Investieren in Afrika: Diese Chancen und Risiken erwarten den Mittelstand

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Investieren in Afrika: Eine Chance für den Mittelstand? Zweifelsohne bietet der Kontinent eine Reihe von Vorzügen. Während die Märkte in den Industrienationen zunehmend gesättigt sind, ist der Bedarf in Afrika riesig. Die Bevölkerung wächst rasant, das Potenzial vieler Märkte ist groß. Gleichzeitig ist Afrika auch mit politischen Konflikten, Korruption und vielen anderen Problemen belastet. Dieser Beitrag erklärt, wie es um deutsche Investitionen in Afrika steht, welche Chancen der Kontinent bietet, wo Risiken lauern und wie KMUs diese minimieren können.

Investieren in Afrika – der Status Quo: Wie steht es um deutsche Investitionen?

Zunächst ein Blick auf den Status Quo deutscher Investitionen in Afrika. Hier ist Ernüchterung angesagt. Laut einer Statistik der Bundesbank belief sich der Saldo der Direktinvestitionen Deutschlands in allen afrikanischen Ländern (also inklusive Nordafrika) im Jahr 2015 auf 7,243 Milliarden EUR. Dies ist ein sehr geringer Wert, der im Vergleich zu 2012 obendrein noch gesunken ist (damals waren es 7,889 Milliarden EUR).

Die Summe aller deutschen Direktinvestitionen belief sich im Jahr 2015 auf deutlich mehr als 1000 Milliarden Euro. Afrika ist somit weit entfernt davon, ein Prozent der deutschen Direktinvestitionen auf sich zu vereinnahmen. Von den ohnehin geringen Investitionen fließt mehr als die Hälfte in die Republik Südafrika. Dort befinden sich Produktionsstandorte der deutschen Automobilindustrie. Auf den Plätzen folgen Ägypten und andere nordafrikanische Länder.

Investitionen in Länder der Subsahara Region fallen dagegen kaum ins Gewicht. Selbst das afrikanische Vorzeigeland Kenia vereinnahmt weniger als 100 Millionen EUR.

Die Höhe der Direktinvestitionen korreliert mit dem Handelsvolumen. Im Jahr 2016 exportierten deutsche Unternehmen Güter und Dienstleistungen im Wert von 24,5 Milliarden EUR nach Afrika. Zum Vergleich: In die Niederlande gingen dreimal so viele Exporte. Die Importe Deutschlands aus Afrika waren zuletzt sogar rückläufig. 2016 waren es gerade einmal 16.6 Mrd. 2014 waren es noch 20 Milliarden. Genauso wie bei den Direktinvestitionen entfällt der größte Posten des Handelsvolumens auf Südafrika, gefolgt von nordafrikanischen Staaten.

BDI Plan: Was kann die deutsche Wirtschaft für Afrika tun?

Auf politischer Ebene sind mehr deutsche Investitionen in Afrika durchaus erwünscht. Die Politik spricht gerne vom Chancenkontinent. Der Afrikaverein der deutschen Wirtschaft präsentiert ganz oben auf seiner Homepage Bundesfinanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz. Dieser wird zitiert: „Wir wollen deutschen Unternehmen den Markteintritt in Afrika erleichtern.“ Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat anlässlich eines G20 Gipfels ein 5-Punkte-Programm für mehr Investitionen in Afrika vorgestellt. Die Forderungen des Industrieverbands sind in weiten Teilen allgemein gehalten und gelten deshalb auch für kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs). Der BDI stellt in dem Papier fest: „Das wirtschaftliche Potenzial des Kontinents kann sich aufgrund von zahlreichen Herausforderungen nicht entfalten.“

Die Industrie hat auch Vorschläge dafür, was die deutsche Wirtschaft dagegen tun kann. Vorangestellt stellt der BDI klar, dass mehr Investitionen in Afrika auch mehr politisches Engagement voraussetzen: „Gemeinsam mit afrikanischen Partnern können Entwicklungspolitik und deutsche Unternehmen zu nachhaltiger Entwicklung in Afrika beitragen. Entwicklungspolitik und privatwirtschaftliches Engagement sind zwei Seiten derselben Medaille“.

Die fünf Punkte des BDI Plans:

  • Rahmenbedingungen für nachhaltiges Wachstum und Entwicklung verbessern
  • Bildung ausbauen
  • Grundbildung, berufliche und tertiäre Bildung
  • Wirtschaftssektoren mit „Pull“-Effekt fördern
  • Finanzierungsinstrumente und soziale Sicherung weiterentwickeln – Intraregionalen Handel ausbauen

Für mehr Wachstum und eine nachhaltige Entwicklung sowie mehr Investitionen ist laut BDI eine Veränderung der politischen und sozialen Rahmenbedingungen unabdingbar. Investitionshemmnisse wie Korruption seien vorwiegend politischer Natur und könnten weder finanziell noch technisch gelöst werden. Auch in mehr Bildung sieht der BDI einen zentralen Lösungsansatz. Schulbildung sowie verbesserte Ausbildungsmöglichkeiten seien notwendig, um Menschen in Afrika eine Perspektive auf ein wirtschaftliches Auskommen zu ermöglichen.

Für den Kontinent diagnostiziert der BDI darüber hinaus ein erhebliches Infrastrukturdefizit. Eine gute Infrastruktur sei jedoch Voraussetzung für mehr Investitionen. Der BDI verweist dabei auch auf die Agenda 2063 der afrikanischen Union. Privatwirtschaftliche Investitionen hält der BDI vor allem in den Bereichen Energie, Transportwesen, industrielle Wertschöpfung, Informations- und Kommunikationstechnologie sowie nachhaltige Urbanisierung für möglich.

Der Industrieverband fordert konkret mehr staatliche Bürgschaften und Garantien für Risiko- und Investmentkapital. Außerdem solle die regionale Wirtschaftsintegration gestärkt werden. Dazu könnten Abkommen wie zum Beispiel die Economic Partnerships Agreements (EPA) mit der EU einen Beitrag leisten.

Investieren in Afrika: ein vielversprechender Zukunftsmarkt

Afrika bietet in jeder Hinsicht ein großes Potenzial. Dies betrifft die enorm dynamische Demographie genauso wie die einzigartigen klimatischen Rahmenbedingungen. Es ist schon jetzt absehbar, dass die Nachfrage nach Energie, Wohnraum und Nahrungsmitteln auf dem Kontinent massiv zunehmen wird. Gleichzeitig deutet sich an, dass bestimmte Entwicklungen zum Beispiel im Bereich der Digitalisierung das Aufkommen einer Massenkaufkraft fördern. Auch kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs) können davon profitieren.

  • Demographie: Der junge Kontinent

In Afrika leben aktuell ca. 1,3 Milliarden Menschen. Schon 2050 werden es den Prognosen der UN zufolge doppelt so viele sein. Das enorme Wachstum der Bevölkerung erfordert hohe ökonomische Wachstumsraten. Bleiben diese hinter dem Bevölkerungswachstum zurück, wächst die Armut im ohnehin schon gebeutelten Afrika. Die Bill Gates Stiftung schätzt, dass im Jahr 2050 40 % der extrem armen Bevölkerung der Welt in Nigeria und im Kongo leben. Nigeria ist aus Sicht vieler Beobachter ein Beispiel für die Probleme Afrikas. Die hohe Geburtenrate führt zu zunehmender Armut. Dies führe zu abnehmender Sicherheit, Unruhen und mehr Kriminalität.

So problematisch das Bevölkerungswachstum in mancherlei Hinsicht ist, so viel Potenzial bietet es an anderer Stelle. Im Jahr 2018 waren etwa 50 % der 195 Millionen Einwohner Nigerias 18 Jahre oder jünger. Das ist deutlich mehr als im weltweiten Durchschnitt (30 %) und noch viel mehr als im in die Jahre gekommenen Deutschland (16 %). Die große Bevölkerung stellt aus Sicht von Unternehmen ein schier unerschöpfliches Reservoir an Arbeitskräften und Konsumenten bereit. Gelingt es, auf dem riesigen Kontinent funktionierende Märkte zu etablieren, könnten deutsche Unternehmen für Jahrzehnte davon profitieren.

  • Solartechnik: 300 Sonnentage im Jahr machen Solarenergie attraktiv

In Afrika scheint die Sonne durchschnittlich an 300 Tagen im Jahr. Der schon heute rasant wachsende Energiebedarf des Kontinents könnte sich deshalb zu erheblichen Teilen durch Solarenergie decken lassen. Wie dies funktionieren kann, zeigt ein Solarthermiekraftwerk in der marokkanischen Wüste. Ein Großteil der Technik kommt aus Deutschland.

537.600 Parabolspiegel reflektieren das gleißende afrikanische Sonnenlicht nahe der Stadt Ouarzazate. Das Solarthermiekraftwerk ist 650 Fußballfelder groß und soll absehbarer Zeit 1 Million Menschen mit Strom versorgen. Das Licht erhitzt Öl, das Wasser verdampft und treibt dadurch eine Kraftwerksturbine an. Von den rund 2,2 Milliarden EUR Gesamtkosten werden 850 Millionen EUR durch ein internationales Konsortium getragen. Diesem Konsortium gehört auch Deutschland an.

Dies ist ein Beispiel für eine größere industrielle Lösung in der afrikanischen Energieversorgung. Absehbar notwendig sind jedoch auch kleinere, dezentrale Lösungen. Solarzellen können afrikanische Haushalte mit Strom versorgen und den Bedarf benötigter Geräte sicherstellen.

  • Agrarwirtschaft: hohe gesamtwirtschaftliche Bedeutung

Wo die Bevölkerung stark wächst, wächst der Bedarf an Nahrung. Gleichzeitig schrumpft die verfügbare Menge fruchtbaren Ackerlands, weil dieses für urbane Bebauung benötigt wird. Dementsprechend wächst der Bedarf an modernen Lösungen für die Landwirtschaft, die den Ertrag pro Hektar erhöhen.

Das Beratungshaus PricewaterhouseCoopers sieht in der Agrarwirtschaft in Subsahara erhebliche Chancen für den deutschen Mittelstand. PwC verweist darauf, dass das durchschnittliche BIP Wachstum der meisten Länder Subsahara Afrikas zuletzt bei 5 % pro Jahr lag. Die Berater konstatieren eine zunehmende Urbanisierung und eine wachsende Mittelschicht. Durch Internet, Mobile Banking und digitale Marktplätze gebe es mehr Transparenz bei Preisen und Produkten lokaler Märkte. Dies betrifft insbesondere den sehr wichtigen Landwirtschaftssektor. Landwirtschaftliche Entwicklung sei von einem Trend weg von der reinen Subsistenzwirtschaft hin zur Massenproduktion gekennzeichnet. Landwirtschaft werde in vielen Ländern wie Kenia, Ruanda, Tansania, Togo oder Ghana zu einem Sektor mit gesamtwirtschaftlicher Bedeutung.

Das Wachstumspotential ist groß. Laut PwC gibt es in der Region 200 Millionen Hektar unbeackerten Landes. Dies sei die Hälfte des weltweit unbeackerten Landes überhaupt. Lediglich der 2 % der erneuerbaren Wasserressourcen würden genutzt – im Vergleich zu 5 % im internationalen Durchschnitt. Die Landwirtschaft biete rund 60 % der lokalen Bevölkerung Arbeit. Aufgrund des Bevölkerungswachstums muss die Nahrungsmittelproduktion in Subsahara Afrika laut PwC in den nächsten 15 Jahren um 60 % ansteigen. Dieser Anstieg wird sich nach Ansicht des Beratungshauses noch vervielfachen, wenn landwirtschaftliche Erzeugnisse kommerzialisiert und die Wirtschaft diversifiziert wird.

  • Die Sub-Sahara-Region braucht eine moderne Landwirtschaft

Damit das große Potenzial der Region gehoben werden kann, müssen laut PwC Know-how und Technologie von außen zur Verfügung gestellt werden. Hier könnte insbesondere Deutschland profitieren. PwC verweist darauf, dass Deutschland in der kommerziellen Agrarwirtschaft über viel Erfahrung verfüge und in vielen Bereichen zu den technologisch führende Nationen zählte. Benötigt werden Bewässerungssysteme, Saat- und Erntemaschinen, Stromversorgung und viele weitere Inputs. PwC sieht aus Sicht des deutschen Mittelstands einen sich entwickelnden Markt mit immensen potenzialen. Die Bewirtschaftung dieses Marktes sei nicht nur wirtschaftlich interessant, sondern auf politischer Ebene durch Anerkennung und Förderung sehr stark akzeptiert.

PwC empfiehlt, Handel auf Augenhöhe zu betreiben und sich dadurch von der chinesischen Konkurrenz abzusetzen. So sollten deutsche Unternehmen bei ihren Aktivitäten in Afrika die Bevölkerung vor Ort einbinden und in nachhaltige Maßnahmen wie zum Beispiel Schulungen investieren. Gleichwohl sieht auch PwC Risiken in der Region. So sei nicht abzuschätzen, welche Konsequenzen die Kommerzialisierung der Agrarwirtschaft nach sich ziehe. Der Rückgang der Rohstoffpreise wirke sich zudem negativ auf viele Länder der Region aus. Nigeria, Mosambik und Angola (alles drei Länder mit großen Ölvorkommen) kämpfen mit steigender Verschuldung.

Um in Afrika zu investieren sieht PwC als wesentliches Instrument die Investitionsgarantien des Bundes. Voraussetzung dafür ist ein Vertrag zwischen der BRD und dem Zielland der Investitionen. Solche Verträge bestehen mit fast allen afrikanischen Ländern.

  • Digitale Revolution: Nachfrage nach digitalen Lösungen steigt

Digitale Lösungen helfen Afrika. Das prominenteste Beispiel dafür sind Banking Apps. Diese ermöglichen breiten Bevölkerungsschichten erstmals Zugriff auf ein eigenes Konto und eigene, unbare Zahlungsmittel. Weitere wichtige Trends sind Landwirtschaftsapps, Telemedizin und E-Learning. Digitalisierung stellt skalierbare Lösungen für das schnell wachsende Afrika bereit. Demensprechend groß ist das Potenzial für deutsche Unternehmen, die Produkte in diesem Bereich anbieten.

Ein Beispiel für Bezahllösungen Afrika ist das kenianische – M- Pesa. Dies gilt als eines der erfolgreichsten mobilen Bezahlsysteme weltweit und trägt nach Auffassung vieler Beobachter zur Armutsbekämpfung in Afrika bei. Bezahlt wird über das Handy. M-Pesa ist dabei der Vorreiter in Kenia. Der Dienst wird durch eine Vodafone Tochter bereitgestellt und dient dazu, Geldbeträge per SMS zu versenden. Im Jahr 2016 nutzten 30 Millionen Menschen in zehn Ländern den Dienst. Im selben Jahr wurden weltweit 6 Milliarden Transaktionen mit dem Dienst verarbeitet.

Die Anwender laden Guthaben auf Handy SIM-Karten. Mit diesem Guthaben können anschließend Überweisungen getätigt, Barauszahlungen vorgenommen oder Rechnungen bezahlt werden. Dies ist bei mit M-Pesa verbundenen Dienstleistern möglich. Dazu zählen zum Beispiel Tankstellen oder Internetcafés. Dienste wie diese ermöglichen es breiten Bevölkerungsschichten, ein eigenes Konto zu nutzen und Transaktionen zu tätigen. Dazu ist keine Bank erforderlich. Schätzungen zufolge wird ein Viertel des kenianischen Bruttoinlandsprodukts über M-Pesa abgewickelt. Auch Geldanlagen und Kredite gehören mittlerweile zum Angebot. Das Beispiel zeigt, welch großes Potenzial in digitalen Lösungen für den afrikanischen Finanzsektor steckt. Gleichzeitig macht es deutlich, dass solche Lösungen erheblich zur allgemeinen Marktentwicklung in Afrika beitragen.

  • Bevölkerungswachstum treibt Immobilienmarkt an

Unternehmen mit Bezug zum Immobilienmarkt finden in Afrika einen wachsenden Markt vor. Das Bevölkerungswachstum treibt die Nachfrage nach Wohnraum. Gleichzeitig wird sich absehbar die Nachfrage nach Wohnraum mit speziellen Eigenschaften vergrößern, wenn mehr ausländische Unternehmen in diesen Ländern aktiv sind. Diese Unternehmen benötigen für ihre Mitarbeiter häufig Wohnungen, die als hinreichend sicher eingestuft werden.

Wie vielfältig Afrika in manchen Regionen ist, zeigt ein Blick auf die Immobilienpreise. Die Unternehmensberatung Mercer hat die Lebenshaltungskosten in mehr als 200 Städten weltweit verglichen. Mit Luanda, Kinshasa und N’Djamena landeten gleich drei afrikanische Städte in den Top-10. Dort ist es teurer als in New York und London. Der Grund dafür sind Immobilienpreise.

Will ein ausländischer Konzern Mitarbeiter nach Afrika entsenden, muss er für eine hinreichend sichere und komfortable Unterbringung sorgen. Diese ist in den von vielen Schwierigkeiten geplagten Ländern teuer. So kostet eine Dreizimmerwohnung in Luanda der Mercer Studie zufolge 13.700 EUR Monat. Während dies ein Spezialsegment mit Kunden aus Industrieländern sein dürfte, wird es auf dem gesamten afrikanischen Kontinent in absehbarer Zeit neuer wohnwirtschaftlicher Lösungen bedürfen. Dies bietet Chancen für Wohnungsbauunternehmen, Handwerksbetriebe, Werkzeugbauer, Infrastrukturunternehmen, Möbelhersteller und viele weitere Akteure.

Risiken für Unternehmen: Afrika ist ein instabiler Kontinent

Investieren in Afrika bietet große Chancen, ist aber auch riskant. Es gibt eine Reihe ungelöster Konflikte, die den Kontinent immer wieder ausbremsen. Dazu gehören der Bürgerkrieg in Libyen, der Scharia Konflikt in Nigeria, der somalische Bürgerkrieg, der Bürgerkrieg im Südsudan und der Konflikt in Nordmali. In diesen Ländern existiert nur sehr eingeschränkt eine öffentliche Ordnung. Die Durchführung von Investitionsprojekten scheitert regelmäßig schon an den elementarsten Anforderungen an die persönliche Sicherheit der Akteure vor Ort. Rechtssicherheit gibt es in diesen Gebieten ohnehin nicht.

Korruptionsindex von Transparency: So steht Afrika im Ranking

Korruption ist ein weltweites Problem, das in Afrika ganz besonders hart zuschlägt. Im Korruptionsindex der Organisation Transparency International belegen Somalia, Südsudan, Sudan, Guinea-Bissau und Äquatorial-Guinea fünf der acht letzten Plätze. In dem 180 Staaten umfassenden Ranking belegen die Seychellen den 28. Platz und sind damit das am besten platzierte afrikanische Land. Es folgen Botsuana (Platz 34), die kapverdischen Inseln (Platz 45), Ruanda (Platz 48), Namibia (Platz 52) und der Senegal (Platz 67).

Investieren in Afrika – weitere Risiken

Neben politischer Instabilität und Korruption gibt es weitere Risiken für Investitionen in Afrika. Dazu zählt zum Beispiel eine überraschend umständliche Bürokratie. Dies ist einerseits mit den Korruptionsproblemen verwandt, andererseits auch einem mangelnden Entwicklungsstand der Verwaltungsstrukturen geschuldet. Ein weiteres wesentliches Risiko betrifft Zahlungsausfälle. So kann es in Afrika sehr schwierig sein, offene Forderungen wirksam einzutreiben.

Strategische Planung und Beratung zur Risikokontrolle: richtig Investieren in Afrika

Experten empfehlen Unternehmen, die in Afrika investieren möchten, den Aufbau von Kontakten vor Ort. Wichtig sind dabei persönliche Beziehungen in den Zielländern. Soll zum Beispiel eine Zahlung eingetrieben werden, sind Anwälte notwendig, die die Situation vor Ort und auf die Kultur des Landes kennen. Investitionen in Afrika sollten deshalb strategisch geplant werden. Dazu gehört auch die Absicherung der eigenen Mitarbeiter, die dorthin entsandt werden. Es gibt mittlerweile Dienstleister, die für diese Zielgruppen bei Bedarf medizinische Versorgung sicherstellen.

In jedem Fall sollten Unternehmen versuchen, ihre Investitionen abzusichern. Eine wesentliche Rolle dabei können staatliche Garantien spielen. Viele Informationen rund um Investitionen in Afrika gibt es beim Afrikaverein der deutschen Wirtschaft. Dieser wurde bereits 1934 gegründet und zählt mehr als 550 Mitglieder. Dabei handelt es sich überwiegend um deutsche, teils jedoch auch afrikanische Unternehmen, Institutionen und Privatpersonen. Der Verein hat Geschäftsstellen in Berlin und Hamburg. Laut Selbstdarstellung betrachtet der Verein es als seine wichtigste Aufgabe, Informationen über wirtschaftliche und politische Ereignisse in Afrika bereitzustellen und Veranstaltungen zu organisieren.

Auch Beratungsunternehmen mit Spezialisierung auf Investitionen auf dem afrikanischen Kontinent können eine Lösung sein. Wichtig ist dann, dass eine spezifische Expertise für das jeweilige Zielland besteht.