Kreditkartenbetrug: So verhalten Sie sich im Fall eines Missbrauchs richtig

Die Kreditkarte belegt, hinter der klassischen Rechnung und der Bezahlung mit PayPal, Platz drei der beliebtesten Zahlungsmittel in Deutschland. Vor allem gilt sie auch als sichere Zahlungsmethode und versucht Kreditkartenmissbrauch mit verschiedenen Verfahren, wie dem 3D Secure Check, vorzubeugen. Dennoch kann man Käufer:innen auch mit dieser Zahlungsart keinen hundertprozentigen Schutz vor (Daten-)Diebstahl garantieren. Dieser Blogbeitrag informiert Sie über die Kreditkarte als Zahlungsmittel, die Arten des Kreditkartenbetrugs, wie Sie dem vorbeugen können und wie Sie im Fall eines Diebstahls bzw. Missbrauchs richtig vorgehen.

Übersicht

Was ist Kreditkartenbetrug?

Kreditkartenbetrug ist ein Wirtschaftsbetrug, bei welchem einem Kreditkarteninhaber durch das Verwenden gestohlener oder gefälschter Daten geschadet wird. Hierbei gibt es verschiedene Arten des Kreditkartenbetrugs. Bei dem Diebstahl einer physischen Karte kann diese für online und auch offline Käufe fremd verwendet werden, da hierbei meist keine PIN erforderlich ist bzw. eine Unterschrift ausreicht. Heutzutage ist der Klau einer physischen Karte oder die Manipulation von Geldautomaten oder Kassen aber gar nicht mehr nötig. Betrüger finden über das Internet einfachere Wege, um unerlaubt an die Daten zu gelangen und Kreditkartenbetrug zu betreiben. Der elektronische Klau von Kreditkartendaten ist für Täter eine weitere Art Missbrauch zu betreiben. Die gestohlenen Daten können direkt für online Käufe sowie Überweisungen weiterverwendet werden. Besonders die Arten des digitalen Datenklaus werden immer vielfältiger, Beispiele hierfür sind Phishing, unechte Onlineshops oder Hacking von Daten bzw. ganzen Datenbanken.

So kann man Kreditkartenmissbrauch vorbeugen

Obwohl man einen Datenmissbrauch oder -klau nie komplett ausschließen kann, können vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden. Wir zeigen Ihnen die besten Tipps:

  • Bewahren Sie Ihre Karte nie zusammen mit Ihrer Pin auf. Das gilt für digitale Speicherorte wie Smartphones oder andere Geräte sowie für Zettel mit der dazugehörigen Geheimzahl, die oft ins Portemonnaie gesteckt werden. Achtung: Bei einem Kreditkartenmissbrauch durch eine notierte PIN haften Sie selbst aufgrund von Fahrlässigkeit für Ihren Schaden. Am besten führen Sie Ihre Kreditkarte nur bei Bedarf mit sich.
  • Daten nicht unüberlegt angeben. Das gilt für Angaben von Kartendaten bei jeglichen Arten von Unternehmen und Onlineshops. Einerseits können Firmen selbst Opfer von Hacking Angriffen werden und Ihre Daten im Zuge dessen weitergegeben werden. Andererseits nutzen Täter:innen unechte Onlineshops, um an die Daten potenzieller Käufer:innen zu gelangen, oder Sie werden unbemerkt auf eine von Betrüger:innen aufgebaute Seite weitergeleitet. Haben Sie deshalb immer ein Auge auf die Webadresse oder schauen Sie sich das Impressum des Unternehmens an. Eine SSL-gesicherte Webseite erkennen Sie am https vor der Webadresse. Schon bei dem kleinsten Verdacht auf einen Betrug, sollten Sie auf die Eingabe Ihrer Kartendaten lieber verzichten. Seien Sie außerdem bei E-Mails vorsichtig und haben Sie immer einen kritischen Blick auf die Mail-Adresse des Absenders. Mit Phishing Mails versuchen Betrüger:innen dazu aufzufordern, Kreditkartendaten auf gefälschten Seiten einzugeben.
  • Behalten Sie immer den Überblick über Ihre Kartenabbuchungen und checken Sie diese regelmäßig. So fallen unregelmäßige Abbuchungen auf und Sie können im Ernstfall schnell handeln. Vor allem ein Kreditkartenbetrug durch elektronischen Datenklau kann so schnell entdeckt werden.
  • Nicht nur für Verbraucher:innen, sondern auch für Unternehmen ist das ein wichtiges Thema. Zum einen sollten IT-Sicherheitssysteme gut aufgebaut sein. Zum anderen werden oft Kreditkartendaten für Bestellungen an Mitarbeiter:innen oder Kolleg:innen weitergegeben, welche hierbei missbraucht werden können. Achten Sie als Unternehmen darauf, dass jedem Team, Mitarbeiter oder Zweck eine eigene Kreditkarte zur Verfügung steht und Ausgaben diesen somit auch konkret zugewiesen werden können. Besonders geeignet hierfür sind virtuelle Kreditkarten.
  • Kreditkarten nach Ablauf vernichten. Mit dem Erhalt einer neuen Kreditkarte wird Ihre alte Karte zwar ungültig, dennoch sollten Sie diese vernichten, da die Kartennummer dieselbe bleibt.

 

So verhalten Sie sich im Fall eines Kreditkartenbetrugs richtig

 

1. Karte sperren. Lassen Sie Ihre Kreditkarte sofort sperren. Dies können Sie entweder über den allgemeinen und weltweit zugänglichen Sperrnotruf machen, der Sie an die für Sie zuständige Bank weiterleitet, oder indem Sie direkt bei Ihrer Bank anrufen. Wollen Sie illegal abgebuchte Geldbeträge zurückbuchen lassen, müssen Sie beweisen, dass Sie die Karte umgehend gesperrt haben. Lassen Sie sich dafür eine Bestätigung der Sperrung von Ihrer Bank geben.

 

2. Diebstahl anzeigen. Gehen Sie zur Polizei und melden Sie den Diebstahl der physischen Karte bzw. den elektronischen Datenklau. Um auf der sicheren Seite zu sein, lassen Sie sich auch hier die Anzeige bestätigen.

3. Abbuchungen überprüfen. Schauen Sie sich die Transaktionen Ihrer gestohlenen Karte genau an und notieren Sie sich Buchungen, die nicht von Ihnen vorgenommen wurden. Diese Informationen sind wichtig für die Rückbuchung des illegal abgebuchten Geldes.

4. Transaktionen reklamieren. Nicht von Ihnen getätigte Abbuchungen können bei der Bank storniert und reklamiert werden. Banken bieten hierfür auch Formulare an, die Sie zur Rückbuchung der Beträge ausfüllen können.

Achtung: Beachten sie, dass für die Reklamierung eine Frist von 8 Wochen gilt. Nach Ablauf dieses Zeitraums sind Banken nicht mehr verpflichtet, Ihnen den durch den Kreditkartenbetrug entstandenen Schaden zurückzuzahlen.

Wer haftet für den Schaden bei Kreditkartenmissbrauch?

Bei der Haftung für den entstandenen Schaden ist zwischen zwei Zeitpunkten zu unterscheiden: Haftung vor und nach der Kartensperrung.

Die Haftung für den Besitzer der Kreditkarte ist vor der Sperrung der Karte per Gesetz auf eine Selbstbeteiligung von 150€ limitiert. Manche Banken haben auch die davor gültige Beteiligung von lediglich 50€ beibehalten. Kund:innen von Visa und Mastercard Kreditkarten können sich sogar auf die “Zero Liability Protection” berufen, bei welchem Sie im Betrugsfall zu keinem Betrag haftbar gemacht werden können. Bei einem Kreditkartenbetrug haften Sie also nicht für den gesamten Schaden. Zu beachten ist jedoch, dass die Regelung mit beschränkter oder keiner Haftung nur gilt, wenn Sie sich an die Sorgfaltspflicht halten und nicht grob fahrlässig handeln. Außerdem müssen Sie den Missbrauch so schnell wie möglich bei der Bank und der Polizei anzeigen und innerhalb einer Frist von 8 Wochen die Rückbuchungen bei der Bank reklamieren.

Nach der Anzeige und Sperrung der Karte bei der Bank haften Sie in keinem Umfang mehr für die missbräuchlich abgebuchten Beträge Ihrer Kreditkarte.

Als grob fahrlässiges Handeln und Verletzung der Sorgfaltspflicht zählt beispielsweise die Aufbewahrung der Kreditkarte und der zugehörigen Pin am selben Ort (z.B. im Geldbeutel) oder die Weitergabe Ihrer Pin an andere Personen. Außerdem dürfen Sie Ihre Karte bzw. Ihr Portemonnaie nicht unbeaufsichtigt lassen. Das gilt beispielsweise auch in Restaurants beim Aufhängen Ihrer Jacke samt Geldbeutel.

Wie sicher ist die Kreditkarte im Vergleich zu anderen Zahlungsmethoden?

Neben der Bezahlung mit Kreditkarte sind in Deutschland im online Handel vor allem E-Wallets wie PayPal beliebt. Auch die Rechnung steht hoch im Kurs. Beachtet man den Sicherheitsaspekt, ist der Vorteil von Rechnungen, dass Zahlungen nicht direkt abgebucht werden, sondern vom Käufer angewiesen werden müssen. Außerdem muss man keine Bankdaten beim Händler angeben. Ein Nachteil hierbei ist, dass einige Onlineshops die Zahlungsmethode per Rechnung nicht anbieten. Bezahldienste über Drittanbieter wie PayPal oder Google Pay werden oft als sehr komfortabel angesehen, da die Zahlung einfach per Klick erfolgt und oft nur die Eingabe eines Passworts erforderlich ist, um den Kaufprozess abzuschließen. PayPal bietet zwar einen Käuferschutz, über welchen Geld im Betrugsfall zurückerstattet wird, dennoch ist zu beachten, dass ein solcher einfacher Log-in auch das Risiko eines Missbrauchs erhöht, da nur wenige Daten erforderlich sind. Auch wenn es nie einen hundertprozentigen Schutz gegen Datendiebstahl gibt, bietet die Kreditkarte mithilfe der eingeführten Regelungen und Gesetze einen sehr hohen Schutz. Außerdem kann auch hier im Betrugsfall Geld zurückerstattet werden. Eine Anleitung dazu finden Sie weiter oben in diesem Beitrag. Ein weiterer Vorteil der Kreditkarte ist die hohe Akzeptanz in Onlineshops sowie offline in physischen Geschäften.

Regelungen und Gesetze für Kreditkartenzahlungen

Um Zahlungen mit einer Kreditkarte vor allem bei online Einkäufen sicherer zu gestalten und Kreditkartenbetrug vorzubeugen, gibt es in Deutschland immer wieder neue Regelungen, Verfahren und Gesetze, welche Anwendung beim online Banking und bei Bezahlprozessen finden. Dazu gehört seit 2019 zum einen die “Payment Service Directive 2”, kurz PDS2, Richtlinie. Diese schreibt beispielsweise beim Online-Banking Log-in vor, mindestens alle 90 Tage neben Ihrer Kundenkennung und Pin weitere Daten, wie eine TAN oder sonstige, einzugeben. Ebenso wurden papierbasierte TAN-Listen mit dieser Regelung abgeschafft. Seit Dezember 2020 eine zweifache Absicherung verpflichtend. Der sogenannte 3D Secure Check erfordert beispielsweise die Eingabe von Kartendaten und TAN, um einen digitalen Bezahlprozess abzuschließen. Durch die heutzutage weitverbreitete Bereitstellung von Echtzeitdaten, welche beispielsweise durch Smartphone Benachrichtigungen oder Dashboard Ansichten in Echtzeit über alle Transaktionen berichten, haben Sie alle Aktivitäten im Auge und können im Ernstfall schnell handeln.

Die Alternative zur physischen Kreditkarte für Unternehmen

In Unternehmen setzten sich, bedingt durch die zunehmende Digitalisierung, verstärkt virtuelle Kreditkarten durch. Dabei erhält man die für Zahlungen notwendigen Kartendaten, ohne eine physische Plastikkarte. Der Einsatz ist also vor allem für online Einkäufe sinnvoll, kann aber über E-Wallets wie Google und Apple Pay auch für den Einkauf im stationären Handel eingesetzt werden. Virtuelle Kreditkarten überzeugen aber nicht nur als moderne Zahlungsmethode, sondern digitalisieren und vereinfachen auch Unternehmensprozesse wie die Ausgabenverwaltung, Buchhaltung und das Rechnungsmanagement.

Außerdem können sie im Gegensatz zur physischen Kreditkarte mit zusätzlichen Funktionen und Einstellungen zu einer höheren Sicherheit beitragen. Die meisten Anbieter stellen virtuelle Geschäftskarten in unbegrenzter Anzahl für jeden Mitarbeiter, jedes Team oder auch jeden Kaufzweck zur Verfügung. Dadurch können Ausgaben einerseits immer direkt zugeordnet werden, andererseits wirkt man so einem “Sammelkartenphänomen” entgegen, bei welchem Karten unter Mitarbeitern zum Kaufen weitergegeben werden. Die virtuellen Kreditkarten können für jeden Mitarbeiter mit individuellen Limits und Zugangsrechten eingestellt werden, sodass ein Kreditkartenmissbrauch, wenn überhaupt, nur bis zu einem bestimmten Betrag möglich wäre. Das Kartenmanagement funktioniert einfach und schnell über die App oder das User Dashboard, so können Sie Karten innerhalb weniger Sekunden sperren und neu vergeben. Viele Anbieter für virtuelle Kreditkarten haben bereits sogenannte Einmalkarten in ihrem Kartensortiment, welche sofort nach einmaligem Gebrauch ihre Gültigkeit verlieren. Zudem sind alle Kartentransaktionen, welche in Echtzeit übertragen werden und über Push-Benachrichtigungen angezeigt werden können, gut nachzuverfolgen.

Zusammenfassung

Die Kreditkarte ist ein sicheres Zahlungsmittel mit hoher Akzeptanz. Sie sollten dennoch vorsichtig und sorgfältig mit Ihren Kartendaten umgehen, um sich vor Betrügern zu schützen. Im Fall eines Kreditkartenbetrugs bzw. dem Klau von Kreditkartendaten haften Sie höchstens mit einer Selbstbeteiligung von 150€- vorausgesetzt, Sie halten sich an die oben beschriebenen Regeln und Sorgfaltspflichten. Eine Rückbuchung der missbräuchlich abgebuchten Beträge ist innerhalb von 8 Wochen bei Ihrer Bank möglich.

Informieren Sie sich auch über virtuelle Karten als Alternative für physische Kreditkarten.

Jetzt unverbindliche Finanzierungsanfrage stellen

Erhalten Sie bis zu 5 individuelle Angebote ✔

Über FinCompare

FinCompare ist ein Berliner Fintech, das sich auf die Vermittlung und unabhängige Beratung von Mittelstandskrediten fokussiert. Neben Krediten bieten wir auch alternative Finanzierungsmöglichkeiten, um für jedes Unternehmen und jede Branche Kapital in passender Form bereit zu stellen. Zu unserem Produktspektrum zählen außerdem Schnellkredite, Firmenleasing, Factoring, Lagerfinanzierung sowie Einkaufsfinanzierung. FinCompare wurde 2016 gegründet und beschäftigt heute rund 50 Mitarbeiter. Beteiligt sind unter anderem der niederländische Finanzkonzern ING, die österreichische UNIQA Gruppe und der Wagniskapitalgeber Speedinvest. Auf unserer Vermittlungsplattform sind über 250 Banken, Leasing- und Factoringgesellschaften. Unser Unternehmen hat bis heute über 30.000 Kreditanfragen mit einem Finanzierungswert von über drei Milliarden Euro betreut. Das ausgeklügelte Software-Tool wird zwischenzeitlich auch als Whitelabel-Lösung an Geschäftsbanken lizenziert. Während der Corona Krise hat FinCompare dazu beigetragen, die Kreditklemme des Mittelstands durch schnelle Prozesse in der Vermittlung attraktiver KfW-Darlehen zu überwinden. Unsere Berater:innen beraten Sie gerne kostenlos und unverbindlich.