Überbrückungshilfe 4: Verlängerung der Corona-Hilfen bis Ende März 2022

Das Bundesfinanzministerium und das Bundeswirtschaftsministerium haben sich unter Berücksichtigung des Beschlusses der Ministerpräsidentenkonferenz vom 18. November 2021 auf eine Verlängerung der Corona-Hilfen geeinigt. Die bisherige Überbrückungshilfe 3 plus wird als Überbrückungshilfe 4 mit geringfügigen Änderungen bis Ende März 2022 fortgeführt. Doch was ist neu, welche Antragsvoraussetzungen müssen erfüllt sein, und welche Leistungen gibt es? Antworten auf diese und weitere Fragen erhalten Sie hier!

Was ist die Überbrückungshilfe 4?

Die Überbrückungshilfe ist ein Bundesprogramm, das Unternehmen, Soloselbstständigen und Freiberufler:innen Zuschüsse zu den betrieblichen Fixkosten für durch Corona bedingte Umsatzeinbußen zahlt. Ziel ist die Sicherung der wirtschaftlichen Existenz von Unternehmen, die mittelbar oder unmittelbar Umsatzeinbußen erleiden, welche auf Corona-Maßnahmen zurückzuführen sind. Die Überbrückungshilfe 4 ist die Fortsetzung der Überbrückungshilfe 3 Plus, deren Gültigkeit sich auf den Zeitraum von Juli bis Dezember 2021 erstreckt. Diese Frist wird nun mit der von Januar bis März 2022 gültigen Überbrückungshilfe 4 verlängert. Damit Sie diese Hilfe in Anspruch nehmen können, muss Ihr Umsatz – bedingt durch Corona – um 30 Prozent im Vergleich zum Referenzzeitraum 2019 zurückgegangen sein. Antragsberechtigt sind Unternehmen, Soloselbstständige und Freiberufler:innen, wobei die eigentliche Antragstellung für die Überbrückungshilfe über sogenannte prüfende Dritte erfolgt.

Förderbedingungen der Überbrückungshilfe 4: Was wird gefördert und in welcher Höhe?

Vorgänger der Überbrückungshilfe 4 ist die bis Dezember 2021 laufende Überbrückungshilfe 3 Plus. Die Leistungen beider Corona-Hilfen sind weitgehend deckungsgleich, sodass es nur einige Neuerungen gibt.

  • Grundlegende Voraussetzung ist ein Umsatzrückgang, der durch Corona bedingt ist. Dieser muss 30 Prozent betragen, wobei zum Vergleich der Referenzzeitraum 2019 herangezogen wird. Von den förderfähigen Fixkosten werden maximal 90 Prozent gefördert unter der Voraussetzung, dass Sie Umsatzeinbuße von über 70 Prozent gegenüber dem Referenzzeitraum 2019 verzeichnen.
  • Weitgehend unverändert bleiben die förderfähigen Kostenpositionen. Dazu gehören unter anderem die Unternehmenskosten für Miete, Pacht, Ausgaben für die Instandhaltung, Zinsaufwendungen für Kredite sowie für Versicherungen.
  • Die beihilferechtlichen Höchstgrenzen werden in der Überbrückungshilfe 4 um 2,5 Millionen Euro erhöht. Unter Berücksichtigung aller beihilferechtlichen Vorgaben und aller Programme ergibt sich daraus ein maximaler Förderbetrag von 54,5 Millionen Euro pro Unternehmen und Unternehmensverbund. Die monatliche maximale Förderung in Höhe von 10 Millionen Euro verändert sich nicht.
  • Unternehmen, die besonders schwer von Schließungen betroffen sind, erhalten zur Substanzstärkung einen zusätzlichen Eigenkapitalzuschuss, dessen Höhe abhängig vom Prozentsatz des Umsatzrückgangs ist. Dieser wird weiter unten genauer erläutert.
  • Damit Sie als Unternehmer:in, Freiberufler:in oder Selbstständige:r die Hilfsprogramme tatsächlich nutzen können, wurden mit der Überbrückungshilfe 4 die Antragsfristen entsprechend verlängert. Anträge für die bis zum 31. Dezember 2021 laufende Überbrückungshilfe 3 Plus sowie für die Überbrückungshilfe 4 können bis zum 31. März 2022 gestellt werden.

Überbrückungshilfe 4: Was ist neu?

Die Leistungen für die Überbrückungshilfe 4 sind, im Gegensatz zu der bis Dezember 2021 geltenden Überbrückungshilfe 3 Plus, teilweise gekürzt worden. Gemeint sind Kostenpositionen wie Modernisierungs- und Renovierungsausgaben, die im Rahmen der Überbrückungshilfe 4 nicht mehr zu den förderfähigen Kostenpositionen gehören. Förderfähig sind nur noch die Kosten, die Sie für Miete oder Pacht, für die Instandhaltung, für Zinsaufwendungen für Kredite und für Versicherungen aufbringen müssen.

Neu ist, dass Unternehmen, die besonders schwer unter den durch Corona bedingten Schließungen leiden, durch die Überbrückungshilfe 4 einen zusätzlichen Eigenkapitalzuschuss erhalten. Das gilt für Unternehmen, die von Pandemie bedingten Restriktionen besonders schwer betroffen sind. Weisen diese Unternehmen in den Monaten Dezember 2021 und Januar 2022 einen Umsatzeinbruch von mindestens 50 Prozent nach, kann im Rahmen der Überbrückungshilfe 4 ein Zuschlag von bis zu 30 Prozent geltend gemacht werden. Berechnungsgrundlage hierfür ist die Fixkostenerstattung nach Nr. 1 bis Nr. 11 des Fixkostenkatalogs.

Für private Veranstalter, Schausteller und Marktleute, die unter abgesagten Weihnachts- und Adventsmärkten leiden, beträgt der Eigenkapitalzuschuss sogar 50 Prozent, sofern diese ebenfalls Umsatzeinbuße von mindestens 50 Prozent im Dezember 2021 aufweisen können

Antrag auf Überbrückungshilfe 4: Antragsvoraussetzungen

Wer ist berechtigt, Überbrückungshilfe 4 zu beantragen und was sind die Voraussetzungen?

Der Antrag läuft entweder über sogenannte prüfende Dritte oder über Sie als Direktantrag. Zu beachten ist, dass Anfragen für die Überbrückungshilfen 1 bis 4 nur durch prüfende Dritte über die Seite des Bundesministeriums gestellt werden können. Dabei handelt es sich um Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwälte oder vereidigte Buchprüfer. Die November- und Dezemberhilfen sowie die Neustarthilfe, die Neustarthilfe Plus und die Neustarthilfe 2022 können Sie direkt über ein Elster-Zertifikat beantragen.

Die Antragsbearbeitung obliegt den Bewilligungsstellen der jeweiligen Bundesländer, die nach einer Vorprüfung den Antrag bearbeiten und einen finalen Bescheid erstellen. Im Falle eines positiven Bescheids zahlt die zuständige Bewilligungsstelle die Förderung aus, wobei bereits erfolgte Zahlungen berücksichtigt werden.

Antragsteller:innen und prüfende Dritte müssen auf die Fristen der Hilfsprogramme achten, die ebenfalls verlängert worden sind.

Die Fristen für die Überbrückungshilfen im Überblick:

  • Anträge für die bis Dezember 2021 laufende Überbrückungshilfe 3 Plus können bis zum 31. März 2022 gestellt werden.
  • Die Frist für die Einreichung der Schlussabrechnung für Hilfsprogramme, die bereits abgelaufen sind, verlängert sich bis zum 31. Dezember 2022. Darunter fallen die Überbrückungshilfe 1 bis 3 sowie die November- und Dezemberhilfen.
  • Da die Überbrückungshilfe 3 Plus als neue Überbrückungshilfe 4 bis Ende März 2022 fortgeführt wird, sind die Fristen für die Antragstellung identisch. Das bedeutet, dass die Überbrückungshilfe 4 bis zum 31. März 2022 beantragt werden muss.

Neustarthilfe 2022

Im Rahmen der Überbrückungshilfe 4 wird Soloselbstständigen in allen Wirtschaftszweigen eine Neustarthilfe gewährt unter der Voraussetzung, dass sie Corona bedingt einen hohen Umsatzrückgang verzeichnen. Dabei handelt es sich um die Selbstständigen, deren betriebliche Fixkosten vergleichsweise gering sind, sodass eine Fixkostenerstattung im Rahmen der Überbrückungshilfen nicht in Betracht kommt. Auch Genossenschaften und kleine Kapitalgesellschaften können Unterstützung im Rahmen der Neustarthilfe bekommen, wenn der überwiegende Teil der Einkünfte als gewerbliche oder freiberufliche Einkünfte ausgewiesen werden. Die Laufzeit dieser sogenannten Neustarthilfe 2022 reicht vom 1. Januar bis zum 31. März 2022 und sieht eine einmalige Betriebskostenpauschale von bis zu 4.500 Euro vor. Adressaten der Neustarthilfe 2022 sind:

  • Soloselbstständige mit oder ohne Personengesellschaft
  • Kleine Kapitalgesellschaften und Genossenschaften
  • Kurz befristet Beschäftigte in den darstellenden Künsten mit einer Dauer von bis zu 14 Wochen
  • Unständig Beschäftigte mit einer Beschäftigung von weniger als 7 aufeinanderfolgenden Kalendertagen

Die Neustarthilfe 2022 ist eine einmalige Betriebskostenpauschale, die maximal 4.500 Euro beträgt, wobei Mehr-Personen-Kapitalgesellschaften und Genossenschaften bis zu 18.000 Euro erhalten können. Diese Hilfe wird nur ausgezahlt, wenn Sie keine Fixkosten in der Überbrückungshilfe 4 beanspruchen. Wesentliche Anspruchsvoraussetzung ist, dass Sie Ihr Einkommen im Referenzzeitraum – das ist regelmäßig das Jahr 2019 – zu mindestens 51 Prozent aus einer selbstständigen Tätigkeit erzielt haben. Die Neustarthilfe 2022 wird als nicht zurückzuzahlender Zuschuss gewährt, wenn Ihr Umsatz in den Monaten Januar bis März 2022 im Vergleich zum dreimonatigen Referenzumsatz um mindestens 60 Prozent oder mehr eingebrochen ist. Außerdem wird sie immer nach Antragsstellung ausgezahlt, das gilt auch dann, wenn die konkreten Umsatzeinbußen der Monate Januar bis März 2022 noch nicht feststehen.

KfW-Sonderprogramm Corona – bis 30. April 2022 verlängert

Auch das KfW-Sonderprogramm ist aufgrund der anhaltend angespannten Lage bis zum 30. April 2022 verlängert worden. Nicht nur die Frist für die Antragstellung wurde geändert. Gleichzeitig werden auch die Kreditobergrenzen erneuert. Das bedeutet, dass Unternehmen unterschiedlicher Größenordnungen und Branchen auch weiterhin das Sonderprogramm der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) zur Deckung des Kapitalbedarfs zur Verfügung steht.

Gestartet ist das KfW-Sonderprogramm am 23. März 2020 und hat seitdem immens dazu beigetragen, die Corona-Krise abzufedern. Mit der Verlängerung bis zum 30. April 2022 hat es im KfW-Sonderprogramm einige Änderungen gegeben:

  • Die Antragsfrist wird, über den 31. Dezember 2021 hinaus, bis zum 30. April 2022 verlängert. Das gilt für das KfW-Sonderprogramm und auch für KfW-Schnellkredite.
  • Die maximalen Kreditbeträge für Kleinbeihilfen werden deutlich nach oben angehoben.
  • Für Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten wird die Kreditlinie von bisher 1,8 Millionen Euro auf 2,3 Millionen Euro erhöht.
  • Unternehmen mit über zehn bis 50 Beschäftigten können anstelle der bisherigen 1,125 Millionen Euro nun 1,5 Millionen Euro erhalten.
  • Für Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten steigt die Kreditlinie von bislang 675.000 Euro auf 850.000 Euro.
  • Beibehalten wird hingegen die maximale Kreditobergrenze von 25 Prozent des Jahresumsatzes je Unternehmensgruppe aus dem Jahr 2019.
  • Auch bei KfW-Unternehmerkrediten sowie beim ERP-Gründerkredit, die Laufzeiten von mehr als sechs Jahren aufweisen, wird die Kreditlinie angehoben. Der bisherige Kreditrahmen wird von 1,8 Millionen Euro auf 2,3 Millionen Euro erhöht.

Die im Rahmen des KfW-Sonderprogramms getroffenen neuen Maßnahmen werden zum 1. Januar 2022 umgesetzt.

Mehr Informationen und die Möglichkeit zur kostenlosen Antragsstellung eines KfW Schnellkredits finden Sie auch auf der Seite von FinCompare.

Überbrückungshilfe 3 Plus oder alternative Finanzierungslösung? FinCompare kann Ihnen helfen

Falls Sie nicht antragsberechtigt sind, Ihr Antrag zur Überbrückungshilfe abgelehnt wird oder die staatliche Finanzierungshilfe nicht ausreicht, können Sie sich an unsere Berater:innen von FinCompare wenden. Wir arbeiten seit 2016 als Experten für Mittelstandsfinanzierungen und helfen Ihnen gerne bei der Suche nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten. Aus dem Angebot von über 250 Finanzdienstleistern findet Fincompare die für Sie optimale Lösung und hilft Ihnen, nach der Krise wieder voll durchzustarten.

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