Projektträger – wer sind sie und was ist ihre Aufgabe?

Förderung von Projekten

Es gibt mehrere Deutungsmöglichkeiten für den Begriff Projektträger, aber in der Regel handelt es sich dabei um Einrichtungen oder Abteilungen, die der Förderung von Projekten dienen. In der Hauptsache sind die Auftraggeber der einzelnen Projektträger die Ministerien, entweder auf Bundes- oder Landesebene. Zudem gibt es öffentlich-rechtliche Stiftungen und auch privatrechtliche Auftraggeber, die mit Projektträgern zusammenarbeiten. Aber ganz gleich, ob es sich um einem öffentlich-rechtlichen, privatrechtlichen oder einen Auftraggeber aus dem Bundes- oder Landesministerium handelt, sie stellen neben den direkten Kosten für das einzelne Projekt auch die Mittel für die Leitungen der Projektträger zur Verfügung. Die Kosten für die Verwaltung liegen dabei in der Regel unter fünf Prozent des jeweils geförderten Teils der Kosten, die das Projekt ausmacht.

Wer sind die Auftraggeber?

Wie bereits erwähnt, kann der Bund ebenso ein Projektträger sein wie auch eines der 16 Bundesländer. Es gibt Projektträger im öffentlich-rechtlichen Raum und auch privatrechtliche Projektträger, bei denen es sich in der Regel um Stiftungen wie zum Beispiel die Bertelsmann Stiftung handelt. Der größte Projektträger in Deutschland ist aber nach wie vor der Bund, das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Dieses Ministerium hat neben dem eigentlichen Management der verschiedenen Projekte noch weitere Aufgaben. Hier geht es unter anderem auch um spezielle Förderprogramme, die die jeweiligen Projektträger auslagern.

Zu den großen Projektträgern in Deutschland gehört der Projektträger Jülich oder kurz PTJ, der an knapp 40 Förderprogrammen teilnimmt. Dann folgt, die Deutsche Forschungsgemeinschaft mit 16 Förderprogrammen und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt mit 14 Förderprogrammen. Neben den nationalen Projektträgern gibt es zudem noch die regionalen Projektträger. Hier ist das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen mit vier Programmen beteiligt. Mit drei Förderprogrammen ist auch das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz dabei.

Eine weitere Gruppe bilden die Europäischen Projektträger, wie die Europäische Kommission mit 43 Förderprogrammen. Die meisten der Europäischen Projektträger sind jedoch nur mit einem einzigen Förderprogramm vertreten, wie zum Beispiel das Niederländische Ministerium für Wirtschaft oder die Administration Technische Services für Landwirtschaft. Die letzte Gruppe der Projektträger kommt aus dem internationalen Bereich. Mit einem Förderprogramm befasst sich die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit. Ebenfalls nur ein Förderprogramm haben die Amazonen Werke H. Dreyer GmbH und Co. KG sowie die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen.

Worin bestehen die Aufgaben der einzelnen Projektträger?

Am Projektträger Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, kurz PT-DLR, lässt sich vereinfacht erklären, worin die Aufgaben eines nationalen Projektträgers im Einzelnen bestehen:

  • Der Projektträger im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt setzt die ganz unterschiedlichen Projekte der verschiedenen Ministerien sowohl fachlich kompetent als auch organisatorisch in die Tat um. Damit liefert dieser Projektträger einen unverzichtbaren Baustein innerhalb der Projektfördersysteme in den Ministerien. Eine besondere Rolle spielt dabei das Bundesministerium für Bildung und Forschung, kurz BMBF. Wichtige Partner, wenn es um eine gelungene Kooperation geht, sind außerdem das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) sowie das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, kurz BMFSFJ. Zu den Projekten gehört unter anderem ein nachhaltiges Management in der deutschen Landwirtschaft oder auch eine Biosphärenforschung, die vor allem für die Zukunft von großer Bedeutung ist.

Das Aufgabenspektrum im Bereich der Forschungsförderung

Die Förderprogramme, mit denen die einzelnen Projektträger arbeiten, sind ausgesprochen vielfältig. Jedes Förderprogramm hat einen bestimmten strukturierten Ablauf, der von der Idee und der Beratung, über die Prüfung des eigentlichen Verwendungszwecks bis hin zur Präsentation reicht.

Ideen und erste Vorbereitungen

Jedes Projekt beginnt mit einer Idee, die anschließend zur Vorbereitung einer Fördermaßnahme führt. Der Auftraggeber hat die Idee und der Projektträger unterstützt ihn im Rahmen der Konzipierung von entsprechenden Förderwettbewerben.

Auch berät er seinen Auftraggeber bei der Auswahl der einzelnen Themen und der Zusammensetzung des Auswahlgremiums. Wie sieht es mit der Aufstellung der Bewertungskriterien aus? Auch hier steht der Projektträger seinem Auftraggeber immer helfend zur Seite. Außerdem übernimmt der Projektträger die Kosten für informative Broschüren über das Projekt sowie für Flyer, die der Auftraggeber an Interessenten verteilen kann.

Die Skizzenphase

In der nächsten Phase stehen die ersten Skizzen im Vordergrund. Der Projektträger berät die Förderinteressenten während der Zeit der sogenannten Einreichfrist im Rahmen von Informationsveranstaltungen und bei einzelnen kleineren Terminen. Zudem nimmt der Projektträger auch Beiträge für den Wettbewerb entgegen und bereitet sich auf die Sitzung der Gutachter vor.

Die Antragsphase

Nach der Skizzenphase folgt eine weitere Phase, die sogenannte Antragsphase. Auch hier berät der Projektträger die Interessenten an einer Förderung und überprüft die eingehenden Anträge, und zwar sowohl fachkundig als auch administrativ. Der Träger des Projekts bewertet außerdem und bereitet die Anträge für die Bewilligung vor.

Die Bewilligung

Es gibt viele Bereiche des großen Aufgabenspektrums, in denen der Projektträger als sogenannter „beliehener Projektträger“ tätig ist. Ist das der Fall, dann wird aus dem Projektträger ein Beauftragter für die Bewilligungen. In dieser Phase erteilt der Projektträger auch die Bescheide über die jeweiligen Zuwendungen. In nur wenigen Bereichen werden die Anträge nur für die Bewilligungsbehörde, also die Bezirksregierungen oder die Ministerien des Bundes vom Träger des Projekts bearbeitet und danach für den abschließenden Bewilligungsakt übergeben.

Der Projektträger als Begleiter

Während der Laufzeit eines bestimmten Projekts übernehmen viele Projektträger auch fachliche sowie administrative Aufgaben. Das kann unter anderem die Auszahlung der Fördermittel wie auch die Prüfung der Zwischenberichte oder die Umwidmung von finanziellen Mitteln betreffen, die der Auftraggeber zur Verfügung stellt. Der Projektträger ist zuständig für alle wichtigen Zwischeninformationen, die den Stand des Projekts betreffen und er gibt sie dann an das dafür zuständige Landes- oder Bundesministerium weiter.

Die Prüfung

Ist ein Förderprogramm abgeschlossen, dann werden die Nachweise für die Verwertung sowie ein detaillierter Schlussbericht vom Projektträger geprüft. Anhand von sogenannten Verwertungsplänen wird anschließend vom Träger des jeweiligen Projekts die Umsetzung der Prüfungsergebnisse im Einzelnen dokumentiert. Sollten Fristen zum Beispiel für die Zweckbindung vereinbart worden sein, dann unterzieht der Projektträger diese einer genauen Prüfung.

Die Präsentation

Ist ein Förderprogramm beendet, dann müssen die Ergebnisse der einzelnen Projekte selbst der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Für die öffentlichkeitswirksame Präsentation ist der Projektträger zuständig, der diese Aufgabe für den Auftraggeber wahrnimmt. Der Projektträger unterstützt des Weiteren den Auftritt auf Messen und Fachveranstaltungen sowie die Verbreitung der Projekte, unter anderem durch ganz verschiedene Organisationen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung als Auftraggeber für Projektträger

Der größte Auftraggeber für Projektträger in der Bundesrepublik Deutschland ist das Ministerium für Bildung und Forschung. Dieses Ministerium hat seinen Sitz sowohl in der alten Bundeshauptstadt Bonn als auch in Berlin. Gegründet wurde zunächst das Bundesministerium für Forschung und Technik, und zwar im Jahre 1972, um die Grundlagenforschung sowie die angewandte Forschung und die Entwicklung auf technischem Sektor zu fördern. Für zwei Jahrzehnte waren die beiden Ministerien getrennt. Erst nach der Bundestagswahl 1994 gab es eine Zusammenlegung und das neue Ministerium bekam den Namen Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie. Vier Jahre später, beim Wechsel der Regierung 1998, musste das Ministerium die Sparte Technologiepolitik an das Wirtschaftsministerium abgeben.

Die acht Abteilungen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat sieben unterschiedliche Abteilungen. Das macht es auch verständlich, warum ausgerechnet dieses Ministerium so oft in so verschiedenen Bereichen als Auftraggeber für Projektträger in Erscheinung tritt:

  • Abteilung 1: Grundsatzfragen, digitaler Wandel und Strategien
  • Abteilung 2: Europäische sowie internationale Zusammenarbeit in Forschung und Bildung
  • Abteilung 3: Lebenslanges Lernen und berufliche Bildung
  • Abteilung 4: Das Wissenschaftssystem
  • Abteilung 5: Forschungen für Innovationen und Schlüsseltechnologien
  • Abteilung 6: Forschungen für die Gesundheit und Lebenswissenschaften
  • Abteilung 7: Forschung für Grundlagen und Nachhaltigkeit sowie die Zukunftsvorsorge

Rund 1000 Mitarbeiter sorgen unter der Führung der Bundesministerin Anja Karliczek (CDU) dafür, dass in den Abteilungen mit ihren jeweils ein bis zwei Unterabteilungen sowie den zehn bis 15 Referaten alles läuft. Der größere Teil des Bundesministeriums für Bildung und Forschung hat seinen Sitz in Bonn, der deutlich kleinere Teil ist in Berlin zu finden.

Die Aufgaben der Projektträger des Ministeriums

Die einzelnen Projektträger, die bei den Forschungseinrichtungen oder auch anderen Organisatoren zu finden sind, sorgen dafür, dass alle Projekte, die das Ministerium hat, stets fachlich kompetent und organisatorisch perfekt umgesetzt werden. Das Ministerium betrachtet die einzelnen Projektträger als eine Art von Bausteinen, die unverzichtbar sind, wenn es um die Projektfördersysteme des Ministeriums geht. Fachleute mit der richtigen Qualifikation aus ganz unterschiedlichen technischen und wissenschaftlichen Bereichen sowie die komplette Administration nehmen als Projektträger immer wieder verschiedene Aufgaben wahr. Dazu gehört unter anderem die fachliche Beratung von Förderinteressenten, Antragstellern und Zuwendungsempfängern. Dazu zählen ebenfalls die administrative Bearbeitung und die Begleitung durch Fachleute von vielen unterschiedlichen Projekten in allen seinen Phasen. Angefangen bei der Idee für ein Projekt bis hin zur Präsentation in der Öffentlichkeit.

Die Projektträger sind sehr wichtige Ansprechpartner innerhalb des Ministeriums. Darüber hinaus tragen sie auch einen großen Teil der Verantwortung für die Mittel, die dem Bundesministerium zur Verfügung stehen. Um dieser sehr großen Verantwortung gerecht werden zu können, müssen die Projektträger stets sicherstellen, dass alle ihre Projekte auf einem immer fachlich hohen Niveau durchgeführt werden. Zudem müssen die rechtlichen Rahmenbedingungen bei der Förderung von Projekten immer genau beachtet werden. Die Projektträger unterstützen das Bundesministerium für Bildung und Forschung auf eine vielfältige Art und Weise. Sie organisieren unter anderem Fachtagungen und Workshops oder sie wirken bei vielen Aktivitäten mit, die regelmäßig im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit stattfinden.

Welche Projektträger arbeiten für das Bundesministerium?

Die Liste der Projektträger, die für das Bundesministerium für Bildung und Forschung tätig sind, ist sehr lang. Unter anderen sind folgende Namen auf der Liste zu finden:

  • Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. – DLR Projektträger
  • Der Projektträger Jülich aus dem Forschungszentrum Jülich GmbH
  • Das VDI Technologiezentrum GmbH
  • Die VDI/VDE Innovation und Technik GmbH
  • Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. – DLR Projektträger
  • Der Projektträger Karlsruhe im Karlsruher Institut für Technologie kurz KIT
  • Das Deutsche Elektronen Synchrotron DESY

Alle diese Projektträger sind nach Ansicht des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unverzichtbar, damit Deutschland weltweit einer der führenden Innovations- und Wissensstandorte bleibt. Mithilfe der einzelnen Projektträger ist es möglich, dass das volle Potenzial ausgeschöpft werden kann. Innerhalb eines Projektes bedarf es jedoch einer kompetenten Führung und eines erfahrenen Managements. Viele der Projektträger, die für das Ministerium tätig sind, haben sich auf besondere Themengebiete spezialisiert. Aus diesem Grund sind sie in der Lage, mit den Akteuren sowohl aus der Politik als auch aus der Wissenschaft und der Wirtschaft zusammenzuarbeiten.

Welche Förderinteressenten werden beraten?

Wer und was wird im Rahmen der Förderungsforschung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert? Das Ministerium und seine Projektträger fördern auf der Grundlage von Fach- und Rahmenprogrammen. Es sollen primär zentrale Anwendungsbereiche vorangebracht werden, aber auch Förderinteressenten, die für das wirtschaftliche Wachstum infrage kommen, können mit einer Förderung durch den Bund rechnen. Interessant sind die Förderprogramme vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen, die zum Beispiel technisch interessiert sind.

Die Förderung gilt zudem auch größeren Unternehmen sowie vielen Hochschulen und Einrichtungen, die sich auf die Forschung spezialisiert haben. Es gibt durch die Projektträger immer wieder auch einzelne kleine Programme für mittelgroße Unternehmen, die vorrangig von Forschungsverbänden und wissenschaftlichen Einrichtungen angeboten werden. In der Regel handelt es sich bei der Förderung um Zuschüsse für konkrete Vorhaben. Die Fördermittel werden dabei im Rahmen der Haushaltsmittel vergeben, die dem Ministerium zur Verfügung stehen. Einen rechtlichen Anspruch auf diese Fördermittel vom Bund gibt es jedoch nicht.

Fazit

Auch die EU beteiligt sich an den Förderprogrammen der einzelnen Projektträger, die für die Bundes- und die Landesministerien tätig sind. Besonders interessant sind in diesem Fall die Mittel der EU, wenn es um spezielle Forschungsleistungen oder Entwicklungsleistungen geht. Wer sich über die Programme und die Schwerpunkte der Förderung informieren möchte, kann das im Bundesanzeiger, wo alle aktuellen Förderprogramme veröffentlicht werden.

Alle, die an einem der Förderprogramme durch einen der Projektträger interessiert sind, sollten eine Projektskizze anfertigen. In dieser ersten Skizze sollte die Darstellung des Bezugs zu den Schwerpunkten des jeweiligen Programms zu finden sein. Eine kurze Beschreibung der Ideen und der Aufgabenstellung sollte ebenfalls nicht fehlen. Auch wenn es bereits laufende oder schon vorhandene Forschungen gibt, ist es eine gute Wahl, diese in der ersten Projektskizze mit aufzuführen. Wichtig ist zudem die eigene Einschätzung der Möglichkeiten, die für das gesamte Projekt zur Verfügung stehen.