Die Funktion der Finanzierungsgesellschaft für Unternehmen

Finanzierungsgesellschaften

Finanzierungsgesellschaften können die Finanzierung Ihres oder Ihrer Projekte übernehmen und es Ihnen ermöglichen, sich mehr auf Ihr Kerngeschäft zu fokussieren. Im Folgenden erläutern wir Ihnen den Begriff, die Aufgaben, Funktionen, Vorteile und Arten von Finanzierungsgesellschaften. Vielleicht finden Sie ja ein Modell für Ihre eigenen Zwecke interessant.

Was ist eine Finanzierungsgesellschaft?

Finanzierungsgesellschaften sind Unternehmungen, die zum Zweck der Finanzierung gegründet werden. Hierbei finanzieren sie in der Regel nahestehende Unternehmungen. Sie beschaffen eine Finanzierung, aus Fremdmitteln oder auch aus Eigenkapital und leiten diese bei Bedarf in diesen Finanzierungsformen an Finanzierungsbedürftige nahestehende Unternehmen weiter. Nahestehende Unternehmen sind rechtlich und nach internationalen Rechnungslegungsstandards definiert. Eines der folgenden Kriterien erfüllen diese Gesellschaften:

  • Eines der Unternehmen besitzt direkt oder indirekt Anteile am Anderen.
  • Beide Unternehmungen haben gemeinsame Eigentümer, sie gehören zum selben Konzern.
  • Beide Unternehmen haben gemeinsame Geschäftsführer oder andere Entscheidungsträger im Management.

Die genaue Definition können Sie gerne in der IAS 24, der EU Richtlinie 2006/46/EG, dem Paragrafen 1 des Außensteuergesetzes (AStG) oder dem Paragrafen 138 der Insolvenzordnung (InsO). Finanzierungsgesellschaften gehören zumeist zu einem Unternehmenskreis von nahestehenden Unternehmen. Sie finanzieren Gesellschaften, die mit ihr selbst eine Eigentümerstruktur teilen. Außerhalb der Finanzierungstätigkeit haben diese Unternehmungen an sich keine weitere Aufgabe. Sie beschaffen Kapital und leiten es weiter.

Von Kreditinstituten kann eine Finanzierungsgesellschaft insofern abgegrenzt werden, als dass sie keine Zahlungsdienstleistungen im Namen Dritter durchführen. Sie Beschaffen sich selbst liquide Geldmittel und folgen dem Zweck der Verwaltung des eigenen Vermögens. Die zur Finanzierung bereitgestellte Gesellschaft selbst leiten diese dann in Form von Eigen- oder Fremdkapital weiter. Wenn Sie eine Holdinggesellschaft ist und Mittel in Tochtergesellschaften weiterleitet, dann kann Sie die Finanzierung in Form von Eigenmitteln leisten. Diese können als Stammkapital oder als Kapitalreserve ausgelegt werden. Alternativ kann Sie natürlich auch Gesellschafterdarlehen geben. Diese werden oftmals mit Rangrücktritt definiert, werden von Banken also folglich als Eigenkapitalähnlich anerkannt. Wenn eine Finanzierungsgesellschaft keine Tochtergesellschaften finanziert, so gibt es nur die Option der Darlehensfinanzierung. Auch hier kann der Rangrücktritt vereinbart werden. Beim Rangrücktritt tritt die Gesellschaft von Ihren Forderungen zurück, solange andere Gläubiger Forderungen gegenüber der Gesellschaft haben. Aus steuerlichen oder praktischen Gründen sind sie teilweise auch im Ausland angesiedelt.

Funktionen und Vorteile bei der Unternehmensfinanzierung

Eine Finanzierungsgesellschaft erfüllt die Funktion der Unternehmensfinanzierung. Oft sammelt sie beispielsweise für ein Projekt Gelder ein und finanziert ihre Tochtergesellschaften im In- und Ausland. Sie erfüllen dabei zumeist nicht die Definition eines Kreditinstitutes nach dem Kreditwesengesetz (KWG). Sie orientieren sich in der Ausübung der Funktionen trotzdem an den Regulierungen der Finanzmärkte, wenn es beispielsweise um die Ausarbeitung der Darlehensverträge geht. Sie sind aber keine Banken, sondern Nichtbanken. Mit Hilfe der Implementierung einer Finanzierungsgesellschaft in der Gesellschaftsstruktur eines Projektes können folgende Herausforderungen der Finanzierung gelöst werden:

  • Gezielte Finanzierung: Je nach Bedarf und Erfolg einer Gesellschaft innerhalb der Struktur kann die mit der Finanzierung beauftragte Gesellschaft Gelder an die bedürftige Gesellschaft weiterleiten.
  • Beschleunigung der Finanzierung: Das Geld wird in der Finanzierungsgesellschaft oft jährlich oder auf Vorrat angefragt und gesammelt. Es beschafft sich liquide Mittel für die Geschäftstätigkeit der folgenden zwölf Monate ein. Auf diese Weise können die Mittel, beispielsweise für ein Projekt schneller, das heißt auf Anfrage weitergeleitet werden.
  • Übernahme der Finanzierungsfunktion: Einzelne Gesellschaften müssen sich nicht selbst um eine Finanzierung sorgen. Die Unternehmerische Tätigkeit wird geplant und innerhalb der Unternehmensgruppe zusammengelegt. Die Finanzierungsgesellschaft kümmert sich um die Finanzierung.
  • Steuervorteile nutzen: Manche Staaten, wie zum Beispiel Luxemburg auch innerhalb der Europäischen Union bieten Investoren von Fremdkapital oder auch Eigenkapital bessere Konditionen. Es müssen weniger Steuern gezahlt werden. Bevor Sie sich dies zu Nutzen machen, empfehlen wir Ihnen aber auch, eine Rechtsberatung aufzunehmen, um rechtliche Konsequenzen für sich auszuschließen.
  • Für Investoren interessanter wirken: Gerade beim Investment von Eigenkapital ist es für manche Investoren interessanter, in Gesellschaften zu investieren, die in steuerbegünstigenden Ländern gegründet wurden. Informieren Sie sich vorab aber auch über weitere Anforderungen, wie Mitarbeiter im Zielland und weitere Kosten der Verwaltung. Wäre diese Lösung unter der Verfolgung Ihrer Ziele immer noch zielführend?
  • Risikominimierung: Je nach Auslegung der Finanzierungsgesellschaft können über Sie auch Risiken minimiert werden. Es wird zum Beispiel über eine Gesellschaft das globale Projekt finanziert und der Betrieb sichergestellt.

Wie Sie sehen, können Finanzierungsgesellschaften Ihrem Projekt wertvolle Dienste erbringen.

Welche Arten gibt es?

Nachdem Sie den Begriff der Finanzierungsgesellschaften sowie deren Aufgaben, Funktionen und Vorteile verstanden haben, wollen wir Ihnen im Folgenden wesentliche Arten von Finanzierungsgesellschaften vorstellen.

Der Investment-Trust als Finanzierungsgesellschaft

Ein Investment-Trust, auch Investmentgesellschaft oder Kapitalanlagegesellschaft genannt, bezeichnet eine Gesellschaft, die Kapital von verschiedenen Investoren sammeln. Investoren erhalten im Gegenzug Wertpapiere oder Anteile am Investment-Trust als Finanzierungsgesellschaft. Je nach Auslegung der Investmentgesellschaft kann die Rendite der Anleger festverzinst oder erfolgsverzinst kalkuliert und gewährt werden. Die Mindestanlagesumme kann sich bei jeder Gesellschaft unterscheiden. Die gesammelten Finanzmittel werden dann in Wertpapiere, Beteiligungen oder sonstige Arten von Geldanlagen angelegt. Auch regional können Finanzierungsgesellschaften als Kapitalanlagegesellschaften sich selbst einen eigenen Fokus setzen. Die Anlagen können sich folglich auf eine Art der Geldanlage, auf eine Branche, einen Zweck oder eine Region konzentrieren. Idealerweise wird dies mit der Entwicklung der Unternehmung eindeutig festgelegt. Der Investment-Trust übernimmt die Funktion eines Investmentfonds. Verwaltet wird er in der Regel von einem Fondsmanager. Diese Art einer Finanzierungsgesellschaft wird häufig in England genutzt.

Der Fond kann offen oder geschlossen aufgesetzt werden. Wenn er offen angelegt ist, sind die Wertpapiere beispielsweise an der Börse handelbar. Beim geschlossenen Investment-Trust werden Anteile des Unternehmens außerhalb der Börse vergeben. Da dies aufwendiger ist, sind diese Investments in der Regel langfristig angelegt und seltener bei dieser Art zu finden. Wenn Sie an der monetären Unterstützung bestimmter Projekte interessiert sind, können Sie eine Kapitalanlagegesellschaft als Finanzierungsgesellschaft gründen. Über die Ausgabe von Wertpapieren oder Anleihen können Sie weitere finanzielle Mittel in die Investmentgesellschaft holen und zielführend anlegen. Auf diese Weise können Sie Projekte unterstützen, in die Sie glauben und über den Leverage-Effekt sogar Ihre Eigenkapitalrendite erhöhen, vorausgesetzt Ihre Investments verlaufen erfolgreich. Zusätzliches gewonnenes Kapital können Sie auch für eigene Zwecke verwenden, sofern Sie die Entlohnung der Anleger berücksichtigen. Vor der Umsetzung sollten Sie sich aber noch über die rechtlichen Auswirkungen und Erfordernisse eines Investment-Trusts informieren.

Die Effektenhandelsgesellschaft als Finanzierungsgesellschaft

Eine Effektenhandelsgesellschaft als Finanzierungsgesellschaft zielt darauf ab, durch den Handel von Effekten das investierte Kapital zu vermehren. Hierbei werden zumeist Spekulationsgeschäfte getätigt. Effekten sind alle Arten von am Kapitalmarkt handelbaren Wertpapiere wie Pfandbriefe, Anleihen oder auch Aktien. Sie sind an der Börse oder bei Banken handelbar. Bargeld und E-Geld sind von der Definition von Effekten ausgenommen. Devisenhandel ist in der Tätigkeit einer Effektenhandelsgesellschaft nicht inkludiert.

Arten von Finanzierungsfirmen

Wenn Sie Ihr Kapital über den Handel von Effekten vermehren wollen, ohne die Geschäftstätigkeit anderer Betriebe zu beeinflussen, so kann dies über eine sogenannte Effektenhandelsgesellschaft als Finanzierungsgesellschaft erfolgen. Über die Aufnahme von Fremdkapital oder die Ausgabe von Wertpapieren können sie die verfügbare Kapitalbasis erhöhen. Wenn die Rendite des eingesetzten Kapitals höher ist als das, was Sie an Ihre Anleger ausgeben müssen, so können Sie auch Ihre Eigenkapitalbasis erhöhen.

Effektenhandelsgesellschaften als Finanzierungsgesellschaften können auf diese Weise Kapital einsammeln, welches nahestehenden Unternehmen als Kapital für Investitionen in die eigene Betriebstätigkeit dienen kann. Eine Effektenhandelsgesellschaft an sich kann als Investmentfond aufgesetzt werden. Wertpapiere können bei dieser Art der Finanzierungsgesellschaft offen (beispielsweise) an der Börse oder geschlossen in Form von außerbörslichen Eigenkapital emittiert werden. Da sich Effektenhandelsgesellschaften zumeist auf Spekulationen mit Effekten konzentrieren, kann das Ausfallrisiko entsprechend größer sein. Sie können eine großartige Rendite erzielen oder Verluste erwirtschaften. Auch Spekulationen mit Geldern dritter Anbieter können Ihrem Ruf schaden oder unter Umständen auch weitere rechtliche Konsequenzen mit sich ziehen. Überlegen Sie sich also gut bevor sie Spekulieren. Kennen Sie den Markt gut genug, um es gewinnbringend anzulegen? Oder interessieren Sie sich nur für sichere Wertpapiere? Wenn nicht, sollten Sie sich gut überlegen, ob Sie das Risiko eingehen wollen, eigene Mittel zu verspekulieren oder zu veruntreuen.

Die Übernahmegesellschaft als Finanzierungsgesellschaft

Eine Übernahmegesellschaft als Finanzierungsgesellschaft kann dem Zwecke der Übernahme von Gesellschaften dienen. Sie kann auch bei der Unternehmensnachfolge und dessen Finanzierung genutzt werden. Allgemein dient sie dem Zweck des Erwerbs von Anteilen im Namen der Anteilseigner. Ein oder mehrere Investoren setzen eine Gesellschaft auf, die ein Geschäft übernehmen soll. Folgende Übernahmemodelle können dabei genutzt werden:

  • Übernahme von Positionen aus der Aktiv- und/ oder der Passiv-Seite der Bilanz eines Betriebes gegen die Zahlung eines Kaufpreises. In diesem Fall existieren beide Unternehmen weiterhin rechtlich selbstständig. Die Übernahmegesellschaft wird in die Lage versetzt, einen definierten Geschäftszweck zu erfüllen.
  • Erwerb von Anteilen in Form von Aktien oder Stammkapital eines Unternehmens. Die Übernahmegesellschaft verwaltet die eigenen Vermögenswerte. Der Betrieb kann nach den Zielen der neuen Struktur an Anteilseigner weitergehen. Die Übernahme an Anteilen kann hierbei komplett, in Mehrheit oder auch nur in Teilen erfolgen. Entsprechend groß oder klein ist dann auch der Einfluss auf das (zum Teil) erworbene Unternehmen.
  • Eine Gesellschaft kann zum Zwecke der Fusion aufgesetzt werden. Das heißt, es wird ausreichend Kapital in die Gesellschaft gegeben, um die Fusionsvereinbarung zu erfüllen. Im Folgenden gehen alle Vermögenswerte des einen Unternehmen in die neue Gesellschaft auf.

In vielen Fällen ist die genaue Ausprägung der Übernahme zum Zeitpunkt der Gründung einer Übernahmegesellschaft als Finanzierungsgesellschaft noch nicht klar. Die genaue Auslebung ist das Ergebnis des Übernahmeprozesses.

Fazit

Finanzierungsgesellschaften können sinnvoll sein, wenn Sie keine Kapazität haben sich um die Finanzierung Ihrer Projekte zu kümmern oder Sie sich mehr auf Ihr Kerngeschäft fokussieren wollen. Dabei gibt es verschiedene Arten von Finanzierungsgesellschaften mit denen Sie zusammenarbeiten können. 

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