Diese Marktpotenziale entstehen durch eine Übernahme

Diese Marktpotenziale entstehen durch eine Übernahme

Die Übernahme von Unternehmen ist eine gängige Praxis zur Schaffung von Marktpotenzialen. M&A Deals wiesen im Jahr 2018 ein Gesamtvolumen von 128,4 Milliarden Euro auf. Drei wesentliche Fragen sind zu klären:

  1. Bietet die Fusion oder die Unternehmensübernahme die größten Chancen?
  2. Welche Marktvorteile entstehen durch die Übernahme?
  3. Welche Erfolgsfaktoren existieren hinsichtlich der Übernahme?

Im folgenden Beitrag erhalten Sie Antworten auf diese zentralen Fragestellungen.

Expandieren statt Stagnieren um wettbewerbsfähig zu bleiben

Die Wirtschaft ist stets um Wachstum bemüht. Stagnation stellt in einer gewissen Form einen Rückschritt dar, weil die Unternehmen Chancen nicht nutzen und langfristig gesehen die eigene Wettbewerbsfähigkeit leidet. Expansion bedeutet, das eigene Geschäftsfeld auszuweiten. Beispielsweise führt die Übernahme eines anderen Unternehmens zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit, zum Erschließen neuer Märkte oder zum Ausbau des Warensortiments.

Ein Merger ist im Mittelstand eher selten erfolgreich

Der Ausdruck Merger beschreibt eine Fusion, also den Zusammenschluss von mindestens zwei Unternehmen. Eine größere Marktmacht soll entstehen. Ein Merger findet zwischen gleichberechtigten Partnern statt. Beide Parteien sollen von der Entscheidung profitieren. Im Mittelstand sind Merger jedoch nur selten erfolgreich, da es schwierig ist, ausreichend Vorteile für alle Parteien zu generieren. Daher erfolgen zumeist Akquisitionen (= Übernahmen). Die begriffliche Trennung ist komplex, weil der Merger auch als besondere Form der Übernahme erachtet werden kann. Beim Merger verliert ein Unternehmen seine rechtliche Unabhängigkeit und wird vom anderen Unternehmen „aufgenommen“. Entscheidend ist, wie die Machtverhältnisse zuvor waren und welche Ziele die Akteure verfolgen.

Eine Übernahme sollten Sie auf mehreren Ebenen analysieren

Wenn Sie planen, ein anderes Wirtschaftssubjekt zu übernehmen, dann sollten Sie diverse Analysen durchführen. Ermitteln Sie, welche Motive Sie bei der Übernahme haben. Zu den strategischen Motiven gehören die Verbesserung des Zugangs zu Beschaffungs- und Absatzmärkten sowie die Schwächung der Konkurrenz. Ebenso ist die verbesserte Nutzung betrieblicher Funktionen in Beschaffung, Produktion, Absatz oder Marketing denkbar.

Industrielle Analyse der geplanten Übernahme

Ihr eigenes Unternehmen und die Marktposition kennen Sie sehr gut. Doch wie sehen die Bilanz, die betriebswirtschaftlichen Kennzahlen und die Marktlage des zu übernehmenden Betriebs aus? Wenn Sie ein fremdes Unternehmen übernehmen, dann übernehmen Sie nicht nur Vermögen und Schulden sondern auch das Image, der Bekanntheitsgrad und der Kundenstamm können teilweise auf Ihr Unternehmen übergehen. Sie profitieren von einem guten Ruf und einer guten Marktposition. Wichtige Kennzahlen sind der Marktanteil, die Kundenbindung und die Kundenzufriedenheit. Abhängig von der Geschäftstätigkeit können auch eine Standortanalyse und eine Betrachtung der Produktionsstätten erforderlich sein. Stellen Sie sich die Frage: „Welche Auswirkungen entstehen für Ihr eigenes Unternehmen, wenn Sie den anderen Betrieb übernehmen?“

Finanzielle Analyse des Betriebs

Die Betrachtung der Bilanzen der vergangenen Jahre und der Jahresabschlüsse stellt die Ausgangslage für die finanzielle Analyse dar. Sie bestimmen diverse bilanzpolitische Kennzahlen, wie die Eigenkapitalquote, den Liquiditätsgrad und den Verschuldungsgrad. Bedenken Sie, dass nicht alle Begebenheiten auf den ersten Blick erkennbar sind. Hinterfragen Sie, warum sich Kennzahlen in der vorliegenden Form entwickelt haben. Welche Handlungen haben die Manager unternommen, wie hat sich die Umwelt des Betriebs verändert? Anhand dieser Analyse erkennen Sie das wirtschaftliche und finanzielle Potenzial des Unternehmens.

Integrative Analyse

Diverse betriebswirtschaftliche Instrumente stehen zur Verfügung, um zu ermitteln, welche Auswirkungen sich durch die Übernahme ergeben. Ein Beispiel ist die SWOT Analyse, mit deren Hilfe Sie die Situation des zu übernehmenden Betriebs besser einschätzen zu können. Ebenso können Sie die SWOT Analyse einsetzen, um die Übernahme selbst zu bewerten. Bei der SWOT Analyse ermitteln Sie Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken getrennt voneinander. Anschließend analysieren Sie:

  • Stärke-Chancen-Kombination: Wie können Sie Stärken einsetzen, um Chancen zu nutzen?
  • Stärke-Risiko-Kombination: Welchen Risiken können Sie mit welchen Stärken begegnen?
  • Schwäche-Chancen-Kombination: Wo können aus Schwächen Chancen entstehen?
  • Schwäche-Risiko-Kombination: Wo befinden sich die Schwächen?

Corporate Identity als Bestandteil der integrativen Analyse

Die Persönlichkeit des Unternehmens und der Aufbau eines „Wir-Gefühl“ bei den Mitarbeitern tragen positiv zur wirtschaftlichen Entwicklung bei. Hinsichtlich einer geplanten Unternehmensanalyse müssen Sie berücksichtigen, welche Auswirkungen sich auf die Corporate Identity ergeben. Unterstützen die Mitarbeiter das Vorgehen, sind Widerstände zu erwarten oder harmonieren beide Unternehmen nicht miteinander? Eine Imageübertragung ist anzunehmen, weswegen das Image des Zielunternehmens zum Image des Bestandsunternehmens passen muss.

Einflussfaktoren auf die Unternehmensübernahme

Für jede Übernahme liegen individuelle Gründe vor, die Sie berücksichtigen müssen. Beispielsweise kann es sich um die angestrebte Nachfolge handeln. Übernehmen Sie einen Betrieb von den Eltern oder von einem anderen Familienmitglied, dann sollten Sie dennoch ein eigenes Unternehmenskonzept aufstellen. Es kann sich um die Fortsetzung der bisherigen Unternehmenspolitik oder um eine Abänderung handeln.

Der Ideale Prozess eines Unternehmenskaufs

Schritt 1: Strategische Planung und Vorbereitung

Grenzüberschreitende Übernahmen erfordern eine besonders intensive Vorbereitung. Zum einen ist oftmals die räumliche Nähe nicht gegeben, sodass Sie viele Punkte über digitale Kanäle oder sonstige Fernmedien klären müssen. Zudem treten rechtliche Unterschiede auf: Unternehmen im Ausland verfügen über vom deutschen Wirtschaftsrecht abweichende Rechtsformen. Hinsichtlich der Rechnungslegung ist die internationale Harmonisierung weitestgehend hergestellt. Für die Planung und die Vorbereitung ist ein strategisches Management erforderlich. Die Aquisition von Unternehmen hat sich im Mittelstand zu einem gängigen Verfahren entwickelt, Wachstum zu fördern. Das strategische Management ermittelt, welche Betriebe zum eigenen Unternehmenserfolg beitragen können. Die Organisationsstruktur und der Unternehmenswert sind wichtige erste Anhaltspunkte hinsichtlich der Auswahl.

Die Qualität der Entscheidung hängt von verschiedenen Einflussfaktoren ab:

  • Informationsbeschaffung und Problemanalyse müssen effektiv sein.
  • Das strategische Management benötigt Flexibilität bei sich verändernden Umweltbedingungen.
  • Die Kommunikation zwischen allen Beteiligten wirkt sich positiv aus.

Schritt 2: Bewertung

Nehmen Sie eine Unternehmensbewertung vor. Nicht alle hierfür erforderlichen Daten und Fakten sind frei zugänglich, weswegen bereits in dieser Phase die Zusammenarbeit mit dem zu übernehmenden Betrieb notwendig ist. Den Wert bestimmen Sie objektiv, allerdings spielen aus Sicht der Unternehmensleitung des zu übernehmenden Unternehmen häufig auch emotionale Aspekte eine wichtige Rolle. Das beibehalten einer objektiven Sicht ist für die neutrale Bewertung essenziell. Eine gängige Option ist das traditionelle Substanzwertverfahren zur Bestimmung des Unternehmenswertes. Sie addieren hierbei alle Vermögenswerte und subtrahieren die Schulden. Das mathematische Ergebnis spiegelt den Wert wieder, den der Käufer investieren müsste, wenn er das Zielunternehmen selbst reproduzieren wollte.

Bei der Wertbestimmung sind nicht nur materielle Vermögenswerte von Belang, auch immaterielle Punkte sind zu berücksichtigen:

  • zu übernehmende Aufträge
  • Patente
  • Markenrechte
  • Software inklusive Lizenzen
  • Beziehungen zu Lieferanten
  • bestehende Kundenstämme
  • Fachkenntnis der Angestellten

sind einige der möglichen immateriellen Werte.

Schritt 3: Verhandlung und Abschluss

Unter anderem die IHK stellt Musterverträge zur Betriebsübernahme bereit. Dort ist benannt, dass das Recht zur Fortführung der Firma auf den Käufer übergeht, der Käufer jedoch nicht verpflichtet ist, die Firma fortzuführen. Des Weiteren werden am im Vertrag benannten Stichtag alle Geschäftsunterlagen und Datenbestände übergeben. Im Vertrag sollten Sie außerdem regeln, welche Partei die Kosten für notwendige Anmeldungen, Ummeldungen und Abmeldungen übernimmt. Der Kaufpreis, die Zahlungsmodalitäten und die Eigentumsübertragung sind zu benennen. Die IHK schlägt durch ihren Mustervertrag vor, dass der Käufer alle Verträge übernimmt, die bislang zwischen dem Unternehmen und externen Akteuren bestanden hatten. Nicht in allen Fällen wird die Vertragsübernahme möglich sein, dies ist im Mustervertrag angemerkt. Auf Verbindlichkeiten und die Fortführung der Arbeitsverträge wird im Mustervertrag ebenfalls eingegangen. Die dortigen Regelungen besagen, dass der Käufer die zugehörigen Pflichten übernimmt. Ein wichtiger Punkt ist das Wettbewerbsverbot. Als Käufer sollten Sie vermeiden, dass der bisherige Unternehmensbesitzer zu Ihr neuer Mitbewerber wird. Er besitzt Markterfahrung und könnte versuchen, Stammkunden zu halten. Im Vertrag sollten Sie daher ein Wettbewerbsverbot für die kommenden Jahre aufnehmen.

Schritt 4: Integration

Ein professionelles Integrationsmanagement ist notwendig. Sie benötigen eine gemeinsame Identität, die zunächst gefunden werden muss. Die nachhaltige Integration des übernommenen Unternehmens in das bestehende Unternehmen ist eine komplexe Aufgabe für das Management. Wichtig ist der Aspekt der Nachhaltigkeit, da eine dauerhafte Lösung zu finden ist. Integrationsprobleme treten vor allem bezogen auf zwei Bereiche auf:

  • Unternehmensidentität
  • Personalführung festgemacht

Die Mitarbeiter sollen sich mit dem neuen Unternehmen identifizieren. Außerdem ist ein durchgängiger Managementprozess notwendig, der zu definierten Abläufen führt.

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Lesen Sie außerdem gerne unseren Artikel Unternehmensübernahme richtig finanzieren, in dem wir nochmal alle Finanzierungsmöglichkeiten aufführen.

Unser Fazit

Optimal geplant und ausgeführt stellt die Unternehmensübernahme eine gute Chance zur Verbesserung der Marktposition dar. Expansion wirkt sich langfristig positiv auf den Unternehmenserfolg aus. Zentrale Erfolgsfaktoren sind die gründliche Analyse des Marktes und des zu übernehmenden Betriebs sowie die rechtlich abgesicherte Übernahme und ein professionelles Integrationsmanagement.