Arbeitgeberdarlehen

Was ist ein Arbeitgeberdarlehen?

Das ist die freiwillige Leistung eines Arbeitgebers an seinen Mitarbeiter. Die Freiwilligkeit des Arbeitgebers besteht darin, dass der Arbeitnehmer keinen rechtlichen Anspruch auf das Darlehen hat. Die Leistung erfolgt in einer Geldzahlung. Die finanziellen Mittel werden dem Arbeitnehmer in der Regel zu günstigeren Konditionen gewährt, als wenn er einen Kredit bei seiner Bank aufnehmen müsste.

Gewährt ein Arbeitgeber einem Mitarbeiter ein solches Darlehen, muss er den Gleichbehandlungsgrundsatz beachten. Dies bedeutet, er darf andere Mitarbeiter – Teilzeitkräfte eingeschlossen – hinsichtlich der Konditionen nicht benachteiligen. Weiß ein Arbeitgeber, dass ein Kollege verschuldet ist, kann er dessen Gesuch aber ablehnen.

Wie ist ein Arbeitgeberdarlehen geregelt?

Eine rechtliche Grundlage für das Arbeitgeberdarlehen gibt es nicht. Ersatzweise können die Vorschriften des § 491 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) zum Verbraucherdarlehensvertrag angewandt werden. Hier werden die formalen Kriterien und das Widerspruchsrecht festgelegt. Die Vorschriften des Paragraphen kommen dann zum Tragen, wenn die Darlehenssumme den Betrag von 200 Euro überschreitet und für die Rückzahlung mindestens ein Zeitraum von drei Monaten gewährt wird.

Fließen dem Arbeitgeber Zinserträge aus dem Darlehen zu, muss er diese als Betriebseinnahmen versteuern.
Wird zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ein Zinssatz vereinbart, der mindestens dem marktüblichen Niveau entspricht, findet § 491 BGB keine Anwendung.

Vor- und Nachteile eines Arbeitgeberdarlehens

Für einen Arbeitgeber erweist sich die Gewährung eines Arbeitgeberdarlehens vorteilhafter gegenüber der Zahlung einer Lohn- oder Gehaltserhöhung. Der Arbeitgeber spart seinen Anteil an den Sozialabgaben. Ein Arbeitnehmer braucht für das Darlehen keine Lohnsteuer zu zahlen.

Nimmt ein Arbeitnehmer das Darlehen seines Chefs an, steht er so lange in dessen Abhängigkeit, wie er das Arbeitgeberdarlehen nicht zurückzahlt. Möchte er das Unternehmen verlassen, kann der Arbeitgeber auf eine sofortige Rückzahlung bestehen.
Der Arbeitgeber trägt ein finanzielles Risiko, wenn der Mitarbeiter seine Firma verlässt und wegen eintretender Arbeitslosigkeit nicht mehr dazu in der Lage ist, das geliehene Geld zurückzuzahlen.