Ran an die Fördergelder - Teil II: Förderung bestehender Unternehmen

Die EU und der Bund stellen jedes Jahr einen großen Topf an Fördergeldern bereit – das Problem ist, dass viele Unternehmen gar nicht wissen, dass es diesen Topf gibt, geschweige denn, wie man an ihn rankommt. Im zweiten Teil unseres Fördermittel-Checks stellen wir die Fördermöglichkeiten nach der Gründungsphase vor.

Für Weiterbildung

Das ehemalige Meister-BAföG, seit 1. August 2016 „Aufstiegs-BAföG“, verfolgt die Ziele, „Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Maßnahmen der beruflichen Aufstiegsfortbildung finanziell zu unterstützen und sie zu Existenzgründungen zu ermuntern“. Alle Maßnahmen, die zur Vorbereitung der Fortbildungsabschlüsse benötigt werden (Maßnahmebeitrag), sind förderfähig. Dieser Maßnahmebeitrag darf höchstens 15.000 € betragen. Davon erhält der oder die Antragstellende 40 Prozent als Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss. Den Rest kann man über ein zinsgünstiges Darlehen finanzieren. Die Aufwendungen für die Materialien der praktischen Prüfung (Prüfungsstück bzw. Meisterstück) werden zur Hälfte und bis zu einem Höchstbetrag von 2.000 Euro durch ein zinsgünstiges Darlehen gefördert. Wird die Weiterbildung in Vollzeit absolviert, kann man zudem einen Beitrag zum Lebensunterhalt erhalten.

Für Beratung nach der Gründung

Über das Programm „Förderung unternehmerischen Know-Hows“ des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und des finanzierenden Europäischen Sozialfonds für Deutschland (ESF) haben Unternehmen ab dem dritten Jahr nach der Gründung die Möglichkeit, einen Zuschuss zu einer Unternehmensberatung zu erhalten, „um ihr Unternehmerpotential und ihre Handlungskompetenzen zu ergänzen und zu vertiefen“. Unternehmen, die in einer schwierigen finanziellen Lage stecken, können unabhängig vom Unternehmensalter einen Beratungszuschuss erhalten.

Für Innovationen

Bereits fünf Jahre am Markt müssen Unternehmen sein, die den „KfW-Unternehmerkredit“ beantragen möchten, mit dem alles finanziert werden kann, was für die unternehmerische Tätigkeit notwendig ist. Hier stellt die KfW bis zu 25 Millionen Euro zu einem günstigen Zinssatz bereit.

Kleine und mittelständische Unternehmen, die in strukturschwachen Regionen Deutschlands investieren, können das „ERP-Regionalförderprogramm“ in Anspruch nehmen, in dessen Rahmen bis zu 3 Millionen Euro zu einem günstigen Zinssatz bezogen werden können.

Bis zu 380.000 Euro Zuschuss verspricht das „Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) „für anspruchsvolle Forschungs- und Entwicklungsprojekte (FuE-Projekte), die zu neuen Produkten, technischen Dienstleistungen oder besseren Produktionsverfahren führen.“

Für Zuschüsse zu Wagniskapital

Mit „INVEST – Zuschuss für Wagniskapital“ (INVEST) soll die Kapitalbereitstellung für junge innovative Unternehmen, die nicht älter als sieben Jahre sind, durch den Erwerb neu ausgegebener Geschäftsanteile oder neu ausgegebener Aktien, die vollumfänglich an Chancen und Risiken beteiligt sein müssen, gefördert werden. Die Förderung beträgt zwanzig Prozent der Investitionssumme und wird an den Investor ausgezahlt. Der Investor muss die Anteile am Unternehmen mindestens drei Jahre lang halten.

Fazit

Auch für Unternehmen, die schon einige Jahre am Markt sind, gib es einige interessante Fördermöglichkeiten. Auch hier verschafft man sich am besten einen ersten Überblick unter http://www.foerderdatenbank.de/. Interessierte Unternehmer und Unternehmerinnen, denen es schwerfällt, sich durch die Fülle an Informationen zu arbeiten, nehmen am besten die Hilfe eines Fördermittelberaters in Anspruch.