Corona-Krise: Wirtschaftsstabilitätsfonds WSF – Welche Betriebe profitieren

Wirtschaftsstabilitätsfonds

Die Corona-Krise geht an Unternehmen nicht spurlos vorbei. Um Liquiditätsengpässe und Arbeitsplatzverluste einzudämmen, hat die Bundesregierung unter Zustimmung des Bundesrats und des Bundestags Wirtschaftsstabilitätsfonds beschlossen. Einige Branchen profitieren, während andere Branchen durch das Raster fallen und in den WSF nicht berücksichtigt werden.

Gesunde Unternehmen sollen liquide und solvent bleiben

Es ist ein Fakt. Corona beeinträchtigt die Wirtschaft und sorgt für leere Geschäfte, Umsatzeinbußen auf nationaler und globaler Ebene und begünstigt die Risiken, unverschuldet in eine Insolvenz zu geraten. Rechnungen können nicht beglichen, Lieferketten nicht eingehalten und Verpflichtungen somit nicht nachgekommen werden. Vor allem die Reisebranche, Fluggesellschaften und Messeveranstalter sowie Hoteliers und Restaurantbetreiber haben das Nachsehen. Selbst finanzstarke und kerngesunde Unternehmen müssen um ihre sichere Zukunft bangen und benötigen Unterstützung. Vielen dieser Unternehmen wird in der Corona-Krise durch den Wirtschaftsstabilitätsfonds geholfen. Nach Bedarf wird der Bund Finanzmittel am Kapitalmarkt beschaffen und diese Maßnahmen mit Sonderprogrammen der KfW aufstocken. Als gesunde Unternehmen zählen Konzerne und Firmen, die vor der Corona-Krise wirtschaftlich stabil und wettbewerbsfähig waren.

Stabilitätsfonds für Firmen ab 249 Mitarbeitern oder 50 Millionen Euro Umsatz

Firmen ab einer Belegschaft von 249 Mitarbeitern oder einem Umsatz von 50 Millionen Euro, sowie Mittelständler mit 10 bis 249 Mitarbeitern und einstelligen Millionenumsätzen können vom WSF profitieren. Einzelfallprüfungen sind möglich und betreffen vor allem Firmen in Branchen, die in Bezug auf die kritische Infrastruktur von Bedeutung sind. Von einer Unterstützung ausgeschlossen und derzeit wirtschaftlich stärker denn je sind Unternehmen, die Desinfektionsmittel und Schutzkleidung herstellen. Auch Apotheken und Drogeriemärkte sowie Pharmahersteller und Biotech-Unternehmen haben zum aktuelle Zeitpunkt keine Absatzprobleme, sondern stehen eher vor der Herausforderung, ausreichend Material für die steigende Nachfrage herzustellen und zu beschaffen. Ebenso boomt die Lebensmittel- und Bedarfsartikelbranche. Bürger kaufen mehr ein und bevorraten sich, wodurch der Handel auflebt und nicht in Liquiditätsprobleme geraten wird. Die aktuellen Aufrufe zum Daheimbleiben kurbelt den Umsatz von Netflix & Co. deutlich an. Auch hier ist keine Wirtschaftshilfe notwendig, denn die Branchen gehen als Gewinner aus der Corona-Krise hervor.

Kredite von Hausbanken sind derzeit schwierig zu bekommen

Gelder aus dem WSF sind dafür bestimmt, eine Rekapitalisierung am Markt zu fördern und folgenschwere Liquiditätsengpässe zu vermeiden. Eine Refinanzierung über Hausbanken und konventionelle Kreditinstitute ist derzeit selbst für noch solvente Firmen schwierig, da die Kreditvergabe stockt und Banken kaum Gelder vergeben. Große und mittelständische Unternehmen, die mindestens zwei der vorgegebenen und im nächsten Absatz erläuterten Kriterien erfüllen, können in Krisenzeiten profitieren und die finanzielle Unterstützung des Bundes beantragen. Die Prüfungen sind streng und die Bewilligung nimmt Zeit in Anspruch, da das Aufkommen an Anträgen hoch und die Kapazität der Sachbearbeiter begrenzt ist. Die Schwierigkeiten einer klassischen Bankfinanzierung beruhen auch auf der Tatsache, dass Präsenztermine nur in Ausnahmefällen geboten und im Regelfall ausgeschlossen werden. Für die Kreditvergabe an Unternehmen ist ein persönliches Gespräch beim Berater unerlässlich und meist eine Grundlage, auf deren Basis die Entscheidung getroffen wird. Da das persönliche Gespräch in Zeiten der Kontaktsperre unmöglich ist, haben gerade Erstkreditnehmer oder mittelständische Unternehmer kaum eine Chance auf einen unkomplizierten Refinanzierungskredit durch die Hausbank.

Die Kriterien für Gelder aus dem Wirtschaftsstabilitätsfonds

Wie bereits angesprochen, richtet sich der Wirtschaftsstabilitätsfonds an gesunde und wettbewerbsfähige Unternehmen, deren Geschäft durch die Corona-Krise betroffen ist. Essenziell sind die Unternehmen antragsberechtigt, die mindestens zwei der durch die Bundesregierung vorgegebenen Kriterien erfüllen. Das bedeutet im Einzelnen, dass die Unterstützung für Unternehmen gewährt wird, die

> eine jährliche Bilanzsumme von mehr als 43 Millionen Euro erwirtschaften
> mehr als 50 Millionen Euro Umsatzerlöse pro Jahr erzielen
> und jahresdurchschnittlich mehr als 249 Mitarbeiter beschäftigen.

Sind zwei der drei Kriterien erfüllt, gibt es gute Chancen auf Gelder aus dem WSF. Bei kleineren Unternehmen mit geringeren Umsätzen und weniger Mitarbeitern kann eine Einzelfallprüfung erfolgen. Die Voraussetzung dafür basiert auf der Bedeutung eines Unternehmens in der kritischen Infrastruktur und auf der Wettbewerbsfähigkeit, die vor der Krise gegeben sein musste. Insgesamt steht ein Garantierahmen von 400 Milliarden Euro für die Refinanzierung am Kapitalmarkt zur Verfügung. Hinzu kommen 100 Milliarden Euro, die als Kredite zur Rekapitalisierung vergeben werden. Über die Sonderprogramme der KfW ist eine weitere Kreditermächtigung von noch einmal 100 Milliarden Euro bereitgestellt.

Liquidität steht bei großen und mittelständischen Unternehmen infrage

Durch die Einschränkungen, aber auch durch die Angst der Deutschen spüren einige Branchen rapide Umsatzeinbrüche. Betroffen sind vor allem die Branchen, die ihren Umsatz mit Geselligkeit erwirtschaften und zum Beispiel in der Hotellerie, in der Gastronomie oder in der Eventveranstaltung tätig sind. Auch Flugunternehmen und Reiseveranstalter müssen perspektivisch mit Engpässen rechnen, da sich die Angst der Bevölkerung auch nach Beendigung der Corona-Krise nicht vollständig und umgehend legen wird. In diesen Fällen kann die Liquidität und die weitere Wettbewerbsfähigkeit ernsthaft infrage stehen, wenn es keine Mittel zur Überbrückung der schwierigen Zeit gibt. Während Hausbanken Kredite ablehnen und zum aktuellen Zeitpunkt nicht helfen können, greift der Wirtschaftsstabilitätsfonds von staatlicher Seite. Durch die Beteiligung der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) können noch mehr Gelder bereitgestellt und an empfangsberechtigte Unternehmen verteilt werden.

Was kann FinCompare für Sie tun?

Seit 2016 ist FinCompare ein digitaler Ansprechpartner, der Unternehmen mit Finanzierungen weiterhilft und Unterstützung im Liquiditätserhalt gibt. Auch in schweren Zeiten, so zum Beispiel in der aktuellen Krise durch den Coronavirus, sind die Experten von FinCompare weiter für ihre Kunden und für Neukunden da. Nicht jedes Unternehmen kann von den Wirtschaftsstabilitätsfonds profitieren und Überbrückungsgelder für die Zeit der Corona-Krise erhalten. Um solvent zu bleiben und Engpässe mit verbundenen Entlassungen oder einer Insolvenz zu vermeiden, ist eine Finanzierung nach Maß eine gute und praktische Lösung für Unternehmen. Unsere Finanzierungsberater bei FinCompare beraten Sie gerne bei Finanzierungsfragen und nehmen Sie bei der Hand und führen Sie durch den gesamten Prozess.

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