Thüringer Mittelstand will am meisten investieren: Der Bundesländervergleich

Thüringer MIttelstand - Mittelständisches Unternehmen hat Investitionskredit über FinCompare erhalten

Wer hätte das gedacht: Im Bundesländervergleich wollen Unternehmen aus Thüringen am häufigsten investieren. Der Thüringer Mittelstand möchte finanzielle Mittel für die Umsetzung von Digitalisierungsvorhaben, die Datenanalyse zur Optimierung von Unternehmensprozessen sowie für das Enterprise-Resource-Planning verwenden.

Außerdem erfahren Sie wie es um die Investitionsbereitschaft in den restlichen Bundesländern steht, welche Ziele Unternehmen mit ihren Investitionen verfolgen und wie Sie mit FinCompare Ihre passende Finanzierung einholen können.

47 % der Thüringer Unternehmen planen mehr Investitionen

Für das im Januar 2019 erschienene Mittelstandsbarometer der Beratungsgesellschaft Ernst & Young wurden rund 1.500 Unternehmen aus ganz Deutschland befragt. Gefragt wurde unter anderem nach der Investitionsbereitschaft. Hier konnten Unternehmen angeben, ob sie die Investitionen steigern, konstant halten oder reduzieren möchten. Unternehmen aus dem Bundesland Thüringen gaben zu 47 % an, ihre Investitionen steigern zu wollen. 53 % gaben an, die Investitionen konstant zu halten. 0 % wollten ihre Investitionen reduzieren. Damit lag Thüringen im Bundesländervergleich ganz vorn.

Auf den folgenden Plätzen landeten Rheinland-Pfalz, Hamburg, Bayern, das Saarland, Bremen und Niedersachsen mit Werten zwischen 44 % und 32 %. Damit lagen alle diese Bundesländer über dem bundesweiten Durchschnitt von 31 %. Bundesweit gaben 67 % aller Unternehmen an, ihre Investitionen konstant halten zu wollen. 2 % wollten ihre Investitionen reduzieren.

Thüringen steht nicht nur im Vergleich mit Gesamtdeutschland gut dar. Ganz besonders groß ist der Abstand zu den neuen Bundesländern. In Berlin (West und Ost) gaben lediglich 46 % der Unternehmen an, mehr investieren zu wollen. Dasselbe Bild ergab sich in Sachsen-Anhalt. In Brandenburg gaben lediglich 22 %, in Sachsen 21 % und in Mecklenburg-Vorpommern 20 % der Unternehmen an, ihre Investitionen steigern zu wollen.

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Über das Mittelstandsbarometer

Das Mittelstandsbarometer von Ernst & Young ist eine repräsentative Befragung von 1.500 mittelständischen Unternehmen in Deutschland. Befragt werden Unternehmen mit 30 – 2.000 Mitarbeitern und einem jährlichen Umsatz in Höhe von 20 Mio. bis zu 1 Mrd. EUR. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht-kapitalmarktorientierte Unternehmen.

Der Großteil der befragten Unternehmen kommt aus den Branchen Handel, Finanzen, sonstige Industrie, Maschinenbau und Bau. 46 % der befragten Unternehmen weisen einen jährlichen Umsatz unter 30 Millionen EUR auf. Nur 21 % der Unternehmen erwirtschaften mehr als 100 Millionen EUR Umsatz pro Jahr.

Nur 31 % der Unternehmen in Deutschland planen mehr Investitionen

31 % der Unternehmen in Deutschland planen mehr Investitionen. Damit gibt es mehr Unternehmen, die ihre Investitionen steigern möchten als umgekehrt Unternehmen, die weniger zu investieren planen. Dennoch ist dieser Wert ausbaufähig. Welchen Grund gibt es für die zurückhaltende Investitionsbereitschaft?
Die Antwort lautet wie so oft: Es gibt eine Reihe von Gründen. Im Folgenden sollen die wichtigsten Gründe für Sie vorgestellt werden.

Konjunkturelle Abschwächung

Ein Investitionshemmnis ist die Konjunkturabschwächung. Die Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft werden laufend nach unten korrigiert.

Nicht wenige Ökonomen fürchten eine längere Schwächephase der Wirtschaft. Die Gründe dafür sind vielfältig. Zum einen belasten die Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China den globalen Handel. Auch der nun gewagte Austritt Großbritanniens sorgt für viele Unsicherheiten.

Deutschland ist bekanntlich besonders stark vom Export abhängig. Wachsende Handelsbarrieren und eine sich eintrübende Weltkonjunktur haben deshalb auf die Nachfrage nach deutschen Produkten einen besonders großen Einfluss.

Fachkräftemangel

Auch der Fachkräftemangel macht immer mehr Unternehmen zu schaffen. Dies gilt nicht nur für den Thüringer Mittelstand, sondern für den deutschen Mittelstand allgemein. Die Gründe dafür sind wiederum vielfältig. Die demographische Entwicklung bringt es mit sich, dass geburtenstarke Jahrgänge in den Ruhestand eintreten und deutlich kleinere Jahrgänge nachrücken. Zusätzlich gibt es nach wie vor ein Defizit an Absolventen in MINT-Studiengängen und technischen Ausbildungsgängen.

Viele KMUs haben spezielle Probleme beim Werben um Nachwuchs. So sind viele Mittelständler in ländlichen Regionen ansässig, die auf qualifizierte Fachkräfte häufig nicht attraktiv genug wirken. Oft sind KMUs auch nicht bekannt genug, um bei ihrer Zielgruppe wahrgenommen werden zu können.

Unternehmensnachfolge

Demographiebedingt ergibt sich auch eine größere Zahl von Unternehmen bei denen eine Nachfolge ansteht. Auch dies kann ein Investitionshemmnis darstellen. Ist kein geeigneter Nachfolger gefunden, halten sich Unternehmen mit hohen Investitionen zurück. Schließlich werden mit Investitionen auch Fakten geschaffen, die den Nachfolger einschränken und potentielle Übernehmer dadurch abschrecken könnten.

Finanzierungsprobleme

Die Situation auf dem deutschen Kreditmarkt ist generell sehr gut. Die Geldpolitik der Notenbank ist sehr locker, wodurch die Zinsen niedrig und die Annahmekriterien moderat ausfallen. Dennoch haben vor allem kleine und mittelständische Unternehmen häufig Probleme beim Zugang zu Krediten. Diese Unternehmen können dann nicht wie ursprünglich gewünscht investieren.
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In was investiert der Mittelstand?

Die Investitionsplanung eines Unternehmens umfasst grundsätzlich alle geplanten Investitionen in Gegenstände des Anlage- und Umlaufvermögens. Derzeit lässt sich jedoch ein wesentlicher Trend ausmachen: Digitalisierung.

Digitalisierung

Neben Instandhaltungsinvestitionen, Expansion und Mitarbeiter-Schulungen stehen insbesondere Investitionen in die Digitalisierung hoch im Kurs. Hier gibt es unterschiedliche Bereiche, die auch für Ihr Unternehmen interessant sein können. Mit FinCompare können Sie kostenlos Angebote für einen Investitionskredit vergleichen. Stellen Sie jetzt unverbindlich online Ihre Finanzierungsanfrage.

Big Data Analytics

Mit Big Data Analytics analysieren Unternehmen große Datenmengen. Aus diesen Datenmengen werden Informationen extrahiert, die anschließend zur Optimierung von Produktionsprozessen, Marketingaktionen etc. eingesetzt werden.

Big Data Analytics umfasst die Datenbeschaffung, die Auswertung der gewonnenen Daten sowie deren Analyse. Im ersten Schritt werden große Datenmengen aus verschiedenen Quellen herangezogen und aufgearbeitet. Dieser Aufwand kann recht groß ausfallen, da Daten in unterschiedlichen Formaten vorliegen und die Datenmenge zu groß ist, um diese manuell zu bearbeiten.

Die Analyse von Daten erfolgt mit spezieller Big Data-Software. Diese ermöglicht Unternehmen den Einsatz von Methoden wie zum Beispiel Predictive Analytics. Dieses Verfahren erkennt Muster und kann darauf reagieren. Mit dem Verfahren lassen sich beispielsweise auch Besonderheiten im Verhalten von Produktionsrobotern feststellen, wodurch eine vorausschauende Wartung möglich ist.

Big Data Analytics dient damit der Prozessoptimierung. Big Data-Software wird deshalb in fast allen Branchen eingesetzt. Dies gilt für die industrielle Produktion genauso wie für das Gesundheitswesen oder die Finanz- und Versicherungswirtschaft.

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Enterprise-Resource-Planning

Beim Enterprise-Resource-Planning (ERP) geht es darum, Ressourcen und ihren Einsatz optimal zu planen und zu steuern. Gegenstand des Enterprise-Resource-Plannings ist zum Beispiel die Materialbedarfsplanung. Hier muss sichergestellt werden, dass alle für die Produktion notwendigen Materialien in einer adäquaten Menge zur gewünschten Zeit am richtigen Ort zur Verfügung stehen. Dadurch sollen Produktionsausfälle vermieden, die Kapitalbindung durch überflüssige Lagerhaltung minimiert und die Produktivität erhöht werden.

Im Enterprise-Resource-Planning kommen sogenannte ERP-Systeme zum Einsatz. Dabei handelt es sich um häufig in verschiedene Module aufgeteilte Software und IT-Systeme. Der Einsatz dieser Systeme verlangt entsprechende Qualifikation beim Unternehmen. Ist diese vorhanden, kann die Produktivität durch den Einsatz eines ERP-Systems jedoch signifikant erhöht werden. Die ERP-Software unterstützt zum Beispiel bei Beschaffung, Lagerhaltung und Produktionsplanung, in Finanz- und Rechnungswesen und Controlling und in weiteren Bereichen.

Es gibt unterschiedliche Anbieter von ERP-Systemen. Diese adressieren mit der Ausgestaltung ihrer Software häufig bestimmte Branchen.

Software-as-a-Service

Auch Software-as-a-Service ist ein wesentlicher Trend der Digitalisierung. Das Prinzip: Unternehmen nutzen Anwendungen nicht im eigenen Unternehmen, sondern beziehen Sie dezentral über die Cloud. Software-as-a-Service gehört neben Infrastructure-as-a-Service und Platform-as-a-Service zu den wichtigsten Varianten des Cloud-Computing.

Über Software-as-a-Service können Anwendungen verschiedener Art zur Verfügung gestellt werden. Dies betrifft zum Beispiel Datenbanken, CRM Software, Software für die Lohnbuchhaltung, Content-Management-Software, allgemeine Bürosoftware etc.

Anstatt eine Software einmalig anzuschaffen und sie selbst auf dem Rechner zu installieren, beziehen Unternehmen Programme via Internet. Dann wird eine monatliche Lizenzgebühr bezahlt (zum Beispiel ein Betrag X pro Arbeitsplatz). Der Zugriff auf die Software folgt browserbasiert.

Software-as-a-Service bietet verschiedene Vorteile. Insbesondere entfallen sämtliche Updates, da diese durch den Provider automatisch vorgenommen werden. Zudem lässt sich die Zahl der Arbeitsplätze (und damit auch die Höhe der monatlichen Kosten) typischerweise sehr flexibel an den Bedarf anpassen. Gleichzeitig müssen Unternehmen bei Software-as-a-Service keine 08/15-Lösung kaufen. Es ist durchaus möglich, die Software in Teilen an individuelle Erfordernisse anzupassen.

Ein wesentlicher Teil der Kostenersparnis betrifft häufig die Hardware. Wer keine Software auf eigenen Systemen ausführen muss, benötigt auch keine Hardware und die damit verbundenen Folgekosten zum Beispiel für Wartungen.

Infrastructure-as-a-Service

Ein weiterer wichtiger Investitionsgegenstand des Mittelstands ist Infrastructure-as-a-Service. IaaS ist ebenfalls dem Cloud-Computing zuzurechnen. Es geht darum, IT-Infrastruktur wie Rechenleistung, Speicherplatz, Hardware oder Netzwerkressourcen aus der Cloud zu beziehen anstatt sie vor Ort vorzuhalten.

Unternehmen können durch Infrastructure-as-a-Service nahezu alles auslagern, was die IT-Abteilung betrifft. Dazu gehören Server, Speicher, Router, Backup-Systeme und vieles mehr. Dadurch entfallen die Anschaffungskosten. Im Gegenzug zahlen Unternehmen eine monatliche oder jährliche Gebühr an den Provider.

Infrastructure-as-a-Service bietet mehrere Vorteile. Erstens können die Ressourcen flexibel dem Bedarf angepasst werden. Dies bedeutet auch, dass die Ressourcen in Spitzenlastzeiten sehr schnell hochskaliert werden können. Zweitens ist der Provider für Funktion und Wartung der Infrastruktur zuständig. Dadurch steht dem Nutzer immer eine funktionstüchtige, aktuelle und sichere Infrastruktur zur Verfügung. In Kombination mit Software-as-a-Service müssen sich Unternehmen dann um nahezu nichts mehr kümmern.

Die Kosten von IaaS hängen auch davon ab, wie schnell der Provider bei Störungen reagieren muss. Dies wird im Vertrag geregelt. Je schneller der Provider eine vollständige Entstörung vertraglich zusagt, desto teurer wird die Nutzung.

Infrastructure-as-a-Service eignet sich ganz besonders gut für Unternehmen mit volatilem Bedarf an IT-Kapazitäten. Auch Unternehmen mit starkem Wachstum wie zum Beispiel Startups profitieren von diesem Modell.

Mobile Anwendungen

Mobile Anwendungen sind ein weiterer Gegenstand der Digitalisierung. Damit sind nicht mobile Endgeräte wie Smartphones und Tablet-PCs gemeint, mit denen zum Beispiel der Außendienst operieren kann. Im Kern geht es um Applikationen, die Prozesse optimieren. Die Apps können zum Beispiel der Sicherheit dienen. Mit solchen Apps können Unternehmen ihre mobilen Endgeräte kontrollieren und zum Beispiel sicherstellen, dass keine Schadsoftware installiert wird. So ist es möglich, bestimmte Apps auch zu sperren. Investitionen in mobile Anwendungen können auch eine verbesserte Synchronisation von mobil erhobenen und anderen Daten vorsehen.

Robotik und Automation

Robotik und Automation sind zwei wesentliche Trends in der Digitalisierung. Bereits im Jahr 2017 erzielte die Automatisierungsbranche einen Umsatz von mehr als 40,5 Milliarden EUR. Für 2018 rechnete der VDMA Fachverband Robotik und Automation mit einem Zuwachs um 9 % auf 15,8 Milliarden EUR.

Robotik und Automation gelten als der Zukunftstrend in der industriellen Fertigung schlechthin. Intelligente Roboter können Fertigungsprozesse autonom durchführen, Fehler an andere Roboter oder Menschen melden, mit dem Warenlager, der Logistik und den Vertrieb kommunizieren und viele weitere Aufgaben übernehmen.

Das langfristige Ziel von Investitionen in Robotik und Automation ist die sogenannte Smart Factory. Dabei handelt es sich um eine autonome Fabrik, die idealtypisch ausschließlich durch KI basierte Produktionsroboter betrieben wird. Die Roboter bestellen Rohstoffe und andere für die Produktion benötigte Gegenstände, produzieren Güter im unmittelbaren Kundenauftrag und übernehmen auch die Logistik bis zum Kunden.

Ganz so weit ist es jedoch noch nicht. Im Moment geht es vor allem darum, Prozesse neu zu denken und dabei die Potenziale von Robotik und Automation mit einzubeziehen. Bis Menschen in einer Fabrik gar nicht benötigt werden, wird es noch lange dauern. Zunächst geht es darum, Mensch und Maschine miteinander besser zu vernetzen. Dabei spielen zum Beispiel Gestensteuerung, digitale Montageassistenten, intelligente Handschuhe etc. eine wichtige Rolle.

Digitalisierung drängt: Diese Risiken bedrohen Nachzügler

Viele KMUs in Deutschland haben in den letzten Jahren noch relativ wenig in Digitalisierung investiert. Ein Grund dafür war die gut laufende Konjunktur und die damit verbundene hohe Auslastung. Früher oder später müssen die Investitionen jedoch gestemmt werden. Unternehmen, die Investitionen in Digitalisierung auf die lange Bank schieben, drohen Nachteile. Die größte Gefahr besteht in sukzessive anwachsenden Kostennachteilen gegenüber Wettbewerbern im In- und Ausland. Digitalisierung ist darüber hinaus ein probates Mittel gegen den Fachkräftemangel. Je weniger in Digitalisierung investiert wird, desto stärker wird dieser Fachkräftemangel sich später auf Ihre Wettbewerbsfähigkeit auswirken.

Muss der Mittelstand mutiger werden? Der Thüringer Mittelstand macht’s vor!

Der Mittelstand hat die Notwendigkeit von Investitionen speziell in Digitalisierung längst erkannt. Dennoch könnte die Investitionsbereitschaft größer sein. Dies ist auch auf die lange Zeit gute Konjunkturlage zurückzuführen. KMUs sollten so rasch wie möglich Digitalisierungsprozesse anstoßen. Häufig ist Digitalisierungsberatung ein guter Einstieg in diesen Bereich. Solche Beratungsleistungen werden über verschiedene Förderprogramme staatlich gefördert. Ein Beispiel dafür ist das Programm Go Digital des Bundeswirtschaftsministeriums. Über dieses werden die Honorare für Digitalisierungsberater zu 50 % vom Staat übernommen.

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