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Die Anzahl an Firmeninsolvenzen steigt: So beugen Unternehmen vor

Im Jahr 2022 hat die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland im Vergleich zu den letzten zwei Jahren zugenommen. Aufgrund verschiedener Krisen und deren Auswirkungen auf die Wirtschaft, hatten Unternehmen zunehmende Schwierigkeiten bei der Finanzierung ihrer Geschäftstätigkeit und mussten Insolvenz anmelden. Dennoch ist zu betonen, dass das Insolvenzniveau weiterhin unter dem langjährigen Mittel liegt. Gründe für die Insolvenzen und wie sich Unternehmen schützen können, lesen Sie in diesem Blogbeitrag

 

Die Insolvenzfälle der letzten Jahre im Vergleich

Laut Statistischem Bundesamt hat die Zahl der Insolvenzfälle in Deutschland im Oktober 2022 um 17,9% im Vergleich zum Vorjahresmonat zugenommen. Das Statistische Bundesamt meldete außerdem, dass im Dezember ein Anstieg von 3,1% im Vergleich zum Vormonat im Bezug auf beantragte Unternehmensinsolvenzen verzeichnet wurde, basierend auf vorläufigen Angaben. Im letzten Jahr besonders betroffen waren, wie in Grafik 1 zu sehen, die Branchen Baugewerbe und verarbeitendes Gewerbe.

Grafik 1: Insolvenzen in den Hauptwirtschaftsbereichen; Quelle: Creditreform

Die Insolvenzstatistik zeigt jedoch im Juli 2022 auch einen Tiefststand, welcher auf lange Sicht weiterhin auf eine abnehmende Zahl der Unternehmensinsolvenzen hindeutet. Wie in der untenstehenden Grafik zu sehen, liegen die beantragten Regelinsolvenzen 2022 außerdem insgesamt unter dem Mittelwert der letzten fünf Jahre.

Grafik 2: Beantragte Regelinsolvenzen; Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

Eine Analyse der Daten zeigt, dass die meisten Firmenpleiten in den Monaten Januar bis April 2022 aufgetreten sind. Dies lässt vermuten, dass viele Unternehmen die Auswirkungen der pandemiebedingten wirtschaftlichen Einschränkungen erst im Laufe des ersten Quartals des Jahres 2022 vollständig zu spüren bekommen haben, beziehungsweise staatliche Förderungen insolvenzgefährdete Firmen nicht länger stemmen konnten. Weiteren Daten ist zu entnehmen, dass letztes Jahr eine Zunahme der Insolvenzen bei jüngeren Unternehmen, bis zu sechs Jahre, und Kleinstunternehmen stattgefunden hat. Ältere Betriebe, von 15 Jahren oder älter, waren seltener von einer Insolvenz betroffen (1). Ein Grund für die stärkere Betroffenheit kleinerer und jüngerer Firmen ist die Abhängigkeit von externen Finanzierungen und die steigenden Finanzierungskosten. Laut Creditreform stieg die Zahl der betroffenen fremdfinanzierten Unternehmen, die nicht über ausreichende Fähigkeiten verfügten, ihre Schulden zu tragen, im Vergleich zur vorherigen Periode um 3,9% an. Den Zinsdeckungsgrad der Unternehmen in Deutschland der letzten zwei Perioden sehen Sie in der untenstehenden Grafik.

Grafik 3: Zinsdeckungsgrad der Unternehmen in Deutschland; Quelle: Creditreform

Andere Gründe für die Zunahme der Firmenpleiten im Jahr 2022 könnten sein:

  • Anstieg der Preise für wichtige Produktionsfaktoren: Beispielsweise Energie, was den Unternehmen zusätzliche Belastungen aufbürdet.
  • Erschwerter Zugang zu Fremdkapital und erhöhte Aufwendungen durch Zinserhöhungen: Vor allem für kleine Unternehmen
  • Materialknappheit und Lieferengpässe: Diese Faktoren können zu Produktionsstopps und Umsatzeinbußen führen und somit das Risiko von Firmenpleiten erhöhen.
  • Allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit: Dies kann zur Folge haben, dass Unternehmen Schwierigkeiten bei der richtigen Planung und Finanzierung ihrer Geschäftstätigkeit haben.
  • Regulierungs- und politische Risiken: Änderungen im regulatorischen Umfeld oder politische Risiken können für Unternehmen erhebliche Auswirkungen haben.

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Wie können sich Unternehmen frühzeitig schützen?

Es ist wichtig zu betonen, dass die Auslöser für Firmenpleiten oft komplex und multifaktoriell sind und dass die genannten Faktoren in unterschiedlichem Maße von Branche zu Branche und von Unternehmen zu Unternehmen wirken können. Außerdem gibt es viele Möglichkeiten, das Risiko einer Insolvenz zu minimieren. Entscheidend hierbei ist, dass sich Firmen über die aktuelle wirtschaftliche Lage und die branchenspezifischen Herausforderungen im Klaren sind, um angemessen und frühzeitig darauf reagieren zu können.

Konkret sollten Unternehmen folgendes immer beachten, um Liquiditätsengpässen vorzusorgen:

  1. Ihre Kosten und Ausgaben gründlich überwachen und anpassen, um sicherzustellen, dass sie nicht über ihre Mittel hinausgehen.
  2. Den Markt und die Wettbewerbssituation sorgfältig beobachten, um sich schnell an veränderte Bedingungen anzupassen.
  3. Das Angebot und die Kundenbasis diversifizieren, um das Risiko von Verlusten aufgrund von Schwankungen in einem bestimmten Bereich oder bei einem bestimmten Kunden zu minimieren.
  4. Finanzielle Stabilität aufrechterhalten, indem sie eine solide Finanzplanung und -überwachung durchführen und sicherstellen, dass sie genügend liquide Mittel haben, um kurzfristige Verpflichtungen zu erfüllen.
  5. Alternative Finanzierungsmöglichkeiten (z.B. EinkaufsfinanzierungSale and Lease BackLeasingMietkauf & Factoring) prüfen und damit Klumpenrisiken vermeiden

Insbesondere für kleine Unternehmen, die stärker auf Fremdfinanzierung angewiesen sind, könnte die Erhöhung der Kreditzinsen in Zukunft einen noch größeren Einfluss auf ihre Überlebenschancen haben. Mit Mikrokrediten und Krediten für Selbstständige unterstützt FinCompare auch kleine Unternehmen und Einzelunternehmer.

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