Die Corona-Krise hat im Jahr 2020 die Weltwirtschaft voll im Griff. Neben der Luftfahrt oder dem Tourismus ist auch die Logistik eine Branche, die maßgeblich durch das Virus beeinträchtigt wird. Doch was für Auswirkungen hat Corona wirklich auf die Speditionen im Besonderen und die Logistik im Allgemeinen? Was tun die politischen Entscheidungsträger zum Schutz der Branche? Welche Maßnahmen sind weiterhin denkbar, um Unternehmen und Angestellte zu schützen? Diese Fragen finden im Folgenden Berücksichtigung.

Die aktuelle Situation in Deutschland 

Die deutsche Präsidentin der EU-Kommission Ursula von der Leyen weist daraufhin, dass durch den Virus in ganz Europa der Verkehr teilweise zum Erliegen gekommen ist und sich die Lieferung verschiedener Güter verzögern kann. Auch wenn aus heutiger Sicht die Lieferung grundlegender Waren und Produkte noch sichergestellt ist, warnt von der Leyen vor den Folgen. Ebenfalls ist Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer der Ansicht, dass ein Stillstand verhindert werden muss. Das Bundesverkehrsministerium kümmert sich demnach um die Belange von Fluggesellschaften, Bahn, Logistik-Verbänden und einzelnen Unternehmen, um die Verkehrswirtschaft und die Logistik am Laufen zu halten. Schließlich agieren Speditionen und Logistik-Unternehmen im Hintergrund. Doch die Auswirkungen eines Shutdowns dieser Branchen wären gravierend. Um die Belieferung von Supermärkten, Apotheken und Co. sicherzustellen und die Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten, bedarf es einer starken Transportbranche. Dies wissen auch die politisch Verantwortlichen in Deutschland.

Corona und die Probleme der Logistikbranche 

Dabei sind die Probleme innerhalb der Logistik vielfältig. Zum einen sind bereits erste Mitarbeiter krank. Das Virus kann schnell auch in Unternehmen um sich greifen und andere Mitarbeiter anstecken. Durch notwendige Quarantäne-Maßnahmen besteht die Gefahr, dass ganze Abteilungen ausfallen und die ausgebildeten Fachkräfte nicht mehr zur Verfügung stehen. Zudem sind die geschlossenen Binnengrenzen innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums ein weiteres Problem, welches die Versorgung gefährdet oder zumindest erschwert. An den Grenzen zu Polen stauen sich die LKWs. Grenzkontrollen dauern lange, die LKWs werden oft erst stark verzögert weitergelassen.

Durch den Shutdown in Deutschland mangelt es auch an der passenden Infrastruktur für die Mitarbeiter der Speditionen und Logistik. Dies reicht von den Sanitäranlagen auf der Autobahn bis zu den Unterkünften am Zielort. Oftmals ist es bereits eine Herausforderung, nach der Ankunft am Abend etwas warmes zu essen zu finden. Es bedarf schneller und effektiver Lösungen, um die Logistik sicherzustellen, damit Sie auch in Zukunft weiter Ihre Lebensmittel kaufen können. Schließlich sind es gerade die LKW-Fahrer und Mitarbeiter der Speditionen, die die Grundversorgung in Deutschland weitgehend sicherstellen.

Politische Maßnahmen 

Die Politik zielt heutzutage allen voran auf Anerkennung für diejenigen Berufsgruppe ab, die entscheidend dazu beitragen, dass die Krise in Deutschland gemeistert werden kann. Für die Mitarbeiter der Speditionen sind es momentan erschwerte Bedingungen im täglichen Einsatz. Dieses Engagement will die Politik honorieren. Infolgedessen wurde angewiesen, dass Bonuszahlungen in Höhe von 1500 Euro für die Arbeitnehmer steuerfrei ausgezahlt werden. Viele Unternehmen haben bereits derartige Bonuszahlungen angekündigt, der LKW-Fahrer müsste dann keine Steuern auf diese einmalige Zahlung zahlen.

Weitere Forderungen werden dahingehend geäußert, dass die Unternehmen den Mitarbeitern der Speditionen eine adäquate Versorgung ermöglichen. Nach der Anlieferung sollen die LKW-Fahrer die Möglichkeit haben, Sanitäreinrichtungen aufzusuchen. Wenn Unternehmen dies aufgrund der baulichen Voraussetzungen nicht leisten können, sollen diese Waschcontainer und mobile Toiletten auf dem Betriebshof aufstellen. Zudem hat das Bundesverkehrsministerium beschlossen, dass sich die Lenkzeiten für die Ausnahmesituation ändern. Fortan ist es möglich, die tägliche Lenkzeit fünfmal in der Woche auf zehn Stunden zu verlängern. Andere europäische Staaten haben vergleichbare Regelungen eingeführt.

Schutzmaßnahmen der Logistik-Unternehmen

Bereits früh haben die Unternehmen der Branche zudem selbst eigene Maßnahmen initiiert, um den Auswirkungen von Corona Herr zu werden. Frühzeitig wurden Notfallpläne entwickelt, wie die Versorgung in verschiedenen Szenarien sichergestellt werden kann. Schutzmaßnahmen für die tägliche Arbeit sollen verhindern, dass sich Mitarbeiter am Coronavirus anstecken und die Krankheit daraufhin das Unternehmen still legt. Die Einführung von Home-Office und Videokonferenzen minimiert die persönlichen Kontakte. Zudem haben einige Unternehmen wie beispielsweise der Container-Logistiker Contargo einen Krisenstab eingerichtet, der täglich die aktuellen Entwicklungen in die Planung einbezieht. Mit Appellen an die Vernunft der Arbeitnehmer soll das Bewusstsein für die Verantwortung der Logistik steigen, sodass insbesondere die systemrelevanten Arbeitnehmer auf Selbstschutz und Vorsicht setzen.

Staatliche Exportkreditgarantien der EU 

Zudem hat sich die EU-Kommission für weitere Maßnahmen entschieden, um europaweit die Bedingungen der Speditionen und Logistik-Unternehmen positiv zu beeinflussen. Die Deckungsmöglichkeiten für Exporte zu kurzfristigen Zahlungsbedingungen wurden auf Länder der EU und weiteren OECD-Ländern mit nunmehr staatlichen Kreditgarantien ausgeweitet. Diese Deckungen sollen insbesondere kleinen und mittelständischen Unternehmen dabei helfen, die heutigen Risiken von Exporten abzusichern. Mit einer unverbindlichen Deckungsanfrage an die zuständigen Behörden können die Unternehmen bereits im Voraus evaluieren, ob die Durchführung des Exports ohne Risiken möglich ist. Diese Maßnahmen zielen insbesondere auf den Einbruch der Exporte in Deutschland und der gesamten Europäischen Union ab, die nicht nur die Versorgung kurzfristig, sondern auch die Wirtschaft langfristig bedrohen. [vc_column width=“1/2″]

Coronavirus und die maritime Logistik

Spedition-Hafen

Die Auswirkungen des Virus auf die Schifffahrt sind vielfältig. Zunächst brach das Virus in China aus, woraufhin viele chinesische Unternehmen geschlossen blieben. Lieferketten wurden gestört, die erwarteten Frachter aus China bleiben aus. Da die Schiffe jedoch ca. einen Monat von dort bis nach Deutschland brauchen, kommen die Ausfälle erst mit einer Verzögerung hierzulande an.Zudem gibt es auch mittelbare Folgen für die Reedereien in Hamburg und Co. Der Transport von Leercontainern ist eine weitere wichtige Aufgabe vieler Frachter. Wenn diese Leercontainer nun ausbleiben, staut sich die deutsche Exportware in den Terminals der Häfen. Außerdem ist es vielen Unternehmen einfach nicht möglich, ihre angelieferte Ware abzuholen. Die Logistiker konzentrieren sich zunehmend auf die Sicherstellung der medizinischen und Lebensmittel Grundversorgung. Andere Container mit Kleidung und Co. bleiben einfach zurück und stauen sich zunehmend in den Terminals. Dies erschwert die Supply Chain der Reedereien. Das Coronavirus beeinträchtigt bereits heute die tägliche Arbeit der maritimen Logistik – stärkere Auswirkungen sind denkbar. Noch fehlt es an zielorientierten Lösungen, um den Problemen Herr zu werden.

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Der erhöhte Bedarf an Fachkräften 

Darüber hinaus zeigt die Corona-Krise jedoch auch die Bedeutung der Logistik. Ganz gleich, ob es um die Online-Bestellung oder die Versorgung der Supermärkte mit Lebensmitteln geht – die Wirtschaft wird von den Speditionen auch in dieser Krise am Laufen gehalten. Wenn Sie weiterhin online Produkte bestellen und im Supermarkt auf die Suche nach Toilettenpapier, Nudeln und Co. gehen wollen, bedarf es einer funktionierenden Logistik. Einerseits entlassen viele deutsche Unternehmen Mitarbeiter oder melden Kurzarbeit an, die Arbeitslosenzahlen steigen zunehmend. Anders sieht dies jedoch in der Logistik-Branche aus. Amazon schreibt beispielsweise mitten in der Corona-Krise 350 neue Arbeitsstellen in Deutschland aus, um die Logistik des Unternehmens sicherzustellen. Der Online-Handel boomt – auch und gerade in Zeiten von Corona. Die gesamte Logistik bekommt nun die verdiente Wertschätzung, die ihr in der Vergangenheit nur selten zuteil wurde.

Blick in die Zukunft

Die jetzigen Herausforderungen sind das Eine, die zukünftige Situation das Andere. Die Logistik muss nicht nur heute die Versorgung Deutschlands sicherstellen, sondern dies auch in Zukunft tun. Unternehmen, die Branche und die Politik können mit den geeigneten Maßnahmen, auf die Schwierigkeiten der heutigen Situation eingehen. In Vergessenheit sollte die Zukunft jedoch nicht geraten. Wenn die Produktion in Deutschland wieder anläuft und Unternehmen in gewohntem Umfang Bedarf an den Dienstleistungen der Speditionen haben, muss ebenfalls alles funktionieren – dies ist das Mindeste, um den Schaden für die deutsche Wirtschaft zumindest bestmöglich zu begrenzen.