Hochrisikobranche Rohstoffhandel: der Ruf wird wichtiger

Rohstoffunternehmen

Viele Rohstoffunternehmen sehen sich wachsender Kritik ausgesetzt. Neben allgemeiner Kritik am Verbrauch natürlicher Ressourcen gibt es auch immer wieder konkrete, strafrechtlich relevante Vorwürfe. Diese betreffen Menschenrechtsverletzungen, Korruption und andere Bereiche. Welcher Kritik sehen sich Rohstoffunternehmen genau ausgesetzt? Wie hat der Gesetzgeber auf die gesellschaftliche Debatte reagiert? Und wie können sich Rohstoffunternehmen wappnen?

Kritik am weltweiten Rohstoffhandel

Die Liste der Vorwürfe gegen den Rohstoffhandel ist lang. Es geht um Menschenrechtsverletzungen, Umweltverschmutzung, Korruption, Nahrungsmittelspekulation, Steuervermeidung und mehr. Nicht immer lässt sich ein eindeutiger Schuldiger ausmachen. Viele Unternehmen im Rohstoffhandel agieren naturgemäß in Ländern mit problematischen Strukturen. Dennoch wächst die Kritik an Bergbau- und Agrarunternehmen sowie Rohstoffhändlern. Welche Vorwürfe werden Rohstoffunternehmen immer wieder gemacht?

  • Menschenrechtsverletzungen

Kritiker prangen immer wieder Menschenrechtsverletzungen im Rohstoffhandel- bzw. Abbau an. Diese betreffen zum Beispiel Kinderarbeit, unwürdige Arbeitsbedingungen, eine zu niedrige Entlohnung, mangelnden Arbeitsschutz etc. Der Vorwurf: Großunternehmen beuten Menschen in armen Ländern aus, um ihre Profite zu steigern. Mindestens indirekt wird damit auch der Konsument in den Industrieländern kritisiert. Dieser, so ein häufig vorgetragener Vorwurf, wolle zu niedrigen Preisen konsumieren und berücksichtigte dabei nicht die Bedingungen der Produktion.

  • Umweltverschmutzung

Beim Abbau von Rohstoffen und bei der Produktion von Agrargütern wird häufig die Umwelt in Mitleidenschaft gezogen. Im Bergbau werden große Wassermengen verbraucht – in Ländern, die ohnehin unter Wasserknappheit leiden. Mitunter führt der Bergbau sogar dazu, dass durch sinkende Grundwasserspiegel ganze Flüsse austrocknen. Auch das Grundwasser wird durch Schadstoffe und Schwermetalle belastet.

Ebenfalls in der Kritik steht die Agrarwirtschaft, die häufig in Entwicklungsländern aktiv ist. Für die Produktion von Rindfleisch, Soja oder Palmöl werden Regenwälder abgeholzt und traditionelle Ackerflächen vernichtet. Dadurch werden wichtige Ökosysteme zerstört. Zudem reduzieren großflächige Rodungen die CO2 Aufnahme durch Wald und tragen damit zum Klimawandel bei. Der Vorwurf: Große Unternehmen profitieren vom Rohstoffhandel bzw. dem Anbau von Agrarprodukten in Entwicklungsländern und hinterlassen eine belastete Umwelt.

  • Korruption

Oft wird dem Rohstoffhandel vorgeworfen, sich über Schmiergeldzahlungen an Entscheidungsträger Vorteile zu verschaffen. Rohstoffunternehmen benötigen Lizenzen für den Abbau von Mineralien, die Förderung von Öl und Gas oder den Anbau von Getreide. Diese Lizenzen werden auch in Entwicklungsländern durch Behörden vergeben. Durch Schmiergeldzahlungen können die Unternehmen Einfluss auf die Lizenzvergabe nehmen. Dadurch werden nicht die Unternehmen bevorzugt, die im Sinne aller Beteiligten (also auch der Produktionsländer) am nachhaltigsten agieren. Stattdessen werden Lizenzen an diejenigen vergeben, die einflussreiche Entscheidungsträger begünstigen.

  • Nahrungsmittelspekulation

Ein weiterer Vorwurf gegenüber dem Rohstoffhandel betrifft Nahrungsmittelspekulation. Dieser Vorwurf betrifft allerdings weniger Rohstoffunternehmen im engeren Sinne und mehr den Finanzsektor. Investoren, die in Ackerland, Edel- und Industriemetalle etc. investieren, wird häufig Preistreiberei vorgeworfen. Die Investitionen führten dazu, dass Menschen in ärmeren Ländern sich bestimmte Rohstoffe nicht mehr bzw. weniger leisten können. Insbesondere führe die flächendeckende Investition in Ackerland zu steigenden Preisen für Agrarprodukte.

  • Steuervermeidung

Unternehmen aus dem Rohstoffhandel operieren typischerweise in vielen verschiedenen Ländern. Mitunter wird Unternehmen vorgeworfen, dies zur Steuervermeidung zu nutzen. Legale Steuervermeidung besteht zum Beispiel darin, Tochtergesellschaften in Steueroasen zu gründen und diese mit Lizenzen auszustatten. Die Tochtergesellschaften verlangen von Unternehmensteilen in niedriger besteuerten Ländern Lizenzgebühren, wodurch sich die Gewinne in die Steueroase verlagern. Neben rechtlich legaler Steuervermeidung ist auch Steuerhinterziehung bereits aufgetreten. Dabei wird konkret gegen Steuergesetze eines Landes verstoßen.

  • Viele ressourcenreiche Länder machen saubere Geschäfte nicht einfach

Rohstoffunternehmen operieren in Ländern, die mit diversen Schwierigkeiten kämpfen. Häufig handelt es sich nicht um demokratisch verfasste Staaten. Noch weitaus schwieriger: Fortschritte bei zuständigen Behörden sind in vielen Staaten nur mit Schmiergeldzahlungen zu erreichen. Dies jedenfalls behaupten manche Vertreter der Rohstoffindustrie. In vielen rohstoffreichen Ländern sind die politischen Verhältnisse darüber hinaus nicht dauerhaft stabil. Machtwechsel können Rohstoffunternehmen vor Schwierigkeiten stellen, die dann wiederum Einigungen mit den neuen Machthabern erfordern.

Vorwürfe gegen große Rohstoffunternehmen

Gegen viele Rohstoffunternehmen laufen Ermittlungsverfahren oder zumindest Vorermittlungen. Ein Beispiel dafür ist das Schweizer Rohstoffunternehmen Glencore. Wie unter anderem die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) Ende Juli 2019 berichtete, steht Glencore im Verdacht, in Brasilien Schmiergelder gezahlt zu haben. Diese sollen für Aufträge des staatlich kontrollierten brasilianischen Ölkonzerns Petrobras gezahlt worden sein. Glencore ist nicht das einzige Unternehmen, gegen das Vorwürfe erhoben werden. Auch Trafigura und Vitol sehen sich einem entsprechenden Verdacht ausgesetzt.

Glencore ist eine wesentliche Größe des Rohstoffmarktes. Der Jahresumsatz übersteigt 200 Milliarden USD, weltweit werden als 60.000 Mitarbeiter beschäftigt. Das Unternehmen ist im FTSE100 gelistet. Auch das in Amsterdam und Singapur ansässige Unternehmen Trafigura ist kein „kleiner Fisch“. Mit einem Jahresumsatz von knapp 100 Milliarden USD werden 1900 Mitarbeiter beschäftigt. Neben den Vorwürfen im Zusammenhang mit Schmiergeldzahlungen in Brasilien wird der Ruf des Unternehmens noch immer durch frühere Vorfälle belastet.

Im Jahr 2006 transportierte das Schiff „Probo Koala“ 500 Tonnen Giftmüll in die Elfenbeinküste. Das Ziel: Der Giftmüll sollte dort entsorgt werden  – mutmaßlich, um die Kosten für das Recycling zu sparen. Für die lokale Bevölkerung hatte dies erhebliche Konsequenzen. Zehn Einwohner starben an den Folgen. Zehntausende Ortsansässige mussten behandelt werden – zumeist wegen Atemproblemen. Erst nach einem Monat wurde der Giftmüll wieder zum Recycling abtransportiert. Im Juli 2010 verurteilte ein niederländisches Gericht Trafigura zu einer Entschädigung in Höhe von 150 Millionen EUR.

BHP Billiton

Auch der australisch-britische Rohstoffkonzern BHP GROUP (bis November 2018 BHP Billiton) sah sich schon erheblichen Vorwürfen ausgesetzt. Das Unternehmen ist an den Börsen in New York, London, Sydney und Johannesburg notiert und zählt neben Rio Tinto und Vale zu den größten Bergbauunternehmen weltweit.

Das Unternehmen geriet in die Schlagzeilen, als Vorwürfe im Zusammenhang mit den Olympischen Sommerspielen 2008 bekannt wurden. Dabei soll BHP  gegen US-Korruptionsgesetze verstoßen haben. Neben Verstößen im Umgang mit Funktionären bei der Olympiade ging es dabei auch um andere Bauprojekte. 2010 hatte der Konzern mögliche Verstöße gegen Antikorruptionsgesetze selbst eingeräumt. Das Eingeständnis betraf Bestechungen kambodschanischer Regierungsvertreter. Schmiergeldzahlungen sind in der Branche leider keine Seltenheit. Der französische Ölkonzern Total muss eine Strafe in Höhe von 388 Millionen USD bezahlen. Der Grund: Das Unternehmen hatte über einen Zeitraum von neun Jahren insgesamt 60 Millionen USD Schmiergeld für Aufträge im Iran gezahlt.

Rio Tinto

Rio Tinto ist ein britisch-australischer Bergkonzern. Mit 40 Milliarden USD Umsatz und weltweit 47.000 Mitarbeitern gehört Rio Tinto zu den größten Bergbauunternehmen weltweit. Zudem ist das Unternehmen der führende Aluminiumproduzent.

Im Jahr 2016 hatte das Unternehmen einen hochrangigen Manager gefeuert. Dieser soll Bestechungsgelder gezahlt haben. Insgesamt 10,5 Millionen USD sollen im Zusammenhang mit dem Eisenerzvorkommen in Simandou in Guinea an einen Berater verschoben worden sein. Simandou in Guinea gilt als eines der größten noch nicht erschlossenen Eisenerzvorkommen. Medienberichten zufolge hatten Konzernchefs von der im Jahr 2011 stattgefundenen Zahlung gewusst. Als die Vorwürfe ans Licht kamen, waren diese Manager jedoch nicht mehr im Unternehmen. Der Empfänger der Schmiergeldzahlungen war ein Schulfreund des chinesischen Präsidenten. Zum Zeitpunkt der Schmiergeldzahlungen bemühte sich Rio Tinto um die Abbaurechte für das Eisenerzvorkommen.

Rohstoffhandel: EU verlangt von Importeuren Nachweise

Die Europäische Union (EU) hat auf die Problematik bereits reagiert und eine neue Verordnung für den Rohstoffhandel eingeführt. Die EU-Verordnung erlegt Rohstoffimporteuren eine Sorgfaltspflicht auf. Die Verordnung gilt für Importeure von Zinn-, Tantal- und Wolframerzen sowie deren Hüttenprodukten und Gold und tritt am 1. Januar 2021 in Kraft.

Der Gesetzgeber will damit Risiken innerhalb der Rohstofflieferketten vermeiden. Dies betrifft Kinderarbeit prinzipiell genauso wie andere Menschenrechtsverletzungen, Korruption und Umweltvergehen. Für Rohstoffimporteure aus der EU ist es nicht immer einfach, den Werdegang eines Rohstoffs genau nachvollziehen. Ein Beispiel dafür ist Zinn.

Neue EU-Verordnung für den Rohstoffhandel

Ein wachsender Teil dieses Rohstoffs kommt aus einer autonomen Region in Myanmar („Wa-Staat“). Diese Region befindet sich unter der Kontrolle des Militärs. Dieses unternimmt Erkenntnissen europäischer Behörden zufolge keine aktiven Maßnahmen gegen Kinderarbeit. Ein Grund dafür liegt darin, dass das Militär selbst teilweise durch die Förderung von Zinn finanziert wird. Das in dieser Region geförderte Erz wird in China verarbeitet und dann in die EU exportiert.

Globale Unterstützungsmaßnahmen des Rohstoffhandels

Neben der EU haben auch andere Staaten auf die Probleme im Rohstoffhandel reagiert. So gibt es mit dem Dodd Frank Act in den USA seit dem Jahr 2014 eine Berichtspflicht für börsennotierte Unternehmen. Diese müssen offenlegen, ob Mineralien aus dem Kongo oder dessen Nachbarstaaten stammen. Kann ein Unternehmen nachweisen, dass ein Rohstoff aus Recycling stammt, entfällt die Berichtspflicht. Dann müssen diese Unternehmen Sorgfaltspflichten einhalten, die sich an OECD Standards orientieren. Die OECD verlangt zum Beispiel die Einführung bestimmter Standards und ein System zur Kontrolle und Nachverfolgbarkeit in der Lieferkette. Zudem sollen Rohstoffproduzenten ein Beschwerdesystem installieren, eine Risikobewertung der Lieferkette vornehmen und eine Risikomanagementstrategie einführen.

Deutschland unterstützt unter anderem über die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe sowie die Internationale Konferenz der Großen Seen ein Zertifizierungsprogramm für den Kongo und Nachbarländer. Auch Privatunternehmen haben verschiedene Initiativen zur Integrität rund um Rohstoffe angestoßen. Dies gilt zum Beispiel für die London Bullion Market Association.

Den eigenen Ruf verbessern und schützen: Compliance für Rohstoffhändler

Es gibt viele Gründe dafür, die Wertschöpfungsketten oder Rohstoffe genau zu beobachten und auf die Einhaltung verbindlicher Standards zu achten. Dies gebietet zum einen die Achtung der Grundrechte, zum anderen auch das Bestreben nach einer umweltverträglichen Produktion.

Doch auch die Konsumenten werden bekanntlich kritischer. In Zukunft können Käufer nachfragen, ob Gold oder Edelsteine nicht möglicherweise durch Kinderhände abgebaut wurden. Ebenso könnten Verbraucher fragen, ob der Abbau von Erzen nicht zur Verseuchung des Grundwassers oder zum Austrocknen von Flüssen in Afrika geführt haben könnte. Rohstoffhändler und deren Kunden werden sich in Zukunft absehbar immer häufiger solchen Fragen gegenübersehen. Da solche Hintergründe dem Rohstoff selbst bzw. dem damit hergestellten Endprodukt nicht anzusehen sind, wird die Reputation im Rohstoffhandel wichtiger. Rohstoffhändler mit guter Reputation können Vertrauen genießen und höhere Preise durchsetzen.

Was können Rohstoffunternehmen tun, um ihren eigenen Ruf zu verbessern? Die Branche kann sich ein Vorbild am Finanzsektor nehmen. Dort spielt Compliance eine wichtige Rolle. Compliance bedeutet die Einhaltung intern festgelegter Regeln. Dies ist für Rohstoffunternehmen, die in unterschiedlichen Rechtsrahmen operieren, sehr wichtig. In großen Rohstoffunternehmen gibt es deshalb längst Compliance Vorgaben.

Weniger Vermittler = Weniger Korruption?

Was bedeutet das konkret? Im Rohstoffhandel spielen Vermittler eine wichtige Rolle. Bei vielen Skandalfällen waren solche Vermittler in die Anbahnung von Schmiergeldzahlungen involviert. Das Prinzip: Ein Vermittler besitzt Kontakte zu Behörden, Regierungen, Staatsunternehmen etc. Er bietet sich einem Rohstoffunternehmen vor Ort als Anbahner an und verspricht, gegen Zahlung von Schmiergeld einen Kontakt herzustellen. Vertreter des Unternehmens können Kontakt zu Entscheidern aufnehmen und gegen Zahlung des Schmiergelds zum Beispiel Lizenzen für den Abbau von Erzen erhalten.

Viele Rohstoffunternehmen haben sich in der Vergangenheit gerne solcher Vermittler bedient. Schließlich sind diese Vermittler nicht Teil des Unternehmens. Nicht zuletzt die Behörden haben diese Machenschaften jedoch längst durchschaut. Beziehungen zu solchen Vermittlern gelten deshalb mittlerweile als zweifelhaft. Unter anderem der Konzern Trafigura hat deshalb angekündigt, alle seine Beziehungen zu solchen Vermittlern aufzulösen. Glencore hat angekündigt, solche Verbindungen einzuschränken.

Shaun Teichner, der Chef der Rechts- und Compliance-Abteilung bei Glencore, erläuterte dazu im Juli 2019 gegenüber der NZZ: „Wir schauen uns alle Beziehungen mit Vermittlern an und teilen diese in unterschiedliche Risikokategorien ein. Zum Beispiel in Art der Dienstleistung und Land. Eine wichtige Komponente besteht darin, im Detail zu verstehen, weshalb der Vermittler eingesetzt werden soll und zu vergewissern, dass es sich um eine legitime Dienstleistung handelt, die verifiziert und überwacht werden kann“. Glencore will darüber hinaus Joint Ventures und politisch exponierte Personen genauer überprüfen.

Nachhaltige Wertschöpfungskette etablieren

Für die Unternehmen bedeutet dies zunächst höhere Investitionen in den Ausbau von zusätzlichen Repräsentanzen. Ob damit die Korruption in Ländern mit problematischen Strukturen umgangen werden kann, ist ungewiss. Speziell europäische Unternehmen sehen sich zum Beispiel au dem afrikanischen Kontinent auch chinesischen Wettbewerbern gegenüber. Ob auch diese sich dem Verzicht auf Schmiergeldzahlungen konsequent verpflichtet fühlen, ist ungewiss.

Der Kampf gegen Korruption ist der Teil der Compliance, der gegenüber der Öffentlichkeit am schwierigsten nachzuweisen ist. Ein verantwortungsbewusster Umgang mit der Umwelt lässt sich leichter nachweisen – etwa, indem neutrale Inspekteure Zugang zu Abbaugebieten erhalten und Bericht erstatten. Auch die Einhaltung von Menschenrechten und Mindeststandards für die Beschäftigten lassen sich auf diesem Weg nachweisen. Dies gilt jedoch nur für Teile der Wertschöpfungskette, über die ein Unternehmen auch die Kontrolle ausüben kann.

Was können Rohstoffimporteure tun?

Die meisten europäischen Unternehmen aus dem Rohstoffhandel importieren Rohstoffe nach Europa und verkaufen sie an Geschäftskunden weiter. Diese Unternehmen können ihren Kunden gegenüber mit maximaler Transparenz punkten. Es sollte klargestellt werden, aus welchem Abbaugebiet Rohstoffe kommen und welche Bedingungen dort vorherrschen. Gleichzeitig sollte erläutert werden, wie diese Bedingungen überprüft werden. Rohstoffhändler können Kundenvertrauen aufbauen, indem der Weg vom Lager bis zum Beginn der Wertschöpfungskette möglichst detailgenau dargestellt wird.

Fazit: Integrität in einer Hochrisikobranche

Der Rohstoffhandel bleibt eine Hochrisikobranche. Der Abbau von Erzen, Energieträgern und anderen Rohstoffen erfolgt nach wie vor in vielfach problematischer Umgebung. Korruption, Umweltverschmutzung und Menschenrechtsverletzungen sollten so weit es geht unterbunden werden. Allerdings lässt sich die Wertschöpfungskette längst nicht immer vollständig kontrollieren. Erfolg verspricht der Verzicht auf Vermittler und die strikte Orientierung an staatlichen Vorgaben wie zum Beispiel der neuen EU-Verordnung oder dem Dodd Frank Act aus den USA.