Kredit mit Minuszinsen – Der schnelle Weg zum kleinen Geld hat seine Tücken

Es klingt fast zu schön, um wahr zu sein: Sie leihen sich für eine neue Investition kurzfristig 1.000 Euro und müssen nach Ablauf des Kredits nur 900 Euro zurückzahlen. So versprechen es zumindest die Anbieter von einem Kredit mit Minuszinsen. Was steckt wirklich hinter diesen Angeboten? Für wen lohnen sich diese Art von Darlehen und welche Nachteile birgt das scheinbar schnell gewonnene Geld?

Das und mehr erfahren Sie in diesem Artikel und außerdem verraten wir Ihnen, warum ein Kredit mit Minuszinsen oftmals für viele Unternehmer gar nicht infrage kommt.

Mehr Fremdkapital leihen, als zurückzahlen

Seit einigen Jahren werben Kreditvermittler und Vergleichsportale vor allem online mit dem Kredit mit Minuszinsen, auch Negativzins-Kredit genannt. Anders als bei herkömmlichen Krediten, bei denen Sie mindestens die ganze geliehen Summe per Monatsraten wieder an die Bank zurückzahlen, bleibt Ihnen beim Negativzins-Kredit sogar Geld übrig. Denn Sie zahlen weniger zurück, als Sie sich an Kapital für Ihr Unternehmen geliehen haben. Hinter diesem scheinbar unschlagbaren Angebot stecken vor allem Marketing- und Werbezwecke. Ein Kredit mit Minuszinsen dient als Lockangebot.

So funktioniert der Kredit mit Minuszinsen

Negativzins-Kredite werden in der Regel nicht direkt von einer Bank angeboten, sondern über Kreditvermittlungsportale. Die kreditgebende Bank selbst stellt einen regulären Kredit aus, inklusive positiven Zinssatz. Der Vermittler übernimmt diese Kosten und gibt sie nicht an den Antragsteller und Endverbraucher weiter. Für den Endverbraucher bedeutet die Vorgehensweise effektiv eine Ersparnis von oftmals bis zu 5 % oder mehr.

Keine Bank schenkt Geld her, diese Tatsache ist jedem Kunden bewusst. Wie genau funktioniert nun also der Kredit mit Minuszinsen, damit alle drei Parteien – die Bank selbst, der Kreditvermittler und der Endverbraucher – auf ihre Kosten kommen? Der kreditgebenden Bank entsteht kein Verlust. Sie bekommt anteilsmäßig vom Kreditnehmer und dem Vermittler die gesamte Kreditsumme sowie die anfallenden Zinsen zurück. Für die Bank ist der Negativzins-Kredit daher wie jeder andere Kredit, den sie vergibt. Die Person, die den Kredit aufnimmt, bezahlt nahezu den gesamten Betrag in monatlichen Raten zurück und macht dabei einen Gewinn von rund 30 bis 100 Euro, je nach Angebot.

Die dritte Partei – das Kreditvermittlungsportal – hat das größte Risiko. Es zahlt der Bank die Differenz der Ersparnis des Kunden und muss aus dieser Investition einen Gewinn erwirtschaften. Das wird auf zweierlei Wegen erreicht. Zum einen dienen Angebote über Kredite mit Negativzinsen als auffällige Werbung, die erfolgreich neue Kunden anlockt. Auch diejenigen Interessierten, welche für den Negativzins-Kredit nicht in Frage kommen, werden auf den Finanzierungsdienstleister an sich aufmerksam und wählen sofort oder in der Zukunft eine andere Kreditvariante im Angebot. Zum anderen verwerten und verkaufen die Anbieter die Daten ihrer Kunden. In Zeiten, wo mit Online-Marketing viel Geld verdient wird, ein gutes Geschäft. Wer einmal einen Kreditantrag online stellt, wird schon bald danach eine Steigerung der personalisierten Werbung aus dem Finanzwesen und verwandten Branchen bemerken.

Der Kredit selbst wird wie alle Online-Kredite vollständig digital abgewickelt. Nach der Eingabe aller benötigten Daten und einer Bonitätsprüfung bekommt der Antragsteller in der Regel innerhalb weniger Werktage die Antwort, ob der Kredit genehmigt oder abgelehnt wurde. Bei einer positiven Antwort wird das Geld sofort auf das angegebene Konto überwiesen.

Rechtliche Bedenken des Kredits mit Minuszinsen

Einen Kredit mit Minuszinsen zu ermöglichen ist prinzipiell vollkommen legal. Kreditvermittlungen haben keinen verpflichtenden, bindenden Leitzins zu folgen und dürfen – wie jedes andere Unternehmen auch – spezielle Angebote erstellen, die keinen Profit abwerfen. Ein Negativzins-Kredit zu Werbezwecken ist somit vergleichbar mit Firmen, die Ihren Kunden einen kostenlosen Wartungsservice oder hohe Rabatte beim Kauf spezieller Produkte anbieten. Das Vermitteln eines Kredits mit Minuszinsen ist auch kein Zeichen für fehlende Seriosität des jeweiligen Finanzierungsdienstleister.

Im europäischen Ausland, allen voran Luxemburg, Belgien und die skandinavischen Länder, vergeben auch Banken selbst Negativzins-Kredite. Dieses Angebot wurde bereits von manchen deutschen Kommunen genutzt, die Kredite in Millionenhöhe aufnehmen und stark von den fehlenden Zinsen profitieren. Unter dem Namen Förderkredite sind auch in Deutschland Kredite mit Minuszinsen geplant, unter anderem von der Kreditanstalt für Wiederaufbau. Die Deutschen Sparkassen sehen in diesem Themenbereich noch rechtliche Bedenken und wollen ein Urteil des Bundesgerichtshofes abwarten.

Der Online-Sofortkredit in kleinem Rahmen ist von diesen Überlegungen nicht betroffen. Da die Zinsen nicht verschwinden, sondern vom Kreditportal übernommen werden, handelt es sich im rechtlichen Sinn gar nicht um einen Negativzins-Kredit.

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Diese Voraussetzungen müssen Sie für den Erhalt einen Negativzins-Kredits erfüllen

Beim Blick auf die üblichen Voraussetzungen für einen Kredit mit Minuszinsen wird schnell klar, dass sie für Unternehmen in der Regel nicht geeignet und vor allem auf Privatpersonen ausgerichtet sind. Selbständige und Freiberufler sind dezidiert vom Negativzins-Kredit ausgeschlossen, ebenso wie Personen in Rente und Empfänger von Arbeitslosengeld. Weitere unbedingte Voraussetzungen sind ein dauerhafter Wohnsitz in Deutschland und das gute Bestehen der Bonitätsprüfung. In manchen Fällen ist auch ein Konto bei der jeweiligen, kreditgebenden Bank notwendig.

Kreditportale sind dafür bekannt, bei der Vergabe von Darlehen weniger strenge Richtlinien zu verfolgen als die Bank. Kleinkredite werden immer wieder auch an Personen vergeben, die einen negativen Schufa-Eintrag oder ein geringes Einkommen haben. Anders sieht die Sache bei einem Kredit mit Minuszinsen aus. Hier achten auch Kreditvermittler ganz genau auf die Zahlungsfähigkeit der Antragsteller.

Nicht nur die Richtlinien für die Antragsteller selbst sind genau definiert, auch die Konditionen des Kredits selbst. Um auch tatsächlich von den Negativzinsen zu profitieren, muss die genaue Laufzeit eingehalten werden. Diese ist oft im Vergleich zu anderen Krediten auffällig lang. 24 Monate Laufzeit bei 1.000 Euro Kreditsumme sind keine Seltenheit.

Personengruppen, die sich für einen kleinen Kredit mit Minuszinsen besonders interessieren, sind aus einem oder mehreren Gründen meist ausgeschlossen: Freelancer, Digitale Nomaden, junge Selbstständige & Co. erfüllen kaum die erwarteten Voraussetzungen. Übrig bleiben Angestellte, die für private Zwecke kurzfristig eine Finanzspritze brauchen.

Wer einen Kredit mit Minuszinsen erhalten kann, hat vielleicht wenige Bedenken vor dem Abschluss. Schließlich macht man mit dem Kredit ja sogar einen Gewinn. Hier sollte unbedingt bedacht werden, dass auch kleine Kreditraten bei plötzlicher, unvorhersehbarer Arbeitslosigkeit schnell zur Schuldenfalle werden.

Diese Nachteile bringt der Kredit mit Minuszinsen mit sich

Der Negativzins-Kredit kann in gewissen Fällen eine gute Investition sein, um Ihr Kapital um eine kleine Summe zu vergrößern. Allerdings gibt es auch eine ganze Reihe an Nachteilen. Bevor Sie einen Kredit mit Minuszinsen abschließen, sollten Sie die folgenden Faktoren unbedingt in Ihre Entscheidung mit einfließen lassen.

Schufa-Eintrag möglich

Aufgrund der recht strengen Richtlinien, einen Kredit mit Minuszinsen genehmigt zu bekommen, sind Ablehnungen auch dann möglich, wenn Sie bisher noch nie mit Ihren Zahlungen in Verzug geraten sind. Diese Ablehnungen wird in die Schufa eingetragen. Das wird vor allem dann zum Problem, wenn Sie gleich bei mehreren Plattformen zeitgleich eine Kreditanfrage durchführen. Mehrere Schufa-Einträge über abgelehnte Kredite können bei einem späteren Wunsch nach einem regulären Kredit bei der Bank ein negatives Bild zeichnen. Einige Kreditportale werben explizit damit, keine Schufa-Einträge vorzunehmen. Informieren Sie sich vor der Antragstellung genau darüber und lesen Sie stets das Kleingedruckte.

Weitergabe von Daten

Ein häufig kritisiertes Aspekt der Kredite ohne Minuszinsen ist das Sammeln und der Verkauf Ihrer persönlichen Daten durch die Kreditportale. Beim Stellen des Antrages werden eine Vielzahl an Informationen abgefragt. Darunter befindet sich neben der Höhe des monatlichen Einkommens aus die Höhe der Wohnungsmiete, eventuelle Versicherungen und monatliche Verpflichtungen. Völlig unabhängig davon, ob der Kredit genehmigt oder abgelehnt wird, werden Ihre Daten in der Regel für personalisierte Werbung weitergeben. Mit dem Verkauf von Daten erwirtschaften die Anbieter jene Gewinne, die ihnen bei Negativzins-Kredit sonst verwehrt bleiben. Ob Sie die Weitergabe Ihrer vertraulicher Daten für einen kleinen Kredit in Ordnung finden, ist eine ganz individuelle Entscheidung.

Begrenzte Kreditsumme

Die meisten Kredite ohne Minuszinsen sind auf 1.000 Euro begrenzt. Höhere Kreditsummen werden zu den herkömmlichen Zinskonditionen vergeben. Bei Lockangeboten in der Werbung gilt es auch hier, die Richtlinien genau zu studieren. Das Kreditportal smava brachte im Jahr 2018 erstmals einen Kredit ohne Minuszinsen mit der Kreditsumme von 10.000 Euro ins Spiel. Zurückbezahlt werden mussten davon 9.959 Euro, also ein Negativzins von 0,4 %. Hier wird schnell klar: Bei großen Summen ist der Reiz der Ersparnis schnell viel geringer. Werden bei einer kleinen Summe oft ganze 100 Euro weniger bezahlt werden müssen, sind es bei einer deutlich größeren Summe nur mehr 41 Euro. Und wie auch bei der niedrigen Kreditsumme gilt das Angebot ebenfalls nur für Angestellte und Arbeiter. Als Unternehmen ist der Kredit für Sie so nicht erreichbar.

Negativzins-Kredite sind fast immer unflexibel. Der Kredit kann nur über die beworbene Summe zu den Sonderkonditionen abgeschlossen werden. Wer also keinen Kredit über 1.000 Euro oder 10.000 Euro möchte, sondern sich 3.500 Euro leihen will, profitiert nicht von den Negativzinsen.

Ausreichende Bonität

Aufgrund der geringen Kreditsumme sprechen Kredite ohne Minuszinsen vor allem Personen an, die aufgrund von geringem Einkommen und fehlender Ersparnisse rasch und kurzzeitig finanzielle Hilfe benötigen. Mit 1.000 Euro Negativzins-Kredit kann etwa das Auto repariert oder der kaputte Kühlschrank ersetzt werden, ganz ohne teure Ratenzahlung. Genau diesem Personenkreis fehlt aber oft die nötige Bonität, um einen Kredit dieser Art genehmigt zu bekommen. Kreditportale bieten als Alternative auch Kleinkredite trotz Schufa-Eintrages an. Diese sind jedoch mit Zinsen verbunden.

Alternative zum Kredit mit Minuszins: Online-Vergleich von Firmenkrediten

Lieber günstige, als gar keine Zinsen zahlen

Sie brauchen einen Firmenkredit für die Anschaffung einer neuen Maschine, den Ausbau einer Abteilung oder den Start in die Selbständigkeit? Dann kommen Sie um das Zahlen von Zinsen bei Krediten nicht herum. Das ist jedoch kein Grund zum Verzweifeln. Für Unternehmer gibt es eine ganze Reihe an Kreditangeboten mit dauerhaft niedrigen Zinsen. Diese Firmenkredite sind speziell auf die Bedürfnisse und Anforderungen von Unternehmen zugeschnitten. Das hebt sie positiv von Lockangeboten mit Minuszinsen ab und ermöglicht Ihnen die Verwirklichung zukunftsorientierte Investitionen.

Als Privatperson sollten Kredite mit Minuszinsen ebenfalls gut überlegt sein. Auch hier gibt es Alternativen, die eventuell die deutlich bessere Wahl sind. Das große Geld lässt sich mit den Ersparnissen ohnehin nicht verdienen.

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