Sale-and-Lease-Back: Kosten und Gebühren

Sale-and-Lease-Back-Kosten-und-Gebühren

Eine ziemlich neue, aber immer öfter verwendete Methode zur Finanzierung ist Sale-and-Lease-Back. Kosten und Gebühren sind natürlich zu kalkulieren, aber in vielen Fällen stellt sich heraus, dass die Vorteile dieser Methode überwiegen. Ein typischer Anlassfall für diese Art der Liquiditätsbeschaffung ist eine unerwartete Kreditklemme, wie sie auch im Zuge der Corona-Krise über viele Unternehmen hereingebrochen ist. Sale-and-Lease-Back kann dann eine geeignete Quelle für rasche Liquidität für Ihre Firma sein.

Was versteht man unter Sale-und-Lease-Back?

Ein Vermögenswert einer Firma wird von einem Unternehmen an eine Leasinggesellschaft verkauft und von dieser sofort wieder zurück geleast. Das Wirtschaftsgut kann daher im Unternehmen weiter verwendet werden, trotzdem ist so Liquidität schnell verfügbar zu machen. Diese Methode ist eine Alternative zu einem Bankkredit. Vorteile sind schnelle Abwicklung und keine ausführliche Bonitätsprüfung. Gewisse Nachteile sind höhere Kosten, da sich die Leasinggeber das Risiko und die Finanzierungskosten natürlich abgelten lassen.

Welche Kosten fallen beim Sale-and-Lease-Back an?

  • Der größte Kostenfaktor ist die monatliche Leasingrate, also die regelmäßige Zahlung an die Leasinggesellschaft. Sie besteht aus der Amortisation und dem Zins, mit dem die Gesellschaft den Kaufpreis des Leasingguts finanziert hat. Hier ist auch das wesentliche Risiko von Sale-and-Lease-Back sichtbar. Kann die Rate nicht verdient werden, steht für Ihr Unternehmen die Insolvenz im Raum. Die Methode ist andererseits eine gute Möglichkeit, notwendige Investitionen zu bekommen, um genau diese Erträge erwirtschaften zu können.
  • Das Risiko eines Zahlungsausfalls lässt sich die Leasinggesellschaft abgelten, was als Risikoaufschlag in die Liste der Kosten eingeht.
  • Ihr Unternehmen ist zwar weiter der Besitzer des geleasten Gutes, dieses ist aber durch Sale-and-lease-back in das Eigentum der Leasinggesellschaft übergegangen. Deshalb wird der neue Eigentümer darauf bestehen, dass Sie das Objekt versichern.
  • Dasselbe gilt für die Instandhaltung und mögliche Reparaturen, für die Sie aufkommen müssen. Das kann je nach vertraglicher Regelung in Ihren Verantwortungsbereich fallen. Alternativ dazu kann das der Leasinggeber auf Ihre Kosten übernehmen.
  • Indirekt fallen Kosten auch dadurch an, dass Sie durch ein Sale-and-lease-back Geschäft nicht mehr von den Wertsteigerungen des Objekts profitieren, da Sie ja nicht mehr sein Eigentümer sind. Dieser Nachteil lässt sich durch eine Übereinkunft auf den steuerlichen Restbuchwert als Rückkaufpreis vermeiden. Dann sind Sie nicht mehr von den Schwankungen des Marktpreises betroffen. Geeignete Konditionen sind Gegenstand der Detailverhandlungen.
  • Schließlich ist die Leasinggesellschaft auch auf ihren eigenen Profit bedacht, der in den Kosten enthalten ist.

Welche Gebühren muss der Leasingnehmer tragen?

  • Vor Abschluss des Geschäfts muss der Wert des zu leasenden Guts fachkundig festgestellt werden, worauf die Leasinggesellschaft bestehen wird. Sie werden die Kosten für den Gutachter übernehmen müssen.
  • Die meisten Leasinggesellschaften verrechnen Ihnen eine Bearbeitungsgebühr in der Höhe von zwei bis drei Prozent der Leasingsumme.

Alle diese Kosten bedeuten im Endeffekt, dass sich ein Sale-and-Lease-Back mit seinen Kosten und Gebühren nur für Objekte mit einem gewissen Mindestwert auszahlen wird.

Zwei Fallbeispiele mit Beispielrechnung

  • Im ersten Fall nehmen wir an, dass Sie eine Maschine im Wert von 1 Million Euro verkaufen und zurückleasen möchten. Ein vernünftiger Risikoabschlag wird 100.000 Euro ausmachen, sodass Sie 900.000 Euro als Verkaufspreis ausgezahlt bekommen werden. Die durchschnittliche Laufzeit eines solchen Geschäfts lässt sich mit 48 Monaten annehmen. Eine realistische Leasingrate beträgt dann pro Monat 12.978,3 Euro, was sich zu einem Gesamtbetrag von 622.958,9 summiert. Dazu kommt noch eine Bearbeitungsgebühr von 18.000 Euro. Der Restwert lässt sich mit 540.000 Euro veranschlagen, den Sie am Ende der Laufzeit als Rückkaufpreis aufbringen müssten.
  • Im zweiten Beispiel geht es um eine Immobilie. In diesem Fall wird der Kaufpreis üblicherweise auf der Basis des Ertragswerts festgesetzt, der sich nach der erzielbaren Miete bemisst. Das kann bedeuten, dass der Kaufpreis über dem Bilanzbuchwert des Objekts liegt, was als zu versteuernder Gewinn anfällt. Ist dieser Buchwert der Lagerhalle 3 Millionen Euro und der Verkaufswert 4 Millionen Euro, wäre also der Betrag von einer Million Euro zu versteuern. Von diesem kann allerdings die Leasingrate abgezogen werden.

Sale-und-Lease-Back bietet mehr Chancen für den Mittelstand

Wer ist in dem ganzen Verfahren involviert?

  • Der Gutachter ermittelt den Wert des zu leasenden Wirtschaftsguts.
  • Sehr zu empfehlen ist die Beiziehung eines Juristen mit Erfahrung im Bereich Sale-and-Lease-Back. Kosten und Gebühren müssen korrekt so vereinbart werden, dass die steuerlichen Vorteile auch tatsächlich anfallen.
  • Die Leasinggesellschaft will im Insolvenzfall den geleasten Gegenstand kostendeckend verwerten. Sie wird daher auf einem Abschlag als Kaufpreis gegenüber dem Marktwert bestehen.
  • Ihr Unternehmen als Leasingnehmer erhält den Kaufpreis und eine entsprechende Liquidität.

Warum eignet sich Sales-und-lease-back besser als die Finanzierung durch Banken?

Sale-and-Lease-Back mit seinen Kosten und Gebühren erfordert einen gewissen Umfang des Geschäfts und ist wie erwähnt mit einer Reihe von Belastungen verbunden. Diese Art der Finanzierung besitzt allerdings auch etliche Vorteile.

  • Sie belastet die Eigenkapitalquote Ihres Unternehmens nicht, sodass Ihre Kreditwürdigkeit erhalten bleibt. Wird der Kaufpreis für die Rückzahlung von Krediten verwendet, steigt die Eigenkapitalquote sogar. Das schafft Ihnen eine bessere Verhandlungsbasis für Verhandlungen mit Banken über weitere Kredite.
  • Sale-and-Lease-Back auch mit Kosten und Gebühren ist oft eine Option, wenn die Banken mit der Kreditvergabe als alternative Finanzierungsmöglichkeit zögern. Nach der Einführung der Basel 3 Regularien machen besonders mittelständische Unternehmen diese Erfahrung oft genug.
  • Beim Sale-and-Lease-Back geht es nur um den Wert des zu leasenden Gutes und nicht um die Kreditwürdigkeit Ihrer ganzen Firma. Sie müssen deshalb die finanzielle Position Ihres Unternehmens nicht offenlegen.
  • Die Bedingungen eines Sale-and-Lease-Back Geschäfts sind frei verhandelbar und entsprechend vertraglich zu regeln.
  • Im Gegensatz zu einer Kreditfinanzierung mit eingehender Bonitätsprüfung lässt sich ein Sale-and-Lease-Back Geschäft viel rascher und unkomplizierter abschließen.
  • Nicht zuletzt bietet ein Sale-and-Lease-Back auch mit Kosten und Gebühren steuerliche Vorteile als Ausgleich. Im Gegensatz zu Kreditraten können nämlich die Leasingraten als Betriebsausgaben steuerlich abgesetzt werden.

Sale-und-lease-back bei FinCompare

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