Mitarbeiterbeteiligung – Angestellte als Unternehmensteilhaber

Mitarbeiterbeteiligung

Mitarbeiterbeteiligung bedeutet, dass die ursprüngliche Beziehung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer über das Rechtsverhältnis hinaus auf partnerschaftlicher Grundlage besteht. Eine Mitarbeiterbeteiligung kann zum Beispiel als Mitarbeiterkapitalbeteiligung entstehen und würde Fremdkapital sowie Eigenkapital als Schwerpunkt in Bezug auf das Gesellschaftsrecht miteinbeziehen. Unter Gesellschaftsrecht versteht man privatrechtliche Personenvereinigungen, die sich zur Erreichung eines bestimmten Zweckes bezüglich eines Rechtsgeschäftes zusammenschließen.

Des Weiteren kann man eine Mitarbeitererfolgsbeteiligung in Betracht ziehen. Hier stünden Ertragsbeteiligung sowie Gewinnbeteiligung im Vordergrund. Das heißt für jeden Beteiligten, dass er sein Entgelt in Bezug auf die Gewinnbeteiligung entweder anstelle des Festgehaltes oder aber zusätzlich zum Festgehalt in Form eines Anteils des Jahresüberschusses von dem  Unternehmen erhält. Der Schwerpunkt würde sich hierbei im Bereich des Arbeitsrechtes bewegen.

Als nächstes Merkmal ist hier die Mitarbeiterbeteiligung an der Gestaltung von Arbeitsabläufen oder Arbeitsbedingungen anzumerken. Des Weiteren zählen Qualitätszirkel, die sich als innerbetriebliche Arbeitskreise darstellen und in erster Linie die Form der Erfahrung und Verantwortung jenes Mitarbeiters mit einbezieht. Hierbei lässt sich nicht nur eine höhere Qualität der Produkte oder auch Dienstleistungen erzielen, sondern trägt ebenfalls zu einem besseren Betriebsklima bei und erhöht zusätzlich das Leistungspotenzial der Mitarbeiter.

Für was steht ESOP?

ESOP (Employee Stock Ownership Plan) steht für einen Plan, demnach Mitarbeiter virtuelle Eigentumsrechte von dem Unternehmen durch Aktien oder GmbH Anteilen erwerben können. In finanzieller Hinsicht wird den Mitarbeitern aufgrund der Teilhabe an ESOP-Plänen ein kräftiger Motivationsschub verliehen und dadurch ihre Leistungs- und Dienstbereitschaft gesteigert. Sie sind damit nicht lediglich Arbeitnehmer, sondern tragen aktiv zum Unternehmenserfolg bei.Wenn es heißt, Mitarbeiter zu Mitunternehmern zu machen, steckt meistens eine gute Idee dahinter. Doch was ist, wenn man am Anfang nicht das Kapital besitzt, das man bräuchte, um gute Gehälter zu bezahlen. Auf dem Markt der Jobsuchenden erntet man meistens nur einen bedauernden Blick.

Doch es gibt Möglichkeiten, Personal mit Zusatzangeboten anzulocken. Dazu gehören nicht nur die geldwerten Mittel, sondern auch der Employee Stock Ownership Plan, kurz als ESOP bezeichnet.

Hierbei werden einzelne Mitarbeiter oder die gesamte Mitarbeiterschaft anhand verschiedener Formen zum Mitunternehmer gemacht. Doch nicht nur Startups, die zur Mitarbeiterbeteiligung ein interessantes Umfeld bieten, sind bei Unternehmensgründern willkommen, sondern auch für Mittelständler besteht so die Möglichkeit, Fachkräfte anzuwerben und an sich zu binden.

Vorteile bestehen auf beiden Seiten. Beteiligte Mitarbeiter arbeiten motivierter und denken sich in die geschäftlichen Prozesse ein. Somit fällt es ihnen auch leichter, die daraus gezogenen Entscheidungen der Führungsebene besser zu verstehen. Der Unternehmensgründer kann etwas am Gehalt einsparen und wirkt auf jeden Fall interessant für Stellensuchende im Bereich Fach- bzw. Führungskraft.

Es gibt die verschiedensten Arten von Mitarbeiterbeteiligung und jede besitzt ihre Vor- bzw. Nachteile. Natürlich wird auch die Geschäftsform mit einbezogen.

Geschäftsanteile als Mitarbeiterbeteiligung

Bei solch einer Form übertragen beispielsweise die Gründungsmitglieder einer GmbH Anteile des Geschäfts an die Mitarbeiter. Mit inbegriffen natürlich das Anrecht, auf Gewinnbeteiligungen auch im Falle einer Geschäftsaufgabe.

Nicht immer ist das Modell, das auf den ersten Blick ein tragfähiges Konzept erweist auch für die Praxis umsetzbar. Zumindest für Gründer würde sich diese Form der Unternehmensform schwierig gestalten, da die Mitarbeiter auch Informations- sowie Stimmrechte erwerben. In einer frühen Geschäftsphase würde es den Handlungsspielraum des Gründers erheblich einschränken.

Aktien für die Belegschaft

Läuft die Mitarbeiterbeteiligung auf der Basis von Belegschaftsaktien hinaus, werden sie über diesen Weg mit Dividenden am wirtschaftlichen Erfolg der AG teilhaben können. Solche Formen einer Mitarbeiterbeteiligung bieten sich für wachsende Unternehmen eher an, als für Gründer. Auch erhalten die Mitarbeiter als Aktionäre Auskunftsrechte beziehungsweise Stimmrechte, falls keine Einschränkungen vorliegen. Als Nachteil könnte es aus Unternehmerische Sicht empfunden werden, da ein organisatorischer Aufwand bei der Verwaltung von den Mitarbeiteraktien besteht.

Genussrechte als Mitarbeiterbeteiligung

Gleich, welcher Gesellschaftsform das Unternehmen angehört, kann das Genussrecht als Mitarbeiterbeteiligung angeboten werden. Sozusagen als Gegenleistung für das Kapital, dass die Mitarbeiter dem Unternehmen zur Verfügung stellen.

Genussrechte eigenen sich für kleinere oder mittlere Unternehmen, denen der Zugang zum Kreditmarkt verwehrt bleibt. Statt öffentliche Kreditgeber bekommt er das Geld von seinen Mitarbeitern, die als Ausgleich an der Börse handelbare Genussscheine bekommen und einmal im Jahr eine Ausschüttung aus dem Bilanzgewinn des Unternehmens erhalten.

Mitarbeiterguthaben

Mitarbeiterguthaben werden auf interne Mitarbeiterkonten angelegt. Gründer zahlen auf diese Konten eine Beteiligung auf Erfolgsbasis ein. Mit den eingezahlten Beiträgen stellt sich nun die Frage, ob die Beiträge mit einem festen bzw. variablen Zinssatz erfolgen soll.

In der Zeit, in der die verzinsten Beiträge auf dem Konto liegen, entfallen auf die Gewinne keine Steuern oder Sozialabgaben. Mit dieser Form der Mitarbeiterbeteiligung erhalten die Beschäftigten kein Mitspracherecht. Die Verwaltung der Mitarbeiterkonten ist unkompliziert und es fallen kaum Kosten an.

Doch es läuft nicht immer so. Virtuelle Anteile werden manchmal von den Mitarbeitern nicht richtig eingeschätzt. Und das macht, den Sinn der Anteile, zu einem Problem, vor allem wenn diese Anteile der Mitarbeitermotivation dienen soll. Sie sehen im ersten Moment nur, dass sie vielleicht für weniger Geld länger schuften müssen und der eigentliche Gewinnanteil, der ihnen zusteht, verblast und verliert dabei seinen Anreiz. Deshalb ist es umso wichtiger, den Mitarbeitern aufzuzeigen, wohin der Weg führt.

Was es eigentlich bedeutet, wenn es ein ansehnliches Paket Aktien am Jahresende gibt. Läuft es dagegen etwas schlechter und aus dem versprochenen Aktienpaket schlüpfen immer nur einzelne Aktien heraus, so ist den Mitarbeitern eines klar:

Bei einer Bankrotterklärung eines Unternehmers bekommt die Firmenleitung noch zügig ihre Vergütung, die Mitarbeiter hingegen warten länger.

Mitarbeiterbeteiligung-Mitarbeiterguthaben

Mitarbeiterbeteiligung Vorteile

Erhöhung der Eigenkapitalquote und somit eine Stärkung der Kreditfähigkeit

Es besteht nun die Möglichkeit einer Überbrückung der Kapitalengpässe, sowie eine Erhöhung der Mitarbeitermotivation, das sie sich aufgrund der Mitarbeiterbeteiligung näher an das Unternehmen anschließen, wodurch zusätzlich ein positiver Nebeneffekt aufgrund weniger Krankmeldungen entsteht. Bei den Mitarbeitern verzeichnet sich auch eine Stärkung in Bezug auf die Sicherheit ihres Arbeitsplatzes. Das wirkt sich auch nachhaltig auf die verstärkte Identifizierung zwischen Arbeitnehmer und Unternehmen aus.

Mitarbeiterbeteiligung Nachteile

Das Unternehmen verliert durch die Mitarbeiterbeteiligung seine vorherige alleinherrschende Entscheidungsfreiheit und das Firmenkapital ist nun abhängig von den Mitarbeitern. Kündigungen einzelner Mitarbeiter müssen künftig anhand der Beteiligungshöhe und nicht nur aufgrund schlechter Leistung oder Querellen in der Verhaltensstruktur entschieden werden.

Es bestehen jedoch auch für die Arbeitnehmerseite gewisse Risiken. Gerade im Bereich des Kapitalvermögens und dem Arbeitsplatz aber auch der Gefahr von negativen Auswirkungen des Investivlohnes.

Besteht die Möglichkeit, die Unternehmensstruktur auszubauen und damit auch für künftige Investitionen wettbewerbsfähig zu halten, spricht alles für eine Mitarbeiterbeteiligung. Natürlich wird vonseiten der Mitarbeiter auch ein hohes Maß an Loyalität, Ausdauer sowie die Wertschätzung innerhalb der Arbeitsgruppe abverlangt, weshalb angeraten ist, dies in Gesprächen vorab zu klären. Steckt ein Arbeitnehmer mit negativem Sozialverhalten mit einer hohen Summe im Unternehmen, kann er imstande sein und mehr Mitspracherecht fordern. Solche Vorgänge gilt es zu vermeiden, allein schon um den Rest der Gruppe aktiv an der weiteren Unternehmensführung teilhaben zu lassen.

Hohes Frustrationspotenzial unter den Mitarbeitern, wenn trotz maximaler Leistungsbereitschaft kein Unternehmenserfolg eintritt.

Außerdem lastet auf den Mitarbeitern das Unternehmerrisiko. Sie haften mit ihrem Ersparten und haben meistens keine Ahnung von Geschäftsführung. Selbst eine Auseinandersetzung mit Erfolgskonten sind nicht jedermanns Sache. Hier heißt es also, einen riesigen Vertrauensvorschuss an die Geschäftsleitung zu  leisten.

Welche Vorkehrungen sind für eine Mitarbeiterbeteiligung notwendig?

Klärungsbedarf besteht natürlich auf sämtlichen Ebenen, um bei der Einführung die gewünschten Zielsetzungen zu erreichen. Wie steht es um das Unternehmen selbst? Würde ihm eine Mitarbeiterbeteiligung zu dem notwendigen Impuls verhelfen oder sitzt der Gründer auf einer Unternehmensform, die heute nicht mehr so gefragt ist? Vielleicht gibt es Neuerungen, die die Konkurrenz inzwischen als Marktlücke für sich entdeckt und dementsprechend positioniert hat. Welche Erwartungen würde der Arbeitgeber an eine Mitarbeiterbeteiligung knüpfen und von welcher Seite geht die Initiative aus? Können Arbeitnehmerwünsche in Bezug aufgrund zu starker Renditewünsche zum Problem werden?

Die Mitarbeiter sollten von Anfang an mit der Unternehmenssituation konfrontiert werden, möglichst mit einer transparenten und informellen Kommunikation. Auch nicht zu unterschätzen ist der Aufwand, der an Arbeitszeit und Kapital nötig ist, damit das neue System reibungslos funktioniert. Die Mitarbeiter müssen nun ständig mit Informationen versorgt werden.

Da die Beteiligung der Belegschaft ein gewisses finanzielles Risiko darstellt, gilt es als ersten die finanziellen Zielsetzungen zu klären. Geht es um die Stärkung des Eigenkapitals bzw. eine Überbrückung von Liquiditätsengpässen oder sollen die Personalkosten flexibel gestaltet werden.

Die geschäftsführenden Mitarbeiter sollten die Idee der Mitarbeiterbeteiligung voll unterstützen und nicht nur den finanziellen Aspekt sehen.

Sollte trotz aller Bemühungen eine Insolvenz eintreten, verlieren die Mitarbeiter nicht nur ihren Arbeitsplatz, sondern haften auch noch mit ihrem Vermögen. Aus diesem Grund sollte bereits im Vorfeld geprüft werden, ob eine Insolvenzschutz Vorkehrung mit einbezogen werden sollte.

Rechtliche und wirtschaftliche Folgen für Unternehmer und Mitarbeiter

Normalerweise eignet sich jede Rechtsform für eine Mitarbeiterbeteiligung. Es wäre allerdings sinnvoll zu prüfen, welche Formen auf das jeweilige Unternehmen im Bereich rechtlicher und sinnvollster Sicht zutrifft.

Nicht entscheidend wäre die Rechtsform, sollte ein Mitarbeiter ausschließlich am Erfolg finanziell beteiligt werden.

Bei einer direkten Mitarbeiterbeteiligung an einem Personenunternehmen wie OHG, KG oder GmbH & Co. KG erweist sich als schwieriger.

Die Haftungsregelungen hängen bei einer Mitarbeiterbeteiligung von bestimmten Regeln ab. Es betrifft einmal das Modell der Beteiligung von den Mitarbeitern, sowie die Rechtsform des Unternehmers. Jeder Betrieb unterliegt einer Rechtsform, weshalb die Haftung bei einer Mitarbeiterbeteiligung nicht verallgemeinert werden kann.

Wirtschaftliche Folgen

Aus wirtschaftlicher Sicht kann es auf der Mitarbeiterseite zu einer Schieflage kommen, wenn das Unternehmen trotz des hohen personellen Einsatzes und deren Kapitaleinsatz Insolvenz anmelden muss. Ebenso kann es auf Unternehmerseite zu finanziellen Schwierigkeiten kommen, falls ein Mitarbeiter mit hohem Kapitaleinsatz kündigt. Hier könnte zur Absicherung des Mitarbeiterkapitals eine Insolvenzversicherung abgeschlossen werden. Diese Form der Absicherung sollte zwischen den Mitarbeitern geregelt werden. Zusätzlich besteht für die Mitarbeiter die Möglichkeit, den Abschluss einer Bankbürgschaft in Anspruch zu nehmen.

Ganz gleich für welches Modell sich Unternehmer oder Mitarbeiter entscheiden. Es sollten rechtliche und wirtschaftliche Risiken aufgrund gut ausgeführter Formulierungen ausgeschlossen werden, alleine schon um künftige Streitigkeiten zu vermeiden. Auch sollten selbst kleinste Details geklärt werden, damit die Auswirkungen der Vertragsvereinbarungen allen betroffenen Parteien bewusst und bekannt ist. Bei einer Mitarbeiterbeteiligung ist eine harmonische und zielstrebige Zusammenarbeit der Beginn einer starken Partnerschaft.

Welche Modelle gibt es?

Belegschaftsaktie

An die Mitarbeiter werden Aktien zum Sonderpreis ausgegeben und können von ihnen später an der Börse weiterverkauft werden. Dieses System ist für kleine Aktiengesellschaften sowie künftige Börsenkandidaten geeignet.

Direkte stille Beteiligungen

Die Mitarbeiter übernehmen stille Anteile des Unternehmens und sind unmittelbar sowohl am Gewinn als auch am Verlust beteiligt. Sie haben kein Mitspracherecht aber ein Kontrollrecht und Informationsrecht. Diese Beteiligungsform ist geeignet für Familienbetriebe, die der Belegschaft nur begrenzte Rechte zugesteht.

Genussrecht

Die Belegschaft leiht dem Unternehmen Kapital und erhält Zugang zum jährlichen Gewinn, aber auch Verlust. Die Mitarbeiter erhalten kein Mitspracherecht und ist für Familienbetriebe geeignet, die ihre Entscheidungen alleine treffen wollen.

GmbH-Beteiligung

Die Mitarbeiter sind direkt am Unternehmenskapital beteiligt und somit als vollwertiger Gesellschafter des Unternehmens mit all seinen Rechten sowie Pflichten anzusehen. Diese Form der Mitarbeiterbeteiligung ist geeignet, um Mitarbeiter mit guten Fachkenntnissen oder als Nachfolger an sich zu binden.

Welche Chancen bieten Startups

Das Wichtigste bei Startups stellt die Planung dar. Hierbei werden sämtliche Ideen sowie Finanzierungsmöglichkeiten umgesetzt. Da die meisten Startups Unternehmensgründer im Bereich des Internets tätig werden wollen, reicht am Anfang eine dünnere Kapitaldecke, da die Einstiegsmöglichkeiten nicht hoch angesetzt sind und somit keiner großen Investitionen unterliegen. Im handwerklichen Bereich sieht es ebenso gut aus. Viele Handwerker wollen aus dem Angestelltenverhältnis ausbrechen und selbstständig sein.

Hinter sämtlichen Firmengründungen steht immer dieselbe Idee. Es gibt einige klassische Motivationsbereiche, wie beispielsweise die eigene Unabhängigkeit zu verwirklichen. Die meisten Unternehmensgründer wollen niemanden über sich, dessen Anweisungen sie Folge leisten müssen. Der zweite Faktor ist natürlich ausschlaggebend, nämlich das Ziel einer Umsetzung der Geschäftsidee. Und die dritte Motivation dreht sich natürlich ums Geld. Man hofft mit einem eigenen Unternehmen wesentlich mehr zu verdienen, als in einem Angestelltenverhältnis.