Die Überbrückungshilfe III – Die Erweiterung des staatlichen Corona-Hilfspakets

Seit Februar ist die dritte Version der Überbrückungshilfe in Kraft. Mit zahlreichen Änderungen soll die öffentliche Förderung noch mehr Unternehmen erreichen. Doch längst nicht alle von der Krise geschüttelten Betriebe profitieren davon so, wie sie sollten. Welche Neuerungen für Sie wichtig sind und welche Alternativen es gibt, erfahren Sie hier.

Die Coronahilfe im Überblick

Das Andauern der Covid-19 Pandemie sorgt dafür, dass in vielen Unternehmen die Einnahmen weiterhin ganz oder teilweise wegfallen. Um den wirtschaftlichen Schaden abzufedern, wurde im Januar deshalb die Überbrückungshilfe III überarbeitet. Das betrifft u. a. die maximale Höhe der Förderung als auch die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Beantragung. Verbessert wurden im Einzelnen:

– die Antragsberechtigung
– die Höchstgrenze der Fördersumme
– die Höhe der maximalen Abschlagszahlungen
– die Liste der anerkannten Kostenfaktoren

Übersichtlichere Regeln

Bislang galten für Unternehmen unterschiedliche Kriterien, die sie zur Beantragung der Überbrückungshilfe III berechtigten. Das sorgte für Unsicherheit und hat es für viele unnötig kompliziert gemacht, die dringend benötigte Finanzspritze überhaupt in Anspruch zu nehmen. Unterschieden wurde z. B. zwischen Betrieben, die im Zuge des Lockdowns schließen mussten und solche, die davon nicht betroffen waren. Darüber hinaus müssen Sie nun nicht mehr Nachweise über Ihre Verluste einreichen, die in eine Zeit außerhalb der Förderung fallen (November 2020 bis Juni 2021). In Zukunft gilt für Sie lediglich eine einzige Regel: Betragen die Umsatzeinbußen 30 % oder mehr im Verhältnis zum gleichen Monat in 2019, haben Sie Anspruch darauf, die Förderung zu beantragen. Auch für finanzstarke Unternehmen wurden Verbesserungen erreicht. So liegt die obere Grenze jetzt bei 750 Mio. Euro Umsatz pro Jahr, statt der bisherigen 500 Mio. Trotz dieser Vereinfachungen stehen leider viele Selbstständige und vor allem Firmengründer vor leeren Kassen. FinCompare hilft Ihnen in dem Fall, einen für Sie möglichst günstigen und schnell verfügbaren Überbrückungskredit zu finden. Dabei können Sie aus den Angeboten von mehr als 250 Dienstleistern wählen und erhalten so die für Ihren Bedarf besten Konditionen.

Müssen Sie Verluste nachweisen?

Bei der Überbrückungshilfe II war es noch so, dass diese noch auf der Fixkostenregelung beruhte und sämtliche Verluste von Ihnen nachgewiesen werden mussten. In der Neuauflage ist das anders. Für jeden Zuschuss in Höhe von höchstens 1 Mio. Euro können Sie jetzt die Verordnung und die Kleinbeihilfen-Regelung für sich nutzen. Dadurch entfällt die Nachweispflicht von Verlusten komplett. Erst bei höheren Beträgen von maximal 3 Mio. Euro greift die Regelung zur Fixkostenhilfe. Aufgrund europäischen Rechts müssen Verluste und nicht gedeckte Kosten entsprechend belegbar sein. Ungedeckte Fixkosten können in diesem Fall zu 70 bis 90 % erstattet werden.

Förderhöhe

Abhängig von der Größe Ihrer Firma und der laufenden Kosten, werden unterschiedlich hohe Beträge ausgezahlt. Vorgesehen war früher noch eine Höchstgrenze von 200.000 Euro bzw. 500.000 Euro pro Monat. Da sich einige betroffene Unternehmen dadurch nicht retten lassen, hat man sie auf 1,5 Mio. Euro angehoben. Die tatsächlich ausgezahlten Überbrückungshilfen liegen bei kleinen Betrieben und erst recht bei Solo-Selbstständigen i. d. R. deutlich darunter. Es kann sogar passieren, dass Sie trotz der Fördergelder Ihre Ausgaben für Löhne, Mieten, Versicherungen und andere laufende Verträge nicht decken können – von Investitionen für die Zeit nach Corona ganz zu schweigen. Denn auch wenn Sie Anspruch auf die staatliche Corona-Überbrückung haben, wird nur ein Teil Ihrer Fixkosten kompensiert. Die Überbrückungshilfe wird dabei nach wie vor gestaffelt: Maximal 40 % beträgt sie z. B. bei einem nachweisbaren Rückgang der Umsätze von 30 bis 50 %. Bis zu 60 % sind es bei Einbußen zwischen 50 und 70 %. Fallen mehr als 70 % Ihrer Erträge weg, sind höchstens 90 % der Fixkosten förderungsfähig. Eine zusätzliche Unternehmensfinanzierung mit niedrigen Zinsen ist deshalb ein wirksames Mittel, um die entstehende Lücke zu schließen. Das versetzt Sie in die Lage, die Liquidität aufrecht zu erhalten und am Ende vielleicht sogar gestärkt aus der Krise zu kommen.

Schnelle Hilfe ist gefragt

Selten haben Unternehmer viel Zeit, um auf die für sie so wichtige Corona-Überbrückung zu warten. Schließlich müssen Rechnungen beglichen und Gehälter ausgezahlt werden. Das wissen auch die Finanzdienstleister, die Sie bei FinCompare direkt und unabhängig miteinander vergleichen können. Auf einen Überbrückungskredit müssen Sie deshalb nicht lange warten. Je nach Angebot haben Sie den benötigten Betrag bereits nach wenigen Tagen auf Ihrem Konto. Aber auch bei der öffentlichen Förderung wurden Maßnahmen ergriffen, die die Auszahlungen beschleunigen sollen. Diese sind generell Ländersache. Allerdings müssten Antragsteller hier oft mit einer zu langen Bearbeitungszeit kämpfen. Deshalb springt vorübergehend die Bundeskasse ein, damit das Geld schnellstmöglich bei den Hilfebedürftigen ankommt. Im Februar 2021 zahlt der Bund Abschlagszahlungen von bis zu 100.000 Euro für einen Fördermonat aus. Die regulären Überweisungen durch die Kassen der Länder beginnt dann im März.

Anhand einer konkreten Liste können Sie sich genau ausrechnen, wie hoch Ihre Förderung tatsächlich ausfallen kann. In diesem Katalog finden sich:

– Grundsteuern

– Pachten

– Leasingraten

– Abschläge für betriebliche Versicherungen

– Abonnements

– Mieten für Dienstfahrzeuge und Maschinen

– Abschreibungen auf Wirtschaftsgüter (bis zu 50 %)

– Zinsaufwendungen

– Personalaufwendungen (bis zu 20 % und nur sofern nicht bereits Kurzarbeitergeld gezahlt wird)

– Kosten für Strom, Wasser und Heizung

– Kosten für Werbung und Marketing

– Baumaßnahmen, die für die Umsetzung eines ausreichenden Hygienekonzeptes notwendig sind

Neu hinzugekommen sind bei der überarbeiteten Regelung zur Überbrückungshilfe III nun auch Investitionen in den Auf- und Ausbau der digitalen Infrastruktur. Dadurch können Sie sich einen Großteil der dabei entstehenden Kosten erstatten lassen. Insbesondere sind das:

– Gebühren für die Nutzung größerer Plattformen

– Umsetzung eines neuen oder Ausbau bzw. Überarbeitung eines bereits vorhandenen Online-Shops

Auch wenn die Ausgaben dafür nicht in einen Fördermonat fallen, haben Sie nun einen Erstattungsanspruch. Wichtig ist, dass sie zwischen März 2020 und Juni 2021 angefallen sind bzw. anfallen und dabei nicht mehr als 20.000 Euro pro Monat betragen. Denn darüber hinausgehende Kosten tragen Sie selbst.

Besonders schwer betroffene Branchen

Einige Branchen hat der durch Corona bedingte Lockdown wesentlich härter getroffen als andere. Hier wären vor allem gastronomische Betriebe und Betreiber von Hotels, der Einzelhandel, kulturelle Institutionen, Reiseveranstalter und -büros, Veranstalter sowie die Hersteller und Händler von Pyrotechnik zu nennen. Für einige dieser Branchen und für Solo-Selbstständige wurden deshalb zusätzliche Erleichterungen beschlossen.

Solo-Selbstständige

Mit der so genannten Neustarthilfe konnten Solo-Selbstständige bislang einmalig bis zu 5.000 Euro für die Deckung ihrer Betriebskosten beantragen. Diese Pauschale wurde nun um 50 % auf 7.500 Euro angehoben. Auch hinsichtlich der Förderbedingungen bringt die Überbrückungshilfe III eine deutliche Verbesserungen für Einzelunternehmen mit sich. Statt nur 25 % des Referenzumsatzes aus 2019, können Sie nun 50 %, also doppelt soviel geltend machen. Abweichende Regeln gelten lediglich, wenn Sie Ihr Unternehmen nicht schon vor dem 1. Januar 2019 gegründet haben. Die Höhe eines zusätzlichen Überbrückungskredits können Sie dadurch niedriger ansetzen.

Reisebranche

Wer in der Reisebranche tätig ist, kämpft in dieser Zeit um seine Existenz. Im Rahmen der Überbrückungshilfe III werden deshalb ab sofort stärker gefördert. Zusätzlich zu den bereits anerkannten Fixkosten, können Sie nun eine Pauschale in Höhe von 50 % der internen Kosten erhalten. Sie soll dabei helfen, extern anfallende Kostenpunkte zu kompensieren, die durch Vorbereitung und den Ausfall von Reisen entstehen.

Einzelhandel

Bisher noch nicht anerkannte Positionen, die für den Einzelhandel jedoch relevant sind, können Sie sich nun zu 100 % erstatten lassen. Denn die Kosten für verderbliche oder saisonale Ware werden ab Februar 2021 bei der Beantragung der Förderung akzeptiert. Zur Saisonware zählen z. B. Winterkleidung, Feuerwerkskörper oder Weihnachtsdekoration. Vorgesehen waren bislang nur 50 % für die Abschreibung von Wirtschaftsgütern aus dem Anlagevermögen.

Pyrotechnik-Industrie

Einen Komplettausfall musste die Pyrotechnik-Branche hinnehmen, angesichts des Böllerverbots zu Silvester. Für März bis Dezember 2020 erhalten Unternehmen aus diesem Bereich deshalb eine Förderung. Hinzu kommt die Erstattung der Kosten, die Sie bis Juni 2021 für den Transport und die Lagerung der Ware ansetzen dürfen.

Antrag stellen und mittels Darlehen aufstocken

Um nicht unnötig lange auf Ihre Corona-Überbrückung warten zu müssen, sollten Sie den Antrag möglichst bald auf www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de stellen. Das ist die für die gesamte Bundesrepublik geltende, einheitliche Plattform.

Solo-Selbstständige haben es dabei noch relativ leicht. Sie können die Neustarthilfe unter Verwendung des aus der jährlichen Steuererklärung bereits vertrauten ELSTER-Zertifikats direkt selbst beantragen.

Für alle anderen Unternehmen gelten unverändert erschwerte Bedingungen. Wie schon bei der Überbrückungshilfe II, müssen Sie einen externen Dienstleister in Anspruch nehmen, der die Antragstellung für Sie übernimmt. Das kann z. B. ein Rechtsanwalt, Ihr Steuerberater oder ein zugelassener, vereidigter Buch- bzw. Wirtschaftsprüfer sein. Seit Februar 2021 werden entsprechende Anträge entgegen genommen und erste Auszahlungen von Abschlägen getätigt. Im März übernehmen dann die jeweiligen Bundesländer und führen die regulären Zahlungen der Fördergelder durch. Sofern Sie Ihren Antrag erst nach Ablauf des Februars einreichen, sollten Sie sich also an die zuständige Bewilligungsstelle Ihres Landes wenden.

Lässt sich bereits absehen, dass die Höhe der bewilligten Förderung nicht ausreicht oder Ihr Antrag sogar abgelehnt wird, benötigen Sie schnell finanzielle Hilfe von anderer Seite. Bei FinCompare wählen Sie aus den Angeboten von hunderten Finanzdienstleistern und können so die am besten passende Unternehmensfinanzierung finden. Kurze Laufzeiten bieten sich z. B. bei einem Darlehen an, wenn absehbar ist, dass Ihre Umsätze bereits in naher Zukunft wieder auf gewohntem Niveau liegen. Längere Rückzahlungsfristen geben Ihnen hingegen Planbarkeit und entlasten Sie bei den monatlichen Ausgaben. Überlegen Sie sich vielleicht auch, inwieweit sich das operative Geschäft weiter optimieren lässt. In vielen Unternehmen schlummert nämlich das Potential, mehr aus der Krise zu machen oder sich noch besser auf die Zeit danach vorzubereiten. Dieses Potential zu erkennen, ermöglicht es Ihnen und Ihrem Unternehmen, langfristig besser aufgestellt zu sein. Künftigen Wirtschaftskrisen lässt sich dadurch sehr viel gelassener entgegen blicken.