Geldanlage: Grundlagen und Tipps – was Sie wissen sollten

Wir zeigen Ihnen auf, wie Sie die beste Form der Geldanlage für sich definieren.

Geldanlagen

Die Geldanlage dient der Absicherung und Vermehrung Ihrer liquiden Mittel. Verschiedene Optionen bieten verschiedene Chancen und Risiken für Ihr Kapital. Wir zeigen Ihnen auf, Wie Sie die beste Form der Geldanlage für sich definieren.

Wie finde ich die richtige Geldanlage?

Mit der Geldanlage verfolgen Sie das Ziel, Ihre erworbenen liquide Mittel zu vermehren, um zum einen der Inflation entgegen zu wirken, aber auch, um sich einfach mehr leisten zu können. Je nach Art der Geldanlage gibt es unterschiedliche Chancen und Risiken. In der Regel versprechen Anlagen mit weniger Risiken auch eine geringere Rendite. Der Grad der Kapitalvermehrung ist geringer. Wenn Sie ein größeres Risiko eingehen, können Sie auf eine größere Eigenkapitalrendite hoffen, wenn es denn gelingt. Um eine Geldanlage zu finden, die Ihre Bedürfnisse am besten unterstützt, empfehlen wir Ihnen daher, sich mit dem magischen Dreieck der Geldanlage auseinanderzusetzen. Dieses Dreieck beschreibt die Bewertung einer Anlage unter den Gesichtspunkten Rentabilität, Sicherheit und Liquidität. Im Wandel der öffentlichen Weltanschauung spielt immer mehr auch ein weiterer, ethischer Aspekt eine Rolle. Wenn dies für Sie zutrifft, dann erweitern Sie das Dreieck gerne um soziale oder ökologische Kriterien zum magischen Viereck oder sogar Fünfeck der Geldanlage. Wir fokussieren uns hier primär auf das magische Dreieck.

Wie Viele Ecken Ihre Bewertung einer Geldanlage auch berücksichtigen mag, hierbei geht es immer darum, Chancen und Risiken sowie Stärken und Schwächen einer Anlagemöglichkeit zu bewerten, sie zu verstehen. Die Sicherheit einer Anlage beschreibt das Ausfallrisiko des Ertrages oder der Rückerstattung. Unter Liquidität wird die Komplexität verstanden, mit der eine Anlage wieder in liquide Geldmittel umgewandelt werden kann. Die Rentabilität oder auch Rendite entspricht dem Ertrag aus der Geldanlage. Beim magischen Dreieck der Geldanlage gibt es folgende Zusammenhänge:

  • Hohe Sicherheit und hohe Liquidität einer Anlage führen nur zu einer geringen Rendite. Beispiele hierfür sind Tagesgeldkonten oder Einlagensicherungsfond.
  • Anlagen mit hoher Sicherheit und niedriger Liquidität führen oft zu einer hohen Rentabilität. Dies können Anleihen oder auch Sparverträge sein.
  • Wenn Sie in eine Geldanlage mit geringer Sicherheit aber hohen Liquidität investieren, haben Sie die Chance auf eine hohe Rentabilität. Aktien oder Optionen ermöglichen dies.

Einzelne Arten von Geldanlagen können zudem ethisch ausgelegte Ziele verfolgen. Sie investieren in ethisch vertretbar handelnde Unternehmen.

Worin Sie Ihr Geld anlegen können

Um die wesentlichen Optionen der Geldanlage besser zu verstehen, stellen wir sie Ihnen im Folgenden kurz vor.

Klassische Geldanlagen

Zu den klassischen Arten der Geldanlage zählen beispielsweise das Tagesgeldkonto oder auch das Sparbuch. Beide bieten den Anlegern eine sehr hohe Sicherheit. Bei einem Tagesgeldkonto handelt es sich um ein verzinstes Bankkonto. Der Zins ist höher als auf einem Girokonto. Das Tagesgeldkonto dient lediglich der Geldanlage. Eine feste Laufzeit gibt es aber nicht. Ein beliebiger Betrag des Guthabens des Tagesgeldkontos kann täglich auf das eigene Girokonto zurücküberwiesen werden. In manchen Fällen darf allerdings ein Mindestguthaben auf dem Tagesgeldkonto nicht unterschritten werden. Die Verfügbarkeit von Liquidität ist bei Tagesgeldkonten hoch und die Sicherheit ist groß. Folglich ist die Rendite vergleichsweise gering.

Das Sparbuch wird auch Sparkassenbuch genannt. Es ist wirklich ein kleines Buch oder Heftchen und steht in Verbindung mit einem Sparkonto. In diesem Sparbuch werden alle Geldbewegungen des Sparkontos ausgewiesen. Dies umfasst neben Einzahlungen und Auszahlungen Zinsgutschriften. Zur Identifikation sind wesentliche Daten des Sparers dokumentiert. Das Sparbuch stellt eine Schuldurkunde des Sparers gegenüber dem ausstellenden Kreditinstitut dar. Zugang und Übertragung zu allen Spareinlagen, welche dem Sparbuch zugeordnet sind, erfolgen in den meisten Fällen nur zusammen mit dem Sparbuch. Ausnahmen gibt es jedoch.

Das Sparbuch erfüllt alle Anforderungen zur Zuordenbarkeit des Sparbuchs als Wertpapier. Die Verfügbarkeit von liquiden Mitteln aus Sparkonten ist in den Geschäftsbedingungen der Bank geregelt. Oft gibt es eine dreimonatige Frist zur Verfügbarkeit von Beträgen über 2.000 Euro. Die Sicherheit dieser Geldanlage ist vergleichsweise hoch. Die Liquidität ist aber nicht unbedingt schnell verfügbar. Entsprechend ist die Rentabilität in den meisten Fällen wohl höher als beim Tagesgeldkonto, aber in Summe immer noch recht gering.

Sparbücher sind auch heute noch eine der am weitesten verbreiteten Arten der Geldanlage. Weitere klassische Modelle sind Festgeldkonten, Kinderkonten, Bausparen und die Lebensversicherung. All diese Modelle zeichnen sich anhand des magischen Dreiecks der Geldanlage durch einen hohen Grad an Sicherheit aus. Die Verfügbarkeit ist teilweise allerdings etwas stärker limitiert. Dies begründet dann wiederum eine bessere Rentabilität als auf dem Giro- oder Tagesgeldkonto.

Bei der letzten klassischen Ausprägung einer Geldanlage, dem Fremdwährungskonto, ist die Liquidität schnell verfügbar. Es wird auf die Entwicklung einer Währung spekuliert. Die Sicherheit dieser Anlage ist teilweise begrenzt, was die Chance auf eine höhere Rentabilität erhöht.

Geldanlagen in Immobilien

Immobilien sind eine weitere Art der Geldanlage. Während bei den klassischen Modellen der Geldanlage in einen Geldwert investiert wird, wird bei Immobilien in einen Realwert investiert. Dem Investment steht ein echter, greifbarer Gegenstand gegenüber. Dieser Fakt bietet dem Investment in Immobilien eine große Sicherheit zu. Er ist nicht den Inflationsrisiken, sondern lediglich der Witterung und äußerlichen Einflüssen ausgesetzt. Wenn eine Immobilie vermietet ist, erbringt sie regelmäßige Einkünfte. Dennoch ist die Pflege und Verwaltung einer Immobilie auch aufwendiger, als bei Wertpapieren. Der Erwerb und Verkauf einer Immobilie verursachen im Vergleich hohe Kosten sowie einen großen Zeitaufwand. Neben dem Kaufpreis muss der Käufer zudem in jedem Fall noch die Grunderwerbssteuer, Notargebühren sowie eine Gebühr für den Grundbucheintrag bezahlen. Unter Umständen kommt auch noch eine Maklergebühr hinzu. Egal ob als Investition oder als Renditeobjekt, das Investment in eine Immobilie sollte bewusst auch unter dem Kosten- und Pflegeaspekt betrachtet werden.

Beim Verkauf einer Immobilie als Geldanlage muss der Käufer zudem erst einmal gefunden werden. Je höher der angesetzte Preis ist, desto schwieriger ist es. Wenn Sie in die Sanierung oder Instandsetzung investieren mussten, wollen Sie aber auch Ihr Investment sicherlich wieder herausbekommen. Deswegen empfehlen wir Ihnen: Wenn Sie sich für das Investment in eine Immobilie entscheiden, seien Sie sich der Kosten bewusst. Prüfen Sie das Objekt in welches Sie investieren wollen. Wie ist der Zustand? Welche zusätzlichen Investitionen könnten zeitnah notwendig werden? Wie wird die Entwicklung der Region, in der sich die Immobilie befindet, prognostiziert? Wird sie interessanter? Grundsätzlich bieten Immobilien als Investment einen hohen Grad an Sicherheit, wenn Sie die oben genannte Aspekte berücksichtigen. Die Verfügbarkeit von Liquidität aus Immobilien kann sich allerdings etwas in die länge ziehen. Es kann eine relativ gute Rendite erzielt werden.

Geldanlagen in Wertpapiere

Geldanlagen können auch in Form von Wertpapieren erfolgen. Hierzu zählen zum Beispiel Aktien, Anleihen, Investmentfonds, Derivate und Pfandbriefe.

Als Aktien bezeichnen wir an der Wertpapierbörse handelbare Unternehmensanteile an Gesellschaften. Die Wertstellung von Aktien wird durch viele verschiedene äußere Einflüsse beeinträchtigt. Das Nachfrageverhalten wird durch den Unternehmenserfolg sowie Skandale und Innovationen des Unternehmens beeinflusst. Teilweise resultieren hieraus große Wertschwankungen einzelner Aktienkurse. Die Sicherheit ist folglich relativ gering. Die Verfügbarkeit von Liquidität aber vergleichsweise hoch. Die Rentabilität von Aktien als Geldanlage kann hoch sein. Derivate als Geldanlage hingegen bieten eine relativ geringe Sicherheit. Durch Derivate wird auf eine künftige Entwicklung von Aktienkursen, Rohstoffpreisen oder Devisenkursen spekuliert. Hier können recht hohe Gewinne erzielt werden. Wir raten aber davon ab, ohne eingehende Fachkenntnisse in Derivate zu investieren.

Anleihen und Pfandbriefe als Geldanlage sind kein Investment in Unternehmensanteile. Im Gegensatz, Sie leihen Unternehmen, Staaten oder sonstigen Organisationen Geld gegen einen Festzins. Je nach Kreditwürdigkeit des Emittenten als Herausgeber ist das Risiko des Ausfalls der Rückzahlung manchmal gegeben. Die Liquidität ist nicht unbedingt unmittelbar verfügbar. Eine recht sichere und nicht zu geringe fest verzinste Rendite ist möglich.

Eine Form der Geldanlage, welche die vorherigen Formen wieder aufgreift, ist die Form der Investmentfonds. Bei Investmentfonds investieren verschiedene Anleger in einen Topf. Ein Fondmanager verwaltet diesen Topf und investiert je nach Schwerpunkt des Fonds in Anleihen, Aktien oder ähnlichem. Es gibt auch thematisch ausgerichtete Fonds, die beispielsweise in Unternehmen und Staaten investieren, die ökologische oder ethische Ziele verfolgen. Über die Streuung des Investments durch einen Fond in verschiedene Wertpapiere, sinkt das Risiko eines Ausfalls. Die Sicherheit steigt. Zugleich sinkt aber auch die Chance auf außerordentliche Renditen. Je nach Auslegung eines Investmentfonds ist die Liquidität mehr oder weniger schnell verfügbar. Je nach dem Grad Ihrer Fachkenntnisse und Interessen können Sie relativ einfach in Wertpapiere investieren. Zumeist sind diese sogar an der Börse handelbar.

Geldanlagen in Sachwerte

Auch in andere Realwerte können Sie investieren. Die Rede ist von Schmuck, Instrumenten, Oldtimern, Münzen, Kunst, Antiquitäten oder ähnlichem. Um hierbei eine gute Entscheidung zu treffen sind enorme Fachkenntnisse empfehlenswert. Trauen Sie sich zu, in das Gemälde oder die Skulptur eines zeitgenössischen Künstlers zu investieren, und sagen zu können, dass Sie es in einigen Jahren oder sogar Jahrzehnten gewinnbringend verkaufen können? Je weniger Sachkenntnisse Sie haben, desto schwieriger wird es. Jede Menge Spekulationen, Glück und Pflege in Sachgegenstände sind erforderlich. Sie dürfen das Investment schließlich nicht verkommen lassen, ansonsten ist das gesamte Investment in Gefahr, solange es nicht über einen reinen Materialwert verfügt. Bei Schmuckstücken könnte es beispielsweise einen Wert in enthaltenem Gold geben, der als Sicherheit bleibt.

Zusammengefasst ist die Sicherheit eines Investments in Sachwerte kaum gegeben. Auch ist die Verfügbarkeit der Liquidität aus Sachwerten wie Kunstgegenständen stark limitiert. Es müssen Sammler gefunden werden, die sich für Ihren Gegenstand interessieren und zudem noch ausreichend Geld investieren wollen. Schließlich wollen Sie auch für die tägliche Pflege entlohnt werden. Geringe Sicherheit und geringe Umwandelbarkeit in Liquidität deuten gemäß dem magischen Dreieck einer Geldanlage auf Chancen einer großen Rentabilität hin, wenn Sie denn den richtigen Riecher haben. Ohne Kenntnisse und Erfahrungen am entsprechenden Markt raten wir Ihnen deshalb von einer Geldanlage in Sachwerte ab, solange es sich nicht um Edelmetalle wie Gold oder Silber handelt.

Besondere Formen der Geldanlage

Eine besondere Form der Geldanlage ist das Investment in FinTechs oder in Kryptowährungen. Der Begriff FinTech leitet sich aus dem Wort Finanztechnologien ab. Sie sind oft noch junge IT Unternehmen, die sich im Bereich des Finanzindustrie bewegen. Durch Ihre Flexibilität und der starken Integration von Digitalisierung haben sie sich schnell zu echte Größen zwischen den Finanzinstituten etabliert. Erfolgreiche Beispiele sind N26, Stripe, Funding Circle, Lendico oder auch auxmoney. All diese Unternehmen erbringen finanztechnische Dienstleistungen. Sie stellen Direktbanken, Zahlungsdienstleister oder auch Möglichkeiten der Geldanlage dar. Bei Funding Circle können Sie gegen einen definierten Zinssatz direkt in ein für Sie vielversprechendes Projekt investieren. Auxmoney ermöglicht die Geldanlage in ein Projekt, oder auch in einen Topf aus dem verschiedene Arten von Projekten gespeist werden. Je nach Kreditwürdigkeit der empfangenen Gesellschaft verändert sich auch die Verzinsung. Selbst mit schwacher Bonität gibt es manchmal die Chance auf ein Darlehen. Mit Bergfürst können Sie innerhalb einer Crowd in Immobilienanteile investieren. Viele dieser FinTech Unternehmen bieten außerdem eine Absicherung vor Ausfällen Ihrer Forderungen. Die Sicherheit wird erhöht. Die Liquidität der Geldanlage ist allerdings einige Zeit lang gebunden. Es kann eine recht gute Rendite erzielt werden.

Kryptowährungen sind digitale Zahlungsmittel. Sie basieren auf komplexen Blockchain Logiken (verschlüsselte Programmierung) und Signaturen. Dies soll eine hohe Sicherheit dieser digitalen Währungen gewährleisten. Die Anerkennung als echte Währung ist unter Fachleuten aktuell noch strittig. Bereits seit 2009 werden sie gehandelt. Bitcoin war damals die erste anerkannte und gehandelte Kryptowährung. Der Handel erfolgt an speziellen Marktplätzen für Kryptowährungen. Diese funktionieren ähnlich wie die Börse. Auch können Kryptowährungen in manchen Online Shops als Zahlungsmittel genutzt werden. Liquidität aus Kryptowährungen ist relativ schnell verfügbar. Die Sicherheit ist ähnlich wie bei Aktien beschränkt. Es können relativ schnell ein große positive, aber auch eine negative Rendite erzielt werden. Wir empfehlen Ihnen, sich mit dem Markt auseinanderzusetzen, bevor Sie investieren.

Worauf Sie achten sollten

Je nachdem, welcher Risiko Typ Sie sind und wie groß Ihre Fachkenntnisse sind, sind natürlich andere Modelle der Geldanlage für Sie interessant. Wenn Sie sich beispielsweise wenig mit Aktien, Rohstoffen oder Kryptowährungen auskennen, würden wir Ihnen empfehlen, zur Minimierung Ihres Risikos in Investmentfonds oder bei FinTechs anzulegen, die Ihnen das Ausfallrisiko abnimmt oder minimiert. Eine Streuung wie sie bei Investmentfonds gegeben ist, minimiert das Risiko, welches Sie bei Kursschwankungen und Kursverlusten ausgesetzt sind. Wenn Sie Ihr eigener Fondmanager sein wollen, ist es auch für Sie hilfreich, nicht nur in Anteile oder Anleihen eines Unternehmens zu investieren. Streuen Sie sich das Risiko. Allerdings sinkt so auch die Chance auf einen großen Gewinn.

Wenn Sie auf das Risiko der Wertpapierbörsen komplett verzichten wollen, können Sie immer noch auf klassische Geldanlagen zurückgreifen. Einen geringen Zinssatz können Sie vielleicht noch beim Bausparen oder der Lebensversicherung bekommen, aber Vorsicht vor dem Negativzins ist geboten.

Außerdem sollten Sie bei Ihrer Geldanlage auch auf Nebenkosten der Investition achten Beim Investment in Immobilien oder in Sachwerte können unter Umständen Nebenkosten beim Erwerb, aber auch für die Pflege und die Sanierung auftreten. Wenn Sie Ihr Geld anlegen, lassen Sie auch Folgekosten nicht außer Acht.