DataSkills4SME: EU fördert den Aufbau digitaler Kompetenzen

DataSkills4SME

Das Projekt DataSkills4SME ist ein von der EU gefördertes Projekt zum Aufbau von digitalen Kompetenzen in kleinen und mittelständischen Unternehmen. Zu diesem Zwecke ist die Entwicklung einer Lernplattform vorgesehen, die den Mitarbeitern der Unternehmen kostenfrei zur Verfügung stehen soll. Diese wird auf Basis einer vorherigen Umfrage in der Zielgruppe auf die Bedürfnisse von KMU abgestimmt.

Ziel des Projektes: Digitale Kompetenzen stärken

Die Digitalisierung schreitet immer weiter voran. Immer mehr Unternehmen finden das Kapital, die alten analogen Vorgänge durch digitale Pendants zu ersetzen. Neu gegründete Unternehmen streben oft direkt von Beginn an ein hohes Niveau der Digitalisierung an.

Für Unternehmen sind inzwischen einige Finanzierungen für die Digitalisierung verfügbar. Insbesondere im Zusammenhang mit der Einführung von umweltfreundlichen Technologien sind diverse Firmenkredite verfügbar. Parallel zur Einführung der Technologie muss das Know-How der Mitarbeiter entwickelt werden.

Während junge Mitarbeiter oft an der neuen Technologie ausgebildet wurden und wenig Schwierigkeiten haben sich anzupassen, müssen gerade erfahrene Mitarbeiter langjährig eingeübte Abläufe ändern. Das braucht oft deutlich mehr Aufwand seitens des Mitarbeiters. Gezielte Schulungen können hier die Umstellung erleichtern und gleichzeitig die Akzeptanz neuer Abläufe steigern.

data skills 4 smes

Besonderen Fokus legt das Projekt DataSkills4SME auf drei Themengruppen:

1. Cybersecurity

Cybersecurity – die digitale Sicherheit – ist ein überaus sensibles und komplexes Thema und heutzutage in allen Bereichen des Lebens relevant. In KMUs wird die Cybersecurity oft stiefmütterlich behandelt. Die Kosten-Nutzen-Rechnung wird dadurch erschwert, dass es unbekannt ist, wieviel Schaden durch Cybersecurity tatsächlich verhindert wird. So sind bestenfalls grobe Schätzungen möglich auf deren Basis die hohen Ausgaben nur schwer zu rechtfertigen sind.

Zusätzlich ist die Mitarbeit sämtlicher Angestellten in diesem Bereich von entscheidender Bedeutung. Der Fehltritt selbst eines einfachen Nutzers kann dazu führen, ein gesamtes IT System lahm zu legen. Deshalb sollten sämtliche Mitarbeiter in die Lage versetzt werden, IT verantwortungsbewusst zu handhaben. So sollten Sie in der Lage sein, mögliche Sicherheitslücken und Infiltrationsversuche (insbesondere Phishing u.Ä.) zu erkennen.

Die Vorteile einer guten Cybersecurity sind vor Allem der Schutz von Unternehmenskompetenzen sowie verringerter Schaden durch Malware. Dadurch steigt auch das Vertrauen der Kunden in das Unternehmen.

2. Process Optimisation

Die Process Optimisation (deutsch: Prozessoptimierung) durch die Einführung digitaler Technologien kann die Effizienz eines Ablaufs langfristig steigern. Z.B. CRM-Systeme (Customer Relationship Management) oder ERP-Softwares (Enterprise Resource Planning) tragen zur Prozessoptimierung bei, sparen Ressourcen und vereinfachen die Kundenkommunikation.

Entscheidend ist jedoch nicht nur das Einführen unterstützender Technologien, sondern auch der Willen der Mitarbeiter, diese einzusetzen. Wenn die Innovation von den Angestellten nicht angenommen wird, z.B. weil diese sie als unsinnig oder lästig empfinden, wird dadurch die gesamte Investition wirkungslos. Es ist daher entscheidend, dass Sie Ihre Mitarbeiter schon von der Planungsphase an in den Prozess involvieren. Sie an Evaluationen und Tests teilhaben zu lassen und bei Einführung ausführlich zu schulen kann die Akzeptanz neuer Technologien entscheidend steigern.

3. Digital Marketing

Digital Marketing ist für jedes Unternehmen heutzutage unumgänglich. Das beginnt schon bei der eigenen Website, umfasst Themen wie Social Media Präsenzen und Online-Werbung und reicht bis zu komplexen Strategien wie SEO (Search Engine Optimization). Ziel ist eine Steigerung von Verkäufen, der Aufbau eines neuen Kundenstamms oder das Fördern des Bekanntheitsgrads unternehmenseigener Marken. Entsprechend sind die Vorteile digitalen Marketings eine größere Reichweite Ihres Unternehmens, effizientere Verkaufsstrategien durch Digital Merchandise Management Systeme sowie datenbasierte Evaluation Ihrer Verkäufe und Aktivitäten.

Wie diese Ziele jedoch erreicht werden kann sehr unterschiedlich sein und ist für jedes Unternehmen spezifisch. Zusätzlich sind einige Themen, wie z.B. SEO, besonders umfangreich und erfordern ein gewisses Maß an Kenntnissen und Erfahrungen.

Die Methode von DataSkills4SMEs

Das Ziel des Projektes ist die Unterstützung von KMUs in Europa beim Aufbau von Expertise mit digitalen Technologien. Dafür muss das Projekt zuerst identifizieren, welche Kenntnisse im Zusammenhang mit der Digitalisierung bei KMUs dringend benötigt werden. Anschließend soll auf dieser Basis ein Schulungsprogramm für Angestellte erstellt werden.

Es ist geplant, die erstellten Kurse und das Lehrmaterial auf der Online-Lernplattform Moodle bereitzustellen.

Das erstellte Lehrprogramm wird eine ausführliche Pilotphase durchlaufen, in welcher eine Gruppe Angestellter bei KMUs Zugriff auf alle Materialien erhalten wird. Auf Basis des generierten Feedbacks soll das Lehrprogramm verbessert werden. Das Projekt wird also in drei Phasen gegliedert:

  1. Cross-Sectional Studies sollen einen Überblick über die Erfahrungen von KMUs mit digitalen Innovationen geben. So sollen die Herausforderungen charakterisiert werden, denen sich Unternehmen europaweit stellen müssen. Die Studien sollen bei Angestellten Wissenslücken und fehlende Kompetenzen im Bezug auf digitale Technologien aufdecken.
  2. Implementation eines Lernmodells basierend aus den vorher erhobenen Daten. Darin enthalten sind spezifische Lernziele. Bereitgestellt wird alles auf Moodle.
  3. Pilotphase, in der Angestellten von KMUs ermöglicht wird, die Lehrmaterialien auszuprobieren. Dieser Test wird in zwei Phasen ablaufen, wobei in der ersten Phase 10 Nutzer und in der zweiten Phase über 80 Nutzer Zugriff erhalten werden. Dies soll vor Freischaltung die Qualität und Integrität der angebotenen Materialien sicherstellen.

Die Lehrmaterialien

Das DataSkills4SMEs Projekt nutzt zur Bereitstellung seiner Lerninhalte das Lernmanagementsystem von Moodle. Zum größten Teil sollen sowohl Webinars als auch aufgezeichnete Video Kurse bereitgestellt werden. Elektronische Manuskripte im PDF Dateiformat sollen diese ergänzen. Alle Medien werden vorrangig in englischer Sprache erstellt und mit deutschen sowie italienischen Untertiteln versehen.

Jeder Lerninhalt wird von einem Entwickler mit Ausbildungserfahrung erstellt und überprüft. Diese werden auf kurze Nutzerbefragungen, Lernkontrollen u.Ä. zurückgreifen, um die Qualität und Effizienz der Lehrmaterialien sicher zu stellen.

Zum aktuellen Zeitpunkt läuft die Phase der Cross-Sectional Studies. Das Projekt hat seine Umfrage, in der es Daten von freiwilligen Teilnehmern sammelt, inzwischen online geöffnet.