Aktuelle Lage und Zukunftsperspektiven in der Papier- und Druckbranche

Die Papier- und Druckindustrie und Digitalisierung

Die Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg war eine der bedeutendsten technischen Innovationen des späten Mittelalters und machte Papier und Druck zu einem lohnenden Geschäftsmodell. Über Jahrhunderte konnte die Papier- und Druckbranche darauf erfolgreich aufbauen. Der Bedarf an Papier stieg ebenso stetig wie der an Druckerzeugnissen. Im Online-Zeitalter müssen sich Papier und Druck jedoch neu aufstellen. Das gelingt nur mit Investitionen in die digitale Zukunft.

Papier und Druck – zwei Branchen im Umbruch

Betrachtet man die deutsche Papier- und Druckbranche insgesamt, dann erwirtschafteten in diesem Wirtschaftsbereich 2017 fast 174.000 Beschäftigte knapp 36 Mrd. Euro Umsatz. Das ist beachtlich. Rund 60 Prozent der Umsätze und gut 75 Prozent der Arbeitsplätze entfallen auf die Druckindustrie, die Papierbranche teilt sich den Rest. Obwohl zwischen beiden Branchen enge Verbindungen bestehen, unterscheiden sie sich in gewissen Punkten grundlegend. Während die Druckindustrie stark durch KMUs geprägt ist – 2017 bestanden noch rund 8.000 Unternehmen -, ist die Papierindustrie heterogen strukturiert. Hier steht der internationale Papierkonzern neben dem klassischen Mittelständler.

Die Papierbranche liefert der Druckindustrie sozusagen das „Ausgangsmaterial“ zum Bedrucken. Die zu diesem Zweck hergestellten „grafischen Papiere“ machen allerdings nur noch gut ein Drittel des Papiergeschäftes aus. Die übrigen zwei Drittel entfallen auf Hygiene- und Verpackungspapiere sowie auf Spezialpapiere. Diese „druckfremden“ Papierprodukte sind dafür verantwortlich, dass sich Papier- und Druckbranche nicht gleichläufig entwickeln. Die Druckindustrie hatte in den vergangenen Jahren mit dem digitalen Wandel zu kämpfen, welchen vor allem das Verlagswesen zu spüren bekam. Die Zahl der Betriebe und der Beschäftigen ist binnen einer Dekade um rund ein Viertel zurückgegangen, die Umsätze konnten immerhin in einer Größenordnung von 20 Mrd. Euro einigermaßen stabil gehalten werden. In der Papierindustrie sank entsprechend die Umsatzbedeutung grafischer Papiere. Diese Verluste konnten aber durch Umsatzzuwächse in anderen Papiersparten mehr als ausgeglichen werden.

Aktuelle Trends und Herausforderungen im Überblick

Im Vergleich beider Branchen muss sich vor allem die Druckindustrie neuen Herausforderungen stellen. Hier die wichtigsten Trends und „Challenges“ im Überblick:

1. Rationalisierung, Industrialisierung und Spezialisierung

Wettbewerbs- und Kostendruck sowie die anhaltende Online-Konkurrenz zwingen die Druckindustrie zu konsequenter Rationalisierung, ständiger Prozessoptimierung und höchster Effizienz. Das gelingt nur mit Investitionen in neue technische Lösungen mit noch höherer Produktivität und durch steigende Betriebsgrößen, um „Economies of Scale“ zu nutzen. Spezialisierung mit einem „unnachahmlichen“ USP bietet für kleinere Druckereien einen Weg, um am Markt zu bestehen.

2. Digitaldruck dominiert

Dem Digitaldruck gehört die Zukunft. Prognosen zufolge soll er bis 2020 das dominierende Druckverfahren sein. Dagegen werden „klassische“ Druckverfahren weiter an Bedeutung verlieren. Die herkömmliche Druckform verliert mehr und mehr an Relevanz. Soweit notwendige technische Umstellungen auf Digitaldruck noch nicht erfolgt sind, besteht akuter Handlungsbedarf.

3. Print & Online verknüpfen

Kommunikation und Information via Print und Online wachsen immer mehr zusammen. Das Internet ist dabei einerseits Bedrohung für die Druckindustrie, eröffnet aber auch zusätzliche Chancen durch innovative Werbeformen, die Print und Online miteinander verknüpfen und zusätzliche Umsätze generieren können. Solche Möglichkeiten gilt es konsequent zu nutzen.

4. Neue Drucklösungen

Technische Innovationen sind wesentlicher Treiber der Druckindustrie. Über Digitaldruck hinaus bietet die Digitalisierung viele weitere Möglichkeiten für innovative Druckanwendungen und -erzeugnisse, zum Beispiel im Bereich Augmented Reality. Ein weiteres interessantes Feld ist der 3D-Druck, er könnte der Branche Geschäftsfelder über den Printbereich hinaus erschließen, aber auch gewohnte Druckprodukte über ganz neue haptische und sensorische Erlebnisse attraktiver machen.

Investitionen fordern gute finanzielle Lösungen

Gerade in herausfordernden Zeiten ist es wichtig, über ein solides finanzielles Fundament zu verfügen. Das gilt für die Branchen Papier und Druck in besonderem Maße. Mit FinCompare steht eine innovative Plattform zur Verfügung, die KMUs als Zielklientel hat und ihnen einen schnellen sowie einfachen Zugang zu günstigen Finanzierungen bietet. Ob es um Firmenkredite für Investitionen in Drucktechnik und Maschinen geht oder um Factoring, um sich kurzfristig Liquidität zu beschaffen, mit FinCompare ist das kein Problem. Besonders interessant für Papier- und Druck-Unternehmen mit angespannter Finanzlage ist Leasing als Alternative zur herkömmlichen Investitionsfinanzierung. Denn Leasing schont die Liquidität, erhöht die Verschuldung nicht weiter und ermöglicht trotzdem die Nutzung neuester Technik.