Hedgefonds – Fluch oder Segen?

Hedgefonds Risiken

Unter dem Begriff Hedgefonds verbirgt sich nichts anderes als eine Bezeichnung für riskante Investmentfonds. Sehr hohe Gewinne stehen sehr hohen Verlusten gegenüber. Hedgefondshändler bevorzugen für ihre Investitionen häufig riskante Derivate, die meistens mit hohen Hebeln einhergehen. Dabei setzen sie auf fallende Aktienkurse und tätigen sogenannte Leerverkäufe. Das heißt, wenn beispielsweise der Kurs einer Aktie um 10 % sinkt, steht uns ein Gewinn von 10% zu. Würde die Aktie nun um 10 % zulegen, würden wir einen Verlust von 10 % des Anfangskurses erleiden.

Hedgefonds Anwendungsfelder

Es gibt eine Vielzahl von Verwendungen bezüglich der Finanzprodukte mit Hebelwirkung. Händler von Hedgefonds setzen hier nicht nur ihr eigenes Kapital ein, sondern auch das Fremdkapital von Kunden. Hier zählen oft nur noch hohes Risiko, um dafür umso höhere Renditemöglichkeiten erzielen zu können.

Wer vor hat, mit Investitionen in Hedgefonds einzusteigen, sollte genügend Börsenwissen und Erfahrung mitbringen. Hauptsächlich für Großinvestoren wie Versicherungen oder Banken etc. werden Hedgefonds aufgelegt. Da Fondsmanager wichtige Kauf- und Verkaufsentscheidungen treffen, sind sie oftmals auch selbst am eigenen Fonds mitbeteiligt. Dafür haften sie teilweise mit persönlichem Vermögen.

Zwecks einer Maximierung der Rendite werden von den Fondsmanagern die unterschiedlichsten Handelsstrategien angewandt.  Dabei haben die Fondsleiter oftmals große Investitionsfreiheit bei der Auswahl sämtlicher Finanzprodukte und Strategien für die Hedgefonds.

Ein vermehrter Handel mit Hedgefonds ist in den USA vorzufinden. Hier gelten Regeln, dass nur ein bestimmter vermögender Anlegerkreis Anteile an Hedgefonds kaufen darf. Selbst in Deutschland können Privatanlegern nur in einer Form von Dach-Hedgefonds investieren. Seit der Finanzkrise besitzen Hedgefonds ein eher weniger gut angesehenes Image.

Für Hedgefondsmanager gibt es keine genaue Vorgehensweise oder Funktionsweise, mit denen sie ihre Anlageprodukte beschreiben könnten. Erst im Laufe der Zeit haben sich die unterschiedlichsten Hedgefonds Strategien gebildet. Effektive Grundstrategien finden ihre Anwendung im alltäglichen Börsenhandel.

Vor- und Nachteile von Hedgefonds

Vorteile

In aktuellen Diskussionen gehen die Meinungen über Hedgefonds in unterschiedliche Richtungen. Dadurch gehen die eigentlich positiven Aspekte dieser Anlageform völlig unter. Es steht selten zur Debatte, dass Hedgefonds gerade den Input liefern, der am Finanzmarkt gefragt ist.

Das heißt, Hedgefonds tätigen ihre Investitionen auch dort, wo hohe Risiken bestehen und traditionelle Kreditgeber nicht mehr einsteigen würden. Schon aus diesem Grund kommt beim Finanzmarkt Liquidität an, die ihm unter normalen Umständen versagt bleiben würde.

Ein weiterer Vorteil des Hedgefonds mach sich gerade bei einem Abschwung der Aktienmärkte bemerkbar. Denn Hedgefonds können durch die geeigneten Finanzinstrumente hohe Rendite erwirtschaften.

Die Stärken von Hedgefonds liegen vor allem in der Erzielung von hohen Renditen. Hedgefonds sind in der Lage, auch bei fallenden Kursen Gewinne zu erreichen. So profitieren Anleger von sämtlichen Marktentwicklungen. Am Finanzmarkt stehen die Gelder des Hedgefonds als Risikokapital zur Verfügung, dass auch in wirtschaftlich kritischen Entwicklungen zum Einsatz kommt.

Hedgefonds erfüllen im Wandel der Zeit die Hoffnung auf schnelle und sehr hohe Gewinne, was eigentlich den Hauptwünschen jedes Fondsmanagers und der jeweiligen Kunden entspricht.

Nachteile

Die Hauptkritik der Hedgefonds unterliegen sind vor allem die fehlende Transparenz. Hier spielt natürlich auch die Tatsache, das fast keine Risikokontrolle, der gehandelten Fonds stattfindet. Selten wird offengelegt, wer was managt und welche speziellen Qualifikationen darin stecken. Und wenn nun ein Fondsmanager von einigen wenigen Investments (natürlich ein Ausnahmefall) nicht das notwendige Know-How besitzt und dennoch damit handelt, so ist das Kapital an ein nicht abschätzbares Risikos gebunden.

Zum Nachteil des Hedgefonds zählt natürlich auch, dass hohe Verwaltungsgebühren entstehen, die fast nur durch die hohen Kosten der Vergütung der Fondsmanager zustande kommt. Einen weiteren Nachteil der Hedgefonds stellt einmal der Einsatz von Hebeln dar. Aber auch die umstrittenen Leerverkäufe, mit deren Maßnahmen schlimmstenfalls das gesamte Kapital verloren gehen kann. Darunter auch das der Investoren.

Historische Entwicklung des Hedgefonds

Bis auf das Jahr 1949 geht der erst gegründete Hedgefonds von Alfred Jones zurück. Als er darauf kam, dass sich durch gezielte Käufe unterbewerteter und Leerverkäufe einer überbewerteter Aktie das Marktrisiko des Portfolios reduzieren lässt.

Hilfreich erschien Jones die marktneutrale Ausrichtung des jeweiligen Fonds und es gelang ihm, unabhängig vom Markt, eine positive Rendite zu erwirtschaften. Um seinen Erfolg zu weiteren ergebnisreichen Investitionen zu steigern, beschaffte er sich zusätzliches Fremdkapital, um die Rendite über zusätzliche Hebeleffekte zu steigern.

Mit seinem Wissen setzte Alfred Jones den Anfang aller folgenden Hedgefonds. Jones investierte sein eigenes Kapital in seine Idee und nutzte das noch heute standardmäßige Vergütungssystem bezüglich der Fondsmanager, die Jones ab dem Jahre 1954 zwecks Verwaltung des Fondsvermögens beschäftigte. Bereits in diesem Jahr entwickelte sich das Konzept des Dach-Hedgefonds.

Als dann in den 60ern ein Artikel zu den Strategien unter der damaligen Bezeichnung Hedge Fund zu Alfred Jones erschien, wurde seine Idee an der Wall Street sowie bei vermögenden Personen schnell bekannt. Sein Konzept wurde daraufhin um eine vielfaches kopiert, weiterentwickelt und innerhalb kurzer Zeit entstanden etwa 200 Fonds der gleichen Art.

Natürlich verzeichneten die Hedgefonds während der Währungskrisen erhebliche Verluste, weshalb sich ihre Anzahl zunächst stark verringerte. Nach den Krisen entstand durch verschiedene Anlagestrategien ein neu auferlegtes System, das über mehrere tausend weitere Hedgefonds nach sich zog.

Wirtschaftsblase 2000

Nachdem im März 2000 die Dotcom Blase, eine Spekulationsblase platzte, konnten Hedgefonds im Gegensatz zu den traditionellen Fonds sich besser entwickeln, als der Gesamtmarkt. Gerade diese Entwicklung hatte niemand erwartet und unterstrich nun die Notwendigkeit von Hedgefonds, was nun zu einer steigenden Nachfrage seitens vieler institutioneller Investoren führte.

Aus einem weitläufigen Nischenbereich entwickelte sich über die Jahre hinweg ein überdimensionales Marktsegment, dessen gesamtes Volumen sich zwischenzeitlich auf mehrere Billionen US-Dollar beläuft, mit der Option weiterer Zuwachsraten.

Im Jahre 2013 zählten wir 14.398 aktive Hedgefonds weltweit. Bis zum Jahresabschluss 2018 gab es weitere Zuwächse, sodass wir heute auf eine positive Entwicklung von rund 15.837 Hedgefonds blicken können, trotz des Verlustes von ca. 130 aktiven Hedgefonds gegenüber des Jahres 2017.

Merkmale von Hedgefonds

Meistens haben Hedgefonds ihren Sitz in Offshore-Zentren und bewegen sich in den meisten Fällen außerhalb aufsichtsrechtlichen Regulierungsbehörden. Es erwartet sie auch keine Einschränkungen hinsichtlich ihrer Anlagestrategien und sie haben somit die Möglichkeit, das investierte Kapital frei zu verwenden.

Weiteres Entscheidungsmerkmal der Hedgefonds stellen die häufige Anwendung von Derivaten, die im Gegensatz zu den traditionellen Anlageformen stehen, dar. Ebenso spielen der Leerverkauf von Wertpapieren, um an den fallenden Kursen teilhaben zu können, eine Rolle.

Hedgefonds besitzen ein weitaus besseres Rendite sowie Risikoprofil als klassische Anlagemöglichkeiten und unterliegen meist einer hohen Summe im Bereich der Mindesteinlagen.

Das Gehalt der Fondsmanager richtet sich nach dem Erfolg und ist an den prozentualen Wertzuwachs des Vermögens einer Investmentgesellschaft gebunden, wobei ein entstandener Verlust mit den erzielten Gewinnen verrechnet wird.

Hedgefonds befinden sich in einer unabhängigen Position gegenüber der allgemeinen Marktentwicklung. Hierbei ist es möglich, Gewinne zu erzielen, selbst wenn Aktienmärkte in die Verlustzone rutschen.

Das Hedgefondsmanagement ist bei jedem Handel mit einem Kapitaleigenanteil dabei, um zu verhindern, dass auf der Verwaltungsebene unermesslich hohe Risiken eingegangen werden.

Auch das klassische Short Selling gehört zu den Merkmalen eines Hedgefonds. Bei diesem Vorgang werden geliehene überbewertete Aktien leer verkauft. Das Ganze beruht auf der Hoffnung, sie zu einem Zeitpunkt zurückzukaufen, wenn die Preise sich im niedrigeren Segment befinden, um Gewinne erzielen zu können.

Funktionsweise der Hedgefonds

Hedgefonds haben mit dem ursprünglichen Gründergedanken keine Übereinstimmung mehr, sondern zielen nur noch auf hohe Renditen ab. Das eigentliche Konzept ist in seiner Struktur und Einfachheit unübertrefflich.

Hedgefondsmanager wählen sich ein bestimmtes Unternehmen aus, von dem meistens die Vermutung ausgeht, das deren Aktienkurs in Kürze fällt. Sie leihen sich ganze Aktienpakete des betreffenden Unternehmens aus und verkaufen sie augenblicklich über die Börse. Sinkt die ausgewählte Aktie wirklich, besitzt der Hedgefondsmanager die Option, die betreffende Aktien nun günstiger anzukaufen und somit wieder an den Verleiher zurückzugeben.

Um Aktienpakete auszuleihen, fallen natürlich Gebühren an, die nach erfolgreicher Transaktion bezahlt werden müssen. Hierbei stellt die Differenz zwischen dem Verkaufs- sowie Rückkaufpreis und Abzug der Leihgebühren den Gewinn dar.

Auf diesem Prinzip beruhen Erfolge oder Verluste von Hedgefonds. Allein die gehandelten Aktienpakete, die der Hedgefonds nicht besitzt, sondern lediglich gegen eine Gebühr ausleiht, beschert ihm beträchtliche Gewinne. Diese Vorgänge nennt man Leerverkauf. Dennoch kann auch der Fall eintreten, dass Hedgefonds bei diesen Aktionen Verluste verkraften muss. Hedgefonds nutzen nicht nur ausschließlich Leerverkäufe zwecks Gewinnerzielung, in ihren Einzugsbereich fallen auch Termingeschäfte mit Edelmetallen, Rohstoffen, Anleihen etc.

Im Gegensatz zu den Leerverkäufen werden bei einer Long-Short-Strategie Aktien erworben, die als unterbewertet gelten und mit steigenden Kursen gerechnet werden kann.

Ob ein Hedgefondsmanager Erfolg hat, ist nicht nur von seiner Treffsicherheit, mit der er die Entwicklung einzelner Aktien vorhersagt abhängig, sondern auch vom richtigen Zeitpunkt des Kaufes beziehungsweise Verkaufes.

Vor- und Nachteile von Hedgefonds-Anlageprodukten

Vorteile

Nehmen wir als Anlageprodukte von Hedgefonds zum Beispiel Devisen und Fonds. Bei den Fonds können Anleger mit regelmäßigen Zinszahlungen rechnen. Anteile lassen sich bei offenen Fonds jederzeit wieder verkaufen. Verschiedene Banken und Sparkassen können ihren Kunden Fondssparpläne mit geringen Investitionsbeiträgen anbieten und es besteht ein geringeres Verlustrisiko gegenüber anderer Anlageprodukte.

Bei Devisen besteht der Vorteil, dass man mit einem relativ geringen Einsatz am Aktienhandel teilnehmen kann. Es geht hierbei um einen Mindesteinsatz, der für den Handelnden in der Höhe von 0,5 – 2,0 % liegt. Damit sind bei einer Sicherheitsleistung von 1 % etwa 10.000 Euro fällig, um damit auf dem Devisenmarkt 1 Million Euro in Bewegung zu setzen. Hierbei kommt eine Hebelwirkung in Gange, bei der sich in kurzer Zeit hohe Gewinne, aber auch hohe Verluste bei geringen Schwankungen des Währungsmarktes ergeben können. Bei den Devisen entsteht keine Nachschusspflicht. Das heißt auf dem Devisenkonto kann kein Minus entstehen, da Einbußen auf die Einlagen beschränkt sind. Ein interessanter Punkt wäre auch, dass bei der Devisenkapitalanlage Gewinne bei steigenden ebenso wie fallenden Kursen stattfinden.

Nachteile

Sämtliche Nachteile der börsengehandelter Fonds beziehen sich auf die Kosten von Ausgabeaufschläge, monatlichen Bezügen des Fondmanagers, aber auch Ordergebühren oder Courtage die für den Makler anfallen. Die eigentliche Werteentwicklung eines Fonds ist als geringer zu bewerten, als die Entwicklung des gesamten Marktes.

Beim Handel mit Devisen ist mit einer großen Anzahl von Marktteilnehmern zu rechnen, die dank modernster Technologien und schnelle Reaktionen auf den Devisenhandel, dessen besondere Attraktivität aufgrund hoher Gewinnerwartungen, aber auch das im Gegenzug auftretende Risiko zu schätzen wissen. Beim weltweiten Handel mit Devisen müssen auch politische Faktoren, ebenso wie wirtschaftliche und soziale Begebenheiten im Auge behalten werden. Zum Beispiel könnte alleine eine Entscheidung betreffend, der Leitzinserhöhung für große Kursschwankungen sorgen. Alleine deshalb sind fortlaufende Informationen über weltweite Wirtschaftsprognosen, Inflationen oder auch Leitzinserhöhungen von großer Bedeutung. Es sprechen also genügend Gründe dafür, dass man bei einem Devisenhandel nur Kapital einsetzen sollte, auf das man bei einem Totalverlust verzichten kann.

Hedgefonds als Geldgeber

Gerade Pensionskassen benötigen konstant Finanzmittel, alleine schon um ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, denen sie sich gegenüber Ruheständler verpflichtet sehen. Auch Lebensversicherer können es sich nicht mehr leisten, in herkömmliche Finanzprodukte zu investieren, da sie an ihre Kunden ständig Zahlungen leisten müssen.

Großbanken müssen ständig über genügend Finanzmittel verfügen und investieren einen Teil ihres Kapitals in Hedgefonds. Natürlich müssen sämtliche Anleger das Risiko in Kauf eines Riesenverlustes hinnehmen. Um ihr Risiko dennoch etwas zu minimieren, vertrauen sie ihre Gelder einem Fondsmanager an, der gegen eine nicht unerhebliche Gebühr die Fonds der Anleger verwaltet. Rutscht ein Hedgefonds in die Verlustzonen, so schließt er diesen mit der Möglichkeit, einen weiteren Fonds neu zu eröffnen.

Finanzierungen durch Hedgefonds machen für Kleinanleger überhaupt keinen Sinn, alleine schon darum, weil sie nicht über die hohen Summen verfügen, die für einen Handel notwendig sind. Für Kleininvestoren stehen Dach-Hedgefonds als Türöffner für diverse Privatanleger zur Verfügung.

Dach-Hedgefonds für Privatanleger

Ein Dach-Hedgefonds ist ein Hedgefonds, dessen Investition sich in mehrere Single-Hedgefonds wiederfindet. Er beinhaltet für Anleger ein vermindertes Risiko in Bezug auf Investitionen. Es gibt Dach-Hedgefonds-Manager, die für ihre Kunden in bestimmte Single-Hedgefonds oder in eine Vielzahl von Single-Hedgefonds investieren. Dach-Hedgefonds sind in Deutschland zugelassen.

In Deutschland vertriebene sowie aufgelegte Hedgefonds fallen unter eine Aufsicht des Kapitalanlagegesetzbuches. Es gibt Kapitalverwaltungsgesellschaften, die eine Zulassung sowie eine Berechtigung besitzen, um Single- und Dach-Hedgefonds aufzulegen. Dach-Hedgefonds können in den Bereichen Spezialfonds oder Publikumfonds genehmigt werden. Im Gegensatz zum zu diesen ist es Single-Hedgefonds nur gestattet, als Spezialfonds genehmigt zu werden.