Die Corona-Krise hat die Welt wie wir sie gekannt haben völlig auf den Kopf gestellt. Neben den dramatischen gesundheitlichen Auswirkungen hat auch die Wirtschaft schwer gelitten und wird es weiter tun. Es gibt derzeit fast keine Branche, die nicht mit der Krise zu kämpfen hat und schwere Umsatzeinbußen hinnehmen muss. Millionen Menschen – etwa in den USA – haben bereits ihre Arbeit verloren, viele andere Millionen sind in Kurzarbeit und verlieren dabei an Einkommen.

Wird die Corona-Krise einmal überstanden sein, werden sich aus ihr verschiedene Lehren ziehen lassen, die schon jetzt augenscheinlich sind. Vieles wird sich verändern – hoffentlich auch zum Positiven. Die Ziele, Märkte und die Kultur in vielen Unternehmen werden sich verändern, ein Umbruch ist fast unvermeidlich. In den folgenden Zeilen haben wir für Sie die fünf wichtigsten Erkenntnisse zusammengetragen, die sich schon heute aus der Corona-Krise ableiten lassen.

Homeoffice funktioniert besser als gedacht

Eine der wichtigsten Erfahrungen ist, dass das Prinzip Homeoffice funktioniert. Technisch war dies schon lang möglich. Praktisch wurde das Arbeiten im Homeoffice in vielen Firmen aber nur wenigen Arbeitnehmern ermöglicht. Die Ressentiments bei vielen Firmenverantwortlichen waren gegenüber ihren Angestellten oft zu hoch. Sie hatten die Befürchtung, dass die Mitarbeiter sich zu Hause von zu vielen Zerstreuungen ablenken lassen würden und die Arbeitsleistung darunter leiden würde. Die jüngste Zeit hat jedoch bewiesen, dass ein Großteil der Arbeitnehmer in der Lage ist, sich selbst zu organisieren und zu disziplinieren, um das gewünschte Pensum am Rechner auch in den eigenen vier Wänden abzuleisten. Viele Arbeitnehmer erklärten dazu, dass sie zu Hause sogar stringenter arbeiten können, weil sie sich nicht von Gesprächen mit Kollegen ablenken lassen würden. So konnten sie eine Steigerung ihrer Effizienz feststellen.

Die Lehre daraus: Die meisten Mitarbeiter sind ihrem Unternehmen gegenüber deutlich loyaler als auf vielen Chefetagen vermutet wurde, und das Misstrauen war vielfach unbegründet. Auch nach dem Ende der Corona-Krise wird das Thema Homeoffice weiter seine Relevanz behalten. Arbeitnehmer können dadurch deutlich flexibler agieren, etwa wenn ein krankes Kind mal daheim betreut werden muss. Trotzdem muss die Arbeitsleistung darunter nicht leiden. Nicht unwahrscheinlich ist, dass auch ein Umdenken hinsichtlich von festen Arbeitszeiten einsetzen wird. Entscheidend ist schließlich in vielen Berufen nicht, wie viele Stunden ein Arbeitnehmer am Tag gearbeitet, sondern welche Leistung er am Ende erbracht hat.

Internetpräsenz ist ein muss

Viele Firmenverantwortliche machen sich derzeit schmerzhaft bewusst, was es bedeutet im Internet nicht präsent zu sein. Gerade im stationären Einzelhandel gibt es immer noch sehr viele Akteure, die bislang nicht auf das Thema E-Commerce gesetzt haben und keinen Onlineshop betreiben. Betriebe, die solch einen Onlineshop schon besitzen, stellen fest, dass sie mit diesem immerhin einen Teil ihrer Umsatzrückgänge abfedern können. Sie spüren, dass es in ihren lokalen Einzugsgebieten durchaus eine große Solidarität zwischen den Käufern und den ansässigen Kaufleuten gibt, und nicht alle nur bei den großen Versandhändlern einkaufen möchten. Wie viele Experten jetzt schon prognostizieren, wird der Trend hin zum E-Commerce durch die Krise noch weiter beflügelt werden. Da online auch in der aktuellen Situation noch eingekauft werden kann, haben sich viele Käufer, die bislang nur wenig e-commerce-affin waren, diesem Thema zugewandt. Viele Konsumenten haben für sich erstmals erschlossen, wie bequem es sein kann, vom Sofa aus einzukaufen, oder wie schön es ist, wenn nahezu alle Waren zur Verfügung stehen. Viele dieser Erstkunden werden auch künftig dem Online-Handel treu bleiben, was wiederum zulasten des stationären Handels geht. Wer also derzeit freie Zeit zur Verfügung hat, weil die Geschäftstätigkeit ruht, und noch keinen eigenen Shop im Internet besitzt, der sollte jetzt die Weichen in diese Richtung stellen und einen Internetshop entwickeln oder entwickeln lassen. Dies könnte in jedem Fall eine sinnvolle Investition in die Zukunft sein.

Video-Konferenzen werden das Fliegen ersetzen

In Zeiten von Corona ist die Durchführung von Konferenzen und Meetings vielfach nicht mehr möglich. Dennoch wird sich in großer Runde ausgetauscht – und zwar über Videokonferenzen. Diese Art der Kommunikation ist in den vergangenen Wochen um ein Vielfaches gestiegen, und Anbieter der entsprechenden Technik konnten sich vor Nachfragen kaum retten.

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Neben wenigen Nachteilen haben viele Nutzer dabei die vielen Vorteile von Videokonferenzen kennengelernt. So fallen mit ihnen lange Anreisezeiten weg. Niemand muss sich für eine Videokonferenz in ein Auto, Zug oder Flugzeug setzen, und es gibt auch keine Übernachtungen in fremden Städten. Dies spart nicht nur Zeit, sondern auch viel Geld für die Unternehmen. Daher wird sich diese Art der Kommunikation auch nach dem Ende der Corona-Krise weiter durchsetzen. Fluggesellschaften, Mietwagen-Firmen, Hotelbetreibern und ähnlichen wird diese Entwicklung zwar nicht gefallen, aber alle anderen Unternehmen werden von Videokonferenzen profitieren und viel Geld sparen.

Flexibilität ist gefragt 

Ein weiterer Punkt, der jetzt während der Corona-Krise offenbar wird, ist, dass sich Flexibilität mehr denn je auszahlt. Unternehmen, die einfach nur starr ihren alten Mustern folgen, haben es schwieriger als solche, die die Krise nutzen, um neue Tätigkeitsfelder für sich zu erschließen. Als Beispiel sei hier die Gastronomie genannt. Viele Betriebe haben einfach nur ihre Türen abgeschlossen und ihr Personal in Kurzarbeit geschickt oder entlassen. Andere wiederum haben den Lieferdienst für sich als neues Standbein erschlossen. Dieser hilft jetzt nicht nur, Umsatzeinbußen abzumildern, sondern kann auch in Zukunft ein weiteres Standbein neben dem stationären Betrieb bleiben und so dauerhaft neue Erlösquellen erschließen. Lieferdienste haben aber nicht nur Gastronomiebetriebe für sich entdeckt, sondern vermehrt auch Buchhandlungen oder sogar Modeboutiquen. Wer seinen Lieferdienst zusätzlich noch um ein Online-Angebot ergänzt, der hat gute Möglichkeiten, auch als Kleinbetrieb die kommenden Jahre erfolgreich zu überstehen. Das Credo „Mehr Flexibilität“ gilt aber nicht nur für kleine Unternehmen, sondern auch für größere Konzerne. Auch diese werden feststellen, dass nach der Corona-Krise nicht mehr alles funktioniert, was lange als bewährt und gut galt.

Unternehmen sollten sich nachhaltiger ausrichten

Die vielleicht wichtigste Erkenntnis aus der Corona-Krise ist aber diese: Der Mensch ist nicht unbesiegbar und kann mit dem Planeten Erde alles machen, was er möchte. Ein Virus, der scheinbar aus dem Nichts gekommen ist, hat der gesamten Menschheit deutlich gemacht, wie verwundbar sie doch eigentlich ist.Gerät das Thema Corona wieder in den Hintergrund, werden die Stimmen nach mehr Umweltschutz und Nachhaltigkeit wieder lauter werden. Unternehmen, die dauerhaft erfolgreich sein wollen und auch eine junge, auf die Zukunft ausgerichtete Käuferschaft haben möchten, werden mehr denn je gezwungen sein, den Raubbau an der Natur zurückzufahren und nachhaltige Produkte und Dienstleistungen anzubieten. Lesen Sie hierzu gerne auch unseren Artikel Diese Chancen bringt Nachhaltigkeit kleinen und mittelständischen Unternehmen. So werden sich Unternehmen nach der Krise verändern

Wer diese fünf Erkenntnisse, die ein Ergebnis der Corona-Krise sind, verinnerlicht und Stück für Stück umsetzt, wird aller Voraussicht nach auch in Zukunft weiter bestehen können. Unternehmen, die aus der Krise lernen, werden aus ihr eventuell sogar gestärkt hervorgehen. Solche, die dies nicht tun, laufen Gefahr, dauerhaft an Einfluss und Umsatz zu verlieren oder ganz zu verschwinden. Jedem sollte daher klar sein, dass das Aufkommen des Corona-Virus eine wichtige Zäsur in vielen Bereichen darstellt. Ein einfaches „Weiter-so-wie-bisher“ wird in vielen Bereichen künftig nicht mehr möglich sein.

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