Zwangsversteigerung

Was ist eine Zwangsversteigerung? Was bezweckt sie?

Wenn ein Grundstück oder eine Immobilie zwangsversteigert wird, kann ein Gläubiger die Forderung vollstrecken und seinen Anspruch befriedigen. Die gesetzliche Grundlage ist das Zwangsversteigerungsgesetz.

Mit der Zwangsversteigerung wird der Zweck verfolgt, unbewegliches Vermögen zu verwerten. Neben Grundstücken zählen auch Gebäude zum Gegenstand einer Zwangsversteigerung. Die Zuständigkeit liegt bei dem Vollstreckungsgericht. Dieses wird bei dem Amtsgericht geführt, in dessen Bezirk das Grundstück oder die Immobilie liegt. Die Zwangsversteigerung wird durch einen Gläubiger beantragt, wenn der Schuldner nicht mehr dazu in der Lage ist, eine Forderung zu erfüllen.

Ablauf der Versteigerung

Wird ein Antrag auf Zwangsversteigerung vom Gläubiger eingereicht, prüft der Rechtspfleger, ob alle Voraussetzungen erfüllt sind. Der Anordnungsbeschluss wird dem Schuldner zugestellt. Neben dem Schuldner und dem Gläubiger können sich aus dem Grundbuch noch weitere Interessierte ergeben, die an der Zwangsversteigerung beteiligt werden. Die Anordnung der Zwangsversteigerung wird auch im Grundbuch vermerkt. Während des Zwangsversteigerungsverfahrens können noch weitere Gläubiger geladen werden.

Die Versteigerung ist öffentlich. Während der Bietzeit werden die Gebote abgegeben. Hat der Rechtspfleger das letzte Gebot dreimal genannt und werden keine weiteren Gebote genannt, erhält der letzte Bieter den Zuschlag. Danach wird die Zwangsversteigerung beendet.

Risiken einer Zwangsversteigerung

Der Eigentümer des Versteigerungsobjekts hat keine Pflicht, anderen Personen Einsicht zu gewähren. Da eine vorherige Besichtigung des Objekts nicht immer möglich ist, weiß ein Bieter im Zweifelsfall nicht, in welchem Zustand die Immobilie ist.

Auf dem Objekt können Rechte des Schuldners lasten. Bis das Haus zwangsversteigert wird, steht ihm ein mietfreies Wohnrecht zu. Weigert er sich auszuziehen, kann der neue Eigentümer seine Rechte nur durch eine Räumungsklage durchsetzen. Dies kann mit ungeplanten Kosten verbunden sein.
Der Eigentümer hat keine Kenntnis, ob noch weitere Kosten – z.B. wegen fehlender Baugenehmigungen oder einer nicht bezahlten Grundsteuer – auf ihn zukommen.

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