ASEAN-Staaten: Alternative zum Produktionsstandort China?

ASEAN-Staaten

Die ASEAN-Staaten versprechen ein rentables Geschäftspotential für deutsche KMUs. Der Zusammenschluss nach dem Vorbild der EU besteht mittlerweile seit mehr als 50 Jahren. Das Staatenbündnis aus 10 Mitgliedsstaaten aus dem südostasiatischen Raum bietet gute Chancen für die Automobilbranche, die Elektronik sowie den Maschinen- und Anlagenbau. Für deutsche Technologie-Unternehmen eröffnet sich in Indonesien vielversprechendes Potential.

ASEAN-Staaten: ein Zusammenschluss nach EU-Vorbild

SEAN (Association of Southeast Asian Nations) ist eine Wirtschaftsgemeinschaft südostasiatischer Länder, die mit der EU vergleichbar ist und am 08. August 1967 in Bangkok gegründet wurde. Gründungsmitglieder sind Indonesien, Malaysia, die Philippinen, Singapur und Thailand. Im Laufe der Zeit wurde die Organisation um weitere fünf Mitglieder erweitert. Bruneikam 1984 hinzu, Vietnam trat 1995 bei, Myanmar und Laos wurden 1997 aufgenommen, Kambodscha ist seit 1999 Mitglied. Ost-Timor hat seinen Beitritt 2006 beantragt. Die Organisation hat ihren Sitz in der indonesischen Hauptstadt Jakarta.

Die Organisation fördert die wirtschaftliche Entwicklung der Mitgliedsstaaten und tritt für die Stärkung der politischen Stabilität innerhalb der Südost-Asien-Region ein. Zur Förderung des Handels wurde die ASEAN-Freihandelszone AFTA gegründet. Sie wird seit 2003 umgesetzt. Im Binnenhandel wurden 98 Prozent der Zölle abgebaut. Die Gründung eines Binnenmarktes wurde beschlossen.

Eine wichtige Rolle spielt der Ausbau der Außenbeziehungen, der für deutsche KMUs neue Chancen eröffnet. Die Region zählt mit 640 Millionen Menschen mehr Einwohner als die EU. Der Zusammenschluss zählt zu den dynamischsten Wirtschaftsräumen der Welt. Das Bruttoinlandsprodukt verzeichnet Wachstumsraten um 5 Prozent. Schätzungen zufolge könnte die südostasiatische Staatengemeinschaft 2022 die fünftgrößte Volkswirtschaft der Welt darstellen.

Die jährliche Gipfelkonferenz (ASEAN Summit) ist das höchste Gremium des Zusammenschlusses. Unter den Mitgliedsstaaten wechselt der Vorsitz des ASEAN-Gipfels und der Ministerkonferenzen jährlich in alphabetischer Reihenfolge.

2018 Gesamtvolumen deutscher Exporte in ASEAN-Staaten 28,2 Mrd. Euro

Die ASEAN-Staaten sind durch wirtschaftliche Dynamik und Diversität gekennzeichnet. Mit ihrer beachtlichen Einwohnerzahl stellen sie einen gewaltigen Verbrauchermarkt dar, von dem auch deutsche KMUs profitieren können. Die Länder erwirtschafteten 2018 geschätzte 3 Billionen US-Dollar, was mehr als dem Bruttoinlandsprodukt Frankreichs entspricht. In der Wirtschaftskraft sowie in der gesellschaftlichen und politischen Entwicklung bestehen zwischen den Ländern beträchtliche Unterschiede.

Mehr als 85 Prozent des regionalen Bruttoinlandsprodukts wurden 2018 in den fünf größten Volkswirtschaften des Zusammenschlusses erwirtschaftet: Indonesien, Thailand, Singapur, Malaysia und den Philippinen. Die stärksten Wachstumsraten sind hingegen in den weniger entwickelten Märkten Laos, Kambodscha, Myanmar und Vietnam zu verzeichnen. Ausländische Direktinvestitionen führen zu einem raschen Fortschreiten der Industrialisierung der ASEAN.

Der Wachstumsfaktor Singapur

Als Anbieter für Dienstleistungen sowie als Drehscheibe für Industrie und Handel ist Singapur bekannt. Dort haben viele Unternehmen ihren Hauptsitz für diese Region aufgebaut. Allein aus der EU haben sich dort mehr als 10.000 Unternehmen angesiedelt.
Der Stadtstaat Singapur könnte schon allein für deutsche Unternehmen als Absatzmarkt und als Handelspartner eine sinnvolle Alternative zu China darstellen. Singapur zog 2017 ungefähr 45 Prozent von den 137 Milliarden US-Dollar an globalen Investitionszuflüssen in die ASEAN-Staaten an. Neben Dienstleistungen gibt es in Singapur viele andere effiziente Industriebranchen, in denen die Automatisierung und Digitalisierung immer weiter voranschreitet.

Interessante Produktionsstandorte in Südostasien

Beliebte Produktionsstandorte sind auch Thailand und Malaysia. Eine Alternative zum Produktionsstandort China stellt Vietnam dar, wenn es um Bekleidung und Elektronik geht. Die Freihandelsverträge machen das Land attraktiver. Laos, Kambodscha und Myanmar sind wirtschaftlich und infrastrukturell deutlich schwächer entwickelt, doch ein Plus für Investoren stellen die niedrigen Löhne in diesen Ländern dar. Die Löhne sind auch in Indonesien niedrig, doch hat sich dort bislang noch keine nennenswerte exportorientierte Leichtindustrie angesiedelt. Eine wichtige Einnahmequelle für das Land ist der Verkauf der eigenen Rohstoffe. Ein umfassendes Infrastrukturprogramm ist Hoffnungsträger für die Philippinen, um ihr wirtschaftliches Potential zu entfalten.

Der Konsum in den ASEAN-Staaten wird durch den starken Urbanisierungstrend angekurbelt. Umfangreiche Investitionen in die Infrastruktur sind erforderlich. Schätzungen der Asian Development Bank zufolge müssen jährlich 7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes der ASEAN investiert werden, um das Defizit bis 2030 zu beheben.

Mehr Potential für deutsche Unternehmen

Deutsche Unternehmen haben die vorhandenen Potentiale mit ihren Investitionen noch nicht ausgeschöpft und zeigen sich noch eher zurückhaltend. Die deutschen Direktinvestitionsbestände lagen 2016 bei ca. 30 Milliarden US-Dollar. Ungefähr die Hälfte davon wurde in Singapur investiert. Umfragen der Auslandshandelskammern in der Region zufolge, sehen deutsche Unternehmen die größten Investitionsrisiken in schwankenden Wechselkursen, im Mangel an Fachkräften, in fehlender rechtlicher Klarheit und in der Korruption. Würden sich die Rahmenbedingungen der ASEAN verbessern, könnten noch mehr deutsche Investoren angelockt werden.

Die ASEAN-Staaten sind durch eine hohe Außenhandelsquote geprägt. Sie liegt bei mehr als 90 Prozent des regionalen Bruttoinlandsproduktes. Verantwortlich für die starken globalen Exporte sind vor allem ausländische Unternehmen aus Ostasien, Europa und den USA, die dort produzieren.

Das Exportvolumen deutscher Unternehmen in die ASEAN lag 2018 bei 28,2 Milliarden Euro und war vorrangig durch Kraftfahrzeuge und Kraftfahrzeugteile, Maschinen sowie chemische und elektronische Vorprodukte geprägt. Der Import aus der Region lag jedoch deutlich höher als der Export. Importiert wurden vor allem Elektronik, Elektrotechnik, chemische Erzeugnisse, Nahrungsmittel, Bekleidung und Schuhe. Die Risiken durch externe Märkte können durch eine stärkere regionale Kooperation und Integration minimiert werden.

ASEAN-Staaten: Positive Entwicklungen in verschiedenen Branchen

Geht es um Exporte aus Deutschland, sind vor allem die Automobilindustrie, die Elektronik sowie der Maschinen- und Anlagenbau gefragt. In diesen Branchen eröffnet sich nicht nur für die großen Konzerne ein beträchtliches Potential. KMUs können direkt und indirekt von diesen Entwicklungen profitieren.

Chancen für die Automobilindustrie

Der Automobilmarkt boomt nach einer ungefähr vierjährigen Stagnation in den ASEAN-Staaten wieder. In Indonesien, Thailand und Malaysia, den drei größten Märkten in der Region, stiegen die Produktions- und Verkaufszahlen. Etwa 90 Prozent der Produktion und fast 80 Prozent der Verkäufe der ASEAN-Region wurden in diesen Ländern verzeichnet. Dieser Aufschwung ist im robusten Wirtschaftswachstum und in der gezielten Förderung dieser Branche, vor allem in Thailand, begründet. Noch sind es überwiegend die japanischen Hersteller, die den Massenmarkt bedienen. Die Produktion soll künftig zunehmend auf den Export ausgerichtet werden. Für den Import von Autos werden die heimischen Märkte noch weitgehend abgeschottet. Deutsche Hersteller, die auf dem Luxusmarkt dominieren, leiden unter hohen Zöllen und Einfuhrbeschränkungen.

Durch die ASEAN-Freihandelszone könnten die Bedingungen für deutsche Unternehmen verbessert werden. In Indonesien wurden 2017 lediglich 129 fertige BMW und 50 fertige Audi importiert. Noch beherrschen chinesische Unternehmen den Automarkt in der Region nicht, doch könnte sich das bald ändern. Die Zahlen von 2018, als in Indonesien 15.000 Wulings im Handel abgesetzt wurden, sprechen für sich. Verkehrsstaus in den größeren Städten und die erforderlichen Importe von Treibstoff treiben die Nachfrage nach Kleinwagen in den ASEAN-Staaten nach oben. Für Kleinwagen und Hybridautos werden mit der Befreiung von Importzöllen bereits Anreize geschaffen, während reine Elektroautos in absehbarer Zeit kaum Chancen haben.

Gutes Potential für die Elektronik: ASEAN-Staaten zweitgrößter Exporteur

Aufgrund des Handelskriegs zwischen den USA und China verlagern immer mehr Elektronikbetriebe Teile ihrer Wertschöpfungskette aus China in die ASEAN-Region. Ungefähr die Hälfte der weltweiten Produktion der Halbleiter-Industrie erfolgt in China. Vor allem bei vor- und nachgelagerten Fertigungsschritten spielen die ASEAN-Länder inzwischen eine immer wichtigere Rolle. Die Strafzölle der USA auf Hightech-Produkte kurbeln diese Entwicklung an. Die ASEAN-Staaten waren 2017 mit geschätzten 309 Milliarden US-Dollar an Ausfuhren weltweit der zweitgrößte Elektronikexporteur. Indonesien, Vietnam Malaysia, Thailand und die Philippinen haben wichtige Prozesse angezogen. Der größte Elektronikhändler in der Region ist Indonesien mit Exporten von mehr als 120 Milliarden US-Dollar 2017.

Da ein großer Teil jedoch den Reexport ausmacht, ist Malaysia mit fast 66 Milliarden US-Dollar der tatsächlich größte südasiatische Exporteur. Aufgrund der steigenden Löhne in China ist Vietnam ein gefragtes Land für ausländische Investoren. Einfachere Arbeitsschritte in der Elektronik werden auf den Philippinen abgewickelt, während anspruchsvollere Aufgaben wie Design und Produktion von Chips in Malaysia und Singapur ausgeführt werden. Thailand ist stark im Zukunftscluster “Smart Electronics”. Deutsche Unternehmen sind dort bereits mit Produktion, Forschung und Entwicklung präsent.

Wachsende Rolle des Maschinen- und Anlagenbaus in ASEAN-Staaten

Eine wichtige Rolle spielt auch der Maschinen- und Anlagenbau. Da die Niedriglohnländer der ASEAN-Staaten in den letzten Jahren Teile der Textil- und Bekleidungsproduktion aus China übernommen haben, steigt die Nachfrage nach Maschinen. Der zum Teil veraltete vorhandene Maschinenpark muss erneuert werden. Zwischen 2012 und 2017 stieg die Einfuhr von Textil- und Ledermaschinen um mehr als 34 Prozent. Im Jahr 2017 lag der deutsche Lieferanteil bei knapp 8 Prozent.

Einen hohen Stellenwert hat auch die Nahrungsmittelindustrie in der Region. Die Nachfrage nach Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen steigt. Im Jahr 2017 wurden Maschinen im Wert von 2,5 Milliarden US-Dollar eingeführt. Die größten Importeure waren Indonesien mit 650 Milliarden US-Dollar, Thailand mit 500 Milliarden US-Dollar und Vietnam mit 400 Milliarden US-Dollar. Auch hier besteht noch ein großes Potential für Deutschland, das 2018 Maschinen für mehr als 250 Millionen Euro lieferte.

1.700 deutsche Unternehmen im Unternehmensstandort Singapur tätig

Für deutsche Unternehmen wird der Stadtstaat Singapur unter den ASEAN-Staaten immer interessanter. Schon seit einigen Jahren siedeln sich immer mehr deutsche Unternehmen dort an. Inzwischen haben sich 1.700 deutsche Unternehmen in Singapur niedergelassen. Wichtige deutsche Größen sind BASF, SAP, Daimler, Bosch, Evonik und Continental. Auch einige KMUs haben bereits das Potential in Singapur erkannt und Niederlassungen eröffnet.

Der Filterhersteller Mann + Hummel hat schon 2009 sein globales Hauptquartier für die Wasserfilterherstellung in Singapur errichtet und betreibt dort ein Forschungs- und Entwicklungszentrum. Weitere Beispiele für mittelständische Unternehmen, die schon vor einigen Jahren ihre Chancen in Singapur erkannt haben, sind die Berliner Medizintechnikfirma Biotronik mit einer Asien-Zentrale, der Hamburger Lebensmittelchemie-Spezialist Berg + Schmidt mit einer Fabrik oder die Solartechnik-Unternehmen Juwi Holding und Saferay.

Vorteile für deutsche Unternehmen in Singapur

Wichtige Anreize für deutsche Unternehmen sind die Existenz von Branchenclustern und die gut ausgebildeten Fachkräfte. Singapur erhofft sich vom verstärkten Engagement des deutschen Mittelstands Impulse für den eigenen industriellen Mittelstand. Die Lohnkosten sind in Singapur höher als in anderen ASEAN-Staaten. Das Land bietet jedoch politische und rechtliche Sicherheit, die wichtig für das Know-how und den Schutz des geistigen Eigentums ist. Die Steuern sind niedrig. Es gibt kaum Korruption. Die Regierung von Singapur bietet den deutschen Unternehmen gute Bedingungen. Sie sorgt für Rechtssicherheit, Transparenz und eine gute Infrastruktur.

Geschäftschancen für deutsche Technologie-Unternehmen in Indonesien

Indonesien bietet gute Geschäftschancen für deutsche Technologie-Unternehmen. Indonesien ist mit mehr als 260 Millionen Einwohnern die größte Volkswirtschaft in Südostasien und mit einem jährlich im Schnitt um 5 Prozent wachsenden Bruttoinlandsprodukt einer der attraktivsten Wachstumsmärkte in der Region. Bereits 2020 wird Indonesien zur stärksten digitalen Volkswirtschaft Asiens aufsteigen. Das Land hat sich zum Ziel gesetzt, 2030 einen Platz unter den zehn größten Volkswirtschaften der Welt zu ergattern. Die landesweite Entwicklung und Modernisierung der Infrastruktur, vor allem im öffentlichen Verkehrssystem, des Energie- und Umweltsektors sowie der Gesundheitswirtschaft bieten deutschen Technologie-Unternehmen gute Geschäftschancen.

Modernisierung Infrastruktur

So wie in den meisten ASEAN-Staaten spielt auch in Indonesien die Modernisierung der Infrastruktur eine wichtige Rolle. Indonesien verfolgt einige ambitionierte Projekte, zu denen eine neue U-Bahn-Linie, eine S-Bahn sowie 13 Zufahrtstraßengehören. Der Airport und der Containerhafen werden ausgebaut. Indonesien will sich mit den Infrastrukturprojekten als globale maritime Achse etablieren.

Viele Häfen müssen dazu neu gebaut werden. Auch der Energiesektor greift in die Infrastruktur, da Energieerzeugungs– und Verteilungskapazitäten erweitert werden müssen. Nicht nur in der Hauptstadt Jakarta, sondern im gesamten Land kommt es auf die Modernisierung der Infrastruktur an.Für die Modernisierung des Schienennetzes stehen einige Großprojekte an, darunter eine Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Jakarta und Bandung. Ein durchgängiges Autobahnnetz soll geschaffen werden. In den Ballungszentren sollen Schnellstraßen entstehen. Die Vororte sollen durch elf Überlandstraßen mit der City verbunden werden.

Energie-Umweltsektor: hoher Stromverbrauch in ASEAN-Staaten

In Indonesien wächst der Stromverbrauch so wie in anderen ASEAN-Staaten rasant. Bis 2025 besteht ein Bedarf an zusätzlichen Kraftwerkskapazitäten von 80,5 GW. Im gesamten Stromsektor sind von 2017 bis 2025 Investitionen von ca. 135 Milliarden US-Dollar erforderlich. Davon sind allein 100 Milliarden US-Dollar für den Kraftwerksbau eingeplant.
Langfristig wird auf Kohle und Gas gesetzt, da diese beiden Ressourcen in Indonesien reichlich vorhanden sind. Auch regenerative Quellen wie Wasserkraft, Windenergie, Geothermik und Biomasse gewinnen immer mehr an Bedeutung, während Solarenergie nicht erwähnenswert ist.

Gesundheitswirtschaft

ASEAN-Staaten-Gesundheitswirtschaft

Indonesien hat zum Jahresbeginn 2014 eine allgemeine Krankenversicherungspflicht eingeführt, die 2020 die gesamte Bevölkerung erfassen soll. Daraus resultiert eine wachsende Nachfrage der Indonesier nach Gesundheitsdienstleistungen. Neue Kliniken müssen errichtet werden. Von 2011 bis 2015 sind bereits 460 neue private Allgemeinkliniken entstanden. In den kommenden Jahren könnten jährlich 100 bis 200 neue Krankenhäuser errichtet werden, die auch für deutsche Technologie-Unternehmen gute Chancen eröffnen.

‘Made in Germany’ erfreut sich in Indonesien großer Beliebtheit

Trotz der wachsenden Konkurrenz aus China genießen Produkte ‘Made in Germany’ in Indonesien einen exzellenten Ruf. Die positive Entwicklung der deutschen Ausfuhren 2018 beweist die Nachfrage nach deutschen Erzeugnissen. Die lokale Baubranche ist ein Wachstumsmarkt und setzt auf deutsche Spezialbaustoffe und Baumaschinen. Eine hohe Nachfrage besteht auch nach deutschen Kosmetik- und Reinigungsprodukten sowie deutschen Pharmaprodukten. Auch in anderen ASEAN-Staaten sind Pharmaprodukte aus Deutschland gefragt. Nach Lebensmitteln und Süßwaren aus Deutschland ist die Nachfrage in Indonesien ebenfalls groß.

2018 Ausfuhren nach Indonesien im Warenwert von 3,4 Mrd. US Dollar

Deutschland lieferte 2018 Waren im Wert von 3,4 Milliarden US-Dollar nach Indonesien, was eine Steigerung von 11,2 Prozent zum Vorjahr ausmachte. Gegenüber 2016 liegt das Plus sogar bei fast 20 Prozent. Die Mittelschicht verzeichnet in Indonesien ein starkes Wachstum, das die Nachfrage nach deutschen Erzeugnissen künftig noch in die Höhe treiben könnte. Der Verbrauchermarkt in Indonesien boomt. Möchten Sie vom Wachstumspotential in den ASEAN-Staaten und speziell in Indonesien profitieren, sollten Sie die örtlichen Handelsvertreter oder Händler sorgfältig auswählen.

Um langfristig eine Chance in Indonesien zu haben, kommt es auf die Ausrichtung des Geschäftsmodells auf den Markt an. Da das Markenbewusstsein in Indonesien immer mehr an Bedeutung gewinnt, müssen Sie sich einen Namen machen. Sie sollten auf den Schutz des geistigen Eigentums achten, um Produktpiraterie und Fälschungen zu verhindern. Für Luxusgüter und für Konkurrenzprodukte zu den einheimischen Erzeugnissen werden Einfuhrzölle erhoben. Um am indonesischen Markt bestehen zu bleiben und Ihre Position zu stärken, müssen Sie wettbewerbsfähig bleiben, die Geschäftskultur der ausländischen Kunden kennen und die Importbestimmungen einhalten.

Fazit: ASEAN-Staaten bieten gute Chancen für deutsche KMUs

tinental, BASF, SAP oder Daimler haben das Potential schon vor einigen Jahren erkannt. Verschiedene mittelständische Unternehmen haben ebenfalls Niederlassungen errichtet und in die Region investiert. Jedes der zehn Länder des Zusammenschlusses bietet andere Vorteile. Während die fünf stärksten Länder der Vereinigung den Hauptanteil des Bruttoinlandsproduktes erwirtschaften, ist in den schwächeren Ländern ein enormes Wachstum zu beobachten. Singapur bietet gute Bedingungen für deutsche Unternehmen und kurbelt damit seinen eigenen industriellen Mittelstand an. Die Steuern sind niedrig, es gibt kaum Korruption. Wichtige Wachstumsmärkte in der Region sind die Automobilindustrie, die Elektronik sowie der Maschinen- und Anlagenbau.

Deutschland hat das Potential noch längst nicht ausgeschöpft. Die ASEAN-Freihandelszone erleichtert deutschen Ländern die Exporte. Indonesien ist ein aufstrebendes Entwicklungsland, das sich bis 2030 einen Platz unter den 10 größten Volkswirtschaften ergattern will. Deutsche Technologie-Unternehmen haben gute Chancen bei der Modernisierung der Infrastruktur, im Energie- und Umweltsektor sowie in der Gesundheitswirtschaft. Künftig könnte die Nachfrage nach deutschen Produkten steigen.

Die ASEAN-Staaten stellen eine dynamische Alternative zu China dar. Investoren können von niedrigeren Löhnen profitieren und auf immer mehr gut ausgebildete Fachkräfte zugreifen. Der steigende Lebensstandard kurbelt den Konsum und die Wirtschaft an. KMUs aus Deutschland, die sich mit der Geschäftskultur in diesen Ländern beschäftigen und mit ihren Produkten wettbewerbsfähig bleiben, können langfristig von dieser Entwicklung profitieren.