Brexit: Auswirkungen auf Deutschland und den Mittelstand

Alles über Brexit und seine Auswirkungen auf die deutschen Unternehmen.

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Am 12. Dezember 2019 haben die Briten ein neues Parlament gewählt. Als klarer Sieger gingen dabei die Konservativen („Tories“) um Premierminister Boris Johnson hervor: Die Tories holten 365 Sitze im Unterhaus und damit die absolute Mehrheit. Boris Johnson kann so – anders als seine Vorgängerin Theresa May – im Unterhaus durchregieren und sein zentrales Wahlversprechen einlösen: Großbritannien aus der EU führen. Noch vor Weihnachten könnte im Parlament über einen Austritt Großbritanniens aus der EU abgestimmt werden. Stichtag für den Austritt ist der 31. Januar 2020. Dem Abkommen mit der EU zufolge beginnt dann eine Übergangsphase bis Ende 2020. Während dieser Zeit will Boris Johnson die künftigen Beziehungen mit der EU aushandeln.

Was bedeutet das Ergebnis für Deutschland?

Durch den deutlichen Wahlsieg wurden im Parlament klare Verhältnisse geschaffen: Die Chancen auf einen geregelten Ausstieg Großbritanniens sind damit stark gestiegen. Für die hiesige Wirtschaft ist das zunächst ein gutes Signal, denn gerade Unsicherheiten und die Brexit-Hängepartie belasteten die Unternehmen. Ein Restrisiko bleibt allerdings bestehen: Die Übergangsphase bis Ende 2020 für die Aushandlung der künftigen Rahmenbedingungen zwischen EU und Großbritannien ist relativ knapp bemessen. Eine Verlängerungsoption hat Boris Johnson bislang stets ausgeschlossen. Sollte kein Anschlussabkommen zustande kommen, droht erneut ein No-Deal-Szenario.

Für viele Unternehmen bieten neueste Entwicklungen um ein bestimmtes Thema Anlass zur Sorge: der Brexit. Die Brexit-Auswirkungen auf Deutschland und den Mittelstand sind unvermeidbar. Der neue britische Premierminister Boris Johnson zählt sich zu den Hardlinern, was den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union betrifft. Er bestätigte in mehreren Statements, dass er auch einen No-Deal-Ausstieg durchziehen wird. Nach einem Brexit ohne neuen Vertrag mit der Europäischen Union sieht es aktuell auch aus, denn die EU-Kommission hatte die pauschale Forderung nach einer Verbesserung der Bedingungen für Großbritannien abgelehnt. Das heißt, Johnson müsste entweder den von Theresa May ausgehandelten Vertrag durchs Parlament bringen oder alle Beteiligten müssen sich auf einen Brexit ohne Vertrag einstellen.

Brexit sorgt schon längere Zeit für Unsicherheit

Der Startschuss für die zähen Verhandlungen zwischen Großbritannien und der Europäischen Union fiel im Juni 2016. Dabei holten die EU-Gegner eine knappe Mehrheit von 51,89 Prozent. Im März 2017 erfolgte die offizielle Ankündigung des Austritts auf der Basis des Artikels 50 des EU-Vertrags. Diese Austrittserklärung wäre zum März 2019 wirksam geworden. Allerdings gelang es Theresa May nicht, im Parlament die notwendige Mehrheit für die von ihr ausgehandelten Konditionen zu bekommen. Sie scheiterte in mehreren Abstimmungen. Die Folgen waren zwei Verschiebungen des Austrittstermins. Nach dem aktuellen Stand wird der Austritt Großbritanniens Ende Oktober 2019 wirksam. Die Terminverschiebungen führten dazu, dass das Vereinigte Königreich entgegen der ursprünglichen Pläne an der Europawahl 2019 teilnehmen musste. Interessant an der ganzen Sache ist ein Detail. Brexit-Gegner starteten eine Online-Petition. Die Mehrheit der Unterzeichner sprach sich für einen Verbleib Großbritanniens in der EU aus. Dennoch lehnte die britische Regierung eine Wiederholung des Volksentscheids ab.

DIHK-Umfrage „Going International 2018“ zeigt einige Brexit-Folgen auf

Jahr 2018 befragten 79 Industrie- und Handelskammern rund 2.100 Unternehmen in Deutschland, die Geschäftsbeziehungen ins Ausland pflegen. Für 43 Prozent der befragten Firmen spielen Geschäftsbeziehungen mit Großbritannien eine sehr wichtige Rolle für den weiteren Bestand der Unternehmen. 91 Prozent der Probanden gaben an, Teile ihrer Dienstleistungen und Waren an Kunden im Vereinigten Königreich zu liefern. 26 Prozent der befragten Unternehmen sind auf den Bezug von Waren und Dienstleistungen aus Großbritannien angewiesen. Ein Viertel der Unternehmen betreibt in Großbritannien Niederlassungen oder zumindest Büros mit eigenen Ansprechpartnern. Auch die Gesamtbilanz der Umfrage ist brisant, denn sie zeigt die möglichen Brexit-Auswirkungen auf Deutschland mit Blick auf den Arbeitsmarkt auf. Rund 750.000 Arbeitsplätze hängen nach den Resultaten der DIHK-Umfrage unmittelbar vom Fortbestand der Geschäftsbeziehungen mit den Vereinigten Königreich ab. Auch der britische Arbeitsmarkt könnte die Auswirkungen eines „harten“ Brexit deutlich zu spüren bekommen. Deutsche Unternehmen stellen dort rund 400.000 Arbeitsplätze bereit.

Brexit-Auswirkungen belasten die Einschätzungen der Geschäftslage enorm

Im Jahr 2018 konnte noch von einem geregelten Brexit ausgegangen werden. Trotzdem beurteilten viele Unternehmen die Entwicklung ihrer UK-Geschäfte schlecht. Bei der Bewertung der Perspektiven der Geschäftsbeziehungen mit Großbritannien gaben 36 Prozent der von den Industrie- und Handelskammern befragten Unternehmen eine Verschlechterung an. 52 Prozent der Unternehmenschefs gingen davon aus, dass ein geregelter Brexit keine nennenswerten Auswirkungen auf ihre geschäftliche Tätigkeit haben wird. Nachdem nun die Wahrscheinlichkeit für einen „harten“ Brexit sehr hoch ist, dürften die meisten Unternehmen ganz andere Bewertungen für die Zukunft abgeben. Die wichtigsten Elemente sind dabei der freie Warenverkehr (91 Prozent) und niedrige Bürokratieaufwendungen (86 Prozent).

Viele Unternehmen bekommen erhebliche Probleme durch einen harten Brexit

Wenn es Boris Johnson nicht schafft, im Parlament die Zustimmung für den Brexit-Vertrag zu bekommen, ist die Konsequenz ein gänzlich ungeregelter Ausstieg Großbritanniens aus der EU. Davon wären rund 340.000 Unternehmen in Deutschland unmittelbar betroffen. Auf sie kommen Zusatzaufwendungen in Höhe einer halben Milliarde Euro pro Jahr zu. Diese Zahlen leitet die DIHK aus Angaben des Statistischen Bundesamts ab. Die zusätzlichen Kosten resultieren aus den bei UK-Geschäften notwendig werdenden Zollanmeldungen und Ursprungsnachweise. Die Auswirkungen eines harten Brexits treffen vor allem kleine und mittelständische Unternehmen, die ausschließlich Geschäftsbeziehungen innerhalb der Europäischen Union pflegen. Sie müssen sich schnellstens mit den Zollverfahren für Nicht-EU-Länder beschäftigen.

Brexit Auswirkungen auf Deutschland – brenzlige Lage für Unternehmen mit internationaler Wertschöpfungskette

Es gibt in der Bundesrepublik Deutschland eine ganze Reihe von Unternehmen mit einer komplexen Wertschöpfungskette. Dabei durchlaufen die Produkte zahlreiche Herstellungsetappen, die in unterschiedlichen Ländern stattfinden. Gehören Werke in Großbritannien zu den Herstellungsetappen, leiden die Produktionskosten unter der mehrfachen Erhebung von Ein- und Ausfuhrzöllen. Diese Kostenerhöhungen schlagen (logischerweise) auf die Endpreise dieser Produkte durch. Das ist einer der Gründe, warum auch die meisten Verbraucher in Deutschland Angst vor den Auswirkungen haben, die ein „harter“ Brexit nach sich ziehen würden.

Brexit-Auswirkungen auf Währungskurse bringen weitere Probleme

Börsenanalysten gehen davon aus, dass ein ungeregelter Brexit verheerende Konsequenzen auf die Tauschkurse beim britischen Pfund und dem Euro haben wird. Der Wert des britischen Pfunds könnte um bis zu 25 Prozent fallen. Diese Auswirkungen würden nicht nur die Anleger treffen, die ihre Gewinne aus Währungsspekulationen beziehen. Auch die Export- und Importwirtschaft hätte die Konsequenzen zu tragen.

Konsequenzen für Tauschkursee

Die Importwirtschaft würde von einem stärkeren Euro profitieren, weil sich dadurch die Kosten der aus Großbritannien importierten Waren und Dienstleistungen verringern.

Genau das Gegenteil müssen die Unternehmen befürchten, die zu einem erheblichen Teil von Exporten nach Großbritannien abhängig ist.

Ihre Waren und Dienstleistungen werden durch die Verschiebung der Crossrates der beiden Währungen für die Briten deutlich teurer. Das dürfte erhebliche Reduzierungen beim Umfang der UK-Exporte nach sich ziehen.

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Großbritannien schießt sich mit einem ungeregelten Brexit ein Eigentor

Vor allem die britische Automobilindustrie dürfte gravierend unter einem „harten“ Brexit leiden. Vier von zehn in Großbritannien hergestellten Autos gehen derzeit als Exporte in EU-Länder. Den Vorteil, den die britische Automobilindustrie aus dem Wertverfall des britischen Pfunds ziehen könnte, fressen die durch Zölle entstehenden Zusatzkosten auf. Ein ungeregelter Brexit wird auch die ohnehin durch den Dieselskandal und die Fahrverbote angespannte Lage in der deutschen Automobilbranche verschärfen. Bei einem Wertverfall des Pfunds steigen die Preise deutsche Autos in Großbritannien immens. Sie werden zusätzlich von den Zöllen verteuert. Das multipliziert die vom Brexit ohne Vertrag ausgehenden Auswirkungen bei den deutschen Autobauern, denn sie exportieren derzeit mehr als 700.000 Fahrzeuge auf die britische Insel.

Harter Brexit hat deutliche Auswirkungen auf das Transportwesen

Die Logistikbranche muss bei einem ungeregelten Brexit mit erheblichen Konsequenzen ganz praktischer Natur rechnen. Der wichtigste Punkt dabei sind die personellen Ressourcen beim Zoll. Derzeit werden lediglich vier Prozent aller aus der EU im Hafen Dover ankommenden Lastkraftwagen kontrolliert. Das sind etwa 400 Stück pro Tag. Bei einem ungeregelten Brexit müsste der dortige Zoll seine Kapazitäten schlagartig auf das 25-Fache des aktuellen Werts aufstocken. Den Hafen Dover nutzen derzeit rund 10.000 Lastkraftwagen pro Tag als Tor nach Großbritannien oder als Weg vom Vereinigten Königreich in andere EU-Länder. Derzeit gibt es noch keine konkreten Hinweise darauf, wie die britische Regierung dieses Personalproblem lösen will. Das heißt, ab Ende Oktober müssen alle Speditionen und auf LKW-Transporte angewiesenen Unternehmen mit deutlich längeren Wartezeiten rechnen. Die dadurch gebundenen Transportkapazitäten fehlen an anderen Stellen. In der Konsequenz bedeuten die verlängerten Abfertigungszeiten immense Investitionen in die Erweiterung der nutzbaren Transportkapazitäten.

Touristikbranche würde ebenfalls unter einem harten Brexit leiden

nnerhalb der Europäischen Union herrscht generell Reisefreiheit. Bei einem ungeregelten Brexit fällt diese Großzügigkeit zwischen den EU-Ländern und Großbritannien weg. Theoretisch bedeutet das, dass Reisende aus EU-Ländern für einen Urlaub im Vereinigten Königreich ein Visum oder zumindest eine Einreisegenehmigung beantragen müssen. Diese bürokratische Hürde dürfte einen Einbruch bei den Reisebuchungen für Großbritannien für die Reisebüros in Deutschland nach sich ziehen. Auch die Airlines, die Flüge zwischen dem Vereinigten Königreich und EU-Ländern anbieten, müssen mit Einbrüchen bei den Passagierzahlen rechnen. Das gilt genauso für die Anbieter von Fährverbindungen von und nach Großbritannien. London Heathrow ist eines der beliebtesten Drehkreuze bei Langstreckenflügen mit Umstieg. Für die Betreiber der deutschen Großflughäfen bringt ein ungeregelter Brexit einen erheblichen Vorteil.

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Viele Airlines werden aufgrund der durch den Brexit drohenden Beschränkungen der Reisefreiheit ihre Routen so planen, dass keine Umstiege in London notwendig sind.

Davon könnten auch die Betreiber des neuen Hauptstadtflughafens BER profitieren, wenn der Airport endlich für eine komplette Inbetriebnahme bereit wäre. Doch davon ist er leider weit entfernt. Inzwischen ist eine erneute Verschiebung der Eröffnung vom Herbst 2020 auf den Herbst 2021 im Gespräch.

Verarbeitendes Gewerbe steht Brexit besonders skeptisch gegenüber

Das deutete sich bereits in einer Umfrage der Creditreform im Jahr 2016 an. Sie fokussierte sich auf Unternehmen, die traditionell zum Mittelstand zählen. Dort ergaben sich sehr deutliche Unterschiede bei der Einschätzung der Brexit-Auswirkungen auf Deutschland. Rund 53 Prozent der befragten Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes gaben negative Auswirkungen auf die Wirtschaft in der gesamten EU an. Im Baugewerbe war schon damals die Einschätzung deutlich anders. Dort sehen nur 36,1 Prozent das Risiko negativer Auswirkungen. Die Gründe dafür sind logischer Natur. Ein Großteil der Unternehmen aus dem Bauhauptgewerbe ist ausschließlich auf dem deutschen Binnenmarkt tätig, während im produzierenden Gewerbe grenzüberschreitende Geschäftsbeziehungen zur Normalität gehören.

Brexit hat Auswirkungen auf die Staatshaushalte der verbleibenden EU-Länder

Großbritannien gehört aktuell zu den vier Länder, die pro Jahr einen zweistelligen Milliardenbeitrag zum EU-Haushalt beitragen. Die beiden Spitzenplätze belegen Deutschland und Frankreich. Der hohe Beitrag war und ist einer der Punkte, warum Boris Johnson den Brexit unbedingt will. Die große Frage ist, wie die Europäische Union diese Finanzierungslücke schließen wird. Dafür gibt es grundsätzlich zwei mögliche Szenarien. Entweder werden die Ausgaben der Europäischen Union rigoros zusammengestrichen oder die ausfallenden Einnahmen werden auf die Beiträge der verbleibenden Länder verteilt.

Dabei hätten Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien die größte Belastung der Staatshaushalte zu tragen. Das reduziert den Spielraum, der beispielsweise für die Steuersenkungen, Förderungen der erneuerbaren Energien oder der Verbesserung der Lukrativität von Elektroautos vorhanden ist. Eine Erhöhung der EU-Beiträge könnte also auch die Umsetzung der Klimaschutzmaßnahmen in Gefahr bringen.

Brexit Auswirkungen auf Deutschland: Harter Brexit wird Durchschnittseinkommen senken
Diese Brexit-Auswirkungen auf Deutschland gehen aus einer aktuellen Studie der Bertelsmann-Stiftung hervor. Danach fallen durch einen ungeregelten Brexit rund 10 Milliarden Euro pro Jahr bei den Arbeitnehmern in Deutschland weg. Das bedeutet eine Reduzierung des Bruttoninlandsprodukts um 115 Euro pro Kopf und Jahr. Nach den Zahlen der Bertelsmann-Studie hätte Deutschland dadurch innerhalb der verbleibenden EU-Länder die größten Konsequenzen eines ungeregelten Austritts von Großbritannien aus der Europäischen Union zu tragen.

Nur im Vereinigten Königreich selbst wären die Konsequenzen noch umfangreicher. In Frankreich fallen bei einem No-Deal-Brexit Löhne in Höhe von rund acht Milliarden Euro pro Jahr weg. Arbeitnehmer in Italien büßen rund vier Milliarden Euro Lohneinkommen ein. In Großbritannien büßen die Arbeitnehmer pro Kopf und Jahr durchschnittlich rund 873 Euro ein. Irland landet mit einer Einbuße von 762 Euro pro Arbeitnehmer und Jahr nach den Erhebungen der Bertelsmann-Studie auf dem zweiten Platz.

Wie wahrscheinlich ist ein No-Deal-Brexit samt allen Auswirkungen?

Das Gezerre um ein Brexit-Abkommen zieht sich nunmehr bereits drei Jahren hin. Theresa May ist es trotz aller Anstrengungen nicht gelungen, eine Mehrheit für die ausgehandelten Konditionen im britischen Parlament zu bekommen. Letztlich hat der Brexit dazu geführt, dass sie im Juli 2019 ihren Posten als britische Premierministerin und schon einen Monat zuvor ihre Position als Chefin der Conservative Party aufgab. Sein zeigte sich trotz des Engagements für den Brexit als recht kompromissbereit. Boris Johnson gilt als Brexit-Hardliner, obwohl er sich erst nach der Volksbefragung im Jahr 2016 öffentlich dazu bekannte. Es ist also nicht zu erwarten, dass der neue britische Premierminister Zugeständnisse für einen geregelten Austritt Großbritanniens macht. Die EU-Kommission hat ebenfalls schon mehrfach betont, dass Ende der Kompromissbereitschaft erreicht zu haben. Das heißt, es wird im Spätherbst 2019 mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit einen No-Deal-Brexit geben.

Fazit: Mittelständler müssen sich möglichst schnell auf No-Deal-Brexit vorbereiten

Die Vorbereitungen sind an mehreren Stellen notwendig und erfordern in vielen Fällen umfangreiche Investitionen. Die ersten Punkte auf der To-Do-Liste ist die Beschäftigung mit den Zollbestimmungen und die Erweiterung vorhandener Warenwirtschaftsprogramme mit Modulen zur automatisierten Erstellung der notwendigen Zolldokumente. Unternehmen mit Transporten in Eigenregie sowie als Dienstleister tätige Speditionen kommen um eine Erweiterung der vorhandenen Transportkapazitäten nicht herum. Anderenfalls drohen Lieferverzögerungen und Kundenverluste.

Bei einem größeren zeitlichen Bestellvorlauf sind Korrekturen bei den Verkaufspreisen und den aufgeschlagenen Lieferkosten erforderlich. Andere Unternehmen müssen umfangreiche Analysen zur Wirtschaftlichkeit der Niederlassungen und Büros in Großbritannien durchführen. Auf die Betreiber der deutschen Großflughäfen kommt durch einen No-Deal-Brexit ein erhöhtes Flug- und Fluggastaufkommen zu. Sie sind gefordert, in den nächsten Wochen vorbereitend alle Kapazitäts- und Personalressourcen zu mobilisieren. Das gilt genauso für die Zollbehörden. Fährunternehmen und Seehäfen müssen sich auf Umsatz- und Gewinnverluste einstellen.