Dienstleister wie FinCompare sind bei den deutschen Handwerkern beliebt

Wer als Handwerker die beste Kreditfinanzierung haben möchte, ist bei Finanzdienstleistern in guten Händen, die sehr viele Kooperationspartner haben. Genau das kann die Berliner Tochter der FinTech Group bieten. Das Unternehmen hört auf den Namen FinCompare und hat inzwischen bereits gewerbliche Kredite mit einem Gesamtvolumen von mehr als 4,5 Milliarden Euro (Stand August 2019) vermittelt. Sie konnten bereits über 15.000 Kunden dabei helfen, die optimale Finanzierung zur Deckung ihres Investitionsbedarfs zu finden. Diese Zahlen sind sehr beeindruckend angesichts der Tatsache, dass FinCompare erst im Jahr 2016 gegründet wurde. Die seriöse Arbeitsweise des zum Unternehmen gehörenden Onlineportals stellt seit Januar 2018 ein Zertifikat vom TÜV Saarland (ISO 270001) unter Beweis.

Bei den Berlinern haben Handwerksfirmen den Vorteil, dass sich FinCompare auf die operative und strategische Finanzberatung für kleine und mittelständische Unternehmen spezialisiert hat. Kreditanfragen werden deutlich schneller als von den klassischen Hausbanken beantwortet. Normalerweise liegt die Entscheidung über eine Kreditanfrage binnen weniger Minuten vor. Das verschafft den Handwerksbetrieben den notwendigen Vorlauf bei der Finanzplanung, der zur schnellen Beantwortung von Auftragsanfragen erforderlich ist. Auch den Wunsch nach einer intensiven persönlichen Beratung kann das Berliner Startup erfüllen, denn inzwischen stehen hier knapp fünfzig Fachberater zur Verfügung.

Fazit Nr. 1: Handwerker müssen bei der Auswahl ihrer Finanzpartner flexibel sein

Über lange Zeit hinweg waren die Filialbanken für die Handwerker die bedeutendsten Ansprechpartner. Das werden sie mit Sicherheit auch bleiben, weil ein Großteil der Geschäfte der Handwerksbetriebe per Barzahlung abgerechnet wird. Dadurch spielt die räumliche Nähe der Hausbanken eine wichtige Rolle. Allerdings verlieren die Hausbanken bei der Deckung des Kreditbedarfs in Handwerksfirmen einen Großteil ihrer Bedeutung. Der Grund ist, dass sie nur in wenigen Fällen die günstigsten Gewerbekredite anbieten können. Bei der Suche nach guten Kreditangeboten müssen deutsche Handwerker deutlich flexibler als bisher werden und ihr Vertrauen auch Finanzdienstleistern schenken. Dort kommt es bei der Auswahl auf die Seriosität, der Qualität der Beratung und der Zahl der verfügbaren Kooperationspartner an.

Fazit Nr. 2: Digitalisierung kommt langsam bei Handwerksbetrieben an

Teile der Vorteile der voranschreitenden Digitalisierung haben inzwischen viele Handwerksbetriebe für sich erkannt. Allerdings kommt sie noch nicht vollständig konsequent für das gesamte Management zum Einsatz. An einer Stelle sind die Errungenschaften der Digitalisierung bei Handwerkern jedoch bereits sehr beliebt. Sie erledigen alltägliche Bankgeschäfte wie Überweisungen oder die Kontrolle liebend gern auf dem digitalen Weg. Die Gründe dafür sind die Zeitersparnis und der Überblick über die Kontenbewegungen und Kontostände in Echtzeit.

Fazit Nr. 3: Banken müssen sich stärker auf Bedürfnisse der Handwerker einstellen

Aktuell führen einige Defizite bei den Banken dazu, dass viele Wünsche der Handwerksfirmen nicht erfüllt werden. Einer der bedeutendsten Kritikpunkte ist die Zeit, welche die Mitarbeiter der Banken für die Bearbeitung von Kreditanfragen brauchen. Die langen Bearbeitungszeiten führen häufig dazu, dass die Handwerker nicht schnell genug über die Annahme oder Ablehnung der Anfragen für größere Aufträge entscheiden können. Um Kundenverluste zu vermeiden, sind sie gezwungen, sich andere Partner für notwendige Finanzierungen zu suchen. Dabei stehen unabhängige Finanzberater und Kreditvermittler hoch im Kurs, die Entscheidungen über Kreditanträge binnen weniger Minuten oder Stunden treffen können.

Sie bieten oft auch eine individuellere und kundenorientiertere Beratung als die klassischen Hausbanken, denn sie stocken die Zahl ihrer Berater auf, anstatt sie wie die meisten Banken zur Senkung der Kosten zu reduzieren. Zudem arbeiten unabhängige Finanz- und Kreditberater erfolgsorientiert. Das heißt, sie stellen sich deutlich mehr auf die Kundenwünsche ein als die Bankberater, die ihr Gehalt unabhängig vom Erfolg und der Kundenzufriedenheit beziehen.