Die Corona-Pandemie hat Europa Anfang 2020 mit voller Wucht und überraschend getroffen. Nach und nach hat die Regierung in Deutschland Hygienemaßnahmen und Verbote erlassen, nun sind erste Lockerungen der Beschränkungen umgesetzt worden. Die Wiedereröffnung vieler der bislang geschlossenen Geschäfte ist ein zentraler Punkt. Doch welche Vorbereitungen und Vorkehrungen müssen Sie als Unternehmer planen?

Welche Beschränkungen wurden durch das Coronavirus eingeführt?

Die Bundesregierung und die Länder haben im Zuge der Corona-Pandemie ab März 2020 zahlreiche Beschränkungen des öffentlichen, privaten und wirtschaftlichen Lebens eingeführt. Die Festlegung erfolgte in verschiedenen Phasen und oftmals auch regional abhängig. Aktuell wie in der Vergangenheit – und wahrscheinlich auch in Zukunft – hängen die konkreten Maßnahmen vom Bundesland und von der Gemeinde ab. Einige Beschränkungen sind jedoch bundesweit in Kraft, wie beispielsweise Abstandsregeln und Reisewarnungen. Der Tourismus ist vollständig zum Erliegen gekommen.

Lesen Sie hierzu gerne auch unseren Artikel zu den Auswirkungen von Corona auf die Tourismusbranche.

So werden die Einschränkungen gelockert

Die deutsche Bundesregierung hat Ende April 2020 in Absprache mit den Länderchefs beschlossen, dass in einigen Punkten Lockerungen erfolgen sollen. So wurde insbesondere die Wiedereröffnung von Geschäften mit einer Ladenfläche von weniger als 800 m² befürwortet. Schulen sollen nach und nach wieder öffnen – jedoch mit entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen. Geplant ist zunächst die Öffnung für Kinder und Jugendliche aus den Abschlussjahrgängen. Verbunden mit den Lockerungen ist die Empfehlung der Bundesregierung an die Länder, eine Maskenpflicht für den öffentlichen Raum einzuführen. Wer beispielsweise in Hessen in den Supermarkt geht, muss einen Mund-Nasen-Schutz tragen – dies hat die hessische Landesregierung beschlossen.

  1. Je nach Bundesland

Viele der Beschränkungen – wie Ausgehverbote und Kontaktverbote – wurden auf Länderebene beschlossen. Daher müssen Lockerungen auch auf Länderebene wieder aufgehoben werden. Gerichte haben ebenfalls die Möglichkeit, Beschränkungen aufzuheben, wie aktuell im Saarland geschehen. Dort waren aufgrund der hohen Infektionszahlen besonders strenge Ausgangsbestimmungen erlassen worden: Die Menschen mussten einen triftigen Grund vorweisen, um ihr Haus verlassen zu dürfen.

  1. Inwiefern gelockert?

Lockerungen wurden unter anderem hinsichtlich der Wiedereröffnung von Friseurstudios erlassen. Unter Einhaltung von strengen Auflagen dürfen Frisöre wieder Kunden bedienen. Abstandsregeln sind einzuhalten, Friseur und Kunde müssen einen Mund-Nase-Schutz tragen. Des Weiteren sind die Frisöre verpflichtet, die Daten ihrer Kunden zu erheben und für drei Wochen zu speichern. In den Innenstädten haben viele kleinere Ladengeschäfte wieder geöffnet. Beispiele sind Schuhgeschäfte und Bekleidungsgeschäfte.

Positive Auswirkungen der Lockerungen für die Unternehmen

Aus wirtschaftlicher Sicht sind die Lockerungen der Beschränkungen für die Unternehmen eine große Erleichterung. Es ist insbesondere kleineren Geschäften wieder möglich, Umsatz zu generieren. Friseure mussten ihren Betrieb bislang vollständig einstellen, sodass sie keine Einnahmen hatten. Nun ergibt sich für viele Unternehmer die Chance, ihre Existenz zu retten.

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Welche Geschäfte können wieder aufmachen?

Entscheidend bei der Wiedereröffnung von Geschäften ist insbesondere die Ladenfläche. Sie muss weniger als 800 m^2 betragen. Uneinigkeit besteht hinsichtlich der Frage, ob es zulässig ist, die Ladenfläche so zu verkleinern, dass sie die Anforderungen erfüllt. Diesbezüglich haben die Länder unterschiedliche Entscheidungen getroffen. Erste richterliche Entscheidungen liegen ebenfalls vor. Die Gastronomie ist nach wie vor geschlossen – abgesehen von Lieferdiensten.

Kritik an den Lockerungen 

Die Lockerungen bergen Gefahren

Laut Aussage des RKI haben die bisherigen Beschränkungen bei der Eindämmung des Coronavirus geholfen. Die r-Rate ist unter 1 gefallen, was bedeutet, dass eine infizierte Person im Mittel weniger als eine andere Person ansteckt. Es besteht die grundsätzliche Gefahr, dass zu schnelle Lockerungen der Beschränkungen die bisherigen Erfolge vernichten und sich das Coronavirus wieder schneller ausbreitet. Überlastung des Gesundheitssystems und eine Zunahme der Sterbefälle drohen.

Welche negativen Auswirkungen könnten die Lockerungen der Einschränkungen im öffentlichen Leben für die Unternehmen haben?

Als Unternehmen müssen Sie sicherstellen, dass Ihre Kunden die Hygienemaßnahmen einhalten. Wiegen sich die Menschen aufgrund des Mund-Nase-Schutzes in trügerischer Sicherheit und halten sie in der Konsequenz den Mindestabstand nicht ein, dann entstehen Gefahren für Sie und Ihre Mitarbeiter.

Mögliche Auswirkungen gelockerter Corona Regelungen

  1. Steigende Infektionsziffern

Werden die Menschen aufgrund der Lockerungen der Beschränkungen zu leichtsinnig, dann besteht das Risiko eines Anstiegs der Infektionszahlen. Erste Berichte des RKI weisen bereits auf eine Zunahme des r-Wertes hin. Angela Merkel hat in ihrer Regierungserklärung das „zu forsche“ Vorgehen einiger Bundesländer kritisiert und auf die zerbrechliche aktuelle Lage hingewiesen.

  1. Zweiter Corona Lockdown möglich

Sollte sich herausstellen, dass die Lockerungen der Beschränkungen zu einem unvertretbaren Anstieg der Infektionszahlen geführt haben, dann besteht das Risiko eines zweiten Corona-Lockdowns.

Werden strengere Einschränkungen folgen?

Es ist in der aktuellen Lage schwer abzuschätzen, ob strengere Einschränkungen notwendig sein werden. Sollten die Infektionszahlen ansteigen, dann ist ein zweiter Lockdown möglich, der eventuell noch drastischere Maßnahmen beinhaltet. Strenge Einschränkungen sind in der jetzigen Situation vor allem hinsichtlich des Schutzes von Kunden relevant. Die Einführung einer Maskenpflicht beispielsweise stellt eine Einschränkung dar, die jedoch mit den Lockerungen der Beschränkungen verbunden ist. Denkbar sind auch Auflagen für die Gastronomie und den Tourismus – sofern dort eine Öffnung erfolgen sollte.

Das sollten Sie bei der Wiedereröffnung Ihres Unternehmens weiterhin beachten

Die sorgfältige Planung der Wiedereröffnung ist notwendig. Es handelt sich um eine vorsichtige und schrittweise Lockerung der Regelungen, weswegen jederzeit die Gefahr besteht, dass Anlässe resultieren, die einen erneuten Lockdown zur Folge haben. Daher ist es wichtig, als Unternehmer den Erfolg der Lockerungen der Beschränkungen positiv zu unterstützen.

  1. Auflagen beachten

Essenzielle Grundlage für die Wiedereröffnung ist das Einhalten aller Auflagen. Stellen die lokalen Behörden Verstöße gegen die Corona-Auflagen fest, dann droht die Schließung Ihres Unternehmens. Betreiben Sie beispielsweise einen Supermarkt, dann müssen Sie sicherstellen, dass alle Kunden den Mindestabstand einhalten und einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

2. Schutzmaßnahmen

Um Ihre Mitarbeiter, Ihre Kunden und die Bevölkerung zu schützen, sollten Sie zusätzliche Schutzmaßnahmen ergreifen. [vc_column width=“1/2″]Stellen Sie Desinfektionsmittelspender auf, installieren Sie Schutzscheiben und bieten Sie kontaktlose Zahlungsmöglichkeiten an. Die genauen Zusatzmaßnahmen hängen von den Vor-Ort-Bedingungen in Ihrem Unternehmen ab.

Die Umsetzung der Corona-Schutzmaßnahmen und somit die Wiedereröffnung ist für viele Unternehmen mit Investitionen verbunden. FinCompare ist Ihr Ansprechpartner in diesen schweren Zeiten. Wir beraten und unterstützen Sie mit Krediten und alternativen Finanzierungsmöglichkeiten.

  1. Infrastruktur umstrukturieren

Die Neugestaltung der Infrastruktur ist vor allem hinsichtlich der Gewährleistung der Einhaltung des Mindestabstandes notwendig. Schmale Türen, enge Wege und die Begegnung von Kunden beim Betreten und Verlassen des Gebäudes erschweren die Umsetzung der Abstandsregel. Kreative Ideen sind gefragt, beispielsweise die Schaffung von „Einbahnstraßen“ an den Eingängen und Ausgängen.

  1. Überprüfung von raumlufttechnischen Anlagen

Krankheitserreger verbreiten sich über die Luft und durch direkten Kontakt mit anderen Menschen. Obgleich hinsichtlich des Coronavirus noch umfangreicher Forschungsbedarf besteht, sind einige Grundlagen bekannt, wie beispielsweise die Infektion durch Einatmen der Viren. Klimaanlagen wälzen die Luft in Gebäuden um. Sie saugen Luft an und verändern die Temperatur. Krankheitserreger werden immer wieder in den Raum geblasen, sofern keine leistungsstarken und sauberen Filter installiert sind. Frischluft oder das Reinigen der Luft sind zu empfehlen, um die Anzahl an Krankheitserregern in der Luft zu reduzieren. Krankheitserreger – beispielsweise Magen-Darm-Viren – sammeln sich in hygienisch unsauber gehaltenen Trinkwasseranlagen an. Eine Infektion mit diesen Krankheitserregern schwächt die Abwehrkräfte und begünstigt Infektionen mit anderen Viren – wie beispielsweise Coronaviren. Ein weiteres Risiko bei Trinkwasseranlagen entsteht, wenn Menschen hintereinander Wasser aus Wasserspendern abnehmen und dabei den Wasserspender kontaminieren.

  1. Rechtzeitiger Austausch mit externen Dienstleistern (Wartungsarbeiten)

Bevor Sie die Wiedereröffnung beginnen, sollten Sie sicherstellen, dass sich alle Einrichtungen und Anlagen in einem einwandfreien Zustand befinden. Nehmen Sie rechtzeitig Kontakt mit externen Dienstleistern auf und organisieren Sie Wartungsarbeiten. Bedenken Sie, dass Sie auch bei den Wartungsarbeiten ausreichenden Mindestabstand zu den Technikern einhalten müssen. Achten Sie auf alle Hygienemaßnahmen und besprechen Sie das konkrete Vorgehen mit dem externen Dienstleister im Voraus telefonisch oder per E-Mail. Berücksichtigen Sie, dass einige Anbieter aktuell geschlossen sind, selbst wenn für die Branche kein explizites Verbot besteht. Eventuell ist Ihr bisheriger Dienstleister zur Zeit nicht verfügbar, sodass Sie sich für einen Konkurrenzanbieter entscheiden müssen oder erst anfragen müssen, ob die Ausführung von Wartungsarbeiten möglich ist.

  1. Konzepte und Strategien für das Leerstandsmanagement

Leerstandsmanagement dient dem Abfangen von Verlusten durch Leerstand. In Zeiten der Corona-Pandemie sind die Ausgangsbedingungen zur Erfüllung dieser Aufgabe erschwert. Ein wichtiger Ansatz bei vorliegendem Leerstand ist die Analyse alternativer Nutzungskonzepte. Konzepte und Strategien sind notwendig, um die aktuelle Lage und die zukünftige Situation zu bewältigen. Es kann sich um Zwischen Nutzungskonzepte handeln, die im Idealfall keine umfangreichen Umstrukturierungen bedingen.

  1. Schützen Sie Ihre Mitarbeiter 

Für alle Menschen in Deutschland – und weltweit – handelt es sich um eine neue und ungewöhnliche Situation. Routine kann in einer so kurzen Zeit und bei immer neuen Veränderungen nicht eintreten. Um Ihre Mitarbeiter zu schützen, sollten Sie Trainings anbieten. Unterweisen Sie Ihre Mitarbeiter im Umgang mit den Verhaltensregeln und den Hygienemaßnahmen. Je besser die Mitarbeiter die Maßnahmen umsetzen, desto stabiler und sicherer ist Ihr Konzept zur Wiedereröffnung. Denken Sie daran, auch bei den Trainings auf die Einhaltung von Schutzmaßnahmen zu achten. Eine Idee ist die Nutzung digitaler Schulungsmöglichkeiten.