Blockchain Technologien – Chancen und Potenziale für den Mittelstand

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Was ist die Blockchain Technologie?

Bei ihr handelt es sich vereinfacht gesagt um eine Möglichkeit, Informationen dezentral sowie fälschungssicher zu sammeln und weiterzuleiten. Hierfür sind die zahlreichen Teilnehmer der Kette zuständig. Sie kontrollieren sich gegenseitig, da die Chain bei fehlerhaften Angaben unterbrochen werden würde. Die Datenbank, Distributed Ledger genannt, bildet hierbei die Basis. Aus diesem Grund wird sie von vielen wie eine Art verteiltes Register oder ein Hauptbuch genannt.

Der Ledger befindet sich jedoch nicht auf einem einzelnen Computer, sondern ebenso wie ein klassisches Peer-to-Peer-Netzwerk auf diversen Rechnern. Kommt ein neues Gerät hinzu, wird eine vollständige Kopie der bereits existierenden Kette erstellt. Der so entstandene neue Knoten ist jetzt ebenfalls damit beauftragt, ein- und ausgehende Transaktionen zu prüfen und eine Dokumentation zu erstellen. Der Kreis oder in diesem Fall die Kette schließt sich.

Entstehungsgeschichte kurz zusammengefasst

Kaum zu glauben, aber bereits 1991 kam die Idee hinter der dezentralen Kette erstmalig auf. Damals suchten das Forscherteam Stuart Haber und W. Scott Stornetta nach einer praktischen Lösung für die Zeitstempelung ihrer digitalen Dokumente. Diese sollten jedoch nicht rückwirkend verändert oder gar manipuliert werden können.

So vielversprechend diese patentierte Idee auch war – durchsetzen konnte sie sich trotz der Integration von Merkle-Bäumen im Jahr 1992 nicht. So erlosch das Patent 2004 wieder – doch nicht ungenutzt. Erst 2008, mit Gründung des Bitcoins, sollte die Blockchain wieder in den Fokus einer breiteren Masse rücken.

Im Gegensatz zum allgemeinen Interesse in den frühen 20-er Jahren verloren visionäre Köpfe die Chain nicht aus den Augen. So auch der Informatiker und kryptografische Aktivist Harold Thomas Finney II, der besser unter Hal Finney bekannt ist. Er entwickelte sein System RpoW, das auf nicht austauschbaren Proof-of-Work Token fußte. Gleichzeitig erstellte er RSA-signierte Token, die sich von Person zu Person übertragen ließen. Dieses System kann als früher Prototyp der zukünftigen Blockchain Technologie gesehen werden.

Die Entwicklung der letzten Jahre

Seit dem 2008 startendem Hype um die Kryptowährung Bitcoin erlebt die Blockchain ein vollends gelungenes Comeback. Dabei wird gerne übersehen, dass sie für weit mehr als lediglich das Schürfen virtueller Münzen verwendet werden kann. Darüber hinaus besitzt sie nämlich das Potenzial, die Geschäftswelt zu revolutionieren! So könnte sie etwa Zwischenhändler, Banken oder extern gebuchte Datenspeicher überflüssig machen. Schließlich fungiert jedes Glied der Kette als Referenzwert für die Richtigkeit einer Transaktion.

Dabei profitiert nicht nur der Online-Handel maßgeblich von den Möglichkeiten, die die Technologie bietet. Auch stationäre Anbieter, Fertigungsbetriebe oder medizinische Einrichtungen können mit der smarten Technologie ihre Effizienz im Rahmen der Prozessoptimierung enorm steigern. Wenig verwunderlich also, dass immer mehr Patente in diesem Bereich angemeldet werden. Ein Beispiel hierfür ist die Aufbewahrung von Kundendaten. Diese muss sicher, nachvollziehbar und gemäß Vorschrift gelingen. Nutzen Unternehmen hierfür Blockchain, schlagen Sie mehrere Fliegen mit einer Klappe: Die sensiblen Informationen verbleiben im eigenen Netzwerk.

Gleichzeitig sind sie stets aktuell und korrekt, da sie von jedem teilnehmenden Knoten geprüft werden. Das Versenden doppelter Mailings, falsch adressierter Rechnungen oder ähnliche Ärgernisse gehört so der Vergangenheit an.

Essenzielle Anwendungsgebiete clever digitalisieren – drei Beispiele

Vor allem in puncto Sicherheit und Transparenz bietet die Technologie unübersehbare Vorteile gegenüber nicht oder nur teilweise digitalisierten Modellen. Dabei eröffnet sie neue Wertschätzungsquellen, die naturgemäß auch die Automatisierung umfasst. Eine nachhaltige Kostenersparnis und skalierbare Geschäftsmodelle sind weitere Vorzüge, von denen mittelständische Innovatoren profitieren.

Gleichzeitig stellt sich die Frage, warum dieses Potenzial nach wie vor nicht flächendeckend genutzt wird. Die Antwort jedoch gibt sich wie fast von selbst: Die steile Lernkurve und eine teilweise komplexe Integration in das laufende Geschäftsgebaren sind für zahlreiche Unternehmer eine echte Hürde in puncto Digitalisierung. Diese Kombination darf nicht unterschätzt werden. Gleiches gilt für den Mangel an Fachkräften, die spätestens an dieser Stelle schmerzlich vermisst werden.

Dennoch ist es möglich, das Potenzial von Chains und Knoten für die Tragfähigkeit des eigenen Geschäftsmodells zu nutzen. Selbst kleinere Schritte sind hier besser, als in möglicherweise veralteten Strukturen zu verharren.

Wie die Einführung im mittelständischen Betrieb gelingt

Bevor Sie die tragfähige Technologie in laufende Prozesse integrieren, sollte Ihnen eine Sache bewusst sein: Die richtige Vorbereitung ist Gold wert. Diese schließt jedoch nicht nur das Bereitstellen der notwendigen Infrastruktur ein. Es ist ebenso notwendig, Berührungsängste und Skepsis in der Belegschaft zu erkennen und zu lösen. Dies ist essenziell, um die Vorteile des dezentralen Systems erfolgreich nutzen zu können.

Bedenken Sie nämlich: Langjährige Mitarbeiter im fortgeschrittenen Alter haben häufig nicht den Bezug zu neuartigen Technologien. Schließen Sie diese und deren Expertise in keinem Fall aus! Vielmehr sollten Sie auf eine offene Kommunikation setzen, die auch unangenehme Fragen nicht unbeantwortet lässt.

Sind die mentalen Voraussetzungen für die Arbeit geschaffen, steht die Wahl des idealen Frameworks an. Hierbei handelt es sich um eine zentrale Entscheidung. Sie darf also keineswegs über Nacht gefällt werden. So freuen sich die weitverbreiteten quelloffenen Frameworks einer regen Beliebtheit. Dies ist verständlich, sind sie doch leicht zugänglich. Gleichzeitig eignet sich diese öffentliche Technologie nur bedingt für den kommerziellen Gebrauch. Ein Grund hierfür ist deren mangelnde Skalierbarkeit, die eigentlich gefördert werden soll.

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Ebenso ist auch die Nutzung dieser Public Chains nicht ohne Investition möglich. So ist etwa für jede Transaktion ein Entgelt in einer vorab definierten Kryptowährung zu begleichen. Nutzen Unternehmen private Chains, muss die Infrastruktur selbst geschaffen werden. Es sei denn, sie greifen auf die vielversprechenden As-a-Service-Angebote zurück.

Blockchain als Service?

Wer keine Public-Blockchain oder eigene Strukturen nutzen möchte, kann sich an professionelle Service-Anbieter wenden. Microsofts Azure Plattform ist ein gelungenes Beispiel hierfür, wobei auch IBM und Amazon ihren Marktanteil beanspruchen werden. Doch unabhängig davon, für welchen Anbieter sich ein Mittelständler letztlich entscheidet – die Vorteile einer solchen Kooperation sprechen für sich.

So nehmen die Anbieter den Neulingen schwierige Aufgaben bei der Implementierung ab. Dies ermöglicht dem Auftraggeber, sich in seinem oder ihren Tempo mit der neuartigen Technologie vertraut zu machen. Weitreichende Geschäftsentscheidungen lassen sich so wohlüberlegt treffen.

Zugleich handelt es sich bei einem Blockchain-as-a-Service-Angebot um eine sicher Möglichkeit, Anwendungen gefahrlos zu testen. Am Beispiel Microsoft Azure wird dies erneut deutlich: Die Plattform ist eine in sich geschlossene Entwicklungs-, Test- und Produktionsumgebung. Unternehmen können darin neue Techniken testen und den Umgang mit diversen Anwendungen erlernen. Der Clou hierbei ist jedoch, dass es keine Auswirkungen auf ihre internen Systeme hat. Sollte ein Projekt also scheitern, sind keinerlei Investitionen verloren.

Fazit: Chancen, Nutzen und Risiken müssen abgewogen werden

Technologien wie dezentrale Netzwerke oder Kryptowährungen sind ein Trend, der bleiben wird. Mit Blick auf die fortschreitende Digitalisierung besteht hieran kein Zweifel. Aus diesem Grund ist es nicht nur für den Mittelstand essentiell, sich an diesen Wegbereiter der zukünftigen Geschäftswelt heranzutasten. Externe Berater und Serviceanbieter können auf diesem Weg eine unverzichtbare Hilfe darstellen. Essenziell ist in jedem Fall: Am Handeln führt kein Weg vorbei. Und sei es nur, sich gegen eine Implementierung zu entscheiden.

Denn stets gilt, sich nicht vom um sich greifenden Technology Hype blenden zu lassen. Eine realistische Prüfung jedes einzelnen Anwendungsfalls vielmehr ist Pflicht. Schließlich bieten Chains nicht automatisch solche Vorteile, die deren Einsatz rechtfertigen. Bereits etablierte Datenbanksysteme können je nach Bedarf nach wie vor die bessere Alternative darstellen. Ebenfalls dürfen Unternehmen in puncto Datensicherheit nicht vergessen: Die innovative Technologie ist keine Rechtsversicherung. Sie ist ausnahmslos nur so sicher wie das native Umfeld, in dem sie bereitgestellt wird.