SME-Kreditmarkt: Kredite für Banken oft wenig rentabel und dennoch notwendig

… dabei erhalten Banken aktuell eine Null Prozent Kreditfinanzierung von der EZB

Kreditmarkt

Egal ob steigender Wettbewerb, Zinsdruck der EZB oder Digitalisierung, der Kreditmarkt befindet sich in einer der aktivsten Zeiten überhaupt. SME-Kredite sind ein wichtiger Bestandteil. Im Folgenden beschreiben wir Chancen und Herausforderungen.

Trotz günstiger Marktbedingungen ist der SME-Kreditmarkt oft nicht rentabel

Laut dem Bundesverband mittelständische Wirtschaft Unternehmensverband Deutschlands e.V., beträgt der Anteil an kleinen und mittelständischen Unternehmen (im Folgenden KMU oder SME) in etwa 99 Prozent an der Zahl aller deutscher Unternehmen. In Zahlen sind dies aktuell in etwa 3,6 Millionen Unternehmen. Dennoch verdienen deutsche Banken laut einer Studie der solarisBank in Kooperation mit Barkow Consulting nur in etwa 75 Prozent der Eigenkapitalkosten durch Kredite an KMUs. Die Eigenkapitalkosten beschreiben die Aufwendungen, die eine Bank aufbringen muss, um das rechtlich erforderliche Eigenkapital aufzubringen.

Die Anforderungen auf den europäischen Kreditmarkt wurden diesbezüglich in den Abkommen Basel I bis Basel IV stufenweise immer weiter verschärft. Grund hierfür sind steigende Anforderungen an der Absicherung von Banken vor Kreditausfällen, beispielsweise durch Unternehmensinsolvenzen. Der Wert der Deckung der Eigenkapitalkosten ging gemäß obiger Studie zuletzt sogar teilweise auf 60 Prozent runter. Zugleich müssen KMUs im Durchschnitt in etwa viermal so hohe Zinsen für Kredite zahlen, wie Großunternehmen.

Zeitgleich liegt der Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) seit Jahren auf einem Rekordtief. Banken erhalten aktuell eine Null Prozent Kreditfinanzierung von der EZB. Für Gelder die Banken über Nacht bei der EZB parken, ist seit neuestem sogar ein Einlagezins von minus 0,5 Prozent des Einlagewertes zu zahlen. Dieser Zins wird oft als Strafzins bezeichnet. Er ist zum Beispiel auch auf die eingelegten Werte des Eigenkapitals fällig. Anstatt einer Vermehrung wird die Einlage reduziert. Banken sollen dazu verleitet werden, mehr zu investieren. Der Kreditmarkt ermöglicht derzeit eine unglaublich preiswerte Möglichkeit für Unternehmen und Banken, Finanzierungen wahrzunehmen oder zu ermöglichen.

Dennoch sind KMU-Kredite laut Barkow Consulting und solarisBank für deutsche Banken oft nicht rentabel. Banken geraten zunehmen unter Druck. Liquiditätslücken werden primär durch Cross-Selling Angebote subventioniert. Als Cross-Selling wird der Vertrieb anderer Dienstleistungen von Banken bezeichnet. Es werden also beispielsweise Anlageoptionen oder Girokonten angeboten. Teilweise wird der Strafzins direkt an Bankkunden weitergegeben.

Deutscher SME-Kreditbestand wächst derzeit jährlich um 7 %

Deutsche Banken realisierten mit KMU-Krediten im Jahr 2018 in etwa 5 Milliarden Euro an Einnahmen aus Kreditzinsen. Dies entspricht einem Anstieg des Kreditzinses von fast 20 Prozent im Vergleich zum Jahr 2015. Zeitgleich spiegeln sie aber nur 6 Prozent aller Zinseinnahmen deutscher Banken wider. Die verbleibenden 94 Prozent an Erträgen aus Zinsen im deutschen Kreditmarkt wurden durch Kredite an Großunternehmen,

Kleinstunternehmen und Privatpersonen erwirtschaftet. Der Kreditbestand aller SMEs beträgt in etwa 219 Milliarden Euro. Enthalten ist die Vergabe von Firmenkrediten an KMUs mit einer Laufzeit von mehr als 3 Monaten und einem Kreditbetrag von weniger als 1 Millionen Euro. Laut der oben erwähnten Studie beträgt der Wert der an KMUs vergebenen Kredite einem Anteil von 23 Prozent am Kreditmarkt.

2019 solarisBank

Etwas mehr als 50 Prozent dieser Kredite liegen mit dem Wert unter 250.000 Euro. Innerhalb des Jahres 2018 ist das Volumen an Krediten an SMEs um fast 7 Prozent angestiegen. Etwas mehr als ein Drittel der vergebenen Kredite an KMUs wurde von Sparkassen vergeben. Genossenschaftliche Banken (Volks- und Raiffeisenbanken) kommen noch auf einen Anteil von immerhin 27 Prozent. Die übrigen Firmenkredite wurden durch Privatbanken und FinTechs, wie Digitalbanken vergeben. FinTechs haben ihr Volumen am deutschen Kreditmarkt seit dem Jahr 2016 fast verdoppelt. Allein im Jahr 2018 wurden Neukredite in Höhe von fast 992 Millionen Euro vergeben.

Prognose Kreditmarkt: FinTechs werden immer relevanter

2019 solarisBank

Im Jahr 2017 lag der Wert noch bei etwa 515 Millionen Euro. FinTechs, also junge Unternehmen, welche auf Finanztechnologien basieren, können ein enorm starkes Wachstum in der Vergabe von Firmenkrediten verzeichnen. Bis zum Jahr 2023 (so die bereits bezeichnete Studie) kann der Marktanteil von FinTechs auf etwa 7,1 Prozent des gesamten Kreditmarktes steigen. Dies entspreche einem prognostizierten Neukreditvolumen von 4,2 Milliarden Euro. Der Vergabe von Krediten an KMUs wird hierbei ein großer Anteil zugesprochen. Das wichtigste Argument für den wachsenden Marktanteil ist der Digitalisierungsgrad.

Margendruck macht den Banken zu schaffen

Die Digitalisierung von Prozessen ermöglicht es FinTechs, eigene Prozesse besonders effizient zu gestalten. Die Automatisierung erhöht Geschwindigkeit und Qualität sämtlicher Unternehmensprozesse. Kosten sinken. Die Einsatzmittel von FinTechs werden effektiv eingesetzt. Die Rentabilität steigt folglich. Bei einem Großteil der Banken auf dem deutschen Kreditmarkt wurde die Digitalisierung noch nicht komplett umgesetzt. Das Zusammenspiel des Strafzinses, des günstigen Leitzinses und des wachsenden Wettbewerbsdrucks durch kostengünstigere FinTechs setzt etablierte Banken immer weiter unter Druck. Zwischen Juli 2016 und Mai 2019 ist die Marge von Banken bei SME-Krediten um in etwa 12 Prozent zurückgegangen.

Zuletzt ist sie wieder auf 2,29 Prozent gestiegen, doch reicht dies zur Deckung der Eigenkapitalkosten nicht aus. Laut der Studie und basierend auf Angaben der EZB liegen die Eigenkapitalkosten von Banken in Bezug auf Kredite an KMUs bei etwa 8 Prozent. Die kürzliche Anhebung des Strafzinses von 0,4 auf 0,5 Prozent kann den Satz der Eigenkapitalkosten sogar noch etwas erhöhen.

Der effektiv erwirtschaftete Eigenkapitalzins liegt bei nur etwa 5,5 Prozent. Ohne den enthaltenen Anteil an kalkulatorischen Kosten des Kreditausfalls (Risikokosten), könnte eine Eigenkapitalverzinsung von 7,8 Prozent erreicht werden. Dieser Wert ist noch nicht ausreichend, um in die profitable Zone von mehr als 8 Prozent zu gelangen. Außerdem ist es fraglich, ob Kredite an KMUs wirklich nicht ausfallen. Folglich gilt es, den Kreditzins zu erhöhen oder Kosten zu senken.

Wegen des Konkurrenzdrucks durch FinTechs am Kreditmarkt kann der Kreditzins kaum angehoben werden. Die größte Chance auf langfristige Profitabilität bietet die Kostensenkung durch Investitionen in die Digitalisierung. Etablierte und oft noch sehr analoge Banken müssen sich durch Digitalisierung neu erfinden. Zusätzlich dient natürlich das Angebot neuer oder besserer zusätzlicher Dienstleistungen von Banken der Deckung der eigenen Kosten. Mit neuen, interessanten Produkten Kooperationen und Dienstleistungen sowie digitalen und vernetzten Prozessen können etablierte Banken ihre Kosten senken, um gesamtheitlich erfolgreich und profitabel zu wirtschaften.

Ein Großteil der SMEs bestätigt: Kredite sind leicht zu bekommen

Gemäß einer Befragung der Kreditanstalt für den Wiederaufbau (KfW) aus Juli 2019, haben etwa 60,6 Prozent der befragten Unternehmen angegeben, dass der Zugang zu Krediten im vergangenen Jahr leicht gewesen ist. Nur 8,9 Prozent empfanden den Zugang zu Krediten als schwierig. Dieser Effekt zeigt – trotz der Unterdeckung von Eigenkapitalkosten für Kredite an KMUs – wie wichtig diese Einnahmequelle dennoch für deutsche Banken ist. Immerhin trägt der eingenommene Zins zu einem wichtigen Teil der Deckung der eigenen Kosten von Banken bei. Im Vergleich zum Vorjahr wird dieses sogenannte Kreditklima als unverändert beschrieben. Unterstützt wird dies ebenfalls vom Ergebnis des Bank Lending Surveys der EZB. Demnach sollen auf dem deutschen Kreditmarkt Kreditstandards sogar gelockert worden sein. Kreditverhandlungen scheitern seltener.

Am häufigsten bewerten Unternehmen des Handels die Verfügbarkeit von Krediten als leicht (65,4 Prozent). Gefolgt wird der Handel vom verarbeitenden Gewerbe mit 62,5 Prozent und dem Baugewerbe mit 59,2 Prozent. Andere Dienstleistungen beurteilen die Verfügbarkeit von Firmenkrediten noch zu 52,4 Prozent als leicht. Der größte Anteil von Unternehmen, die den Zugang zu Krediten als schwer bewerten kommt mit 13,1 Prozent aus dem Sektor anderer Dienstleistungen.

Auch im verarbeitenden Gewerbe ist der Anteil mit 11,1 Prozent noch zweistellig. Am einfachsten gestalten Sparkassen (laut 63 Prozent der Befragten) und Genossenschaftsbanken (laut 62,6 Prozent der Befragten) den Zugang zur Fremdfinanzierung. Im Westen Deutschlands wird der Zugang mit 61,2 Prozent einfacher wahrgenommen, als im Osten Deutschlands mit nur 52,1 Prozent.

Auch in der Unternehmensgröße wird der Zugang zu Finanzierungen im deutschen Kreditmarkt unter den Befragten der KfW als unterschiedlich schwer bewertet. Bei Unternehmen mit einem Jahresumsatz von weniger als 1 Million Euro bewerten nur 43,2 Prozent der Befragten den Zugang zu einem Firmenkredit als einfach. Sogar fast ein Fünftel der befragten Unternehmen mit genannter Umsatzgröße bewerten den Zugang als schwer. Mit zunehmendem Umsatz wird der Zugang scheinbar leichter.

Besseres Rating macht SMEs für Kredite interessant

Dennoch überwiegen die Bewertungen des Kreditzugangs als leicht in allen Unternehmensgrößen. Was aber macht gerade mittelständische Unternehmen für Banken so interessant? Zum einen verleiten die Nullprozentpolitik der EZB sowie der Strafzins für Einlagen Banken dazu, mehr Kredite zu vergeben. Zum anderen gelten gerade Kredite an deutsche SMEs als vergleichsweise sicher. Unterstützt wird diese Aussage der Studie von Barkow Consulting in Zusammenarbeit mit der solarisBank auch von der Befragung der KfW. Demnach haben 34,5 Prozent der Befragten Unternehmen angegeben, aktuell eine bessere Bewertung der Kreditwürdigkeit als noch vor einem Jahr zu erhalten.

Nur 8,1 Prozent verzeichneten eine Verschlechterung. Als Ursache dieser positiven Entwicklung wird unter anderem die in Deutschland noch immer stabile konjunkturelle Lage genannt. Hierauf basierende Finanzkennziffern sowie die Geschäftserwartungen können Bonitätsprüfungsgesellschaften wie die Creditreform dazu verleitet haben, die Noten der Bonitätsratings im Schnitt zu verbessern. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Anzahl der Meldungen der Verbesserungen um 2,5 Prozent. Folglich wird die Wahrscheinlichkeit von Rückzahlungsausfällen von Krediten am deutschen Kreditmarkt für viele Unternehmen als weniger kritisch eingestuft. Die Ausfallwahrscheinlichkeit wird als gering bewertet. Deutsche Banken nehmen dies als Anlass, auch an KMUs leichter Kredite zu vergeben. Je kleiner das Unternehmen aber ist, desto schlechter werden seine Konditionen und so größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kredit verweigert wird.

Am Ende zählen für Banken des deutschen Kreditmarktes neben der Bewertung der Bonität eben doch auch andere Faktoren wie die Eigenkapitalquote oder die Verfügbarkeit materieller oder immaterieller Sicherheiten. Selbst wenn sie in manchen Fällen noch Kredite an kleine SMEs vergeben wollten, so müssen sie sich zunehmend an schärfere Anforderungen und Gesetze halten. Hierzu zählen neben lokalen Gesetzen auch internationale Abkommen wie die zuletzt als Basel III und Basel IV bekannten internationalen Vereinbarungen der Europäischen Union. Aus der letzten Finanzkriese ist die Notwendigkeit gewachsen, Verbraucher durch schärfere Regulierungen von Banken zu schützen.

Kredite dienen der Finanzierung von Investitionen

Aus diesem Grund wurde der Kreditmarkt innerhalb der Europäischen Union mit dem Basel III Abkommen beispielsweise durch folgende drei Bereiche stärker reguliert. Diese sogenannten drei Säulen sind:

    • Eine Erhöhung des Bedarfs an Eigenkapital und der unmittelbar verfügbaren Liquidität einer Bank.
    • Ein verstärkter Überwachsungsprozess zur Kapitalplanung und dem Risiko-Management.
    • Erweiterte Maßnahmen der Offenlegung von Risiken.

Auf diese Weise sollen Risiken nicht nur dargestellt, sondern auch aktiv angegangen werden. Für Banken bedeuten diese Maßnahmen allerdings Änderungen in ihren Prozessen sowie auch zusätzliche Kosten wie beispielsweise erhöhte Eigenkapitalkosten. Als Konsequenz müssten Dienstleistungen von Banken teurer werden. Der niedrige Leitzins, Strafzins und sogar Konkurrenzdruck durch junge und hocheffiziente FinTechs verschärfen allerdings den Wettbewerbsdruck und somit auch die Anforderungen an die Preispolitik der Banken. Entstehende Liquiditätslücken müssen durch zusätzliche Dienstleistungen geschlossen werden. Um die Wettbewerbsfähigkeit etablierter Banken langfristig zu sichern sollten auch sie sich durch eine Digitalisierung eigener Prozesse optimieren. Aktuell sind Kredite scheinbar recht einfach für KMUs zu bekommen. Wofür werden sie verwendet?

Die Studie „Diagnose Mittelstand“ der Finanzgruppe deutscher Sparkassen- und Giroverband aus dem Winter 2018 besagt, dass 98 Prozent der deutschen gewerblichen Mittelständler Neukredite zur Finanzierung von Investitionen nutzt. Da Kredite aktuell vergleichsweise sehr preiswert zu bekommen sind, gelingt es vielen Unternehmen, mit der Eigenkapitalrentabilität höher zu liegen als sie mit dem Fremdkapitalzins für ihre Investition bezahlen. Sie können die eigene Leistungsfähigkeit auf diese Weise stärken.

Laut dieser Studie ist es Mittelständern im Jahr 2017 so gelungen, die Eigenkapitalrendite von 14,1 auf 14,7 Prozent zu steigern. Das Eigenkapital von Unternehmen wird mit Hilfe des Levarage-Effekts gestärkt. Im Durchschnitt lag die Eigenkapitalquote nach dem Jahresabschluss 2017 bei 39 Prozent. Dieser Trend wird allerdings vom Markt mitbestimmt. 54 Prozent der befragten Unternehmen des Mittelstands fürchten vor diesem Hintergrund einen möglichen Handelskrieg mit den USA. Exporte sind für Deutschland wichtig.

Wie ist der deutsche Kreditmarkt aufgebaut?

Dies könnte dann wiederum auch ernsthafte Konsequenzen für den deutschen Kreditmarkt bedeuten: Unternehmen sind weniger bereit zu investieren. Die Kreditnachfrage geht zurück. So dann auch der Deckungsbeitrag deutscher Banken durch Kredite an KMUs. Lösungen müssen gefunden werden.

Interessant ist ebenfalls der Aufbau des Kreditmarktes. Anhand dieses kann genauer verstanden werden, wie unterschiedlich einzelne Wettbewerber am Kreditmarkt sind und von welchen Seiten konventionelle Kreditgeber inzwischen angegriffen werden. Internationale Abkommen haben nicht nur die Sicherheitsmaßnahmen verschärft, sondern den Markt auch für zusätzliche und neue Wettbewerber geöffnet. FinTechs sind ein Resultat. Der Markt wird laut der Studie von Barkow Consulting mit der solarisBank grundsätzlich in folgende drei Kategorien unterschieden:

    • Geldgeber sind jene Investoren, die Geld auf dem Markt zur Verfügung stellen, zum Beispiel in Form von Krediten.
    • Geldnehmer sind Unternehmen wie SMEs, Vereine und Privatpersonen, welche beispielsweise Kredite aufnehmen.
    • Intermediäre sind Vermittler, die sich teilweise zwischen Geldnehmern und Geldgebern zwischenschalten.

Als Geldgeber gelten traditionelle Banken wie die Sparkassen, die das traditionelle Bankgeschäft betreiben. Banken betreiben das Kreditwesen gewerblich. Erste bankähnliche Institutionen soll es bereits im Zweiten Jahrhundert vor Christus in Mesopotamien gegeben haben. Neben diesen Banken gibt es ebenso sogenannte White Label Kreditgeber als Geldgeber. Hiermit werden Institutionen bezeichnet, die es Intermediären ermöglichen, im eigenen Namen (des Intermediär oder einer Bank) Kredite anzubieten. Solch ein Geldgeber ist beispielsweise Fidor.

Inzwischen gibt es sogar Anbieter wie die Postbank, die digitale Kredite anbieten. Die Kreditvergabe verläuft hierbei fast komplett digital. Der letzte wesentliche Kreditgeber sind andere institutionelle oder private Kreditgeber. Zu den Intermediären am Kreditmarkt zählen Vergleichsplattformen wie FinCompare, die Kreditnehmern einen besseren Überblick über das Angebot geben, Vertriebsplattformen wie Lendico, die das Angebot der White Label Kreditgeber wahrnehmen und P2B Plattformen wie Funding Circle, die es privaten und institutionellen Investoren sowie White Label Kreditgebern ermöglichen, Kredite anzubieten. Geldnehmer sind beispielsweise KMUs.

Was macht FinTechs am SME-Kreditmarkt so besonders?

White Label Kreditgeber, Vergleichsplattformen, Vertriebsplattformen und P2B Marktplätze sind Teilnehmer am Kreditmarkt die als FinTech bezeichnet werden. Auch bei den digitalen Kreditgebern spielen FinTechs eine wichtige Rolle. Sie mischen den Markt auf, vergrößern das Angebot. Zugleich werden sie bereits zu Beginn komplett digital aufgesetzt.

Dieser hohe Grad an Digitalisierung eröffnet diesen jungen Unternehmen Türen. Sie treten in den Wettbewerb zueinander und zu traditionellen Banken. Sie ermöglichen aber auch privaten und institutionellen Kreditgebern, sich aktiver am Markt zu bewegen. Der Wettbewerb wird belebt. Etablierte Marktteilnehmer werden auf diese Weise auf lange Sicht gezwungen, in die eigene Ausstattung und in eigene Prozesse sowie in Digitalisierung zu investieren.

Institutionelle Kreditgeber müssen sich aktiver am Markt bewegen

Die Chancen und Vorteile der FinTechs setzen traditionelle Banken enorm unter Druck. Kurzfristig entstehen höhere bankinterne Kosten, welche über Einnahmen gedeckt werden müssen. Die Vorteile der FinTechs sind dabei eindeutig primär die Möglichkeit, sich von Anfang an hochdigitalisiert zu entwickeln. Eigene Chancen werden direkt erarbeitet.

Der Anteil an manueller Arbeit im Bankenprozess von FinTechs ist sehr gering. Als Konsequenz steigen die Qualität und die Geschwindigkeit. Wenn Traditionelle Banken des Kreditmarktes für Kredite an KMUs Tage, vielleicht sogar Wochen benötigen, gelingt dies FinTechs oft bereits innerhalb von 24 Stunden. Dies stellt einen enormen Wettbewerbsvorteil dar. Egal um welche Art von Fintech-Unternehmen es sich handelt: Kosten und Geschwindigkeit sind oft besser als bei traditionellen Banken, es sei denn, Vergleichsplattformen sind auch auf das Feedback von herkömmlichen gewerblichen Kreditgebern angewiesen. Herkömmlich Kreditgeber geraten auf dem Kreditmarkt folglich zunehmend unter Druck.

Wenn sie ihre eigenen Prozesse nicht digitalisieren und somit automatisieren können, drohen ihnen mittel- und langfristig große Herausforderungen. Heranwachsende neue Generationen finden sich in der digitalen Welt immer mehr zu Hause. Der Bedarf an lokalen Filialen geht zurück. Künftige Entscheidungsträger von KMUs werden wahrscheinlich vermehrt auf preiswertere und digitale Kreditangebote zurückgreifen. Das herkömmliche Bankenwesen befindet sich im Wandel.

SME-Kredite, das notwendige Übel am Kreditmarkt

Selbst wenn SME-Kredite die Eigenkapitalkosten nicht komplett decken können, so bilden sie dennoch ein sehr wichtiges Standbein deutscher Banken. In Zeiten, in denen sich Banken Kredite mit einer Verzinsung von bis zu null Prozent von der EZB nehmen können, können sie selbst mit einer vergleichsweise geringen Verzinsung mit KMU-Krediten noch einen gewissen Deckungsbeitrag erzielen. Zusammenfassend müssen sich Kreditgeber aber mit folgenden Herausforderungen auseinandersetzen:

    • Auf Basis der Änderung nationaler Gesetze strömen vermehrt junge, auf Technologien und Digitalisierung basierende Unternehmen auf den Markt. Dies erhöht den Wettbewerbsdruck.
    • Diese jungen FinTechs arbeiten hocheffizient und automatisiert. Diese Eigenschaft verlangt die Entwicklung und Realisierung neuer Prozess- und Technologie-Standards bei allen Teilnehmern des Kreditmarktes. Der Kostendruck steigt.
    • Wachsende Anforderungen durch die Basel I bis Basel IV Abkommen erhöhen beispielsweise den Eigenfinanzierungsbedarf und verursachen somit höhere Kosten bei allen Marktteilnehmern.
    • Auf Basis der Null-Prozentpolitik der EZB können in absoluten Werten nur geringere Margen realisiert werden.
    • Der Strafzins auf Einlagen von Banken bei der EZB verteuert das Parken von Geldmitteln. Banken werden künstlich gedrängt, in Unternehmen in Form von Krediten zu investieren. Eigene Kosten steigen.
    • Das Geschäft der SME-Kredite in Deutschland erbringt Banken Zinseinnahmen von zuletzt 5 Milliarden Euro im Jahr 2018. Auch wenn es die Eigenkapitalkosten nicht komplett deckt, so stellen sie dennoch eine wichtige Säule der Finanzierung von Kreditgebern dar.

Selbst wenn das Geschäft der SME-Kredite allein für Banken heutzutage nicht rentabel ist, so tragen Sie dennoch einen wichtigen Beitrag zur Finanzierung der Kreditgeber. Andere Dienstleistungen, oft auch unabhängig vom Kreditmarkt sind hierbei die Lösung, um auch verbleibende Kosten zu decken. Auf Grund der stabilen Wirtschaft und der daraus resultierenden positiven Entwicklung von Bonitätsbewertungen der KMUs ist die Vergabe von Krediten an SMEs trotzdem nicht in Gefahr.

Die vollständige Studie finden Sie hier.

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