Digitalisierung im Mittelstand: 5 große Fehler die Sie vermeiden sollten

Digitalisierung im Mittelstand

Der digitale Wandel macht vor kaum einem Unternehmen Halt. Industrie 4.0 und Internet der Dinge (IoT) sind die Trends der Zukunft. Auch KMUs investieren verstärkt in die Digitalisierung, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Viele KMUs reagieren auf die Digitalisierung im Mittelstand mit Unsicherheit. Die Besorgnis ist verständlich, da gravierende Fehler bei der Digitalisierung auftreten können. Doch besonders in Momenten wie jetzt in der Corona-Krise, in der viele Menschen im Home-Office arbeiten müssen, spürt man die große Wichtigkeit der Digitalisierung von KMU’s. Welche Fehler Sie bei der Digitalisierung Ihres Unternehmens vermeiden sollten und was Sie von den Fehlern anderer Unternehmen lernen können erfahren Sie in diesem Beitrag.

Digitalisierung von KMUs

Die gesamte Wertschöpfungskette wird vom digitalen Wandel beeinflusst. Während einige KMU verstärkt auf Digitalisierung setzen, haben andere das noch nicht vollständig erkannt. Sie konzentrieren sich nur auf die Optimierung einzelner interner Prozesse. KMUs sind der Motor der Wirtschaft, da sie bei Neuentwicklungen als stark gelten. Bei Investitionen im eigenen Unternehmen halten sie sich jedoch oft zurück. Viele Mittelständler schrecken vor den Kosten für die Investition in neue Technologien zurück. Anders als bei agilen und innovativen Start-ups oder finanzstarken Großunternehmen wird die Digitalisierung im Mittelstand nur in ausgewählten Bereichen vorangetrieben.

Zur Erleichterung des Datenaustauschs zwischen den einzelnen Sachabteilungen setzen gemäß einer Studie des Bonner Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) über ein Drittel der KMUs auf Enterprise Resource Planning (ERP). Von den befragten Unternehmen stehen 28 Prozent im digitalen Kontakt mit Zulieferern und Abnehmern. Ein digitales Customer Relation Management (CRM) für die Kundenverwaltung wird von 46 Prozent der Studienteilnehmer genutzt. KMUs investieren vorrangig dann in die Digitalisierung, wenn sie Kosten einsparen und interne Prozesse vereinfachen können.

Sorgen der KMUs bei Einführung der Digitalisierung

Sorgen bei der Digitalisierung im Mittelstand haben die KMU vor allem bezüglich der Investitionskosten. Furcht vor Cyber-Spionage ist ein weiteres Problem, mit dem sich viele KMUs konfrontiert fühlen. Ein wichtiger Trend im digitalen Wandel ist das Cloud-Computing, bei dem Unternehmen einen zentralen Server bei einem Anbieter zur Hinterlegung ihrer Daten nutzen können. Viele kleinere und mittlere Unternehmen, stehen dieser Möglichkeit jedoch skeptisch gegenüber, da sie Datenverluste und das Ausspähen ihrer Daten fürchten. Die Autoren der Studie des IfM machen darauf aufmerksam, dass die Anbieter von Cloud-Computing zertifiziert sind und modernste Technologien nutzen. Schutz vor Cyberkriminalität ist gewährleistet.
Nicht nur das Investitionsrisiko, sondern auch das fehlende Know-how ist bei vielen KMUs ein Grund dafür, warum sie nicht in die Digitalisierung investieren. Mit fachkundigen externen Beratern oder der Beschäftigung eines eigenen Chief Digital Officers (CDO) kann dieses Problem gelöst werden. Der CDO kümmert sich um die digitale Transformation im Unternehmen. Um mit der Digitalisierung im Mittelstand erfolgreich zu sein, kommt es auf die richtige Budgetverwaltung an.

Vermeiden Sie diese 5 großen Fehler bei der Digitalisierung

Um mit Ihrem Unternehmen wettbewerbsfähig zu bleiben und die Digitalisierung erfolgreich einzuführen, sollten Sie die folgenden 5 Fehler vermeiden:

1. Zu großer Leistungsumfang

Ein häufiger Fehler bei der Einführung der Digitalisierung ist ein zu hoher Leistungsumfang. Viele Unternehmen scheitern, da sie alle Ziele auf ein einziges Projekt fokussieren und damit alle ihre Probleme lösen wollen. Solche umfangreichen Projekte sind zum Scheitern verurteilt, da der finanzielle und zeitliche Aufwand kaum kalkulierbar ist.
Vermeiden können Sie diesen Fehler, indem Sie klein anfangen. Die Digitalisierung ist kein Projekt, das innerhalb weniger Monate abgeschlossen ist. Sie ist vielmehr ein Prozess, der immer weiter fortschreitet, aber niemals endet. Mit einem kleinen und überschaubaren Projektvolumen nähern Sie sich Ihrem Ziel. Budget und Zeitrahmen sind überschaubar. Stellen Sie sich Teilaufgaben für die Digitalisierung im Mittelstand und nutzen Sie die gewonnenen Erfahrungen für den weiteren Fortschritt Ihres Projekts.

2. Ausschluss der Fachabteilungen

Die Digitalisierung wird von vielen Unternehmen nur in der IT-Abteilung durchgeführt. Das ist ein Fehler, da die Digitalisierung viele Bereiche des Unternehmens erfasst, beispielsweise die Buchhaltung, die Planung, die Arbeitsvorbereitung, den Einkauf und den Vertrieb. Soll die Digitalisierung im Unternehmen erfolgreich sein, müssen auch die Fachabteilungen einbezogen werden. Sie wissen am besten Bescheid, welche Vorgänge sich mit der Digitalisierung vereinfachen lassen und was berücksichtigt werden sollte.
Ein Ausschluss der Fachabteilungen im Digitalisierungsprozess führt zu Misserfolgen. Das vermeiden Sie, indem Sie ein Team aus den Beteiligten aller Fachabteilungen bilden. So können Sie konkrete Projekte erarbeiten und am Ende den gemeinsamen Erfolg sowie die Verbesserungsmöglichkeiten bewerten.

3. Investitionen in Hard- und Software sind zu hoch

Die Digitalisierung im Mittelstand wird von vielen KMUs als komplizierter Prozess angesehen. Sie investieren daher hohe Beträge in Hard- und Software. Das verschlingt Kapital, das für andere Prozesse im Unternehmen genutzt werden könnte. Letztendlich entspricht die erworbene Technik nicht dem tatsächlichen Bedarf des Unternehmens und wird nicht in vollem Umfang genutzt. Die Mitarbeiter fühlen sich mit der Software häufig überfordert, da sie eingearbeitet werden müssen und Zeit verlieren, die für die eigentliche Tätigkeit erforderlich ist.
Diesen Fehler vermeiden Sie, indem Sie Ihr Budget genau planen und überlegen, was Sie tatsächlich brauchen. Oft reicht bereits einfache Technik aus, um die Digitalisierung schrittweise voranzubringen. Nach Bedarf können Sie Ihre Soft- und Hardware erweitern. Verschiedene Lösungen sind modular aufgebaut und einfach erweiterbar.

4. Zögern bei der Digitalisierung im Mittelstand

Mittelständische Unternehmen stellen oft eine Digitalisierungsstrategie auf und benennen ein Team für die Durchführung des Projekts. Ein Projektplan wird erstellt. Bevor tatsächlich mit der Digitalisierung begonnen wird, vergeht häufig viel Zeit. In der Folge wird überlegt, ob die Digitalisierung wirklich erforderlich ist und ob es sinnvoll ist, zu investieren.
Es ist besser, die Digitalisierung in kleinen Schritten zu planen und umzusetzen als über lange Zeit zu prüfen und zu überlegen. Solche kleinen Ziele lassen sich parallel zu den Kernkompetenzen erledigen.

5. Ängstliches Verhalten ohne Ziele

Die Angst, etwas zu verpassen, steht angesichts der Digitalisierung im Mittelstand bei vielen Unternehmen im Raum. Unternehmen fühlen sich gezwungen, zu digitalisieren, da sie fürchten, nicht mehr konkurrenzfähig zu bleiben. Investitionen in Technik, die nicht auf das Unternehmen zugeschnitten ist und in diesem Umfang nicht gebraucht wird, können die Folge sein.
Gemeinsam mit allen Abteilungen sollten Überlegungen getroffen werden, in welchen Bereichen die Digitalisierung zu Verbesserungen führen könnte.

Praxisbeispiele von 3 Unternehmen die bei der Digitalisierung gescheitert sind

Es sind nicht gerade die kleinen Unternehmen, die an der Digitalisierung scheiterten. Nicht nur in Deutschland haben Unternehmen die Digitalisierung verpasst. Die Beispiele zeigen, wie weit das Scheitern an der Digitalisierung führen kann.

Kodak

Das US-amerikanische Unternehmen Kodak wurde bereits 1892 gegründet. Das für seine Filme und Kameras bekannte Traditionsunternehmen scheiterte an der Digitalisierung. Zwar brachte Kodak 1989 als eines der ersten Unternehmen eine Digitalkamera auf den Markt, doch scheiterte es bei der Einführung der Digitalisierung und beim Ausbau der Technik für die Digitalkameras. Das Unternehmen blendete die Notwendigkeit, sich an die Digitalisierung anzupassen, aus. Trotz fähiger Mitarbeiter spielt Kodak inzwischen nur noch eine untergeordnete Rolle in der Fotografie.

Nokia

Das finnische Telekommunikationsunternehmen Nokia brachte 1992 sein erstes massentaugliches Handy heraus. Das Unternehmen ruhte sich auf seinen Lorbeeren aus und verpasste bei der Digitalisierung den Anschluss. Als das Smartphone eingeführt wurde und Konkurrenten wie Apple auf den Plan traten, hatte Nokia das Nachsehen. Das führte dazu, dass Nokia 2014 vor dem Aus stand und seine Mobilfunksparte an Mikrosoft verkaufte.

Quelle

Das 1927 von Gustav Schickedanz gegründete Versandhaus scheiterte an der Digitalisierung. Quelle hatte in moderne Versandanlagen investiert, doch hatte das Unternehmen mit der wachsenden Bedeutung des Online-Shoppings die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Erst nachdem der Wettbewerber Amazon mit deutlich geringeren Produkt- und Lieferkosten schon eine ernsthafte Gefahr darstellte, dachte Quelle an die Einführung des Online-Shoppings. Das war zu spät und führte 2009 zu einer Insolvenz.

Was kann der Mittelstand aus diesen Fehlern lernen?

Aus den Fehlern namhafter Unternehmen kann der Mittelstand bei der Einführung der Digitalisierung lernen. Erfolge bei der Digitalisierung im Mittelstand können erzielt werden, wenn KMUs stets die Konkurrenz im Auge behalten und einen Blick über den Tellerrand werfen. Es gilt, Trends rechtzeitig aufzuspüren und auf ihre Umsetzbarkeit zu prüfen. Die Innovation betrifft nicht nur die Produkte und Technologien, sondern auch die Vermarktung und das Kundenmanagement. KMUs müssen prüfen, welche Möglichkeiten sie mit der Digitalisierung haben und welche Lösungen sich eignen. Mit der Beschäftigung eines eigenen CDO können KMUs die Digitalisierung im Mittelstand vorantreiben.

Die Aufgaben bei der Einführung der Digitalisierung sollten nicht allein auf der IT-Abteilung ruhen. Alle Abteilungen sollten bei der Digitalisierung einbezogen werden, damit der Prozess erfolgreich durchgeführt werden kann. Auf Erfolgen sollten sich Unternehmen nicht ausruhen. KMUs können nur dann bestehen, wenn sie die Digitalisierung als Prozess verstehen und ständig weiterentwickeln.

Wie können Unternehmen die Digitalisierung finanzieren?

Für die Finanzierung der Digitalisierung gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Kredit als klassische Finanzierungslösung
Der Kredit ist eine klassische Lösung. Er bedeutet jedoch eine Verschuldung und mindert die Eigenkapitalquote. Die Zinsen für den Kredit werden Bonitätsabhängig erhoben.
Zur Einführung der Digitalisierung im Mittelstand gibt es verschiedene Förderprogramme mit zinsgünstigen Krediten. Solche Programme werden beispielsweise von der KfW angeboten.

Leasing der digitalen Ausstattung
Wenig verbreitet ist das Leasing der digitalen Technik. Es gibt jedoch einige Unternehmen, die Hardware auf Leasing anbieten. Mit dem Leasing haben Sie den Vorteil, dass Sie technisch immer auf dem neuesten Stand sind. Nach Ablauf der Leasingperiode können Sie FinCompare bietet Ihnen eine einfache und schnelle Finanzierung durch Leasing. Sie können ganz einfach eine Finanzierung beantragen und die Finanzierungsberater von FinCompare werden Sie schnellstmöglich kontaktieren, um auch in Ihrem Unternehmen eine Digitalisierung möglich zu machen.

Mietsoftware
Verschiedene Software-Anbieter haben sich auf Mietsoftware spezialisiert. Solche Mietsoftware wird für die verschiedensten Vorgänge im Unternehmen angeboten. Sie erhalten maßgeschneiderte Lösungen für Ihr Unternehmen. Zur Miete werden häufig Software-Pakete mit verschiedenen Inklusivleistungen angeboten, beispielsweise die Nutzung von Cloud-Computing

Crowdfunding
Eine Alternative zum klassischen Kredit kann das Crowdfunding sein. Über darauf spezialisierte Internetplattformen finden Sie Unternehmen und Privatinvestoren, die bereit sind, Ihr Digitalisierungsprojekt zu finanzieren. Nehmen Sie diese Unterstützung in Anspruch, zahlen Sie dafür Zinsen.

Mezzaninkapital
Mezzaninkapital ist eine eher ungewöhnliche Form der Finanzierung der Digitalisierung im Mittelstand. Es ist eine Mischung aus Eigen- und Fremdkapital. Mezzaninkapital lässt sich auf verschiedene Weise gestalten, beispielsweise durch die Ausgabe von Vorzugsaktien. Die Besitzer der Vorzugsaktien sollten verschiedene Vorteile genießen, z. B. eine Flatrate für Ihre Dienstleistung oder Rabatte auf Ihre Produkte.

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