Was man über eine Insolvenzversteigerung wissen sollte

Insolvenzversteigerung

Was versteht man unter einer Insolvenzversteigerung?

Eine Insolvenzversteigerung ist das Veräußern von Wertgegenständen eines Unternehmens (einer juristischen Person) oder einer Privatperson, wenn diese Insolvenz angemeldet hat. Der Erlös dient üblicherweise dazu, die Kosten des Verfahrens sowie die Gläubiger zu bezahlen. Bei der Insolvenzversteigerung handelt es sich um eine Zwangsversteigerung, also eine Form der Zwangsvollstreckung.

Um eine Zwangsversteigerung durchzuführen, müssen einige Bedingungen erfüllt sein:

  • Ein Gläubiger muss bei einem Insolvenzgericht eine Vollstreckung erwirken.
  • Dieser Vollstreckungstitel muss eine Vollstreckungsklausel beinhalten.
  • Vor Beginn der Zwangsvollstreckung muss der Titel dem Schuldner zugestellt worden sein.
  • Die Zwangsversteigerung ist jedoch nur möglich, wenn die Schulden höher sind als die Gegenstände, die zur Insolvenzversteigerung angeboten werden.

Was kann bei einer Insolvenzversteigerung verkauft werden?

Grundsätzlich können sowohl bewegliche als auch unbewegliche Gegenstände versteigert werden. Der Bestand an in Frage kommenden Objekten wird üblicherweise mittels der Vermögensauskunft (auch: eidesstattliche Versicherung) ermittelt.

Bei einer Insolvenzversteigerung entscheidet das Insolvenzgericht, welche Gegenstände es von der Versteigerung ausschließen möchte. Es ist zum Beispiel unzulässig, Gegenstände (z.B. Fahrzeuge) zu versteigern, die das Unternehmen für die Weiterführung des Betriebes benötigt.

Wie läuft eine Insolvenzversteigerung ab?

Eine Versteigerung kann sowohl als Online-Auktion als auch in einem Auktionshaus stattfinden. Nach Bekanntgabe der wichtigsten Informationen an alle Beteiligten wird das Mindestgebot veröffentlicht.

Nach § 44 “Gesetz über die Zwangsversteigerung und die Zwangsverwaltung (ZVG)” muss das geringste Gebot mit dem Versteigerungserlös die Kosten des Verfahrens genauso wie die dem Gläubiger vorgehenden Rechte decken.

Anschließend geben die Interessenten Gebote ab. Das höchste Gebot wird schließlich dreimal aufgerufen, bevor der Höchstbietende den Zuschlag erhält.

Wie kann man eine Insolvenzversteigerung verhindern?

In der Regel ist es schwierig eine Zwangsversteigerung zu verhindern, da sie stattfindet, wenn Schuldner und Gläubiger sich nicht einigen können. Allerdings muss nach § 28 ZVG die Zwangsversteigerung aufgehoben werden, wenn dafür ein aus dem Grundbuch ersichtliches Recht bekannt ist. Weiterhin ist das Gericht berechtigt eine Frist einzuräumen, bis zu der die Gläubiger eventuelle Hinderungsgründe bereinigen können. Ist dies nicht möglich, wird das Verfahren eingestellt.

Eine Insolvenzversteigerung kann auch durch die Gläubiger aufgehoben werden. In der Regel geschieht dies durch den Rückzug des Antrags auf Insolvenzversteigerung, beispielsweise nach einer Einigung zwischen Schuldner und Gläubiger.

Alternativ kann der Schuldner innerhalb von zwei Wochen nach Erhalt der Information über die Insolvenzversteigerung einen Antrag auf einstweilige Einstellung einreichen. Dieser kann jedoch nur Erfolg haben, wenn der Schuldner glaubhaft machen kann, dass die offenen Forderungen in den folgenden sechs Wochen beglichen werden können. Zusätzlich bedarf die einstweilige Einstellung der Zustimmung aller Gläubiger.

Der beste Weg eine Insolvenz und daraus folgende Zwangsversteigerung zu verhindern ist allerdings, von Vornherein eine der Situation des Unternehmens angemessene Finanzierung zu wählen. Alternativ kann das frühzeitige Erkennen der Geschehens dazu führen, dass eine Überschuldung abgewehrt wird.