Update vom 26.03.2020: Einreiseverbot für Erntehelfer

Am Mittwoch (25.03.2020) hat das Innenministerium ein Einreiseverbot für Erntehelfer und andere Saison-Arbeitskräfte in der Landwirtschaft angeordnet und ab 17 Uhr desselben Tages ihnen die Einreise an Grenzkontrollen verweigert. Damit fehlen ab sofort rund 290.000 Hilfskräfte in der Landwirtschaft die normalerweise aus Rumänien, Polen oder auch Bulgarien und Ungern einreisen. Diese Maßnahmen treffen Obst- und Gemüsebauern sowie Winzer besonders hart, da sie auf die Arbeiter angewiesen sind. Aber auch Verbraucher werden die Maßnahme eventuell zu spüren bekommen. So warnt der Handelverband Deutschland (HDE), dass es aufgrund der Maßnahmen zu Herausforderungen beim Aufrecht erhalten der Handelskette kommen kann. Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes versichert aber, dass die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln nicht gefährde sein. 

Gleichzeitig wurde ein neues Vermittlungsportal für Erntehelfer im Inland aufgesetzt. Unter: https://www.daslandhilft.de finden Sie dieses Portal, auf dem Sie Ihren Bedarf an Arbeitskräften eintragen können und sich untereinander vernetzten können. Außerdem überlegt die Regierung, ob Asylbewerber ohne Arbeitserlaubnis als Saisonkräfte auf den Feldern eingesetzt werden dürfen. Die Corona-Krise trifft auch die Landwirtschaft. Aufgrund der Reisebeschränkungen machen sich die Landwirte Sorgen um die Ernte, da die Erntehelfer fehlen. Große Teile der Ernte müssten aufgrund der Corona-Krise in der Landwirtschaft auf den Feldern liegenbleiben. Landwirte müssen einen Notfallplan erstellen und alle wichtigen Hygienemaßnahmen berücksichtigen. Die Grundversorgung bleibt laut Aussage von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner bestehen.

Auswirkungen für Landwirte – Mangel an mehr als 10.000 Saisonarbeitern durch Corona-Krise

Wie in jedem Jahr benötigen die Landwirte in Deutschland auch in diesem Jahr wieder eine Vielzahl an Saisonarbeitskräften, um die Ernte und andere wichtige Arbeiten zu bewältigen. Aufgrund der Reisebeschränkungen anlässlich der Corona-Krise fehlen in diesem Jahr die Saisonarbeiter aus dem Ausland. Jährlich hat die deutsche Landwirtschaft ungefähr 286.000 Saisonarbeiter eingesetzt, die vorrangig aus Polen und Rumänien kamen. Die Arbeitskräfte aus dem Ausland werden vor allem für die Spargelernte und für das Anpflanzen verschiedener Gemüsesorten benötigt.

Um den Mangel an Saisonarbeitskräften angesichts der Corona-Krise in der Landwirtschaft zu kompensieren, wollen Landwirte in Nordostniedersachsen kurz vor Beginn der Spargelsaison Studenten und Schüler anwerben. Ein Spargelbaueraus dem Landkreis Lüneburg sagte, dass sich Arbeitskräfte aus Polen gar nicht mehr auf den Weg machen. Erntehelfer aus Rumänien, die mit dem Bus nach Deutschland kommen wollten, wurden an der ungarischen Grenze abgewiesen.

Fehlen die Saisonarbeitskräfte aus dem Ausland, wären die Spargel- und Erdbeerernte in Gefahr. Möglicherweise müssten große Teile der Ernte auf den Feldern liegenbleiben.

Versuche, um die Ernte in der Corona-Krise zu organisieren

Um die Ernte zu gewährleisten, schlug Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner bereits Ausnahmeregelungen vor, die eine Einreise für Arbeitskräfte aus Polen oder der Ukraine ermöglichen sollen. Sie habe schon mit der Lufthansa gesprochen. Die Arbeitskräfte könnten aufgrund der Beschränkungen an den Grenzen eingeflogen werden. Ein Landwirt aus dem Landkreis Uelzen denkt an die Schaffung von zusätzlichen Wohnungen für Verdachtsfälle. Er versichert, dass alle Hygienevorschriften für die ausländischen Erntehelfer eingehalten werden. Carsten Hövermann, der Sprecher des Bauernverbandes Nordostniedersachsen, gibt sich optimistisch. Er geht davon aus, dass Erntehelfer an den Grenzen durchgelassen werden könnten. Die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln müsse sichergestellt werden.

Darauf müssen Tierhaltungsbetriebe in der Corona-Krise achten

Die Corona-Krise in der Landwirtschaft trifft nicht nur die Ernte. Auch die Tierhaltungsbetriebe müssen mit den entsprechenden Maßnahmen reagieren. Rechtzeitig muss die Versorgung der Tiere sichergestellt werden, wenn Arbeitskräfte ausfallen. Einen Hinweis, dass sich auch Nutztiere mit dem Corona-Virus infizieren könnten, gibt es seitens des Friedrich-Löffler-Instituts nicht. Die Versorgung der Tiere sollte daher auch dann möglich sein, wenn Arbeitskräfte unter Quarantäne stehen. Die Landwirte in der Tierproduktion stehen aufgrund der Corona-Krise in der Landwirtschaft vor einer großen Herausforderung.

Notfallplan erstellen

Im Notfallplan sollen Maßnahmen für den Einsatz des Personals vorgesehen werden. Dazu gehört eine Anpassung der Personal- und Schichtplanung. Der Notfallplan sieht auch vor, dass die Mitarbeiter private soziale Kontakte so weit wie möglich meiden. Für den Ernstfall müssen Ersatzhelfer eingeplant werden. Darüber hinaus müssen im Notfallplan auch die Hygienemaßnahmen berücksichtigt werden.

Personal- und Schichtplanung anpassen

Angesichts der Corona-Krise in der Landwirtschaft müssen die Tierhaltungsbetriebe auch die Personal- und Schichtplanunganpassen. Ausschließlich die gleichen Teams sollen zusammenarbeiten, sodass immer dieselben Kollegen Kontakt miteinander haben. Die Mitarbeiter sollen nach Möglichkeit unterschiedliche Eingänge und separate Räume nutzen, um sich im Ernstfall nicht gegenseitig zu infizieren.

Wenn die Mitarbeiter soziale Kontakte weitgehend meiden, muss im Ernstfall nicht die gesamte Belegschaft unter Quarantäne gestellt werden.

Ausnahmen von der häuslichen Quarantäne könnten unter besonderen Voraussetzungen möglich sein, beispielsweise, wenn die Mitarbeiter als geschlossenes Team arbeiten und den gleichen Status haben.

Ersatzhelfer einplanen

Rechtzeitig müssen Ersatzhelfer eingeplant werden, falls Mitarbeiter aufgrund einer Corona-Infektion ausfallen. Die Ersatzhelfer könnten in der Tierhaltung eingesetzt werden, wenn dort Mitarbeiter tätig waren, die positiv getestet wurden. Um die Versorgung der Tiere zu sichern, sind in Absprache mit den Gesundheitsämtern Ausnahmen von der Quarantäne möglich. Fehlen Saisonarbeitskräfte oder fallen Arbeitskräfte in der Tierproduktion aus, könnte beispielsweise die Möglichkeit der kurzfristigen Beschäftigung gelockert werden. Die Hinzuverdienstmöglichkeiten für Arbeitslose, Bezieher einer vorzeitigen Altersrente oder Asylbewerber könnten erweitert werden.

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Hygienemaßnahmen treffen 

In Anbetracht der Corona-Krise in der Landwirtschaft müssen Hygienemaßnahmen getroffen werden. Es kommt auf die strenge Einhaltung der allgemeinen Hygieneregelungen an. Die einzelnen Schritte müssen mit dem Gesundheitsamt abgestimmt werden. Eine Desinfektion von Arbeitsbereichen wie dem Melkstand ist vor dem Einsatz von Ersatzhelfern nicht erforderlich. Bislang ist eine Übertragung von Corona-Viren über unbelebte Oberflächen nicht dokumentiert. Da die Übertragung über die Hände sowie die Schleimhäute von Mund, Nase und Augen erfolgt, ist gründliches Händewaschen die wichtigste Hygienemaßnahme. Zusätzlich könnten Flächen desinfiziert werden, da sich die Viren bei Raumtemperatur mehrere Tage halten könnten.

Grundversorgung bleibt trotz der Corona-Krise bestehen

Trotz der Corona-Krise in der Landwirtschaft bleibt die Grundversorgung der Bevölkerung bestehen. Die Landwirte sorgen sich wegen der Ausbreitung des Virus und befürchten Konsequenzen für ihre Betriebe. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat dafür ihr Verständnis geäußert. Da immer mehr Restaurants schließen müssen, fürchten einige Landwirte Absatzschwierigkeiten für ihre Produkte. Ein weiteres Problem stellt die Ernte von schnell verderblichen Produkten wie Spargel oder Erdbeeren dar. Um die Ernte und die Grundversorgung zu sichern, will sich Julia Klöckner mit Verbandsvertreternaustauschen. Die CDU-Politikerin will über staatliche Hilfe für die Bauern reden, vor allem für diejenigen, die sich mit dem Corona-Virus infiziert haben. Laut der Ministerin gilt das, was grundsätzlich für Selbstständige und Angestellte gilt, auch für die Landwirtschaft. Die Ministerin sieht eine Senkung der bürokratischen Hürden vor.Grundnahrungsmittel wie Kartoffeln oder Getreide sind nicht von der Krise betroffen. Die Versorgung der Bevölkerung mit diesen Lebensmitteln ist nicht in Gefahr. Die Lebensmittellager sind gegenwärtig noch voll.

Bundesministerin Julia Klöckner sieht vor, dass Gastronomen, die bald keine Beschäftigung mehr haben, den Landwirten bei der Ernte helfen könnten.

Landwirte können über FinTechs auf kurzfristige Kredite und Förderprogramme zurückgreifen

Viele Landwirte sorgen sich aufgrund der Corona-Krise in der Landwirtschaft um ihre Existenz. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier weist darauf hin, dass die landwirtschaftlichen Betriebe zinslose Darlehen zur Überbrückung benötigen. FinTechs können Landwirten bei der Vermittlung kurzfristiger Kredite helfen.

Verschiedene Förderbanken und die KfW haben bereits Förderprogramme angesichts der Corona-Krise erarbeitet. Benötigen Sie einen Firmenkredit oder einen Förderkredit der KfW zur Überbrückung der Krise, können Sie sich an FinCompare wenden. Wir werden versuchen Ihnen schnelle Hilfe zu sichern.