Deutsche Start-ups mit Zukunft – Das können Unternehmen von ihnen lernen

Das können Unternehmen von Start-ups lernen

Deutsche Start-ups sind der Innovationsmotor der Wirtschaft. Einige von ihnen sind Überflieger, die Millionenbeträge bekannter Investoren für sich gewinnen konnten. Sie erobern klassische Geschäftsfelder und neue Märkte weltweit. Ein guter Grund, sich näher mit den Erfolgsfaktoren und den Auswirkungen der Start-ups mit Zukunft auf kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland zu beschäftigen.

Diese milliardenschweren deutschen Start-ups haben eine blumige Zukunft vor sich

Branchenkenner wissen um die Leistungsfähigkeit der Start-ups mit Zukunft. Einem breiten Publikum bleiben viele deutsche Start-ups trotz großer Erfolge verborgen. So investierten der chinesische Internet-Konzern Tencent, Freigeist, LGT und Atomicovor kurzer Zeit ganze 240 Millionen US-Dollar in den Flugtaxi-Entwickler Lilium aus München. Alle Investoren haben bereits erste Finanzierungsrunden in das 2015 gegründete Start-up hinter sich. Das Unternehmen Prolupin kennen einige Kunden aus den Supermarktregalen. Es bietet Lebensmittel aus Lupinen-Eiweiß wie Joghurt, Milch, Frischkäse und Eis an. 2010 startete es als Fraunhofer Spin-off. Ein zweistelliger Millionenbetrag von Capricorn Partners, Nova, Munich Venture Partners und eCapital Entrepreneurial Partners wird das weitere Marktwachstum unterstützen. FinCompare überzeugt als digitale Plattform für Unternehmensfinanzierung. 12 Millionen investierten Speedinvest, UNIQA Ventures, ING Ventures sowie weitere internationale Privat- und Finanzinvestoren in das Start-up des Watchmaster-Mitbegründers Stephan Heller. Bereits im Sommer 2018 hatten die Investoren 10 Millionen Euro investiert. DataGuard begeisterte den Londoner Wachstumsinvestor One Peak, der kürzlich 20 Millionen Euro investierte. Über die eigene proprietäre Softwareplattform erstellt das Datenschutz- und Compliance-Unternehmen für seine Kunden Analysen der Datenverarbeitung sowie Dokumentationen der Standard- und Kernprozesse. Mitarbeiterschulungen, Datenschutz-Prüfungen, Abwicklung von Datenverstößen und Anfragen Betroffener zählen außerdem zu den Leistungen des Start-ups mit Zukunft. Twaice beschäftigt sich mit der Entwicklung einer Batterieanalyse-Software, die Batterie- und Elektrofahrzeugherstellern sowie Flottenbetreibern die Optimierung von Batterien hinsichtlich Effizienz, Zuverlässigkeit und Sicherheit ermöglicht. 11 Millionen Euro erhielt das 2018 gegründete Start-up von Creandum, Cherry Ventures, UVC Partners und Speedinvest vor kurzem. Weitere Namen, die man im Gedächtnis behalten sollte, sind Pentarefurbed und PlanRadar.

Diese Merkmale prägen den Erfolg dieser deutschen Start-ups besonders

Das Wachstum eines Start-ups mit Zukunft ist durch außergewöhnliche Geschwindigkeit und eine große Menge an externem Kapital geprägt. Eine durchdachte Infrastruktur, Zugang zu Investoren und eine auf Wachstum ausgerichtete Unternehmenskultur zählen zu den Erfolgsfaktoren. Deutsche Start-ups nehmen das Scheitern in Kauf und haben ein geringes Maß an Sicherheitsbedenken. Die Persönlichkeiten der Gründer zeichnen sich durch Hartnäckigkeit und Widerstandsfähigkeit aus. Eine hohe Resilienz ist sowohl Merkmal der Entrepreneure als auch ihrer Mitarbeiter der ersten Stunde.

Die Gründer eines Start-ups haben eine Vision mit globaler Reichweite und großem Wachstumswillen. Sie treffen die Entscheidungen, die von Beginn an über den Erfolg und Misserfolg entscheiden. Die von den Gründerpersönlichkeiten festgelegte Unternehmensstrategie und die Unternehmensziele prägen das Denken aller Mitarbeiter. Zählt hohe Risikobereitschaft zu den Unternehmenswerten, gehört das Machen von Fehlern automatisch zu den Konsequenzen. Agile Strukturen und internationale Teams prägen das Miteinander. Outsourcing, d.h. die Erweiterung des eigenen Teams durch Remote Developer aus Ländern mit geringeren Lohnkosten und einem hohen Angebot an spezialisierten IT-Fachkräften, ermöglicht die Entwicklung neuer Software innerhalb kurzer Zeit.

Deutsche Start-ups versuchen nicht alle Probleme alleine zu lösen. Sie suchen sich fachkundige Unterstützung in der Forschung und Entwicklung, von KMU und nutzen die innovativen Ideen anderer Start-ups und Unternehmen weltweit, die sie weiterentwickeln oder durch disruptive Technologien ersetzen. Erfolgreiche Gründer denken von Anfang an global. Sie wollen die Produkte und Dienstleistungen ihres Start-ups auf internationalen Märkten positionieren. Dieses Denken ohne selbstgesetzte Grenzen trägt wesentlich zum schnellen Wachstum bei.

Ein weiteres Erfolgsmerkmal ist Authentizität. Sie sorgt dafür, dass sich die Kunden mit der Marke identifizieren. Investoren geben ihr Geld nicht nur für die Geschäftsidee, sondern in erster Linie investieren sie in die Persönlichkeiten der Gründer. Das Alter und die Erfahrung spielen eine untergeordnete Rolle. Vielmehr geht es darum, dass sie ihre Idee so formulieren können, dass sie begeistert und überzeugt. Haben Gründer eine handfeste Strategie, wie sie Ihre Geschäftsidee umsetzen können, lassen sie sich nicht von Kritik und Hindernissen aufhalten.

Ein heterogenes Gründerteam mit unterschiedlichen Schwerpunkten bringt verschiedene Sichtweisen zusammen. Haben die Entrepreneure bereits Erfahrung mit Start-ups klappt eine Neugründung reibungsloser. Investoren tendieren dazu, Gründerteams, die unterschiedliche Kompetenzen vereinen, ein höheres Maß an Vertrauen zu schenken – z. B. betriebswirtschaftliche, technische und wissenschaftliche Ausbildungsschwerpunkte. Synergie-Effekte werden als große Stärke gesehen.

Wie können Start-ups und KMUs kollaborieren?

Kollaborationen zwischen Start-Ups und KMUs bieten beiden Seiten Vorteile. Zum einen profitieren deutsche Start-ups vom profunden Wissen der KMUs über Produkte, Märkte, Prozess-Management und potentielle Kunden. Zum anderen können KMUs ihre eigene Zukunft durch die innovativen Ideen sichern. Eine weitere Möglichkeit ist es, dass die Start-ups spezifische Probleme der KMUs lösen. Die Lösung wandeln die Start-ups in ein marktfähiges Produkt um. Zum Teil sind erfolgreiche deutsche Start-ups Ausgründungen aus KMUs.

Networking bringt Unternehmen die größten Vorteile. Dort, wo etablierte Unternehmen von Start-ups verdrängt werden, steht der Konkurrenzgedanke im Vordergrund. Ob nationale oder internationale Märkte – deutsche Start-ups bedeuten für sie eine Gefährdung ihrer Marktstellung. In vielen Fällen ist die Befürchtung berechtigt. Die Verdrängung durch Start-ups mit Zukunft lässt sich allenfalls zeitlich hinauszögern, jedoch nicht verhindern. Eine Kollaboration ist in der Regel der bessere Weg.

Was können Unternehmen von diesen deutschen Start-ups lernen?

Die Geschäftsideen vieler Start-ups mit Zukunft zielen auf Digitalisierung und Vernetzung ab. Durch ihre eigenen Unternehmensstrukturen sind sie ein Vorbild für kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland, die zum großen Teil mit der Digitalisierung hinterherhinken.

Viele KMUs bedienen bereits Nischenmärkte auf internationaler Ebene. Sich externe Investoren ins Boot zu holen ist für KMUs ein unkalkulierbares Risiko. Die Start-Ups beweisen, dass für ein schnelles Wachstum eine große Menge an externem Kapital benötigt. Die Möglichkeit, Investoren ins Unternehmen zu holen, sollten KMUs ohne eine umfassende Analyse aller Chancen und Risiken nicht vorschnell verwerfen.

Start-ups mit Zukunft zeichnen sich durch Flexibilität und innovative Strukturen aus. Sie richten ihre Prozesse konsequent an den Bedürfnissen der Kunden aus. Dadurch sind sie in der Lage, Nachfrage für ihre Angebote zu generieren und sich erfolgreich am Markt zu positionieren. Während das Denken der KMUs noch stark um Produkte kreist, steht der Customer bei Start-ups generell im Mittelpunkt.

Deutsche Start-ups, die Erfolg haben, geben nicht zielführende Prozesse und Geschäftsfelder schnell auf. Nach dem Trial- und Error-Prinzip gehört der Irrtum dazu. Sie beschäftigen sich kontinuierlich mit Innovationen und ruhen sich nicht auf dem Status quo aus. Prozesse umzustrukturieren, wenn sich dadurch eine höhere Effektivität und höherer Nutzen ergibt, ist Teil der Unternehmenskultur und stößt nicht auf unternehmensinterne Widerstände. Die Geschwindigkeit ist es, was einen großen Teil des Erfolgs der Start-ups mit Zukunft ausmacht. Viele mittelständische Unternehmen reagieren trotz guter Ideen zu langsam und holen sich keine oder zu spät Hilfe von außen.

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