Crowdfinanzierung als alternative Finanzierungsform: Hertha BSC Berlin nutzt den Puls der Zeit

Sie hat es schon wieder gemacht und den eigenen Rekord gebrochen, die alte Dame!

Berlins ältestes Start-up, wie sich Fußball-Bundesligist Hertha BSC marketingtechnisch gerne selbst bezeichnet, hat mittels Crowdfinanzierung am 8. Mai 2017 innerhalb von nur 9 Minuten und 12 Sekunden die Summe von 1 Million Euro von seinen Anhängern eingesammelt – ein neuer Crowdinvesting- Rekord in Kontinentaleuropa!

Damit unterbietet die Hertha, die ihr Crowdfunding-Projekt zusammen mit dem Fintech-Unternehmen kapilendo umgesetzt hat, die eigene Rekordzeit der ersten Hertha BSC-Crowdfinanzierung vom März vergangenen Jahres um 11 Sekunden. Damals hatte es sich der Hauptstadt-Club zur Aufgabe gemacht, sich an die Spitze der digitalen Entwicklung in der Vereinslandschaft zu setzen und hat mit der ersten digitalen Finanzierung der Fußball-Bundesliga direkt Geschichte geschrieben. Diese digitale Erfolgsgeschichte wurde nun fortgesetzt.

Digitale Erfolgsstory

„Mit der ersten digitalen Finanzierung über kapilendo im vergangenen Jahr haben wir unsere digitale Offensive als Hauptstadt-Club gestartet und uns als digitaler Vorreiter in der Fußball-Bundesliga positioniert. Diese Stellung wollen wir mit einer zweiten Kampagne ausbauen und haben unser Vorgehen anhand der damals gemachten Erfahrungen professionalisiert“, sagt Ingo Schiller, Geschäftsführer Finanzen bei Hertha BSC. Mit der zweiten digitalen Finanzierung, die unter dem Kampagnennamen „Platz für Zukunft“ lief, lässt Hertha BSC erneut Fans und Anleger (einfach und bequem via Handy und Laptop) am Wachstum des Clubs teilhaben und stärkt damit seine innovative Vorreiterrolle unter den Bundesliga-Clubs. Die Anleger dürfen sich über eine Verzinsung von jährlich 4,0 Prozent bei einer Laufzeit von drei Jahren freuen. Bereits ab einem Betrag von 100 Euro konnten die Anleger investieren, der maximale Anlagebetrag betrug 10.000 Euro.

Keine elf Minuten für 1,5 Millionen Euro

Und so verlief die Aktion: Zunächst durften sich am Sonntag, dem 7. Mai, ausschließlich Vereinsmitglieder bis zur maximalen Gesamtsumme von 1 Million Euro registrieren. Die Million wurde wie erwähnt schon in 9 Minuten und 12 Sekunden erreicht. Zwei Tage später, am Dienstag, den 9. Mai, wurde eine zusätzliche Finanzierungssumme von 500.000 Euro für alle interessierten Anleger offeriert - in weniger als 90 Sekunden waren auch diese 500.000 Euro vergriffen und von der Crowd finanziert. Somit wurde von Hertha BSC insgesamt eine Summe von insgesamt 1,5 Millionen Euro via Crowdfinanzierung eingesammelt – in noch nicht einmal elf Minuten!
Der Erlös fließt übrigens in den Ausbau der Nachwuchsarbeit, also in die Hertha BSC Fußball-Akademie. Dazu gehören u.a. der Bau eines modernen medizinischen Zentrums nach neuesten technologischen Standards sowie die Erneuerung der Kunstrasenplätze im Jugendbereich.

Crowdinvestments nehmen zu

Dass Hertha BSC als Fußball-Bundesligist in einer Millionenstadt mit einer großen Anhängerschaft kein gewöhnliches Unternehmen ist, ist unbestritten, dennoch zeigt das Crowdinvestment-Projekt der Hertha, welches Potenzial in der Schwarmfinanzierung steckt.
Laut einem aktuellen Marktreport des Portals crowdfunding.de wächst das Investment-Volumen in diesem Bereich Jahr für Jahr. 2016 erhöhte sich das investierte Crowd-Kapital in Deutschland demnach um 39 Prozent auf 63,8 Millionen Euro - 2015 wuchs die angelegte Summe sogar um 260 Prozent.
Treiber des Wachstums waren 2016 vor allem Crowdinvestments in Immobilien-Projekte. Während das Engagement bei Unternehmensfinanzierungen eher stagnierte, legten Anleger rund 93 Prozent mehr Kapital in Immobilien an. Das crowdfinanzierte Immobilien-Segment deckt nun mit einer Jahressumme von 40 Millionen Euro rund 63 Prozent aller Crowdinvestments in Deutschland ab, berichtet das Portal gruenderzene.de.

FAZIT: Auch Investitionen in Fußballclubs oder Sportteams im Allgemeinen nehmen zu, was natürlich auch unter emotionalen Gesichtspunkten der Anhängerschaft zu sehen ist. Dennoch, der digitale Schritt muss erst einmal gegangen werden. “We try. We fail. We win.“ - so lautet der aktuelle Image-Slogan von Hertha BSC Berlin. In Sachen digitaler Finanzierung haben die Herthaner definitiv gewonnen.