Die Corona-Krise trifft die deutsche Wirtschaft mit voller Wucht, und es gibt nahezu keine Branche, die nicht unter den Folgen der Pandemie zu leiden hat. Betroffen sind vom Einzel-Selbstständigen bis hin zum Großkonzern nahezu alle. Wie die Konzerne, die im deutschen Leitindex DAX gelistet sind, mit der Krise umgehen, können Sie in den folgenden Zeilen erfahren.

Große Versorgungskontingente sind durch die Schließung vieler Betriebe weggebrochen, worunter sich auch einige industrielle Großkunden befinden. Dafür ist der Bedarf in den privaten Haushalten gestiegen. Wichtig für die Energieversorger ist indes, die Leistung ihrer Angebote aufrecht zu erhalten, weil sie eine große Rolle in der Grundversorgung spielen. Dafür haben sowohl E.ON als auch RWE inzwischen spezielle Konzepte entwickelt, deren Ziel es ist, dass nicht auf einmal zu viele Mitarbeiter erkranken oder sich in Quarantäne begeben müssen. Sollte es zu hohen personellen Engpässen im Laufe der Corona-Krise kommen, drohen Versorgungslücken, die es in jedem Fall  zu verhindern gilt. Ferner ist eine wichtige Aufgabe, dass die Versorgung mit Kohle und Gas nicht abreißt.

Lieferungen und Forschung der großen Medizin-Konzerne

Ebenfalls im DAX vertreten sind Unternehmen, die sich im Bereich Medizin- und Gesundheitswesen engagieren. Dazu zählen die Unternehmen BASF, Bayer, Fresenius Medical Care und Merck. Alle Unternehmen mussten größere Kursverluste in den vergangenen Wochen akzeptieren, und auch die Umsätze gingen deutlich zurück. Gerade im Bereich der Medikamentenlieferung gibt es derzeit große Probleme. Fast die Gesamtheit, der in Deutschland aber auch global verkauften Arzneien, wird ausschließlich in Asien, vornehmlich in China, hergestellt. Da aber China gerade in der Anfangszeit der Corona-Krise schwer getroffen war, ist es weltweit zu Lieferschwierigkeiten gekommen. Viele Medikamente sind seit einigen Wochen nicht mehr lieferbar. Inzwischen ist der Betrieb in den meisten chinesischen Fabriken wieder angelaufen – dies schließt auch die Medikamentenproduktion mit ein – aber inzwischen gibt es große Lücken in den Lieferketten. Bis diese geschlossen werden, kann es noch ein paar Wochen dauern. Hinzu kommt, dass die internationalen Warenströme derzeit durch die vielen Grenzschließungen extrem verlangsamt worden sind.

Gerade im Bereich der Impfstoffforschung gegen das Corona-Virus sind momentan alle pharmazeutischen Unternehmen angehalten, an einer Entwicklung mitzuwirken – wenn dies in den meisten Fällen auch nur indirekt geschieht. Keines der genannten DAX-Unternehmen agiert momentan in der ersten Reihe der Impfstoffforschung.

Analysen der großen Unternehmensberatungen

Die großen Unternehmensberatungen KPMG, Ernst&Young, Deloitte und PwC beschäftigen sich naturgemäß auch mit der Corona-Krise und beurteilen die Lage ebenfalls als sehr ernst.

Die Akteure bei KPMG sehen in einer Stellungnahme auf ihrer Internetseite die globale Wirtschaft in einer tiefgreifenden Krise, begrüßen aber ausdrücklich die von den verschiedenen Staaten getroffenen Maßnahmen. Gemeint sind damit sowohl die Schutzmaßnahmen gegenüber den Bürgern als auch die Rettungspakete, die zur Stabilisierung der Wirtschaft getroffen wurden. Ferner gehen sie davon aus, dass die Folgen nachhaltig sein werden. So wird bei KPMG fest mit sogenannten Zweit- und Drittrundeneffekten gerechnet. Das Bild, das bei KPMG gezeichnet wird, ist aber nicht durchweg düster. So heißt es von den Wirtschaftsberatern, dass am Beispiel China ersichtlich wird, dass es auch nach tiefen Einschnitten wieder aufwärts gehen kann.

Auch die Unternehmensberater von Ernst&Young äußern sich auf ihrer deutschen Homepage facettenreich zu den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise. Grundsätzlich werden dort auch die Maßnahmen der Regierungen begrüßt, die sowohl die gesundheitlichen als auch die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie betreffen. In einem Beitrag lässt sich beispielsweise eine genaue Analyse der bislang getroffenen Rettungsmaßnahmen der bundesdeutschen Regierung nachlesen. Tenor bei Ernst&Young ist ebenfalls, dass sich eine Bewältigung der Krise über einen langen Zeitraum hinziehen wird. Aber dort heißt es auch, dass wichtige Maßnahmen bereits getroffen wurden, um die schlimmsten wirtschaftlichen Folgen einzudämmen und dass es nach Beendigung der Krise auch wieder sukzessive aufwärts gehen wird.

Einen großen Themenschwerpunkt  mit Gedankenspielen und konkreten Vorschlägen rund um die Corona-Krise lässt sich zudem bei Deloitte finden. Dort können Unternehmen kostenlose Informationen erhalten, wie sie sich am besten auf aktuelle und kommende Herausforderungen einstellen können.

Auf der Startseite von PwC schließlich heißt es: COVID-19: Gemeinsam durch die Krise navigieren. Auch dort finden interessierte Leser ein großes Themenpaket, das sich umfangreich mit sämtlichen wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise beschäftigt. Dr. Ulrich Störk, Sprecher der Geschäftsführung von PwC, bringt in seinem Beitrag die aktuelle Lage mit folgenden Worten auf den Punkt: „Wir alle befinden uns in einer Ausnahmesituation, wie sie noch niemand von uns erlebt hat.“

Die Experten bei PwC genau wie in den anderen Unternehmensberatungen sehen sich in der Pflicht, einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten, um einen Weg aus der Krise zu finden. Und eines kann schon jetzt sicher gesagt werden: Auf sie wird in den kommenden Jahren eine Menge an Arbeit zukommen, um gemeinsam mit den Unternehmen die Folgen der Corona-Krise zu meistern. Die Hoffnung, dass dies gelingen wird, ist aber in jedem Fall vorhanden.