Angst um Rohstoffpreise – wie vorbereiten als Unternehmen?

Rohstoffpreise

Viele Unternehmen fürchten steigende Rohstoffpreise. Steigende Preise für Rohstoffe drücken die Marge, weil die Kostensteigerungen nicht ausreichend an die Kunden weitergegeben werden können. Dieser Beitrag erklärt, was die Rohstoffpreise treibt und wie sich Unternehmen gegen die aktuelle Entwicklung wappnen können.

Rohstoffpreise: Die aktuelle Marktentwicklung

Die jüngsten Entwicklungen auf dem Rohstoffmarkt sind relativ moderat. Der S&P Goldman Sachs Commodity Index (S&P GSCI) ist ein breit gefasster Index, in dem verschiedene Rohstoffe enthalten sind. Stand August 2019 notiert der Index bei rund 400 USD. Damit notierte der Index mehr als 50 % unter seinem Allzeithoch von 2008. Allerdings lassen sich sehr große Unterschiede bei der Preisentwicklung verschiedener Rohstoffe feststellen. Dies gilt auch für einen Blick auf das zurückliegende Jahr. Deutliche Kursanstiege gab es bei Edelmetallen wie Gold, Palladium und (mit Abstrichen) Silber. Erdgas, Heizöl, Kohle und Öl sind auf Jahressicht dagegen billiger geworden. Eine Entwicklung hin zu steigenden Notierungen lässt sich bei fossilen Brennstoffen auch längerfristig nicht einwandfrei ausmachen.

Ein gemischtes Bild zeigt sich bei Industriemetallen. Während Aluminium, Zink und Zinn deutlich sowie Kupfer moderat billiger wurden, stieg der Preis von Eisenerz um mehr als ein Drittel an. Auch bei Agrarrohstoffen gibt es keinen einheitlichen Trend, während Mais, mageres Schwein und Milch teurer wurden, sanken die Preise für Orangensaft und Baumwolle. Die Rohstoffkurse sind für alle Unternehmen relevant, die Rohstoffe zu Produktion benötigen. Steigende Rohstoffpreise sind gleichbedeutend mit steigenden Produktionskosten. Deshalb verfolgen betroffene Unternehmen die Entwicklung an den Rohstoffmärkten typischerweise sehr genau. Schwankende Kurse sind im Rohstoffhandel nichts Besonderes. Die Volatilität insbesondere bei stark gehandelten Rohstoffen wie Gold und Öl ist traditionell sehr hoch.

Diese Faktoren treiben die Rohstoffpreise

Unabhängig von der tatsächlichen Preisentwicklung fürchten viele Unternehmen steigende Rohstoffpreise. Dies ist nicht zuletzt auf Entwicklungen im letzten Jahrzehnt zurückzuführen, als es plötzlich zu einer drastischen Verteuerung von Rohstoffen kam. Die Ursachen für steigende Rohstoffpreise sind dabei vielfältig. Ein Grund ist das globale Bevölkerungswachstum. Dies ist gewissermaßen ein Megatrend. Bis zum Jahr 2050 könnte die Weltbevölkerung auf 10 Milliarden Menschen anwachsen. Da alle Menschen Rohstoffe benötigen, steigt dadurch zwangsläufig die weltweite Nachfrage. Da das Angebot an Rohstoffen jedoch begrenzt ist, müssen höhere Preise zu einem Ausgleich führen.

Auch das weltweit niedrige Zinsniveau trägt zu hören Rohstoffpreisen bei. Grundsätzlich sind Investitionen in Rohstoffe mit hohen Opportunitätskosten verbunden. Wer zum Beispiel Geld in Gold investiert, erhält keine Zinsen und keine Dividenden. Bei einem Zinssatz in Höhe von 6 % für Staatsanleihen fielen die Opportunitätskosten entsprechend hoch aus. Bei einem Zinssatz von 0 % und niedriger für deutsche Staatsanleihen gibt es de facto keine Opportunitätskosten. Das niedrige Zinsniveau wird absehbar anhalten. Weder in den USA noch in Europa oder Japan wird es in absehbarer Zeit zu deutlichen Zinserhöhungen kommen. In den USA sind tendenziell sinkende Zinsen zu erwarten. In Europa liegt der Leitzins bereits bei 0,0 %. Eine Absenkung der Einlagenfazilität für Geschäftsbanken auf Werte unter -0,5 % erscheint im Bereich des Möglichen.

Die Rolle der Zentralbanken auf dem Rohstoffmarkt

Neben dem niedrigen Leitzins führt auch die Politik des quantitativen Easings der Zentralbanken indirekt zu höheren Rohstoffpreisen. Die Zentralbanken kaufen Anleihen und stellen den Märkten dadurch zusätzliche Liquidität zur Verfügung. Diese Liquidität sucht sich ihren Weg und findet diese auch in den Rohstoffmärkten. Dies treibt die monetäre Nachfrage und damit den Preis. Während die vorgenannten Entwicklungen prinzipiell alle Rohstoffe betreffen, gibt es Trends, die sich auf einzelne Rohstoffe auswirken. Neben regionalen politischen Krisen gehören dazu auch technologische Innovationen. So könnte zum Beispiel ein deutlicher Anstieg der Produktion von E-Autos die Nachfrage nach bestimmten Rohstoffen wie Silizium oder Kobalt erhöhen. Unternehmen, die fernab der Autoindustrie mit diesen Rohstoffen operieren, müssen sich dann auf steigende Preise einstellen.

Strafzölle und Handelskriege

Die Zeit des immer liberaler werdenden Welthandels ist zunächst vorbei. Es zeichnet sich ab, dass Handelskriege wieder an Bedeutung gewinnen und den weltweiten Handel bremsen werden. Das bekannteste Beispiel dafür sind die Streitigkeiten zwischen China und den USA. Die USA drohen immer wieder Strafzölle auf chinesische Waren an und führen diese auch ein, China reagiert seinerseits mit eigenen Strafzöllen. Auch solche Strafzölle und Handelskriege können Rohstoffe verteuern.

Neue EU Verordnung: Sorgfaltspflicht für Rohstoffimporteure

In der EU steht darüber hinaus eine neue Sorgfaltspflicht für Rohstofflieferanten an. Ab dem 1. Januar 2021 müssen Unternehmen, die Rohstoffe in die EU einführen, bestimmte Sorgfaltspflichten erfüllen. Diese betreffen die Lieferketten von Zinn, Tantal, Wolfram und Gold. Die entsprechende Verordnung („Festlegung von Pflichten zu Erfüllung der Sorgfaltspflichten der Lieferkette von Zinn, Tantal, Wolfram, deren Erzen und Gold aus Konflikt- und Hochrisikogebieten“) trat bereits am 8. Juni 2017 in Kraft. Bis 2021 gilt eine Übergangsfrist.

Betroffen von der neuen Richtlinie sind Unternehmen, die die benannten Rohstoffe oberhalb gewisser Grenzwerte einführen. Diese Unternehmen müssen fortan nachweisen, dass sie Minerale und Metalle ausschließlich aus verantwortungsvollen Quellen beziehen. Die EU will damit verhindern, dass durch Rohstoffe Konflikte und Verletzungen der Menschenrechte finanziert werden. Verletzungen der Menschenrechte sollen insbesondere bei der Gewinnung und Weiterverarbeitung von Rohstoffen unterbunden werden. Dies soll entlang der gesamten Wertschöpfungskette gelten. Betroffen sind damit Unternehmen im Rohstoffabbau genauso wie Betriebe, die in Hütten oder Raffinerien Rohstoffe verarbeiten.

Währungsrisiken für Rohstoffkäufer

Die Rohstoffkurse können auch durch Wechselkurseffekte steigen. Nur sehr wenige Rohstoffe werden innerhalb der EU gefördert. Viele Rohstoffe werden aus Drittstaaten importiert. Der Weltmarkt für diese Rohstoffe läuft fast immer in US-Dollar. Sinkt der Außenwert des Euro gegenüber dem US-Dollar, führt dies automatisch zu steigenden Rohstoffpreise. Dies gilt für Öl genauso wie für Bunt- und Industriemetalle und Agrarrohstoffe. Umgekehrt führt ein steigender Euro Wechselkurs zu sinkenden Rohstoffpreisen. Aus Sicht von Rohstoffimporteuren ist deshalb ein starker Wechselkurs wünschenswert. Derzeit unternimmt die Europäische Zentralbank (EZB) allerdings wenig für eine solche Entwicklung. Weder der aktuelle, niedrige Leitzins noch das Anleihekaufprogramm tragen zu steigenden Eurokursen bei. Allerdings sind viele Rohstoffimporteure auch Exporteure auf dem Weltmarkt. Hier wirkt ein niedriger Wechselkurs günstig.

Was bedeuten die Rohstoffpreise für den Mittelstand?

Die Auswirkungen steigender Rohstoffkurse sind speziell für mittelständische Unternehmen erheblich. Diese Unternehmen können steigende Produktionskosten weniger stark an ihre Kunden weiterreichen. Dies gilt umso mehr, je kompetitiver das Wettbewerbsumfeld ist.

Volatile Märkte erschweren Kalkulation

Generell gilt, dass Volatilität im Rohstoffhandel die Kalkulation erschwert. Ein einfaches Beispiel: Der Preis eines Rohstoffs schwankt pro Quartal zwischen 30-60 USD pro Tonne. Ein Unternehmen benötigt in drei Monaten 100 t des Rohstoffs für einen gerade eingegangenen Auftrag. Liegt der Preis in drei Monaten bei 30 USD, belaufen sich die Kosten auf 3000 USD. Liegt der Preis bei 60 USD, fallen 6000 EUR Rohstoffkosten an.

Welchen Preis soll das Unternehmen dem Kunden nennen? Das Unternehmen könnte vorsichtig kalkulieren und von einem Rohstoffpreis in Höhe von 6000 USD ausgehen. Dann springt der Kunde aber womöglich ab, weil ein Konkurrent günstiger ist. Geht das Unternehmen dagegen von 3000 USD aus, wird es mit einer hohen Wahrscheinlichkeit seine Gewinnmarge verringern müssen oder gar Verlust machen.

Höhere Kosten an den Kunden weitergeben?

Ob und in welchem Umfang höhere Rohstoffpreise an Endkunden weitergegeben werden können, entscheidet der Markt. In einem hochkompetitiven Wettbewerbsumfeld mit Überkapazitäten ist es insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen schwierig, steigende Preise weiterzureichen. Dann führen steigende Rohstoffpreise zu sinkenden Margen und damit einem wachsenden Kostendruck im Unternehmen.

Maßnahmen gegen steigende Rohstoffpreise

Wie können sich Unternehmen gegen steigende Rohstoffpreise wappnen? Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten. Finetrading zählt ebenso dazu wie gezielte Absicherungsmaßnahmen und die Suche nach Lieferanten, die helfen können.

Finetrading

Eine Lösung für steigende Rohstoffkurse kann Finetrading darstellen. Vielen Unternehmen fehlt es in Zeiten steigender Rohstoffpreise an der nötigen Liquidität. Dies gilt besonders für Unternehmen aus Branchen mit starken Saisonalitäten. Hier können Finetrader helfen. Finetrader übernehmen den Einkauf und bezahlen die Lieferanten sofort. Sie verkaufen ihren Kunden anschließend die Ware mit einem Zahlungsziel. Finetrading ist damit ein Finanzierungsinstrument. Die Kooperation mit einem Finetrader bietet Unternehmen Vorteile. Der Finetrader verfügt über eine hervorragende Bonität und erhält deshalb bei allen Lieferanten Waren. Da der Finetrader für verschiedene Kunden einkauft, kann er häufig auch Mengenrabatte realisieren. Finetrader bezahlen Lieferanten sofort und können dadurch sämtliche Skonti in Anspruch nehmen. Mengenrabatt und Skonti bieten Finetrader eine zusätzliche Marge.

Dadurch fallen die Finanzierungskosten für das abnehmende Unternehmen geringer aus. Finetrading bietet noch einen weiteren Vorteil. Sind benötigte Rohstoffe gerade besonders günstig, können diese auf Vorrat gekauft werden, ohne sofort Liquidität einzusetzen. Dadurch können Unternehmen Preisvorteile realisieren und die durchschnittlichen Einkaufskosten senken. Damit kommt Finetrading grundsätzlich für alle Unternehmen in Betracht, die von längeren Zahlungszielen profitieren und durch Finetrader angenommen werden. Finetrader verlangen typischerweise Einkäufe ab 100.000 EUR und mehr und kaufen nur für Unternehmen mit guter Bonität ein. Finetrading eignet sich für den Einkauf von Gütern, die dem Umlaufvermögen zuzurechnen sind. Nach dem Kauf geht die erworbene Ware in das Eigentum des Käufers über. Dies ist ein wesentlicher Unterschied zum Leasing, das häufig für Güter des Anlagevermögens genutzt wird und bei dem der rechtliche Besitz dem Leasinggeber zufällt.

Den richtigen Lieferanten finden

Auch die Wahl des richtigen Lieferanten ist beim Management der Rohstoffpreise wichtig. Ein Lieferant im engeren Sinne kauft Rohstoffe zu Marktpreisen und liefert sie an seinen Kunden aus. Lieferanten dieses Typs schlagen dann einen Zuschlag auf den Marktpreis auf. Wer mit solchen Lieferanten handelt, setzt sich schwankenden Rohstoffkursen ungeschützt aus.

Lieferanten können jedoch auch umfassender agieren und selbst ein Rohstoffkurse Management betreiben. So könnte ein Lieferant bestrebt sein, seine eigenen Rohstoffkurse gegenüber den Kunden möglichst stabil zu halten. Der Lieferant könnte am Terminmarkt agieren und zum Beispiel günstige Rohstoffkurse nutzen, um für einen späteren Zeitpunkt preisgünstige Lieferungen zu sichern. Der Lieferant könnte selbst ein größeres Lager unterhalten und dadurch Preisschwankungen etwas abmildern.

Gegen steigende Rohstoffpreise absichern

Unternehmen können sich gegen steigende Rohstoffpreise absichern. Dazu ist lediglich ein Konto bei einer Terminbörse erforderlich, bei der die im Unternehmen wichtigen Rohstoffe gehandelt werden. Zur Absicherung gegen steigende Rohstoffpreise kommen Optionen und Futures in Betracht. Futures sind sogenannte unbedingte Termingeschäfte. Diese eignen sich für die Absicherung gegen steigende Rohstoffkurse am besten. Wie funktioniert dies? Dazu ein Fallbeispiel.

Fallbeispiel: Absicherung mit einem Future

Ein produzierendes Unternehmen erhält einen neuen Auftrag. Zum Zeitpunkt des Auftragseingangs beläuft sich die Vorlaufzeit auf sechs Monate. Das bedeutet, dass der Auftrag in sechs Monaten bearbeitet wird. Dann wird das Unternehmen 25 t Aluminium benötigen. Zum Zeitpunkt des Auftragseingangs kostet 1 t Aluminium 1746 USD. In seiner Preiskalkulation hat das Unternehmen diesen Wert angesetzt. Sollte der Aluminiumpreis deutlich steigen, würde dies die Marge belasten oder den Auftrag sogar unprofitabel machen. Im Gegenzug könnte das Unternehmen einen höheren Gewinn einstreichen, wenn der Aluminiumpreis fällt.

Die Entwicklung des Metallpreises entscheidet somit über die Profitabilität. Das Unternehmen möchte sich jedoch nicht auf diese Unsicherheit einlassen und beschließt, sich gegen steigende Aluminiumpreise abzusichern. Das Unternehmen kontaktiert deshalb seine Bank und beauftragt diese damit, eine Longposition in einem Future zu eröffnen. Der Future wird an der London Metal Exchange (LME) eröffnet. Die Position umfasst auf 1,0 Kontrakte. Jeder Kontrakt bezieht sich auf 25 t Aluminium. Der Kontrakt ist in sechs Monaten fällig und wird zum Preis von 1746 USD pro Tonne abgeschlossen.

Ausgang des Geschäftes ist ungewiss

Was bedeutet dies? Das Unternehmen hat sich mit dem Kauf des Futures dazu verpflichtet, in sechs Monaten 25 t Aluminium zum Preis von 1746 USD pro Tonne zu kaufen. Liegt der aktuelle Preis in sechs Monaten höher, war der Abschluss ein gutes Geschäft. Das Unternehmen erhält auch dann einen Tonnenpreis von 1746 USD, wenn der Preis zwischenzeitlich zum Beispiel auf 2100 USD steigt. Sollte der Preis dagegen fallen, wäre der Abschluss des Geschäfts rückblickend eine schlechte Entscheidung.

Schließlich muss das Unternehmen auch dann 1746 USD pro Tonne zahlen, wenn der Preis zum Beispiel auf 1500 USD sinkt. Aber: Die Zukunft ist ungewiss. Zum Zeitpunkt der Positionseröffnung kennt das Unternehmen den zukünftigen Kurs nicht.

Es kennt nun aber seinen persönlichen zukünftigen Kurs. Dieser wurde durch den Auftraggeber indirekt bezahlt, weil dieser Kurs einkalkuliert wurde. Die Entwicklung der Rohstoffkurse spielt für das operative Geschäft nun keine Rolle mehr.

Frau betrachten aus einer Höhle von Matera, Basilikata, Italien

Der Zugang zum Terminmarkt ist für Unternehmen relativ einfach. Benötigt wird ein Termin Handelskonto bei einem Broker mit Zugang zu Rohstoffbörsen wie zum Beispiel der LME. Die Kosten des Futures Handels sind sehr gering. Für eine Transaktion wie im obigen Beispiel fallen Gesamtkosten in der Größenordnung von etwa zehn Euro an.

Fallbeispiel: Absicherung mit einer Option

Eine Alternative zu Futures sind Optionen. Auch mit diesen können sich Unternehmen gegen Schwankungen der Rohstoffpreise absichern. Wie funktioniert dies? Hierzu sei abermals das Beispiel von oben genannt. Bei einem Aluminiumpreis in Höhe von 1746 USD pro Tonne könnte das Unternehmen anstelle eines Futures auch eine Call Option kaufen. Diese sichert dem Unternehmen das Recht zu, in sechs Monaten 25 t Aluminium zum Preis von 1746 USD pro Tonne zu kaufen. Liegt der aktuelle Preis dann höher, führt die Option zu einem Gewinn. Das Unternehmen sichert sich somit gegen steigende Kurse ab.

Im Vergleich zum Future bietet die Option einen wesentlichen Vorteil: Fallen die Aluminiumkurse, profitiert das Unternehmen davon. Der Grund: Anders als bei einem Future handelt es sich bei einer Option um ein bedingtes Termingeschäft. Das Unternehmen darf zum Preis von 1746 USD kaufen, muss es aber nicht. Allerdings sind Optionen mit einem wesentlichen Nachteil verbunden. Im Preis einer Option ist ein hoher Zeitwert enthalten. Dieser tendiert zum Ende der Laufzeit hin gegen null. Deshalb fallen die Kosten eines solchen Absicherungsgeschäfte sehr viel höher aus als bei einem Future. Zu rechnen ist mit Gesamtkosten in Höhe von einigen Prozent des Kontraktvolumens.

Prognose: Wie könnten sich die Rohstoffpreise entwickeln?

Prognosen sind schwierig – und dies bekanntlich ganz besonders, wenn sie die Zukunft betreffen. Die Entwicklung der Rohstoffkurse entscheidet sich anhand sehr unterschiedlicher Parameter. Eine wichtige Einflussgröße dürfte auch in Zukunft die Geldpolitik der wichtigen Notenbanken weltweit sein. Eine lockere Geldpolitik wie aktuell begünstigt tendenziell hohe Rohstoffpreise, weil sich viel Liquidität im Markt befindet. Es gibt einen Zusammenhang zwischen weltweitem Wirtschaftswachstum und den Rohstoffpreisen. Eine boomende Weltwirtschaft führt tendenziell zu Nachfrageüberhängen am Rohstoffmarkt und damit zu steigenden Rohstoffkursen.

Bei einer schwachen Weltkonjunktur gibt es dagegen Überkapazitäten, was fallende Rohstoffpreise nach sich zieht. Neben den Notenbanken und den Marktkräften spielt auch die Politik eine wichtige Rolle. Sollte es zu einer flächendeckenden Wiedereinführung von Handelszöllen kommen, wären davon mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch Rohstoffe betroffen. Steigende Rohstoffpreise sind dann zum Beispiel für seltene Erden oder Stahl denkbar.