Die innovativsten Mittelständler – Das können andere Unternehmer von Ihnen lernen

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Der Mittelstand gilt als Wachstumsmotor der deutschen Wirtschaft. Wenigen Technologieführern steht eine große Anzahl an kleinen und mittleren Unternehmen gegenüber, die unzureichend auf die Digitalisierung und den globalen Wettbewerb vorbereitet sind. Sie können von den Top-Unternehmern lernen. Ein genauer Blick auf dem Mittelstand zeigt, die Erfolgsfaktoren der innovativen Vorreiter.

Zahlen und Fakten zu deutschen Mittelständlern

Deutschland ist stolz auf seine Mittelständler. Rund 99,5 Prozent aller Unternehmen gehören zum Mittelstand und sorgen für die Erwirtschaftung von mehr als der Hälfte der Wertschöpfung. Fast 60 Prozent aller deutschen Arbeitnehmer arbeiten bei mittelständischen Unternehmen und über 80 Prozent der Ausbildungsplätze werden von ihnen bereitgestellt. Zum Mittelstand gehören das produzierende Gewerbe, Dienstleister und Handelsunternehmen.

Der Umsatz von großen mittelständischen Unternehmen bewegt sich im zwei bis dreistelligen Millionenbereich bis an die Milliardengrenze. Langfristige Spitzenleistungen sind die Basis für diese hohen Umsatzzahlen. Die stärksten Branchen am Wirtschaftsstandort Deutschland sind nach kumuliertem Umsatz der Automobilhandel und die Automobilzulieferer, der Maschinenbau, die Komponentenherstellung, die Baubranche, die Lebensmittelindustrie inklusive Großbäckereien und Brauereien, die Stahlverarbeitung, der Versand- und Großhandel, die Textil- und Verpackungsindustrie, Facility-Dienstleister sowie Logistik- und Elektrotechnikunternehmen. Moderne Mittelständler mit stark wachsenden Umsätzen kommen aus forschungs- und wissensintensiven Branchen wie Medizin- und Umwelttechnologien sowie Life Sciences.

KMU als Europas Motor für Wachstum und Beschäftigung

Der deutsche Mittelstand genießt Ansehen in aller Welt. Starke Unternehmerpersönlichkeiten und Politiker haben ihn international bekannt gemacht. Analog zu den Erfolgsstorys der jetzigen StartUps haben die Gründer mit wenig bis nichts in Garagen und kleinen Hallen begonnen und von dort aus mit Fleiß und Geduld solide Unternehmen aufgebaut. Die unternehmensinterne Ausbildung und kontinuierliche Weiterbildungen sorgen für einen kontinuierlichen Nachschub an hervorragend ausgebildeten Fachkräften.

Kleine und mittlere Unternehmen sind Europas Motor für Wachstum und Beschäftigung. Viele Länder sind neidisch auf den soliden Mittelstand, der für ein stabiles Standing der deutschen Wirtschaft im globalen Wettbewerb sorgt. „Made in Germany“ gilt global als Sigel für Qualität und herausragende Technik.

Deutsche Mittelständler zählen zu Innovations- und Technologieführern in ihren Branchen. Sie sind nah am Kunden und lösen konkrete Probleme. Innovationen beziehen sich auf Materialien, Verarbeitungstechniken und die Optimierung des Workflows über die gesamte Wertschöpfungskette eines Unternehmens. Disruptive Technologien, z. B. In der Medizintechnik, sorgen für grundlegende Neuerungen.

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Der Wissensvorsprung durch kontinuierliche Forschung und Entwicklung zahlt sich aus. Bei stark innovativen Unternehmen mit schnellem Wachstum fließen jährlich bis zu 20 Prozent des Umsatzes in die technologische Weiterentwicklung. Gute Werte für Forschung und Entwicklung der Mittelständler liegen bei 6 bis 8 Prozent des Umsatzes. Öffentliche Forschungsgelder unterstützen die Innovationsfähigkeit von Unternehmen, die sich Forschung und Entwicklung auf diesem hohen Niveau selbst nicht leisten könnten. Die Politik fördert den Austausch sowie die proaktive gemeinschaftliche Forschung zwischen Unternehmen sowie privaten und öffentlichen Institutionen. So schafft sie die Basis für moderne Dienstleistungen und Produkte auf technologischer Basis.

Umweltschutz spielt im Denken und Handeln der Mittelständler eine wichtige Rolle. Innovative, von deutschen Mittelständlern entwickelte Umwelttechnologien finden Einsatz in heimischen Unternehmen und sind internationale Exportschlager. Nachhaltige Produkte werden durch einen effizienten und nicht toxischen Einsatz von Ressourcen hergestellt. „GreenTech made in Germany“ steht für anerkannte Qualität. Der Anteil am Bruttoinlandsprodukt wird Schätzungen zufolge bis 2025 auf 19 Prozent steigen.

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Kluft zwischen Mittelständlern, die sich immer noch mit der Digitalisierung schwertun und sehr innovativen

Viele Mittelständler, die auf traditionellen Strukturen beruhen, haben Probleme mit der Digitalisierung. Je jünger und besser ausgebildet die Geschäftsführer sind, desto größer ist ihre Affinität zu teilweise radikalen Neuerungen. Während einige Unternehmen die Chancen des erweiterten Absatzmarktes und der Technologieführerschaft konsequent nutzen, verharren andere im Status Quo und führen nur zögerlich digitale Prozesse ein.

Erfolgreiche Mittelständler integrieren eine Innovationskultur in ihren Unternehmen und verankern innovatives Denken in ihren Unternehmenswerten. Die Geschäftsführung steht hinter Neuerungen und fördert diese. Der kontinuierliche Austausch mit Impulsgebern außerhalb des Unternehmens auf globaler Basis sorgt für den Ideennachschub. Dazu zählen Konferenzen, Messen, Stiftungen sowie Bundes- und Landesministerien. Ihre geförderten Forschungsprogramme dienen als Motivation. Kooperationen mit Universitäten binden Spitzentalente frühzeitig an die Unternehmen und garantieren einen kontinuierlichen Wissenstransfer. Lokale und globale Forschungspartnerschaften mit anderen innovationsgetriebenen Unternehmen schaffen Synergievorteile. Wo immer es sinnvoll und konkurrenzbedingt machbar ist, steht der Netzwerkgedanke bei der Grundlagenforschung zu neuen Technologien im Vordergrund.

Innovationsführer haben erkannt, dass sich der Fachkräftebedarf über den deutschen Arbeitsmarkt nicht befriedigen lässt. Sie werben Fachkräfte aus dem Ausland an und erarbeiten Konzepte zur Integration. Unterstützt werden sie von den Länderregierungen. IT-Spezialisten und Absolventen der Naturwissenschaften sind besonders gefragt.

Im Bereich der IT-Entwicklung kombinieren Mittelständler die Inhouse-Softwareentwicklung mit den Vorteilen des Outsourcings. Durch Nearshoring, überwiegend nach Nahosteuropa und Spanien, lassen sich Kapazitätsengpässe überwinden und bei Bedarf langfristig zur Verfügung stehende Kernteams aufbauen. Durch die flexible Erweiterung mit Remote Developern, die über die nötigen Skills verfügen, können Webanwendungen, mobile Apps und neue Vertriebskonzepte durch E-Commerce zeitnah und mit einem planbaren Budget umsetzt werden. Dies erlaubt jedem Mittelständler die Schaffung und konsequente Umsetzung einer Digitalisierungsstrategie. Die freien personellen Ressourcen ermöglichen die Konzentration auf eigene Kernkompetenzen und die Entwicklung innovativer Konzepte.

„Smart-World-Konzept“ der Algeco GmbH

Die Algeco GmbH aus Kehl löst mit einem nachhaltigen und innovativen Konzept akute Probleme ihrer Kunden in der von traditionellen Strukturen geprägten Baubranche. Im Falle von Neubauten, Sanierungen und Erweiterungen von Schulen, Kindergärten und Studentenwohnheimen schafft der Modulbauer moderne Gebäude auf Zeit – angepasst auf die individuellen Anforderungen an Raumbedarf und Funktionalität. Rund 400 Beschäftigte kreieren weiterhin Büros und Unterkünfte für Industrieanlagen sowie Bankfilialen und Messepavillons. Stahlmodule werden mit Holz und Kork kombiniert. Durch das gute Raumklima eignen sich die Module mit den flexiblen Trennwänden als Alternative zum normalen Festbau. Design und Funktionalität ergänzen sich im „Smart-World-Konzept“ in herausragender Weise. Alle Module lassen sich flexibel in der Nutzung umfunktionieren. So wird aus einer Bankfiliale auf Zeit im Anschluss ein Shop für Gewürze. Franchise-Unternehmen nutzen flexible Modullösungen gerne für unterschiedliche Standorte. Die Geschäftsführung der Algeco GmbH unter Carsten Best setzt auf konsequente Digitalisierung und sieht sich mit dem „Konzept Algeco 2020“ als innovativer Thinktank. Ziel ist es, Produkte und Prozesse kontinuierlich weiterzuentwickeln und zu digitalisieren. Algeco kennt zu jedem Zeitpunkt durch digitale Überwachung und Steuerung die Standorte, Verfügbarkeiten und Reparaturbedarfe der firmeneigenen Module. Dies ermöglicht schnelle Lieferzeiten rund um die Uhr mit dem firmeneigenen LKW-Fuhrpark. Kurzfristige Raumengpässe lassen sich flexibel und in Rekordzeit befriedigen.

Die Algeco GmbH sieht sich als Marktführer für modulare Raumlösungen zur Innovation verpflichtet. Der Innovationsgedanke ist tief im Unternehmen verankert. Digitale Geschäfts- und Produktionsprozesse sowie eine konsequente Nutzung des Internets als Vertriebskanal und zum Rekruiting von Fachkräften dienen der Wertsteigerung für alle Interessensgruppen – Kunden, Eigentümer, Mitarbeiter, Geschäftspartner und Dienstleister. Die Mitarbeiter werden zu selbständigem, unternehmerischem Denken ermutigt. Innovation, Kundenfokus und Ehrgeiz sind die zentralen Werte des Mittelständlers, der auf europäischer Ebene agiert.

Konsequente Innovationskultur der itemis AG

Digitalisierung als Geschäftsmodell – die itemis AG aus Lünen ist ein unabhängiges IT-Beratungshaus. Zu den Kernkompetenzen gehören der Bau domänenspezifischer Sprachen und die Automatisierung der Softwareerstellung. Das Betriebsklima am Hamburger Standort fördert ein „Feel Good Manager“, der sich um Kulinarik, Kundentermine und Teamevents kümmert. Arbeitnehmer können Mitarbeiteraktien erwerben. Um Innovationen und die kontinuierliche Weiterbildung zu fördern, steht 85 Prozent der Mitarbeiter ein Arbeitstag pro Woche zur freien Verfügung. Aus diesem Grund ist die itemis AG, die von den Vorständen Jens Wagener und Wolfgang Neuhaus geleitet wird, führend in den Bereichen künstliche Intelligenz, Blockchain sowie maschinellem Lernen. Die itemis AG ist in allen Wachstumsmärkten involviert. Die Lösungen der Softwareentwickler sind in modernen Autos, Drohnen, Robotern sowie Versicherungsprodukten integriert. Mittelständler optimieren Prozesse im E-Commerce und in Smart Homes.

Eine Stiftungsprofessur an der TU Ilmenau sorgt für Kontakt zum studentischen IT-Nachwuchs und initiiert Forschungsprojekte. Der Blick in die Zukunft spielt bei der itemis AG eine große Rolle. Bereits in der Grundschule bieten sie Programmierkurse für die Entwickler von morgen an. Fragen, wie die IT in 20 Jahren aussieht, beschäftigen die Developer. Sie wollen diese Zukunft aktiv mitgestalten und verkaufen neben fertigen Produkten auch Ideen zur Softwareentwicklung. Die Kooperation mit etablierten Unternehmen sowie das engagierte Inbound-Marketing garantieren das Wachstum des agilen Unternehmens.

Innovative Transportkonzepte der BPW Bergische Achsen KG

Mit rund 1600 Beschäftigten ist die BPW Bergische Achsen KG unter der Geschäftsleitung von Dr. Markus Kliffken mit ihren Innovationen verantwortlich für den zuverlässigen Transport von Gütern. Mit einem Geschäftsführer, der zugleich Innovationsmanager ist, stehen Neuerungen auf der Tagesordnung. Zu den Kunden der technischen Neuentwicklungen, Fertigungsmethoden und Systemlösungen zählen Werkstätten, Fahrzeughersteller und -betreiber sowie Logistikunternehmen. Der Blick in die Zukunft prägt die Unternehmenskultur. Die detaillierte Analyse der Kundenprozesse zeigt Verbesserungspotentiale auf. Die Einbindung der Kunden und Endanwender in die Innovationsprozesse durch Co-Engineering sorgen für praxisnahe Lösungen und Vorteile auf beiden Seiten. Zwei Innovation-Labs treiben die Digitalisierung der Endkundenprodukte voran – einmal in Kooperation mit anderen Unternehmen und einmal komplett Inhouse. Die hervorragend ausgebildeten Fachkräfte des Unternehmens verfügen über zeitliche Ressourcen und die nötige Infrastruktur, um Ideen bis zur Entscheidungsreife auszuarbeiten.

Beispiele für Innovationen aus den Zukunftswerkstätten der BPW Bergische Achsen KG sind mit Sensorik versehene Spanngurte zur intelligenten Transportsicherung, elektrische Antriebsachsen für den umweltbewußten Transport in Innenstädten sowie modulare Fahrwerke mit intelligenten Bauteilen und einem intuitiv bedienbaren Online-Produktkonfigurator. Die Sensierung der verschleiß- und beschädigungsanfälligen Bauteile von Fahrzeugen ermöglicht eine umfassende Wartungskontrolle. Die spannende Innovationsliste des lässt sich lange fortsetzen. Die BPW Bergische Achsen KG zeigt, wie sich durch die konsequente Digitalisierung einer traditionellen Branche neue Absatzmärkte und Geschäftsmodelle erschließen lassen.

Mittelständische Technologie- und Innovationsführer garantieren die Zukunftsfähigkeit Deutschlands als Wirtschaftsstandort und führen die Tradition des Qualitätssigels „Made in Germany“ fort. Sie nutzen konsequent die Möglichkeiten der Digitalisierung und des internationalen Wissenstransfers. Ziel der Mittelständler ist es, Arbeitsabläufe und Prozesse in Organisationen sowie im Leben der Endverbraucher zu verbessern und aktiv zu gestalten. Ihre Produkte und Softwarelösungen richten sich an Kunden weltweit. Eine konsequent gelebte Innovationskultur mit kontrollierten, agilen Strukturen verankert die Bereitschaft zur Umsetzung von neuen Ideen im unternehmerischen Alltag der Mittelständler.