Die EU und der Bund stellen jedes Jahr einen großen Topf an Fördergeldern bereit. Das Problem ist, dass viele Unternehmen gar nicht wissen, dass es diesen Topf gibt. Geschweige denn, wie man an ihn rankommt. Wir geben im ersten Teil einen Überblick über die staatlichen Fördermöglichkeiten für Unternehmen vor und in der Gründungsphase.

Starthilfe bei Gründung aus der Arbeitslosigkeit heraus

Bereits bei der Gründung eines Unternehmens gibt es die Möglichkeit, finanzielle Hilfe vom Staat zu erhalten. Erhalten Sie Arbeitslosengeld II und wagen den Schritt in die Selbstständigkeit, so können Sie Einstiegsgeld beantragen, beziehen Sie Arbeitslosengeld I und machen sich selbstständig, können Sie einen Gründungszuschuss erhalten. Welche Voraussetzungen für die Förderung zu erfüllen sind, lesen Sie bitte auf den verlinkten Seiten der Arbeitsagentur nach.

An „Studierende, Absolventinnen und Absolventen sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen, die ihre Gründungsidee realisieren und in einen Businessplan umsetzen möchten“, richtet sich das EXIST-Gründerstipendium des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). Die Bereitstellung von Fördergeldern dient neben einem Stipendium zur Sicherung des Lebensunterhalts in der Gründungsphase auch für Sachausgaben und Coaching. Die maximale Förderdauer beträgt ein Jahr.

Unterstützung für aufwendige Forschungen und Gründungen

Der EXIST-Forschungstransfer des BMWi vereint die Themen Gründung und Innovation, denn er „unterstützt herausragende forschungsbasierte Gründungsvorhaben, die mit aufwändigen und risikoreichen Entwicklungsarbeiten verbunden sind“, über einen Regelzeitraum von bis zu 18 Monaten durch Zuschüsse zu Personalkosten, Sachkosten, Marktrecherchen sowie Coachingmaßnahmen. „Ziel der ersten Förderphase von EXIST-Forschungstransfer ist es, Entwicklungsarbeiten zum Nachweis der technischen Realisierbarkeit durchzuführen, Prototypen zu entwickeln, den Businessplan auszuarbeiten und schließlich das Unternehmen zu gründen.“

Zinsgünstige Darlehen zur Finanzierung von Existenzgründungen und Unternehmensnachfolgen kann man von seiner Hausbank in Zusammenarbeit mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) erhalten: Der ERP-Gründerkredit – Universell (ERP = European Recovery Program) richtet sich an „Gründer sowie Freiberufler und gewerbliche mittelständische Unternehmen, die noch keine fünf Jahre bestehen“. Gefördert werden Investitionen zur Gründung, zur Übernahme oder zur Festigung eines Unternehmens mit zinsgünstigen Krediten. Diese haben eine Laufzeit von bis zu zwanzig Jahren und bis zu drei tilgungsfreien Anlaufjahren.

ERP-Gründerkredit – StartGeld: Hilfestellung durch die EU

Noch mehr Hilfestellung gibt der ERP-Gründerkredit – StartGeld, bei dem die EU die Kreditvergabe vor allem an Existenzgründer sowie kleine und mittlere Unternehmen unterstützt, indem sie die Garantie für die Rückzahlung der Kredite gegenüber der KfW übernimmt. Durch das Ausschalten des Ausfallrisikos kommen junge Unternehmen bedeutend leichter an einen Kredit. Das Startgeld wird bis zu einer Höhe von 100.000 Euro für Investitionen, Betriebsmittel oder den Kauf von Unternehmensanteilen gewährt.

Der dritte Baustein des ERP-Programms ist das ERP-Kapital für Gründung, das sich an Existenzgründer, Unternehmensnachfolger und junge Unternehmen richtet. Hier beträgt die Haftungsfreistellung sogar 100 Prozent, sodass der Kredit von bis zu 500.000 Euro Eigenkapitalcharakter hat.

Risikokapital über den High-Tech Gründerfonds

Etwas teurer ist die Möglichkeit der Finanzierung junger Technologie-Unternehmen mit Seedkapital, also Risikokapital in der Gründungsphase, bis zu zwölf Monate nach Aufnahme der Geschäftstätigkeit durch den High-Tech Gründerfonds. Dieser stellt ein nachrangiges Gesellschafterdarlehen von bis zu 500.000 Euro zur Verfügung. Dieses wird mit sechs Prozent verzinst und später in Eigenkapital umgewandelt. Das BMWi, die staatlichen KfW und verschiedene Unternehmen finanzieren den High-Tech Gründerfonds.

Fördermöglichkeiten auch bei kleinerem Kapitalbedarf

Ist der Bedarf an Fremdkapital geringer, kommt der sogenannte Mikrokreditfonds des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) ins Spiel, über den Kleinst- und Kleinunternehmen ein Darlehen von bis zu 20.000 Euro bekommen können. Im Wesentlichen dienen Mikrokredite dienen „zur Finanzierung von Gründungen und Kleinunternehmen, wenn ein Fremdkapitalbedarf besteht, der mit eigenen Mitteln nicht gedeckt werden kann.“

Etwas mehr Kapital, nämlich bis zu 50.000 Euro zu derzeit acht Prozent Zinsen mit einer Laufzeit von bis zu zehn Jahren, können kleine und junge Unternehmen sowie Existenzgründer oder Existenzgründerinnen, die selbst nur über wenig Eigenkapital verfügen, über den Mikromezzaninfonds Deutschland beziehen. Gefördert werden „sämtliche Investitionen in die Errichtung eines neuen oder die Fortführung eines bestehenden Unternehmens, für die langfristige Finanzierungsmittel erforderlich sind“. Mezzaninkapital ist eine Mischform aus Eigen- und Fremdkapital.

Fazit: Für Gründer gibt es einige interessante Fördermöglichkeiten. Eine Übersicht gibt es unter http://www.foerderdatenbank.de/. Haben Sie Probleme haben sich durch die Fülle an Informationen zu arbeiten? Nehmen Sie am besten die Hilfe eines Fördermittelberaters in Anspruch.